Ilona Gombos-Recktenwald wurde am 9.5. 1948 in Budapest/Ungarn geboren. Dort arbeitete sie als technische Angestellte in einem Betrieb für Fernmeldetechnik. 1992 siedelte sie nach Deutschland über und lebte mit ihrem Mann Thomas in Dillingen bei Saarbrücken. Die Verbundenheit zur Heimat und ihrer Familie in Ungarn blieb dennoch ungebrochen.
Ilona war vielseitig interessiert und zeigte ihr künstlerisches Geschick nicht nur in der Öl-Malerei, sondern auch durch traditionelle Stickerei, Seidenmalerei und verschiedene andere Handarbeiten. Überdies ging sie im Herbst mit ihrem Mann häufig Pilze sammeln, kochte und backte sehr gerne. Ilona begeisterte sich für Naturwissenschaften, insbesondere Astronomie und Botanik, sowie ungarische Geschichte. Ilona und Thomas Recktenwald waren keine Unbekannten in der deutschen Science Fiction-Szene. Beide zeigten sich sehr engagiert in der Förderung internationaler Beziehungen, die trotz Sprachbarrieren bis nach Rußland und Amerika gehen. Die Arbeiten von vielen Künstlern aus allen Himmelsrichtungen sind Dank Thomas' Initiative in deutschen Fanzines zu bewundern, und umgekehrt wurde es deutschen Graphikern und Malern ermöglicht, ihre Werke in anderen Ländern vorzustellen. Ilona und Thomas waren stets gern gesehene Gäste auf Science Fiction-Conventions und immer bereit, sich mit anderen Besuchern zu unterhalten und Kontakte zu knüpfen. Ilonas Interesse an der Phantastik war ihr, wie sie sagte, in die Wiege gelegt worden. Ihre Mutter war ebenfalls der Kunst zugetan, und ihr Vater vermittelte ihr erste Kenntnisse in der Astronomie. Schon als Kind beobachtete sie die Natur, insbesondere die Blumen, wie unschwer an ihren Motiven zu erkennen ist. Ihre künstlerischen Fähigkeiten entwickelte Ilona zunächst autodidaktisch, später in Kontakt mit anderen Künstlern der ungarischen Science Fiction-Szene. Sich als Künstler zu etablieren, war damals nicht einfach. Die sozialistische Regierung Ungarns kontrollierte die Club-Szene, so daß es 1970 nur einen Club in Budapest für das ganze Land gab, dem Ilona 1979 beitrat. Allein über den Club oder eine ähnliche Organisation war es einem Amateurkünstler möglich, seine Werke auszustellen. Diese Ausstellungen wiederum mußten von staatlicher Stelle genehmigt sein. Überdies benötigte jeder Künstler eine befristete und regelmäßig zu erneuernde Bescheinigung, daß seine Werke den politischen Richtlinien entsprachen und zur Ausstellung freigegeben waren. Bald folgten Ausstellungen in Budapest, Debrecen, Tate, Hatvan und Tokod, später auch in Freudenstadt, St. Helier/Jersey und Saarbrücken im Rahmen von Science Fiction-Conventions und Anfang 1997 in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar. Ilonas Illustrationen erschienen überdies in den ungarischen Zeitschriften "Vega-Magazin" und "Elixir", später im "Progress Report" zum FreuCon '92, außerdem als Kalender in limitierter Auflage für Jubilare und aktive Mitglieder des SFCD. Ilona selbst vertrieb Grußkarten und Poster von ihren Bildern. Zuletzt malte Ilona fast ausschließlich in Öl auf Holz. Die Flächen, die sie bemalte, konnten ihr gar nicht groß genug sein. Zunächst hatten ihre farbenprächtigen Bilder ein Format von 30 x 40 cm, später bevorzugte sie mindestens 50 x 70 cm. Gelegentlich entstanden auch Bleistiftzeichnungen in A4. Die ausdruckstarken Motive entsprangen ihrer Phantasie und zeigten häufig Themen aus Märchen, Fantasy und Science Fiction. Die Bilder entführen den Betrachter in heile, intakte Welten, zu schönen und fremdartigen Wesen, die niemals eine Bedrohung darstellen. Ilona meinte, daß sie nichts Näheres zu ihren phantastischen Bildern sagen wolle, denn könnte sie ihre Gedanken in Worte fassen, würde sie schreiben statt malen. Ilona war eine liebenswürdige, aufgeschlossene Frau. Sie verstarb viel zu früh am 14. Juni 1999 nach kurzer schwerer Krankheit. Ihrem Mann Thomas, ihrer Familie und all ihren Freunden fehlt sie sehr. Auch unter den Künstlern hinterläßt sie eine schmerzliche Lücke. |