Josef Dienst

von
Andy Schmid

Josef Dienst wurde am 02.Februar 1928 in Flörsheim am Main geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Beruf des Technischen Zeichners bei der ADAM OPEL AG in Rüsselsheim, schlug dann aber eine Ausbildung bei der Werk-Kunstschule Wiesbaden als Grafiker und Illustrator ein. Ab 1955 war er als Automobil-Designer für die AUDI AG in Igolstadt tätig. Bei dieser Firma blieb er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1988.

In seiner Freizeit zeichnet Jupp gerne SF-, Fantasy- und Erotikmotive, so war er nebenberuflich in den 70er Jahren für den Pabel-Moewig Verlag tätig, unter anderem mit Innenillustrationen für die ATLAN-Serie (300er, 400er Bereich) und für das PR-Magazin. Für das letztgenannte zeichnete der Künstler die Reihe "Galaxis: Völker und Raumschiffe der PR-Serie". Abgedruckt werden die Topsider in Magazin 3/79, Blues in 4/79 und die Druuf in 5/79. Daneben werden noch andere Werke von ihm veröffentlicht (z.B. Posbiraumer). Durch diese Arbeiten bekommt er den Auftrag zur Illustration des Weltraumatlas. Ursprünglich sollte ein Postkartenkalender in der Größe A6 erscheinen, daraus wurde dann das bekannte Werk in A4. Dieser Umstand und die kurze Vorbereitungszeit (ca. 40 Illustrationen, farbig, in weniger als 2 Monaten) trug dazu bei, daß Josef Dienst nur mittelmäßige Arbeiten ablieferte. Dementsprechend erfolglos war der Weltraumatlas und der Künstler bei den Lesern "unten durch".

Wer aber glaubt, daß sich damit der Beitrag von Jupp Dienst für das PR-Universum erschöpft, täuscht sich gewaltig! Mit dem PR-Titelbildzeichner Johnny Bruck verband Jupp Dienst eine langjährige Freundschaft. Als Bruck mit zunehmendem Alter die Ideen für das wöchentliche PR-Titelbild ausgingen, überließ Jupp seinem Freund bereitwillig Kopien, Fotoabzüge und Orginale seiner eigenen Werke. Johnny kopierte und zeichnete sie deteilgetreu ab, kopierte ab und zu mal ein Foto mit in seinem Bild ein und kombinierte Jupps Motive mit den seinen. Josef war sozusagen damit Ideenlieferant für so manches PR-Titelbild. So stammt der berühmte Ayindi-Raumer ursprünglich von Josef Dienst. Ab den 1500er Heften findet man stets Motive des Künstlers (z.B. auf den Covers der PR-Hefte 1572, 1557, 1607, 1713, 1722, 1737, 1748 und vielen mehr), sowie in zahlreichen Innenillustrationen. Dem Verlag war dies nicht bekannt, sonst hätte er nach dem plötzlichen Tod von Johnny Bruck einen idealen Ersatzzeichner gehabt. Somit hat Jupp auch seinen Beitrag zur größten SF-Serie der Welt geleistet, die er auch heute noch gespannt verfolgt. Er ist sehr stolz darauf, daß Motive von ihm PR-Cover zieren.

Wer die Werke von Jupp Dienst noch nicht im Orginal bewundert hat, weiß gar nicht, was er verpaßt. Der Künstler arbeitet bevorzugt mit Temperafarben, die eine hohe Farbbrillianz aufweisen. Aber auch seine Bleistiftzeichnungen strotzen nur so von Kraft und Eleganz. Jeder wird seine Meinung über Jupp Dienst ändern, sieht er die Werke der letzten Jahre. Sicher wird Jupp Dienst einmal auf einem PR-Con der zu Gast sein (vielleicht auch schon in Garching). Im Laufe des Jahres 1998 soll eine weitere Ausstellung in Ingolstadt stattfinden, diesmal werden die Perry Rhodan Leser rechtzeitig darüber informiert werden (die Ausstellung vom 14.09. bis 14.11.1997 konnte nur von wenigen Fans besucht werden).

Josef Dienst wohnt auch heute noch in Ingolstadt (Bayern) zusammen mit seiner Gattin Gaby und erfreut sich seines Ruhestandes. Natürlich ist er noch ein aktiver Grafiker und dies wird bestimmt nicht das letzte Mal sein, daß man von ihm etwas hört (bzw. liest oder sieht). Auf die nächsten Jahre.


In eigener Sache: Johnny Bruck und Jupp Dienst!
von Josef Dienst

Um etwaige Irrtümer und Spekulationen von vornherein auszuschalten, möchte ich hiermit etwas klarstellen.

Damals, als die Serie Perry Rhodan begann, bekam Johnny Bruck den Auftrag, für etwa 60 Hefte die Titelseiten zu gestalten. Wie Sie alle wissen, wurden aus den 60 Heften mittlerweile faßt 2000 (zweitausend) fantastisch gestaltete Vorderseiten!!

Man hat immer wieder darüber geschrieben und diskutiert, wie ein Mensch so vielgestaltig ist und so viele Ideen zu Papier bringen kann. Dieser Mann, und ich kann mit Stolz sagen, daß er ein guter Freund von mir war, war nicht umsonst der beste science fiction Zeichner und Maler dieser Welt. Mit Johnny konnte man nicht nur Pferde, sondern auch Kamele stehlen.

Ich muß ehrlich sagen, und ich habe auch nicht wenige Ideen vorzuweisen. Wenn ich diesen Auftrag bekommen hätte, wäre mir vielleicht schon beim 500. Heft die Puste ausgegangen.
Da gibt es aber, und das ist für mich sehr traurig und beschämend, etliche Leute, die Johnny Bruck hinterrücks eine reintreten wollen. Sie meinen, der Johnny hat bei manchen Heften abgekupfert, wie man so sagt. Genau dasselbe machen alle anderen Maler, Grafiker, Zeichner und Bücherschreiber. Woher sollten Sie sonst die Ideen haben?
Ich mache es fast tagtäglich. Ich setze das, was ich bei anderen Vorbildern in unserem Beruf gesehen habe in meine Vorstellungen um, in ein Bild, welches ich gerade bearbeite. Und genau das hat Johnny gemacht. Bei dieser Menge von Titelbildern für die Serie Rhodan und den engen Terminen, mußte er darauf zurückgreifen.
Laien verstehen das überhaupt nicht, weil sie keine Ahnung haben, wie so ein Bild entsteht. Woher auch? Aber einem Mann, an welchen wir mit Bewunderung und Stolz zurückdenken und der sich nicht mehr wehren kann, will man jetzt in die Speichen fahren.

Johnny und ich, wir haben uns, seit ich ihn damals beim CON in Mannheim kennenlernte, jede 2. Woche abwechselnd angerufen. Immer wieder hat er mir sein Leid geklagt, daß er keine Zeit mehr hat und keinen Urlaub machen kann. Ich habe ihm den Vorschlag gemacht, einige Zeichnungen und Skizzen zu schicken, welche er vorbehaltlos und ohne daß er mir etwas schuldig ist, nach seinem Gutdünken verwenden kann. Das war ein Abkommen zwischen Johnny und mir, um ihm etwas Luft und Zeit zu verschaffen.
Ich für meinen Teil kann sagen, daß ich sehr stolz bin, einen kleinen Beitrag geleistet zu haben und das Johnny einige Ideen von mir für seine Titelbilder mitverwendet hat.

Ich hoffe, daß jetzt die Vermutungen -Johnny war ein Plagiator- hiermit zerstreut sind Ich wünsche Euch auch weiterhin viel Spaß mit Perry Rhodan und ad astra

Josef Dienst

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Josef Dienst
Parreutstraße 34
D-85049 Ingolstadt