Faszination Science Fiction von Dr. Robert Hector
Light-Edition / Übersicht


Faszination Science Fiction

SF-Autoren und ihre Romane


Die Autoren werden von SF-Fans wie Halbgötter behandelt. Auf Cons sind sie die großen Stars, ihr Werdegang ist zuweilen erstaunlich und skurill. In diesem Rahmen beschränken wir uns auf die Beschreibung von zehn klassischen Autoren, die in der SF Maßstäbe setzten und die weitere Entwicklung dieses Genres entscheidend beeinflußten. Um aber dennoch einen repräsentativen Überblick zu geben, werden auch andere wichtige Autoren stichwortartig mit ihren Hauptromanen erwähnt, wobei die Auswahl sicherlich subjektiv ist.

Jules Verne (1828-1905)

Der Franzose gilt zusammen mit H.G. Wells als einer der Gründungsväter der SF. Er wurde in Nantes geboren und wuchs in der Nähe des dortigen Hafens auf; dessen Atmosphäre mag eine Anzahl seiner späteren Werke beeinflußt haben. Sein Vater war Jurist, Jules sollte usrpüngliche denselben Beruf ergreifen, sträubte sich jedoch mit Erfolg dagegen. Später ging er nach Paris und publizierte bald seine ersten Geschichten, geprägt durch Werke von Victor Hugo, Alexandre Dumas und Edgar Allan Poe.

1851 schrieb er "Un Voyage en Ballon", nachdem ein Versuch, zusammen mit einem Freund einen Ballon zu starten, mißglückt war. 1854 folgte die Story "Maître Zacharius", eine Allegorie um Zeit, einen Uhrmacher und den Teufel. Verne entwickelte seine typische Schreibtechnik, indem er pseudowissenschaftliche Erklärungen in ein einfach erzähltes Abenteuer integrierte und die Umgebung detailliert schilderte. Seine Liebe zu Abenteuer und Reisen vermengte sich mit dem Glauben an Wissenschaft und Fortschritt.

1862 begann seine Verbindung mit dem Verleger und Kinderautor Hetzel, der Material für ein Jugendmagazin suchte. Ein Jahr später veröffentlichte er "Cinq Semaines en Ballon": Drei Männer überqueren Afrika in einem Ballon und erleben zahllose Abenteuer. Mit dieser Geschichte begann eine lange Reihe von "Voyages extraordinaires", die Hetzels Verlag von nun an bis zum Ende von Vernes Karriere veröffentlichte.

1864 folgte "Voyage au Centre de la Terre" ( Reise zum Mittelpunkt der Erde). Eine Expedition gelangt von einem isländischen Vulkan aus in das Innere der Erde und erlebt dort wundersame Ding. 1965 schrieb er "De la Terra à la Lune" (Von der Erde zum Mond), 1870 die Fortsetzung "Autour de la Lune" (Die Reise um den Mond). Im gleichen Jahr erschien das Unterwasserabenteuer "Vingt Mille Lieues sous les Mers" (Zwangzigtausend Meilen unter dem Meer). 1873 folgte dann "Le Tour du Monde en quatre-vingt Jours" (Reise um die Welt in achtzig Tagen). In diesen Werken spiegelte sich der Fortschrittsglaube des 19.Jahrhunderts; Technik und Wissenschaft sind demnach der Antriebsmotor der menschlichen Entwicklung.

Von nun an wurde sein Werk jedoch düsterer. In seinen Robinsonaden "L`Ile Mysterieuse"(1875, Die geheimnisvolle Insel), "L`Ecoles des Robinsons" (1882) und "Deux Ans de Vacances ou un Pensionat des Robinsons" (1888) sind Menschen auf sich allein gestellt und müssen sich gegen die Gefahren der Umgebung wehren.

In seinem Spätwerk wandelt sich Vernes optimistische Fortschrittsgläubigkeit in eine pessimistische Weltsicht. Technik, Wissenschaft und Natur entziehen sich der menschlichen Kontrolle. In "Robur le Conquerant" (1886, Robur der Eroberer) und der Fortsetzung "Maître du Monde" (1904, Der Herr der Welt) kommt dies deutlich zum Ausdruck. Der geniale Erfinder Robur wird zu einem gefährlichen Wahnsinnigen.

Verne verkörperte in der Zeit des industriellen Aufbruchs den Glauben an die Wunderkraft der Technik. Seine Helden waren wagemutige Wissenschaftler und Abenteurer, die sich die wunderbare Technik zunutze machten und sich gegen die Gefahren der Umwelt durchsetzten. Die meisten seiner Werke strahlten einen Zukunftsoptimismus aus, wie er später nur noch in einigen Werken des Goldenen Zeitalters der SF vorkam.

"Voyage au Centre de la Terre" (1864, Reise zum Mittelpunkt der Erde)

In einer isländischen Runenschrift findet ein Geologie-Professor Hinweise auf einen Zugang zum Erdinnern. Er rüstet eine Expedition aus und findet diesen Zugang in einem erloschenen Vulkankrater auf Island. Im Erdinnern entdecken die Teilnehmer der Expedition eine phantastische Welt mit Sauriern, riesigen Pilzwäldern, unterirdischen Seen und Flüssen, unbekannten Tieren und Kugelblitzen. Schließlich werden sie zusammen mit der flüssigen Lava aus dem Krater des Ätna an die Erdoberfläche geschleudert.

"Vingt Mille Lieues sous les Mers" (1870, Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer)

Ein Professor wird mit seinem Assistenten auf das Unterseeboot "Nautilus" verschlagen, da von dem geheimnisumwitterten Kapitän Nemo kommandiert wird. Das Boot gewinnt seine Energie aus dem Meerwasser und befährt die Weltmeere. Großartige Schätze werden geborgen, die versunkene Stadt Atlantis entdeckt, aber auch Gefahren wie eine Riesenkrake lauern in der Tiefsee.

"Robur le Conquerant" (1886, Robur der Eroberer)

"Maitre du Monde" (1904, Herr der Welt)

Der Erfinder Robur konstruiert eine Flugmaschine, mit der er die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Robur verkörpert den fanatischen, nur dem technischen Fortschritt verpflichteten Wissenschaftler.

H.G. Wells (1866-1945)

Der Brite wurde in Bromley, Kent, geboren. Später war er Hilfslehrer und studierte dann Biologie unter Thomas Henry Huxley, ein Verfechter der Darwinschen Evolutionslehre. Er wandte sich der Schriftstellerei zu und schrieb wissenschaftliche Artikel: In "The Man of the Year Million" (1893) schilderte er einen evolutionär weiterentwickelten Menschen der Zukunft mit einem mächtigen Kopf und großen Augen sowie einem verkümmerten Körper. In "An Excursion to the Sun" berichtet er über Sonnenstürme und elektromagnetische Wellen, in "The living Things that may be" über die Möglichkeit von Leben auf Silizium-Basis.

In seinen ersten Kurzgeschichten beschrieb er Begegnungen mit fremden Lebensformen, etwa "The Solen Bacillus" (1894). 1895 erschien "The Time Maschine" (Die Zeitmaschine): Ein Zeitreisender gelangt in die ferne Zukunft der Erde, in der sich die menschliche Rasse in die guten Eloi und die finsteren Morlocks aufgespalten hat. Aber nicht nur der wissenschaftliche Fortschritt, sondern auch die Entwicklung der Gesellschaft interessierte ihn in Erwartung einer besseren Welt. In "The Wonderful Visit" (1895) erscheint ein Engel auf Erden und betrachtet mit kritischen Augen die spätviktorianische Gesellschaft. "A Story of the Days to come" (1897) ist eine sozialkritische Erzählung über eine technologisch entwickelte Zukunftsgesellschaft, in der wegen der Aufteilung in Klassen noch unnötig Armut und Not gibt. In "When the Sleepers awakes" (1899, Wenn der Schläfer erwacht) erwacht der Held in einem totalitären Zukunftsstaat und wird dort zum Rebellen gegen das System. Technisch hochentwickelte utopische Gesellschaften schildert Wells in "A Modern Utopia" (1905) und "Men like Gods" (1923, Menschen, Göttern gleich).

Auch zukünftige Kriege beschrieb Wells in einigen Romanen: In "The Land Ironclads" (1903) kommen Panzer vor, In "The War in the Air" (1908) sah er einen Luftkrieg voraus, und in "The World set free" (1923) die Atombombe.

Wells entwickelte eine Menge neuer Ideen für das SF-Genre. In "The Island of Dr. Moreau" (1896) wandelt ein verbrecherischer Wissenschaftler Tiere in Menschen um, das Thema Unsichtbarkeit wird in "The Invisible Man" (1897) abgehandelt. "The War of the Worlds" (1901) ist der klassische Invasionsroman, in "The first Men in the Moon" (1901) wird eine überorganisierte lunare Gesellschaft beschrieben.

1931 faßte er seine utopische Philosophie in "The Work, Wealth and Happiness of Mankind" (Arbeit, Wohlstand und Glück der Menschheit) zusammen. 1933 folgte eine mögliche Geschichte der Zukunft: "The Shape of Things to come".

Wells besaß eine lebendige Vorstellungskraft, die auf einem soliden biologischen und historischen Wissen beruhte. Ihn interessierte die Zukunft der menschlichen Gesellschaft, wobei Wissenschaft und Technik eine wichtige Rolle spielten, er aber nie einem blinden Fortschrittsglauben wie Verne verfiel.

"The Time Machine" (1895, Die Zeitmaschine)

Der Protagonist reist mit einer Zeitmaschine in die ferne Zukunft der Erde. Auf der Erdoberfläche leben die schmetterlingshaften Eloi, während in Katakomben unter der Erde die Morlocken hausen. Die Morlocken benutzen die Eloi als Nahrung. Der klassische Zeitreiseroman.

"The Island of Dr. Moreau" (1896, Die Insel des Dr. Moreau)

Der verbrecherische Wissenschaftler Dr. Moreau experimentiert auf einer Insel mit Tieren, indem er sie chirurgisch in Menschen umzuwandeln versucht. Die Tiermenschen erheben sich schließlich gegen ihren Schöpfer. Horrorroman in der Tradition von Mary Shelley`s "Frankenstein".

"The Invisible Man" (1897, Der Unsichtbare)

Ein Mann hat die Fähigkeit, unsichtbar unter Menschen zu wandeln, und mißbraucht diese Macht. Die Unsichtbarkeit wird ihm zum Fluch, er wird am Schluß ermordet.

"The War of the Worlds" (1898, Der Krieg der Welten)

Monströse Marsianer überfallen die Erde und wollen die Menschheit mit Hitzestrahlen ausrotten, weil sie die Luft und das Wasser der Erde benötigen. Schließlich müssen sich die Invasoren irdischen Mikroorganismen, gegen die sie keine Resistenz entwickelt haben, geschlagen geben. Der klassische Invasionsroman.

"The first Men in the Moon" (1901, Die ersten Menschen im Mond)

Mit Hilfe einer die Schwerkraft aufhebenden Substanz landen Menschen auf dem Mond und finden in dessen Innern das Volk der Seleniten, die eine bienenartig organisierte Gesellschaft bilden. Die Arbeitsteilung ist so streng, daß einzelne Bewohner bloße Gehirne, andere bloße Gliedmaßen sind. Wells sieht in den Wesen aber auch eine höhere Form von Intelligenz und Weisheit und bewundert die staatliche Harmonie der Seleniten.

Olaf Stapledon (1886-1950)

Der englische Autor wurde in der Nähe von Liverpool geboren und verbrachte dort auch den größten Teil seines Lebens. In seiner Kindheit lebte er einige Zeit am Suezkanal, wo sein Vater eine Schiffahrtslinie betreute. Später studierte er in Oxford und promovierte in Philosophie. Während des ersten Weltkrieges war er Ambulanzwagenfahrer und fiel durch seine pazifistischen Ansichten auf.

1914 erschien sein erstes Werk "Latter Day Psalms" mit privaten Versen. 1929 verfaßte er "A modern Theory of Ethics", ein philosophisches Essay, in dem viele Ideen seiner späteren Romane vorweggenommen waren.

In seinen Romanen schuf er gewaltige Epen über die menschliche Entwicklung und die Entfaltung des Lebens im Kosmos. "Last and first Men" (1930) ist ein grandioses Zukunftsgemälde der Menschheit in den nächsten zwei Milliarden Jahren. "Odd John" (1935) ist die Geschichte eines Übermenschen, und in "Star Maker" (1937) entwirft Stapledon eine gigantische kosmische Philosophie, der Protagonist wird am Schluß mit dem Sinn des Daseins konfrontiert. "Sirius" (1944) beschreibt die Entwicklungsgeschichte eines Hundes, der Intelligenz entwickelt.

Weitere wichtige philosophische Werke Stapledon`s sind "Philosophy and Living" (1939) und "Beyond the Isms" (1942). Sam Moskowitz bezeichnete Stapledon als einen "Kosmischen Philosoph". In der Tat geht es in seinen Werken um grundlegende Fragen des Universums: um das Ziel der menschlichen Evolution, um das Geheimnis des Geistes, um den Schöpfer, der unseren Kosmos entstehen ließ. Die Suche nach Erkenntnis und die Ahnung um den einen allumfassenden universellen Geist bestimmten Leben und Werk Stapledon`s.

"Last and first Men" (1930, Die letzten und die ersten Menschen)

Das Buch umfaßt einen Zeitraum von zwei Milliarden Jahren, in dem Aufstieg und Fall von 18 Menschenrassen beschrieben werden. Die Zivilistation des "ersten" Menschen erreichte ihren Höhepunkt in Sokrates und Jesus. Die folgenden Stadien repräsentieren höhere Formen der Weisheit. Die Auswanderung des 5. Menschen zur Venus und die Adaptation des 9.Menschen für Neptun stellen Beispiele für Terraforming und Pantropie dar. Das Ziel ist die Vereinigung aller Intelligenzen zu einem einzigen Menschheitsbewußtsein, das schließlich zu ungeahnten Erkenntnissen und religiöser Kontemplation fähig ist.

"Odd John" (1935, Die Insel des Mutanten)

Odd John, Mutant und Übermensch, siedelt sich auf einer Südseeinsel an. Er unterschied sich vom Normalmenschen wie dieser vom Tier, seine Handlungsweise ist für Normalwesen nicht begreiflich, seine Weisheit unergründlich. Schließlich werden alle Mutanten getötet, die Insel versinkt im Meer. Einer der besten Romane zum Thema "Übermensch".

"Star Maker" (1937, Der Sternenschöpfer)

Eine namenlose Wesenheit (das "Ich") verläßt die Erde, sucht nach anderen Welten und begegnet dabei einer Unzahl von faszinierenden fremden Lebensformen. Da gibt es Ichthyoide und Arachnoide, die in Symbiose miteinander leben, Kompositwesen, Pflanzenwesen und vergeistigte Geschöpfe. Das Ich fusioniert auf einer höheren Ebene mit Vertretern anderer Rassen und steht schließlich dem Schöpfer des Universums gegenüber. Es erahnt des Zweck seiner Existenz und sieht das All als einen von zahllosen Versuchen einer unfaßbaren Entität, des Sternenschöpfers. Dieser erschafft ein Universum nach dem anderen, um seinem großen Ziel näherzukommen: der Vielfalt, Verfeinerung, Tiefe und Harmonie des Seins.

Nach Brian Aldiss das "große heilige Buch der Science Fiction".

"Sirius" (1944, Sirius)

Sirius ist das Produkt jahrzehntelanger Forschungen, Züchtungen und Experimente: ein Hund, dessen Intelligenzquotient dem des Menschen entspricht. Das Tier gerät in einen zunehmenden inneren Konflikt: es droht an dem Widerstreit zwischen seinen Instinkten und Bedürfnissen als Hund und der Intelligenz und Wißbegier seines quasimenschlichen Bewußtseins zu zerbrechen.

Robert A. Heinlein (1907-1988)

Heinlein wurde in Butler/Missouri geboren, besuchte die Marineakademie in Annapolis und diente als Offizier auf einem Flugzeugträger, mußte die Marine aber 1934 aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Einige Zeit studierte er Physik, nahm mehrere verschiedene Jobs an und begann 1939 zu schreiben. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er als Ingenieur im technischen Dienst der US-Kriegsmarine.

1939 veröffentlichte er seine erste Story "Lifeline" in dem Magazin "Astounding", fast monatlich folgten weitere Veröffentlichungen: "Requiem" (1940), "The Roads must roll" (1940), "Blowups Happen" (1940), "If this goes on..." (1940). Diese Erzählungen verschmolzen später zu der großangelegten "Future History"; diese besteht aus den Sammlungen "The Man who sold the Moon" (1950), "The green Hills of Earth" (1951), "Revolt in 2100" (1953), dem Roman "Methuselah`s Children" (1958) und den Novellen "Universe" (1941) und "Common Sense" (1941), die später als "Orphans in the Sky" (1963) zusammen veröffentlich wurden. In der "Future History" wird die technische und gesellschaftliche Entwicklung einer zukünftigen Welt geschildert.

Heinlein`s früher Erfolg gründete sich auf seinen hervorragenden Stil, seinem technischen Jargon und seinen glaubwürdigen Charakteren. Er vermied lange Beschreibungen und Erklärungen, packte Informationen in Dialoge hinein und ersetzte Beschreibung durch Handlung.

Aus seiner Frühzeit stammen folgende faszinierende Erzählungen: "And he built a crooked House" (1941) erzählt von einem Architekt, der sein Haus unabsichtlich bis in einer andere Dimension baut. "By his Bootstraps" (1941) behandelt ein Zeitparadoxon, in "Waldo" (1942) entwickelt ein körperbehinderter Erfinder Mechanismen zum Ersatz seiner fehlenden Körperteile. In der zweiten Hälfte der 40er Jahre erschienen bemerkenswerte Jugendbücher wie "Rocket Ship Galileo" (1947), "Space Cadet" (1948), "Red Planet" (1949), und später "Starman Jones" (1953), "The Star Beast" (1954) und "Citizen of the Galaxy" (1957).

1951 erschien "The Puppet Masters", einer der klassischen Invasionsromane. Außerirdische Parasiten benutzen Menschen als Gastkörper, unter der Bevölkerung tritt eine Hysterie auf. "Double Star" (1956) handelt von einem heruntergekommenen Schauspieler, der einen galaktischen Politiker doubelt. "The Door into Summer" (1957) ist eine Zeitreisegeschichte, ebenso wie "All you Zombies" (1959).

"Starship Troopers" (1959) begründete Heinlein`s Ruf als Militarist oder gar Faschist und schildert einen interstellaren Krieg der Zukunft. 1961 folgte der Kultroman "Stranger in a strange Land" um eine Messiasfigur vom Mars. In "Farnhams Freehold" (1964) vertritt Heinlein wieder eine erzkonservative Ideologie und einen unterschwelligen Rassismus. "The Moon is a harsh Mistress" (1966) erzählt von einer Revolte unter Mondkolonisten, wobei Parallelen zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bestehen. In "I will fear no Evil" (1970) transferiert ein reicher Alter seinen Geist in den Körper eines jungen Sekretärs. "Time enough for Love or the Lives of Lazarus Long" (1973) ist die Geschichte eines extrem langlebigen Menschen. "The Number of the Beast" (1980) schildert einen Mathematiker, der in seiner Raum-Zeit-Maschine andere Universen aufsuchen kann. Seine letzten Romane in den 80er Jahren, "Friday", "Star Beast", "Job: A Comedy of Justice", "The Cat who walks through Walls" und "To sail beyond the Sunset" wirkten allesamt blaß, die Richtung der SF bestimmten inzwischen andere.

Unbestreitbar ist jedoch, daß Heinlein in den 40er und 50er Jahren einen großen Einfluß auf die Entwicklung des Genres nahm und Meilensteine dieser Literaturgattung verfaßte. Nach einer "Locus"-Umfrage des Jahres 1987 gilt er als "bester Autor aller Zeiten" im Bereich Science Fiction".

"The Puppet Masters" (1951, Weltraummollusken erobern die Erde)

Parasiten vom Saturnmond Titan landen mit ihren Raumschiffen auf der Erde und benutzen Menschen als Gastkörper. Sie sind nur am nackten Körper sichtbar, weswegen fortan das Tragen von Kleidung verboten ist. Wenn die Parasiten getötet werden, stirbt der Gastkörper mit. Erst eine Krankheit, das Neuntagefieber, vernichtet die Parasiten. Die versklavten Menschen erhalten ein Gegenserum.

Einer der wichtigsten Invasionsromane der SF.

"Future History" (1950-1963)

Die "Future History" beschreibt die Entwicklung einer zukünftigen Welt. Sie beginnt mit der Story "Lifeline", in der eine Maschine den Tod eines Menschen voraussagen kann. In "The Roads must roll" bewacht eine paramilitärische Klasse das Transportmonopol der "rollenden Straßen", in "Blowups Happen" geht es um die Verhinderung von Unfällen in Atomkraftwerken, in "The Man who sold the Moon" unterstützt eine Millionär das amerikanische Raumfahrtprogramm.

Nach dem Mond wird das Sonnensystem erobert. Sklaverei und Freiheitskämpfe auf der Venus sind die Themen von "Logic of Empire", diktatorische Verhältnisse herrschen auf der Erde in den Novellen "If this goes on" und "Coventry".

In "Methuselah`s Children" dienten Menschen als Versuchskaninchen eines Forschungsprojektes zur Unsterblichkeit und werden zu Außenseitern der Gesellschaft. "Orphans in the Sky" schildert eine Reise in einem Generationenraumschiff, die Nachkommen haben Ziel und Zweck der Reise vergessen.

"Starship Troopers" (1959, Sternenkrieger)

Der Roman schildert einen interstellaren Krieg der Zukunft. Ein junger Mann tritt gegen den Willen seines Vaters der Armee bei, um sich seine Bürgerrechte zu sichern. Schließlich bringt er es bis zum Führer einer Kompanie, wo er seinen Vater wiedertrifft, der sich in der Zwischenzeit ebenfalls zum Militär gemeldet hat.

Eine Verherrlichung des Soldatenlebens und des Krieges. Der primitive Gegner duldet keine Verständigung und muß bis auf den letzten Mann niedergemetzelt werden.

"Stranger in a strange Land" (1961, Ein Mann in einer fremden Welt)

Ein Raumschiff einer Marsexpedition stürzt auf dem Roten Planeten ab. Zwanzig Jahre später wird der einzige Überlebende dieser Expedition gefunden, der in der Zwischenzeit von Marsianer aufgezogen wurde. Er wird zur Erde gebracht, wo er dank seiner parapsychischen Fähigkeiten zur Christusfigur wird. Um die Menschheit zur Vernunft zu bringen, entkörperlicht er sich schließlich selbst.

Mit diesem Roman wurde Heinlein zur Kultfigur der Hippies, obwohl seine reaktionären Ideale dies nicht rechtfertigten.

Arthur C. Clarke (1917 geboren)

Der Brite wurde in Minehead/Somerset geboren, kam 1936 nach London und war im Krieg technischer Offizier der Royal Air Force. Danach studierte er Mathematik und Physik und arbeitete als stellvertretender Chefredakteur von "Science Abstracts". Seit 1950 war er freier Schriftsteller. Er schrieb Unterwasserbücher und zahlreiche Artikel über Elektronik, Mathematik und Astronomie, bereits 1945 spekulierte er über die Möglichkeiten von Fernseh- und Nachrichtensatelliten. Seit 1956 lebte er in Sri Lanka. Nach dem Erfolg des Films "2001 - A Space Odyssee" im Jahre 1968 wurde er zum Superstar der SF-Szene. Weltweit bekannt wurde Clarke, als er für die CBS die Apollo-Missionen 11, 12 und 15 kommentierte.

1946 veröffentlichte er seine ersten Stories (u.a. "Loophole") in Astounding, 1951 erschienen die beiden Romane "Prelude to Space" und "The Sands of Mars" über Reisen zum Mond bzw. Mars. "Islands in the Sky" (1952) schildert die Erlebnisse eines Jungen in einer Raumstation im Erdorbit.

Die Kurzgeschichte "The Sentinel" aus dem Jahre 1951, in der auf dem Mond ein Artefakt einer außerirdischen Intelligenz entdeckt wird, wurde zur Basis des Films "2001". Aus dem Jahre 1953 stammen zwei Meisterwerke von Clarke, in denen Wissenschaft und Metaphysik eine Symbiose eingehen: "The City and the Stars" und "Childhood`s End". In ersterem Roman hat ein junger Mann das Luxxusleben in einer utopischen Stadt satt und unternimmt eine Weltraumfahrt. Er begegnet einem materielosen Wesen und erfährt von Unsterblichen, die in kultureller Stagnation Milliarden Jahre überdauert haben. In "Childhood`s End" erreicht die Erde mit Hilfe einer übergeordneten Macht die nächste Stufe der Evolution.

1957 erschien "Deep Range", ein Roman über die Nutzbarmachung der Meeresschätze, 1961 "A Fall of Moondust", die Geschichte einer Rettungsaktion von verunglückten Mondtouristen. In den folgenden Jahren verfaßte er vor allem populärwissenschaftliche Artikel über Raumfahrt und Astronomie, in der bemerkenswerten Kurzgeschichte "Sunjammer" (1965) stellt der Sonnenwind eine Antriebsenergie für Raumschiffe dar. In "A Meeting with Medusa" entdeckt ein Cyborg fremdes Leben in der Atmosphäre von Jupiter.

Nach dem Erfolg von "2001" wurde Clarke zu einem hochbezahlten Autor. In "Rendezvous with Rama" (1973) taucht ein unbekannter Himmelskörper künstlichen Ursprungs im Sonnensystem auf. In "Imperial Earth" (1976) kehrt ein Menschenabkömmling vom Titan zur Erde zurück, um durch Kloning für Nachkommen zu sorgen. In "The Fountains of Paradise" bauen Menschen einen riesigen Turm ins All, um damit den Weltraum zu erobern. 1982 erschien "2010 - Odyssee two", die Fortsetzung von "2001", 1985 "Songs of a distant Earth".

Clarke`s Schlüsselthemen sind der Raumflug, fremde Planetenlandschaften, Kontakte mit Außerirdischen und die Evolution der Menschheit. Seine Romane sind wissenschaftlich fundiert, allerdings ist sein Stil konventionell, die Charaktere wirken zuweilen stereotyp. Trotzdem ist Clarke einer der zentralen Autoren der

"Childhood`s End" (1953, Die letzte Generation)

Auf der Erde erscheint die fremde Rasse der Overlords, die im Auftrag einer übergeordneten Macht stehen. Sie sollen die Menschheit auf eine höhere Bewußtseinsstufe führen. Zunächst verhindern die Fremden gewalttätige Auseinandersetzungen unter den Menschen, bis zum Stadium der Reife dauert es allerdings noch hundert Jahre: Zu dieser Zeit leben Kinder mit telepathischen und präkognitiven Fähigkeiten, die in die kosmische Gemeinschaft eingehen sollen. Ihr Ziel ist ein anderer Planet. Sie sammeln sich und beginnen ihre Reise.

"2001 - A Space Odyssee" (1968, 2001 - Odyssee im Weltraum)

Die Vorfahren der Menschen werden mit einem rätselhaften Monolithen konfrontiert. Millionen Jahre später entdecken irdische Raumfahrer einen zweiten Monolith auf dem Mond. Als er ausgegraben und zum ersten Mal dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, sendet er ein Signal in Richtung Jupiter aus.

18 Monate später, im Jahre 2001, startet das Raumschiff Discovery, das von dem Supercomputer HAL gelenkt wird, Richtung Jupiter. Der angeblich unfehlbare Compter irrt sich, beim Versuch, ihn abzuschalten, stirbt die gesamte Besatzung außer dem Astronauten David Bowman. Schließlich erreicht das Schiff die Monde des Riesenplaneten, und ein riesiger Monolith taucht auf. Es ist ein Sternentor, durch das Bowman eine unwirkliche andere Welt erreicht, in der er in kurzer Zeit altert, dann aber als astraler Fötus neugeboren wird und zur Erde zurückkehrt.

In der Fortsetzung "2010" startet neun Jahre später die Leonov, ein russisches Schiff, zum Jupiter, um die mysteriösen Ereignisse aufzuklären. Die Fremden wollen den Mond Europa zu ihrer Heimstatt machen und verwandeln den Jupiter in eine zweite Sonne. Am Schluß senden sie eine Friedensbotschaft an die zerstrittene Menschheit.

"Rendezvous with Rama" (1973, Rendezvous mit 31/439)

Ein Himmelskörper taucht im Sonnensystem auf. Beobachtungen ergeben, daß er merkwürdige, unnatürliche Eigenschaften hat, und eine Expedition wird zu dem Objekt gesandt. Rama ist künstlichen Ursprungs, sein Inneres ist eine Hohlwelt, die Bewohner sind verschwunden. Da er sich auf seiner Bahn von er Erde fortbewegt, müssen die Wissenschaftler den Himmelskörper verlassen, ohne seine Geheimnisse ergründet zu haben.

"The Fountains of Paradise" (1979, Fahrstuhl zu den Sternen)

Um die Weltraumfahrt erschwinglicher zu machen, plant ein Ingenieur den Bau eines 36 000 km hohen Turms von der Erde bis ins All, wo er mit einem orbitalen Satelliten verbunden werden soll, an dem Raumschiffe andocken können. Als Fundament geeignet ist hierzu allerdings nur ein Berg auf Ceylon. Am Fuß des Berges steht ein buddhistisches Kloster, früher wollte hier ein König das Paradies auf Erden schaffen. Nach Auseinandersetzungen mit den derzeitigen Tempelherren wird der Turm gebaut, am Ende erscheint ein Außerirdischer, der die Menschheit in die Gilde der kosmischen Völker einführt.

Isaac Asimov (1920-1995)

Asimov wurde in Rußland geboren und wanderte 1923 mit seiner Familie in die USA aus. Er studierte Chemie und Philosophie an der Columbia University und war von 1949 bis 1958 Professor für Biochemie an der Universität von Boston. Danach wurde er freier Schriftsteller.

Zur SF animierten ihn Pulpmagazine, die im Süßwarenladen seines Vaters verkauft wurden. Seine erste Geschichte veröffentlichte er 1939 in "Amazing Stories": "Maroones of Vesta". 1940 erschien die erste Story seiner Roboterserie: "Strange Playfellow". In der dritten Story der Serie, "Liar" (1941), formulierte er seine drei berühmten Robotgesetze. Weitere Romane bauten auf diesen Gesetzen auf: "I, Robot" (1950), "The Caves of Steel" (1954), "The Naked Sun" (1956), "The Rest of the Robots" (1964), "The Bicentenniel Man" (1976).

1941 veröffentlichte er seine berühmte Geschichte "Nightfall". Ein Planet umläuft sechs Sonnen, so daß fast immer Tag herrscht. Lediglich alle zwei Jahrtausende tritt eine Sonnenfinsternis und damit totale Nacht ein, die für die Zivilisation katastrophale Folgen hat.

1942 erschien "Foundation", die erste Geschichte der gleichnamigen Serie. In den Romanen "Foundation" (1951, "Foundation and Empire" (1952) und "Second Foundation" (1953) beschrieb Asimov ein vom Zerfall bedrohtes Galaktisches Imperium.

Ebenfalls im Imperium der Foundation-Trilogie, aber zeitlich früher spielen die Romane "Pebble in the Sky" (1952), "The Stars like Dust" (1951) und "The Currents of Space" (1952). "The End of Eternity" (!955) ist eine Geschichte um Zeitreisen und Zeitparadoxa.

Als Paul French schrieb Asimov sechs Kinderbücher um den Weltraumdetektiv Lucky Starr, dessen Aktionsfeld unser Sonnensystem war: "Lucky Starr, Space Ranger" (1952), "Lucky Starr and the Pirates of the Asteroids" (1953), "Lucky Starr and the Oceans of Venus" (1954), "Lucky Starr and the big Sun of Mercury" (1956), "Lucky Starr and the Moons of Jupiter" (1957), "Lucky Starr and the Rings of Saturn" (!958)

Ab 1958 widmete er sich der Popularisierung der Wissenschaft. Er schrieb regelmäßig seine Kolumne in "The Magazine of Fantasy and Science Fiction" und verfaßt eine Flut von Büchern über alle möglichen wissenschaftlichen Bereiche.

1966 erschien der Roman "Fantastic Voyage", der auf dem gleichnamigen Film basiert und eine Reise durch die Wunderwelt des menschlichen Körpers schildert. Materieaustausch mit einem Paralleluniversum ist das Thema von "The God themselves". 1976 erschien die Sammlung "The Bicentenniel Man", 1977 die erste Ausgabe von "Isaac Asimov`s Science Fiction Magazine".

Mit "Foundation`s Edge" (1983) setzte er die Foundation-Trilogie fort, mit "The Robots of Dawn" seine Robotromane, mit "Robots and Empire" versuchte er beide Zyklen zu verknüpfen, mit dem Ziel, eine zusammenhängende Periode einer 22 000jährigen galaktischen Geschichte zu beschreiben.

"I Robot" (1950, Ich, der Robot)

Eine Robotpsychologin schildert die Entwicklung der Roboter in den Jahren 2008 bis 2057. In neun Stories werden Konflikte von und um Roboter beschrieben, die sich aufgrund der Robotergesetze ergeben.

Ein Roboter darf nicht zulassen, daß einem menschlichen Wesen Leid zugefügt wird, er muß den Befehlen der Menschen gehorchen, und er muß seine Existenz schützen. In "Runaround" wird ein Roboter ausgeschickt, um Selen zu besorgen, aber ein Tümpel von diesem Element dann für ihn gefährlich werden. Da zwei Robotgesetze miteinander kollidieren, dreht er durch und rennt dauernd um den Selentümpel herum. In "Reason" kommt ein Roboter aufgrund logischer Schlüsse zu der Überzeugung, eine Art Gott und damit höherwertiger als die Menschen zu sein. In "Liar" kann ein Roboter Gedanken lesen, erzählt aber, um keinem Menschen Schaden zuzufügen, den Menschen nur das, was sie hören wollen, und nicht die Wahrheit.

"Foundation-Trilogie", bestehend aus

""Foundation" (1951, Der Tausendjahresplan)

""Foundation and Empire" (1952, Der galaktische General)

"Second Foundation" (1953, Alle Wege führen nach Trantor)

Der Psychohistoriker Hari Seldon sieht des Untergang des galaktischen Imperiums und ein 30 000 Jahre währendes dunkles Zeitalter voraus. Nach Seldon ließe sich diese Spanne jedoch auf 1000 Jahre verkürzen. Er bringt die Machthaber dazu, ein Projekt zur Erstellung einer galaktischen Enzyklopädie zu finanzieren, damit das Wissen der Menschheit nicht mehr verlorengeht. Der am Rand der Galaxis liegende Planet Terminus, auf dem die Enzyklopädisten leben, wird nach einigen Krisen zur neuen Keimzelle des Imperiums.

Zweihundert Jahre danach ist die Stiftung auf Terminus zu hohem technisch-wissenschaftlichem Niveau gelangt. Ein junger General der ehemaligen Zentralwelt des Imperiums, Trantor, versucht, die Stiftung zu erobern, wird aber schließlich verhaftet. Weitere hundert Jahre danach tritt jedoch ein Mutant auf und erobert Terminus. Um seine Eroberungspläne zu festigen, geht er auf die Suche nach der von Seldon erwähnten Zweiten Stiftung.

Die Mitglieder der Zweiten Stiftung verfügen über ähnliche Fähigkeiten wie der Mutant und können ihn neutralisieren. Auf Terminus finden Wissenschaftler heraus, daß wichtige Persönlichkeiten der ersten Stiftung auf mentaler Ebene manipuliert worden sind. Die Zweite Stiftung wird dieser Tat verdächtigt und soll vernichtet werden. Angeblich leben Mitglieder dieser Stiftung im Untergrund von Terminus. Als diese entdeckt und unschädlich gemacht werden, glaubt man allerorts, die Zweite Stiftung sei zerschlagen. Sie existiert jedoch weiter, und zwar auf Trantor, dem Zentralplaneten der Galaxis.

1983 wurde die Trilogie durch "Foundation`s Edge" (Auf der Suche nach der verlorenen Erde) ergänzt. Mitglieder von Terminus und Trantor suchen nach dem Ursprungsplaneten der menschlichen Rasse und finden den Planeten Gaia, wo die Menschen vor langer Zeit eine geistige Symbiose mit den Lebewesen ihres Planeten eingegangen sind. Hier wird über die Zukunft der galaktischen Zivilisation entschieden: nach gaianischem Muster soll eine galaktische Universalintelligenz entstehen.

"The End of Eternity" (1955, Das Ende der Ewigkeit")

Die "Ewigen", eine Organisation, die die Kontrolle über die Zeit ausübt, schützen durch ihre Manipulationen die Menschheit vor Gefahren. Ein Mitglied dieser Organisation lernt bei seinen Reisen durch die Zeit ein Mädchen kennen, die ihm beweist, daß sein Tun nicht nur Vorteile für die Menschheit bringt, sondern die Entwicklung auf stagnieren läßt. Er landet im Jahr 1932 und verändert die Zeit so, daß unsere Realität entsteht und die "Ewigkeit" ausgelöscht wird.

"The Gods Themselves" (1972, Lunatico)

Den Menschen gelingt es, Verbindung mit einem Paralleluniversum aufzunehmen, das ebenfalls von intelligenten Wesen bewohnt ist. Mit Hilfe einer Pumpe kann durch Materieaustausch zwischen den beiden Universen eine unerschöpfliche Energiequelle angezapft werden, doch müßte sich dann zwangsläufig die Sonne in eine Nova verwandeln. Die Menschheit ignoriert zunächst diese Gefahr, schließlich wird jedoch ein anderes energiereiches Unviversum gefunden, mit dem ein Energieausgleich geschaffen werden kann, der die Erde vor der Vernichtung rettet.

Stanislaw Lem (1921 geboren)

Der polnische Schriftsteller und Kritiker wurde 1921 in Lemberg als Sohn eines Arztes geboren. Er studierte zunächst Medizin, mußte das Studium jedoch während der Besatzungszeit der Nazis unterbrechen und arbeitete vorübergehend als Automechaniker. Nach dem Krieg zog er 1946 nach Krakau und setzte dort sein Medizinstudium fort. Er schrieb damals lyrische Verse und Abhandlungen zur wissenschaftlichen Methodik. Kurze Zeit arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent, wandte sich dann aber der Science Fiction zu.

1951 erschien sein erster SF-Roman, "Die Astronauten", 1955 dann "Gast im Weltraum". Beide Werke beinhalteten bereits Themen aus Lems späteren Romanen wie die Drohung der globalen Zerstörung und den Militarismus. Seine "Sterntagebücher" (1957) erzählen die Abenteuer des Weltraumfahrers Ijon Tichy, eines kosmischen Münchhausens, der paradoxe Erlebnisse in den Tiefen des Alls und der Zeit schilderte. 1964 veröffentlichte Lem die abstrusen "Robotermärchen", 1965 "Cyberiada", in dem die beiden Erfinder Trurl und Klapaucius groteske Abenteuer auf einer von Maschinen bewohnten Märchenwelt erleben. "Pilot Pirx" (!968) ist ein Roman über einen ungeschickten Astronauten, der Probleme durch Zögern löst. "Summa technologiae" (1964) ist eine Übersicht über Kosmos-, Evolutions- und Informationstheorien.. 1961 erschien sein bekanntester Roman "Solaris", in dem ein geheimnisvoller Ozean sich allen Formen der Kommunikation widersetzt und für die Menschen unergründlich bleibt.

Begegnungen mit fremden Planeten und deren Lebensformen werden in "Eden" (!959), "Transfer" (1961) und "Der Unbesiegbare" (1964) geschildert.

In "Die Stimme des Herrn" (1968) versuchen Wissenschaftler, ein Neutrinosignal aus dem All zu entschlüsseln, in der Hoffnung, eine neue Waffe für den Rüstungswettlauf zu entwickeln. "Die vollkommene Leere" (1973) und "Imaginäre Größe" (1974) sind Rezensionen über nie geschriebene Bücher, hintergründige Spielereien mit der Sprache und der Universalität des Denkens. "Phantastik und Futurologie" (1970) ist ein Versuch, eine Phänomenologie und Theorie der Science Fiction aufzustellen.

Lems Ideen zur Kybernetik und Informationstheorie, seine sprachlichen Neuschöpfungen, sein skuriller Humor, seine Behandlung der Erkenntnisproblematik, die Simulation von Welten und die Probleme der Schöpfung machen ihn zu einem der bedeutendsten Schriftsteller der SF.

"Sterntagebücher" (1957)

Geschildert werden die wundersamen Erlebnisse des Raumfahrers Ijon Tichy, der in paradoxe Situationen gerät. Seine Abenteuer in den Tiefen des Alls sind Parodien auf menschliche Schwächen und Unzulänglichkeiten, es fehlen auch nicht Verspottungen gängiger SF-Ideen. Tichy wird zum Weltverbesserer und eigentlichem Erschaffer der Weltgeschichte, besucht kuriose Staatswesen der Galaxis, die meist irdische Zustände widerspiegeln, korrigiert die Vergangenheit, erschafft zeitreisend durch verrückte Experimente Marskanäle und muß gegen räuberische Riesenkartoffeln kämpfen.

"Solaris" (1961)

Der Planet Solaris ist von einem kolloidalen Ozean bedeckt, der Anzeichen von Leben und Bewußtsein besitzt. Als der Astronaut Kris Kelvin auf der Raumstation, die den Planeten umkreist, landet, ist diese nur noch von zwei Wissenschaftlern besetzt, von denen einer verrückt und der andere total verschlossen ist. Kelvin erlebt die Wiederkehr seiner toten Frau Harey, die eine Materialisation durch den Ozean durchstellt, der in menschliche Erinnerungen eindringen und sie lebendig werden lassen kann. Die Geheimnisse des Ozeans bleiben unergründlich.

Der Roman erlebte 1972 eine großartige Verfilmung durch Andrey Tarkowski, der darin vor allem den Konflikt zwischen Kelvin und seiner Frau herausarbeitete.

"Der Unbesiegbare" (1964)

Der "Unbesiegbare", ein irdisches Superraumschiff, fliegt mit seiner Besatzung zu einem Planeten, auf dem ein Schwesterschiff vernichtet wurde. Der Kommandant findet heraus, daß das Schiff durch winzige kybernetische Organismen, die sich zu einer metallischen Wolke zusammenschließen können, zerstört wurde. Die kybernetischen Automaten sind Überbleibsel einer untergegangenen Zivilisation. Der Kommandant kann zwar der Bedrohung entrinnen, ist aber schließlich ein seelisches und körperliches Wrack.

"Summa technologiae" (1964)

Das Buch handelt von einigen möglichen Zukünften der menschlichen Zivilisation und von künftigen Entwicklungen und Entdeckungen. Diskutiert werden Fragen der Evolution, der Kybernetik, kosmische Zivilisationen, das Zusammenspiel von Ordnung und Chaos und die Erzeugung von Welten. Ein Buch voller Ideenreichtum und naturwissenschaftlicher Spekulation.

Philip K. Dick (1928-1982)

Dick wurde in Chicago geboren, lebte aber die meiste Zeit in Kalifornien, wie er ein Jahr in Berkeley studierte. Danach arbeitete er in einem Schallplattenladen und führte ein klassisches Musikprogramm für eine lokale Radiostation. Seit 1951 war er freier Schriftsteller und veröffentlichte 1952 seine erste Story "Beyond lies the Wub". In den folgenden Jahren verfaßte er eine große Zahl von Kurzgeschichten, unter ihnen Klassiker wie "Colony", "Second Variety" und "Foster, you`re dead". 1955 erschien sein erster Roman "Solar Lottery", in dem die soziale Ordnung eines repressiven Staates auf Zufall, d.h. auf einer Lotterie beruht. Seine Vorliebe für messianische Gestalten zeigt sich in Werken wie "The World Jones made" (1956) und "Vulcans Hammer" (1956).

Ein weiteres Zentralthema seiner Romane ist die Nichtunterscheidbarkeit zwischen Menschen und Simulacra, elektronischen Nachbildungen von Menschen, die dem Original exakt gleichen. Hierzu gehören die Kurzgeschichten "Impostor" (1953), "Second Variety" (1953) und die Novelle "We can build you" (1972).

Das Generalthema Dick`s ist die Auseinandersetzung zwischen objektiver und subjektiver Realität. Beispiele dafür sind "Eye in the Sky" (1957), wo sich acht Menschen, die bewußtlos in einem Teilchenbeschleuniger liegen, mit subjektiven Realiäten, die jeweils vom stärksten der acht geschaffen werden, auseinandersetzen müssen; "The Cosmic Puppets" (1957), in der ein Mann in seine Heimatstadt zurückkehrt und erkennt, daß sie zum Schlachtfeld zwischen zwei kosmischen Kräften geworden ist; und "Time out of Joint" (1959), in dem der Protagonist sein Geld mit dem Lösen von Kreuzworträtseln verdient, bis er erkennt, daß seine Umwelt Illusion ist und er in Wirklichkeit die Flugbahnen von Interkontinentalraketen errechnet.

"The Man in the high Castle" (1962), ein Alternativweltroman, in der Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben, war der Beginn einer sehr intensiven Schaffensperiode Dick`s, in der er bis 1970 zwanzig Romane verfaßte. Die anderen großen Romane jener Zeit waren "Martian Time Slip" (1964), in dem es um schizophrenen Wahn geht, und "The three Stigmata of Palmer Eldritch" (1964), in dem Drogen das Leben für Marskolonisten erträglich machen und eine neue Droge die Realität vollständig auslöscht. In den Romanen ""The Game-Players of Titan" (1963), "The Simulacra" (1964) und "The Penultimate Truth" (1964) wird die Wirklichkeit durch Illusionswelten ersetzt.

Roboter in menschlicher Tarnung erscheinen in "Do Androids dream of electric Sheep?" (1968), in "Counter Clock World" (1967) läuft die Zeit rückwärts und die Toten entsteigen den Gräbern, in "Ubik" (1969) wird eine subjektive Welt durch eine Gruppe von Menschen erschaffen, die nach einem Unfall getötet wurden und deren Bewußtsein in einer Maschine konserviert wurde.

In den 70er Jahren folgte Dick`s dritte Schaffensperiode. In "Flow my Tears the Policeman said" erwacht ein Schauspieler in einer Alternativwelt, die einem Polizeistaat gleicht. "A Scanner darkly" (1977) ist eine Abrechnung mit halluzinogenen Drogen, die "Valis"-Trilogie ("Valis", 1980; "A Divine Invasion", 1981; "The Transmigration of Timothy Archer", 1982) stellt einen Ausflug in theologische Bereiche dar: durch den Einfluß einer göttlichen Macht wird die Wirklichkeit ständig neu gestaltet.

Nach seinem Tod entstand posthum eine quasi vierte Schaffensperiode Dick`s: auf der Basis einiger seiner Geschichten entständen hochkarätige SF-Filme: "Blade Runner" (1982, nach dem Roman "Do Androids dream of electric Sheep?"), "Total Recall" (1990, nach der Kurzgeschichte "We can remember all you wholesale") und "Screamers" (1996, nach "Second Variety").

Dick ist zweifellos einer der besten SF-Autoren Amerikas. Seine Produktivität grenzte an Besessenheit, in 30 Jahren verfaßte er 33 Romane und über 100 Kurzgeschichten. Seine Protagonisten sind keine strahlenden Helden, sondern kleine Leute, Außenseiter, die sich mit einer bizarren, sich verändernden Realität auseinandersetzen müssen. Seien es nun Realitätssprünge oder Bewußtseinsveränderungen durch Drogen, psychische Erkankungen oder höhere kosmische Mächte, stets wird die Realität so deformiert, daß die Wirklichkeit nicht mehr erkennbar ist.

"The Man in the High Castle" (1962, Das Orakel vom Berge)

Ein Parallelweltroman: Deutschland und Japan haben den Zweiten Weltkrieg gewonnen und die USA unter sich aufgeteilt. Exemplarisch wird das Schicksal einiger Menschen in San Francisco geschildert. Das Buch ist nach den Prinzipien des "I Ging" aufgebaut: es gibt klare Gegensätze zwischen Gut und Böse, aber das eine ist im andern enthalten.

"The three Stigmata of Palmer Eldritch" (1964, LSD-Astronauten)

Im 21.Jahrhundert ist das Leben auf der Erde und den kolonisierten Welten des Sonnensystems so trist, daß es nur noch durch die Einnahme der Droge Can-D erträglich wird, welche den Ausstieg aus der Wirklichkeit ermöglicht. Als der mysteriöse Palmer Eldritch von einer Expedition ins System Alpha Centauri zurückkehrt, bringt er die höllische Droge Chew-Z mit, die Reinkarnation ermöglichen soll. Ein unerbittlicher Kampf zwischen Eldritch un der Konkurrenzfirma, die die alte Droge vertrieb, entbrennt, weswegen Leo Bulero aufbricht, um Eldritch zu ermorden. Doch Bulero wird unter Chew-Z gesetzt und in verschiedene Illusionswelten geschleudert. Zwischen die Fronten gerät der mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattete Barney Mayerson. Schließlich stellt sich heraus, daß Eldritch`s Körper von einem kosmischen Wesen bewohnt ist, zu dessen Körper auch Mayerson und andere gehören... Jeder ist Eldritch, jeder ist Gott.

"Ubik" (1969, Ubik)

Auf einem Flug zum Mond wird auf Glen Runciter, den Chef einer Organisation zur Bekämpfung parapsychologisch begabter Wesen, ein Anschlag verübt. Runciter wird im Zustand des Halblebens in einem Moratorium eingefroren. Joe Chip und einige Kollegen dieser Organisation entgehen dem Anschlag, doch löst sich die Gegenwart auf und macht den Geschehnissen des Jahres 1939 Platz. Einige Kollegen werden dehydriert und zerfallen zu Staub. Joe Chip versucht die Geschehnisse zu ergründen, ihn erreichen seltsame Botschaften seines ehemaligen Chefs, der ihn vor einer Verschwörung warnt. Schließlich stellt sich heraus, daß Runciter bei dem Anschlag gestorben ist und daß sich Chip und seine Kollegen im Halbschlaf befinden. Keiner weiß mehr, in welcher Realität er sich befindet.

"Flow my Tears, the Policeman said" (1974, Eine andere Welt)

Ein berühmter Sänger und Unterhaltungskünstler erwacht in einem schäbigen Hotelzimmer und muß feststellen, daß niemand ihn kennt. Er besitzt keine Papiere und ist in dieser Welt nicht registriert. In der Realitätsebene, in der er sich befindet, wird die USA von einer allmächtigen Polizei regiert, die für Ruhe und Ordnung sorgt, um die freiheitlich demokratische Grundordnung zu bewahren. Die Gesellschat wird mit Zynismus und Willkür von allem "Abartigen" und "Unnatürlichen" gesäubert.

Der Sänger lernt die Frau des Polizeigenerals kennen, die ihm gesteht, eine neuartige Droge genommen und ihn somit ihrer Innenwelt einverleibt zu haben. Als sie an einer Überdosis der Droge stirbt, läßt die Wirkung bei dem Sänger nach und er kehrt langsam in seine eigene Realität zurück.

Dick`s politischster Roman, der in vielem an die Realität erinnert.

"The Best of Philip K. Dick" (1977, Die besten Stories von Philip K.Dick)

In "Second Variety" (1953) setzen die Menschen Automaten zur Kriegsführung ein, die sich jedoch unbeaufsichtigt weiterentwickeln und auf die Ausrottung ihrer Erbauer hinarbeiten. In "Foster, you`re dead" (1954) werden die Menschen durch rücksichtslose Panikmache gezwungen, immer neue Bunker und Abwehranlagen zu kaufen, die dann durch neue Erfindungen sofort wieder veraltet sind. Weitere berühmte Stories dieser Sammlung sind "Impostor", "Oh to be a Blobel", "Colony" sowie "Faith of your Fathers"

Ursula K. LeGuin (1929 geb.)

Die Amerikanerin wurde in Berkeley, Kalifornien geboren, ihr Vater war Anthropologe, ihre Mutter Schriftstellerin. Sie besuchte das Radcliffe College und die Columbia University und studierte dort Sprachen, vor allem Französisch sowie die französische und italienische Geschichte der Renaissance. In Frankreich lernte sie ihren Mann, den Historiker Charles LeGuin, kennen, den sie 1953 heiratete. Beide leben in Portland.

LeGuin schrieb zunächst Gedichte und eine Anzahl von nicht veröffentlichten Novellen, die in einem imaginären zentraleuropäischen Land spielten. Ihre erste Story, "April in Paris", erschien 1962 in dem Magazin "Fantastic".

Viele ihrer Werke spielen in einem einheitlichen Universum: Ursprünglich besiedelten die Bewohner des Planeten Hain die bewohnbaren Welten unseres Teils der Galaxis mit humanoidem Leben, das allerdings untereinander eine große kulturelle Vielfalt aufwies. Diese Zukunftsgeschichte beginnt drei- bis vierhundert Jahre nach unserer Zeitrechnung und erstreckt sich 2500 Jahre in die Zukunft. Ihre ersten drei Romane handeln am Ende dieses Zeitraums: "Rocannons World" (1966), "Planet of Exile" (1966) und "City of Illusions" (1967). Bereits hier zeigten sich typische Eigenarten ihres Werkes, das reich an poetischen Bildern und Visionen ist und sich Dualismen aus der östlichen Philosophie bedient, die sich in Metaphern und Symbolen wie Licht und Dunkelheit, Winter und Sommer, ausdrückt. Ihre "Earthsea"-Trilogie, bestehend aus "A Wizard of Earthsea" (1968), "The Tombs of Atuan" (1971) und "The Farhest Shore" (1972) ist ein Fantasy-Zyklus, der sich um die Fähigkeit der Magie dreht und für Jugendliche bestimmt war.

Ihr erstes reifes Werk erschien 1969: "The left Hand of Darkness", in dem eine humanoide Rasse zweigeschlechtlicher Wesen geschildert wird. In "The Lathe of Heaven" (1971) kann ein Mann durch seine Träume andere Realitäten erschaffen. Erzählungen im Rahmen des Hainish-Universums sind "Vaster than Empires and more slow" (1971) und "The Word for World is Forest" (1972), in dem ein friedliebendes Volk von imperialistischen Menschen überfallen wird.

In ihrem bedeutendstem Werk, "The Dispossessed" (1974) werden zwei Welten mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Strukturen vorgestellt. Wichtige Kurzgeschichten sind in "The Wind`s twelve Quarters" (1975) enthalten, nicht zur SF gehörende Kurzgeschichten wurden in "Orsinian Tales" (1976) veröffentlicht. Weitere Kurgeschichten sind "The Diary of the Rose" (1976) und "The New Atlantis" (1975), in der Amerika politisch, wirtschaftlich und ökologisch am Ende ist und schließlich die weißen Türme des versunkenen Kontinents Atlantis aus dem Meer aufsteigen. 1979 erschien ein historischer Roman, "Malafrena", der zu Beginn des 19. Jahrhunderts im slawisch-italienischen Raum spielt.

LeGuin`s Stärke ist ihre bildhafte Sprache und eindringliche Gestaltungskraft. In ihren Werken werden auch Fragen charakterlicher und moralischer Natur angesprochen sowie die Verantwortung des Individuums gegenüber der Gesellschaft. Sie setzte in der SF neue Maßstäbe und gehörte zu den führenden und formenden Kräften dieses Genres in den 70er Jahren.

"The left Hand of Darkness" (1969, Winterplanet)

Auf einem fernen Eisplaneten lebt eine humanoide Rasse zweigeschlechtlicher Wesen, die in monatlichen Abständen entweder die männliche oder weibliche Geschlechtsrolle übernehmen können. Ein Besucher eines anderen Planeten wird mit einem dieser Wesen konfrontiert, und er beginnt langsam die fremde Sexualität und das Gefühlsleben dieser Wesen zu verstehen.

"The Word for World is Forest" (1972, Das Wort für Welt ist Wald)

Menschen wollen den Planeten Neu-Tahiti kolonisieren, auf dem eine Eingeborenenrasse, die "Creechies", in ökologischem Gleichgewicht mit ihrer von Wald bedeckten Welt leben und ihre Aggressionen in Tagträumen abreagieren. Als die Menschen ganze Landstriche abholzen, beginnen die Eingeborenen ihren Überlebenskampf gegen die Eindringlinge.

Eine Abrechnung mit den Vernichtungskriegen der USA gegen Indianer und Vietnamesen.

"The Dispossessed" (1974, Planet der Habenichtse)

Nachdem auf Urras ein Anarchistenaufstand niedergeschlagen wurde, erlaubt man den Überlebenden, auf die Nachbarwelt Anarres auszuwandern, einem unwirtlichen Wüstenplaneten, wo sie nach ihren anarchistischen Prinzipien leben können. Auf Anarres wird ein Physiker geboren, der eine Idee hat, die die Raumfahrt revolutionieren könnte. Da auf seiner Heimatwelt die Mittel zur Realisierung fehlen, wandert er nach Urras aus, stellt aber fest, daß er mit dem dortigen kapitalistisch orientierten System nicht zurechtkommt.

J.G. Ballard (1930 geb.)

Der Engländer wurde in Shanghai geboren, verbrachte während des Zweiten Weltkrieges einige Jahre in einem japanischen Internierungslager und kam 1946 nach England. Er studierte dann zwei Jahre Medizin und diente Anfang der 50er Jahre in Kanada bei der Royal Air Force. Während dieser Zeit entdeckte er auch die SF und veröffentlichte 1956 seine ersten Geschichten: "Escapement" und "Prima Belladonna". Sein Werk wurde durch die surrealistische Malerei und die frühen Pop-Künstler beeinflußt. Seine Vorliebe für die Psychologie und die emotionale Bedeutung von Wüstenlandschaften und zerstörter Technologie zeigten sich in Stories wie "The Waiting Grounds" (1959) und "Chronopolis". Er vermied konventionelle SF-Themen wie Raumfahrt oder Außerirdische gemäß dem Grundsatz, daß "der einzig wahre fremde Planet die Erde ist". Viele seiner Geschichten drehten sich um Dekadenz und Zerstörung. "The Voices of Time" (1960) ist ein Werk über die Entropie als grundlegende Existenzbedingung des Universums. Als die kosmische Zeit sich ihrem Ende zuneigt, rückt auch das biologische Ende des Menschen näher. Der Versuch, diesem Prozeß zu entkommen, führt unweigerlich in den Tod.

In den 60er Jahren schrieb Ballard mehrere Stories über einen dekadenten Wüstenkurot, in dem Dichter, Künstler und Schauspieler ihren perversen Beschäftigungen nachgehen. Die Geschichten wurden 1971 in der Sammlung "Vermilion Sands" veröffentlicht.

In seinen frühen Romanen beschrieb er Katastrophen, die auf den vier Elementen Wind, Wasser, Feuer und Erde aufbauen. In "The Wind from Nowhere" (1962) richtet ein Sturm verheerende Verwüstungen, in "The Drowned World" (1962) verursacht eine gesteigerte Sonnenaktivität das Abschmelzen der Pole und eine Überschwemmungskatastrophe, in "The Drought" (1964) tritt eine Dürrekatastrophe auf, in "The Crystal World" (1966) läuft die Zeit aus, woraufhin alles Leben kristallisiert.

Ballard wurde allerdings mehr wegen seiner Kurzgeschichten gefeiert, die in Sammlungen wie "The Voices of Time" (1962), "Billenium" (1962) und "The Four-Dimensional Nightmare" (1963) erschienen.

Typische Objekte in Ballards Geschichten sind abgestürzte Raumschiffe, Sanddünen, verkommene Nachtclubs, zerstörte Militär- und Industrieanlagen. Er wurde zum führenden Kopf der "New Wave" und stellte die Maxime auf, daß der äußere Weltraum für die SF uninteressant geworden sei und durch den Inneren Weltraum (Inner Space) ersetzt werden müsse. Über die Aufhebung der linearen Erzählstruktur kam er zu seinen "Condensed Novels", die in "The Astrocity Exhibition" (1970) gesammelt sind. Gewalt, Chaos und Paranoia in den USA der 60er Jahre werden hier beschrieben.

In den Romanen der 70er Jahre schildert er kleinere Katastrophen: Autounfälle in "Crash" (1973, verfilmt 1996), eine Betonrobinsonade auf einer Insel zwischen Autobahnzubringern in "Concrete Island" (1974), den Zusammenbruch des sozialen Lebens in einem Hochhaus in "High Rise" (1975) und einen Flugzeugabsturz in "The Unlimited Dream Company" (1979).

1981 veröffentlichte er "Hello America", eine Satire auf die amerikanische Kultur, 1982 die Storysammlung "Myths of the near Future", 1984 "Empire of the Sun", ein autobiographisch gefärbter Roman über seine Erlebnisse während der Internierung in Japan, der von Steven Spielberg verfilmt wurde.

Durch seine symbolische, bildhafte Sprache und seine surrealistischen Expeditionen in die Psyche, verbunden mit Elementen des Chaos und des Zerfalls, erlangte Ballard eine Ausnahmestellung in der SF.

Katastrophenromane:

"The Drowned World" (1962, Karneval der Alligatoren)

"The Drought" (1965, Welt in Flammen)

"The Crystal World" (1966, Kristallwelt)

In "The Drowned World" führt der Verlust der Ionosphäre durch die nachfolgende starke Sonneneinstrahlung zum Temperaturanstieg, so daß die Polkappen schmelzen und die Meeresspiegel ansteigen. Europa ist ein sumpfiger Dschungel, in dem ein Klima wie in der Kreidezeit herrscht und sich Amphibien und Lurche über alle Maßen vermehren. Die Menschen werden vom Sonnenfieber gepackt, das ihr Denken zu beherrschen beginnt und sie langsam verändert. Die Menschen durchleben eine Regression in archetypische Seelenzustände.

In "The Drought" verhindert ein chemischer Film industrieller Rückstände die Verdunstung des Meerwassers und führt dadurch zu einer Dürrekatastrophe. Die Menschen suchen das Meer auf, doch ein Arzt gibt seinem inneren Drang nach und wandert landeinwärts.

In "The Crystal World" führt die gegenseitige Zerstörung von Materie und Antimaterie zur Aufzehrung des kosmischen Zeitvorrats. Als Folge davon verwandelt sich auf der Erde alles organische Leben in Kristallverbände. Ein Arzt im Dschungel Zentralafrikas wird von diesen Formationen angezogen.

In allen drei Romane, die durch phantastische Landschaftsbilder geprägt sind, kämpfen die Helden nicht gegen das Unglück an, sondern lassen sich von ihm anziehen, es kommt zur psychischem Verschmelzung dieser Menschen mit der Natur.

"The Astrocity Exhibition" (1970, Liebe + Napalm: Export USA)

Die Sammlung enthält 15 Condensed Novels der 60er Jahre. Der Protagonist übernimmt die Rolle symbolträchtiger Zeitgenossen wie John F. Kennedy, Ronald Reagan oder Elizabeth Taylor und beleuchtet dadurch Schlüsselereignisse unserer Zeit, die durch Chaos, Gewalt und Zerstörung gekennzeichnet ist.

"Vermilion Sands" (1971, Die Tausend Träume von Stellavista)

Vermilion Sands, ein ehemaliger Wüstenkurort und nun Künstlerkolonie für Maler, Literaten, bildende Künstler und Musiker, ist im Zerfall begriffen. Auf perverse Art und Weise versuchen die Menschen, gegen die Langeweile anzukommen. Man trägt lebende Kleider, deren Farbe sich dauernd ändert, Poeten lassen Computer automatisch für sie dichten, tönende Skulpturen wachsen aus dem Boden, empfindsame Pflanzen reagieren auf die Töne der Musik, psychotropische Häuser passen sich Stimmungen ihrer Bewohner an und werden von deren Neurosen in den Wahnsinn getrieben, Wolkenbildner formen vergängliche Plastiken aus kurzlebigen Schönwetterwolken.

Atmosphärische Dichte und Bildhaftigkeit lassen eine bizarre Zukunftswelt entstehen.

"The Best of J.G. Ballard" (1977)

In "The Concentration City" (1957) versucht der Protagonist freien, ungenutzten Raum zu finden. Eine mehrtägige Fahrt in einem Zug führt in jedoch nicht ans Ende der Stadt, sondern wieder an seinen Ausgangspunkt zurück: die Stadt entpuppt sich als ein in sich geschlossenes Kontinuum ohne Auswege.

In der Zukunftswelt von "Billenium" ist freier Raum Mangelware. In einer total überbevölkerten Welt entdecken zwei junge Männer in einem überfüllten Wohnhaus ein leeres Zimmer. Unfähig, mit diesem Freiraum umzugehen, verlieren sie ihn Stück für Stück wieder.

In "The Waiting Grounds" (1959) entdeckt der Held ein Monument, das von raumfahrenden Völkern zur Überbrückung der langen Wartezeit auf eine kosmische Superrasse erbaut wurde, die einst das Universum verändern wird. In einer Vision enthüllt sich ihm die Entwicklung des Kosmos als ein sich ewig wiederholender Zyklus, in dem die Menschheit wie jede andere Intelligenz ihre Bedeutung hat. Die Superrasse hat die Fähigkeit, sich durch Verlangsamung ihres subjektiven Zeitempfindens die kosmische Zeit unterzuordnen.

In "Chronopolis" (1960) beherbergte eine Zeitstadt früher mehr als dreißig Millionen Menschen, deren Zusammenleben nur dadurch möglich war, daß sich jeder Bürger einer exakten Zeiteinteilung unterwarf. Eine soziale Revolte bricht diesen Terror, Gesetze verbieten nun den Besitz von Uhren und das Bemessen der Zeit. Trotzdem wagt ein Junge den Versuch, die Stadt wieder in Gang zu bringen.

In "Mr. F is Mr. F" (1961) und "Time of Passage" (1964) läuft die Zeit rückwärts, in letzterer Geschichte beginnt das Leben mit dem Tod und endet mit der Geburt.

In "The Overloaded Man" (1960) zieht sich ein Mann, angewidert von seinem farblosen Alltag, in seine ganz private Welt zurück, indem er alle optischen Eindrücke aus seiner Umgebung von den mit ihnen verbundenen Assoziationen trennt und sie auf ein Gewirr geometrischer Abstraktionen reduziert.

"The Sublimal Man" (1963) schildert eine extreme Konsum- und Wegwerfgesellschaft, in der die unterbewußte Manipulation der Bevölkerung zum letzten Mittel geworden ist, den Kaufanreiz der Konsumenten weiter zu steigern und den Fortbestand des Systems zu sichern.

Die beschriebenen Meister der SF repräsentieren auch die Geschichte des Genres. Zunächst wurden drei "Klassiker" vorgestellt, die Pionierarbeit leisteten: Jules Verne, der Vater der naturwissenschaftlich-technischen "Hard-SF"; H.G. Wells, der die Auwirkungen technologischer Entwicklungen auf die Gesellschaft in den Vordergrund stellte; und schließlich Olaf Stapledon, den Schöpfer atemberaubender kosmischer Dramen. Dann folgten drei Altmeister, die im Goldenen Zeitalter der SF ihre ersten Sporen verdienten und später zu Großmeistern wurden: Robert A.Heinlein, der hervorragende Stilist, dessen militaristischen und konservativen Wertvorstellungen viel Kritik hervorriefen; Arthur C. Clarke, bei dem wissenschaftlich-technische Innovation und die bis ins Transzendentale getriebene Evolution der Menschheit eine faszinierende Symbiose eingingen; Isaac Asimov, ebenfalls ein Vertreter der Hard-SF, der über galaktohistorische Zusammenhänge und Robotertheorien sinnierte und damit unvergessen blieb.

Dann vier Vertreter, die der SF neue Impulse gaben: Stanislaw Lem, der Pole mit dem enzyklopädischen Wissen, ein Meister der Gedankenspiele und Satire; Philip K. Dick, der in besessener Manier die Realität zertrümmerte; Ursula K. LeGuin, die Poesie und Emotionalität in die SF brachte und gesellschaftliche Mißstände anprangerte; und schließlich J.G. Ballard, der Meister des Surrealen, der statt den Tiefen des Alls die Untiefen der Seele zu erforschen versuchte.

Diese Meister bilden zwar die großen Stützpfeiler der SF-Literatur, aber das Genre umfaßt weit mehr faszinierende Gestalten, von denen die herausragenden nun stichwortartig zusammen mit ihren Hauptwerken erwähnt werden.

Douglas Adams, 1952-2001, britischer Autor

"The Hitch-Hiker`s Guide to the Galaxy (1979, Per Anhalter durch die Galaxis)

Arthur Dent ist der einzige Überlebende der Zerstörung der Erde. Er startet mit dem Reiseschriftsteller Ford Perfect eine Besichtigungstour durch die Milchstraße und erlebt dabei skurille Situationen. Eine Satire auf SF-Themen wie Aliens, Translatoren, Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit, Roboter, galaktische Imperien und den Sinn des Lebens.

Fortsetzungen waren "The Restaurant at the End of the Universe" (1980), "Life, Universe, and Everything" (1982) und "So long, an thanks for all the Fish" (1985). Die Erde ist ein Supercomputer, der seit Jahrmillionen die Antwort auf die Frage nach dem Sinn von Allem sucht, die da schließlich lautet: "42".

Brian W. Aldiss, geb. 1925, britischer Autor

zeichnet sich durch großen Ideenreichtum und brillanten Stil aus. Vertreter der New Wave. Verfasser des literaturgeschichtlichen SF-Sekundärwerks "Billion Year Spree" (1973; im Jahr 1986 als "Trillion Year Spree" neu aufgelegt.

"Galaxis like Grains of Sand" (1960, Das Ende aller Tage)

Zukunftschronik der Menschheit vom Zeitalter des Krieges zur Eroberung der Sterne bis zum Aufeinandertreffen des Menschen mit seinem Nachfolger.

"The long Afternoon of Earth" (1962, Am Vorabend der Ewigkeit)

Hothouse Stories: Wildwuchernde Vegetation hat die Erde umspannt, die Menschheit kämpft ums Überleben.

"Report on Probability A" (1968, Report über Probabilität A)

Experimenteller Roman über verschiedene Beobachterstandpunkte, gewissermaßen eine Relativitätstheorie des Bewußtseins.

"Barefoot in the Head" (1969, Barfuß im Kopf)

Ein junger Mann auf einer Odyssee durch ein von psychedelischen Bomben verwüstetes Europa. Ein Hauptwerk der britischen New Wave.

"Helliconia"-Trilogie (Spring, Summer, Winter; 1981, 83, 85)

Epos über einen Planeten in einem Doppelsternsystem, auf dem ein Jahr zweieinhalb irdische Jahrtausende dauert.

Poul Anderson, geb. 1926, amerikanischer Autor

"Brain Wave" (1954, Unter kosmischen Nebeln)

Als sich die Erde aus einem Feld kosmischer Strahlung hinausbewegt, entwickeln Menschen und Tiere plötzlich ungeheure geistige Fähigkeiten.

"Tau Zero" (1970, Universum ohne Ende)

Roman zum Thema Zeitdilatation: als ein Raumschiff nahe der Lichtgeschwindigkeit fliegt, vergeht die Zeit für die Besatzungsmitglieder langsamer als die Zeit draußen im All. Schließlich kontrahiert sich das Universum, und durch einen neuen Urknall entsteht ein neues Universum. Die Raumfahrer suchen einen Planeten, um ihn zu besiedeln.

Iain Banks, geb. 1954, schottischer Autor

"The Bridge" (1986)

Alptraumhafter Roman über die Firth of Forth - Brücke

"Feersum Endjinn" (1994)

Die Geister der Toten können mittels eines Virtual-Reality - Computers die Menschheitsgeschichte wiederholen und die Lebenden beeinflussen. Die Sonne stirbt, und nur uralte Künstliche Intelligenzen können den Planeten retten...

Stephen Baxter, geb. 1967, britischer Autor

Hard-SF-Autor

Xelee-Zyklus: Dieser Epos über die Xelee und ihre menschlichen Nachfolger befaßt sich mit Aspekten der modernen Physik wie Neutronensternen und Superstrings. Der erste Roman "Raft" (1991, Das Floß) war die Präsentation eines Universums, dessen Schwerkraftfeld stärker ist als das unsere. Es folgten "Timelike Eternity", "Flux" und "Ring".

"Ring" (1994, Ring)

Es geht um den Versuch der Menschheit, in dem zunehmend lebensfeindlich werdenden Universum zu überleben. Die eigentlich Agierenden in diesem Kosmos sind die Xelee, die "Baryonischen Herren", und die Lebewesen, die aus der nichtbaryonischen Dunkelmaterie bestehen. Die Menschheit schickt ein Generationenraumschiff mittels relativistischen Fluges in die ferne Zukunft, um dort per Wurmlochverbindung eine Brücke zurück in die Relativgegenwart zu schlagen, um so etwas gegen den drohenden Untergang der Sonne zu unternehmen.

"Anti-Ice"

Alternativweltroman. Ein in Afrika niedergegangener Meteor enthält ein gefährliches supraleitendes Element, das Schiffe mühelos antreibt. Die britische Regierung beherrscht durch Kontrolle dieses Elements am Ende des 20. Jahrhunderts die Welt.

"Titan" (1997)

Eine Mission zum Saturnmond Titan erbringt neue Erkenntnisse über Lebensformen auf dieser Welt.

Greg Bear, geb. 1951, amerikanischer Autor

High-Tech-orientierte Werke mit poetischen Einschlägen

"Blood Music" (1983, Blutmusik)

Ein Biochemiker erschafft künstliche Zellen, die sich in den Menschen ausbreiten und schließlich eine Wesenheit bilden, deren Ziel der Mikrokosmos ist.

"Eon" (1985, Äon)

Ein mysteriöser Asteroid taucht in der Erdumlaufbahn auf und wird untersucht. Neueste Spekulationen aus Kosmologie und Theoretischer Physik werden als Hintergrund des Romans verwendet.

"Queen of Angels" (1990)

Los Angeles in der Zukunft: die Nanotechnologie hat zu unglaublichen Veränderungen geführt.

"Moving Mars" (1993)

Die Geschichte einer Marsfrau, die sich gegen die Kolonisten von der Erde stellt.

Gregory Benford, geb. 1941, amerikanischer Autor

Physiker, Vertreter der Hard-SF, der in einigen Werken auch Einblick in die Areitsweise der Naturwissenschaftler gibt.

"Timescape" (1980, Zeitschaft)

Mit Hilfe von Tachyonen, Teilchen, die sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen, werden Botschaften in die Vergangenheit zurückgeschickt. Damit soll versucht werden, eine Katastrophe im Jahr 1988 abzuwenden.

"Artifact" (1985,Artefakt)

Während Ausgrabungsarbeiten in Griechenland wird ein Schwarzes Loch in Miniaturausgabe entdeckt.

"In the Heart of the Comet" (1986, Im Herzen des Kometen, zusammen mit David Brin verfaßt)

Roman über eine Expedition zum Halleyschen Kometen im Jahr 2062.

Alfred Bester, 1913-1987, amerikanischer Autor

Seine psychedelischen Werke der 50er Jahre waren Vorläufer der New Wave

"The Demolished Man" (1952, Demolition)

In einer Zukunftsgesellschaft, die zum großen Teil aus Telepathen besteht, ermordet ein Wirtschaftsboss seinen Konkurrenten, der sich schließlich als sein Vater herausstellt. Im Brennpunkt des Romans steht die Suche nach den Motiven des Täters, stellenweise werden die Untiefen des Unterbewußtseins ausgeleuchtet.

"The Stars my Destination" (1956, Die Rache des Kosmonauten)

Die Geschichte des Teleporters Gully Foyle, der von einer Raumschiffbesatzung im All zurückgelassen wurde und sich später an ihr rächt. Aber er wird zum "Brennenden Mann", der an der rohen Gewalt verzweifelt und sie schließlich überwindet: er entwickelt sich zu einem geistig und moralisch überlegenen Übermenschen.

Michael Bishop, geb. 1945, amerikanischer Autor

Hervorragender Stilist, viele seiner Werke schildern fremde Kulturen und Gesellschaften.

"No Enemy but Time" (1982, Nur die Zeit zum Feind)

Ein Roman um den geheimen Ort der Träume, von dem aus sich unsere Rasse und ihr komplexes Bewußtsein entwickelt hat, und um ein Kind, das von der Zukunft träumen kann.

James Blish, 1921- 1987, amerikanischer Autor

Bezog neben Naturwissenschaften auch Religion, Kunst und Geisteswissenschaften in sein Werk ein.

"A Case of Conscience" (1958, Der Gewissensfall)

Auf dem Planeten Lithia existiert eine friedfertige, utopische Gesellschaft von Echsenwesen. Die Menschen nehmen Kontakt mit ihnen auf, für eine Pater ist jedoch diese paradiesische Welt ein Werk des Teufels. Er exorziert den Planeten, der augenblicklich explodiert.

"Cities in Flight" (1970, Die fliegenden Städte)

Eine Zukunftsgeschichte der Menschheit im All, die 2000 Jahre umfaßt. Die fliegenden Okie-Städte durchstreifen mit Hilfe des Spindizzy-Antrieb (Anti-Schwerkraft-Antrieb) das All.

Ray Bradbury (geb. 1920, amerikanischer Autor)

Brillierte durch seinen poetischen und nostalgischen Stil, wandte sich später der Mainstream-Literatur zu.

"The Martian Chronicles" (1950, Die Mars-Chroniken)

26 Kurzgeschichten über die Besiedlung des Mars durch irdische Siedler, die die alte Marskultur zerstören. Über dem Ganzen liegt eine Atmosphäre von Trauer und Nostalgie über den Zerfall des Paradieses.

"The Illustrated Man" (1951, Der Illustrierte Mann)

Ein Mann ist am ganzen Körper tätowiert, die Bilder beginnen auf seltsame Art zu leben und erzählen Geschichten der Zukunft: von phantastischen Kinderträumen, vom ewigen Regen auf der Venus, vom einsamen Sterben im All...

"Fahrenheit 451" (1953, Fahrenheit 451)

In einem totalitären Zukunftsstaat werden auf Anordnung der Obrigkeit Bücher verbrannt, um das Denken und Handeln der Bürger besser kontrollieren zu können. Montag, ein Angehöriger des Ordnungsdienstes, lernt durch ein Mädchen die Welt der Bücher kennen und wird zum Gegner des Systems.

David Brin, geb. 1950, amerikanischer Autor

Ingenieur, seine Werke sind eher der Space Opera als der Hard-SF zuzurechnen.

"Startide Rising" (1983, Sternenflut)

Ein Raumschiff mit Menschen und intelligenten Maschinen an Bord strandet auf einem fremden Planeten, wo bald feindliche Wesen auftauchen, die den Menschen ihr Geheimnis abjagen wollen: die Position einer Flotte von 50 000 uralten Raumschiffen unbekannter Herkunft, die mit einer Supertechnologie ausgerüstet sind.

"The Uplift War" (1987)

Das Leben in der Galaxis ist vor Äonen von einer uralten Rasse erzeugt worden. Die Menschen enthüllen die kosmischen Zusammenhänge und werden zu Rebellen.

"Earth" (1990)

Die Erde steht vor der Selbstvernichtung. Umweltzerstörung, Überbevölkerung und verantwortungslose Industrielle sind die Ursachen.

John Brunner (1934-1995, britischer Autor)

Hauptthemen sind Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, Datenmißbrauch, moderner Kolonialismus.

"Stand on Zanzibar" (1968, Morgenwelt)

Schlaglichtartig wird ein Porträt unserer Welt im 21. Jahrhundert entworfen, die durch Überbevölkerung, Rohstoffmangel, Kriege und Drogenmißbrauch am Rande des Abgrunds steht.

Algis Budrys, geb. 1931, amerikanischer Autor

"Rogue Moon" (1960, Projekt Luna)

Auf dem Mond existiert ein geheimnisvolles Labyrinth. Menschen, die per Materietransmitter von der Erde aus dorthin teleportiert werden, sterben zwar, die Toten werden jedoch aus ihren gespeicherten Mustern wieder zum Leben erweckt. Fragen zum Tod, zur menschlichen Identität, zum Durchbruch auf andere Existenzstufen werden erörtert.

Lois McMaster Bujold, geb. 1949, amerikanische Autorin

Ihre Romane sind in dem "Vorkosigan"-Zyklus verknüpft: Miles Vorkosigan ist ein behinderter, aber scharfsinniger Soldaten-Diplomat, der in einer von Menschen beherrschten Galaxis seine Abenteuer bestehen muß.

Wichtigste Romane:

"The Vor Game" (1990)

"Barrayar" (1991)

"Mirror Dance" (1995)

Edgar Rice Burroughs, 1875-1950, amerikanischer Autor

Schöpfer des Tarzan und Wegweiser für die Pulp-Sf der 20er und 30er Jahre, dessen Romane auf der Venus, dem Mars und dem unterirdischen Reich Pellucidar spielen.

"A Princess of Mars" (1917, Die Prinzessin vom Mars)

Ein Gentleman wird durch eine geheimnisvolle Kraft auf den Mars verschlagen, trifft dort auf grünhäutige Marskreaturen und eine schöne Prinzessin, mit der er fliehen kann. Er muß dabei harte Kämpfe bestehen und begegnet phantastischen Geschöpfen.

John W. Campbell jr., 1910-1971, amerikanischer Autor

Studierte Physik, schrieb naturwissenschaftlich orientierte Space Operas, übernahm 1937 das Magazin "Astounding" und leitete damit das "Goldene Zeitalter der SF" ein.

"Aarn-Munro"- Serie:

"The Mightiest Machine" (1947, Das unglaubliche System)

"The Incredible Planet" (1949, Der unglaubliche Planet)

Der Wissenschaftler Aarn Munro unternimmt mit dem Raumschiff "Sunbeam" einen Probeflug und wird dabei in ein fremdes Universum verschlagen, in dem sich zwei Rassen bekriegen, die ursprünglich von der Erde stammen. Bei der Rückkehr ins heimatliche Universum erfährt er von einer bevorstehenden Invasion der Zentauren. Auf einer Suche nach einer Waffe gegen diese Wesen gelangt er ins Blaue Universum, wo ihm Geheimnisse offenbart werden, mit denen er die Zentauren zum Frieden zwingen kann.

"Who goes there" (1938, Das Ding aus einer anderen Welt)

Eine Antarktisexpedition findet ein im Eis begrabenes außerirdisches Wesen, das erwacht und das Grauen über die Teilnehmer der Expedition bringt. Es kann die Gestalt von Menschen und Tieren annehmen und sich so perfekt tarnen.

Karel Capek, 1890-1938, tschechischer Autor

Seine Romane beleuchten in satirischer Weise die Folgen des wissenschaftlichen Fortschritts, er prägte den Begriff "Robot".

"Die Fabrik des Absoluten" (1922)

Durch die Erfindung eines Atomzertrümmerers werden alle Energieprobleme auf der Erde gelöst, aber als Nebenprodukt auch das "Absolute", das Göttliche, freigesetzt. Es kommt zum Chaos und schließlich zu einem verheerenden Krieg.

"Krakatit" (1924)

Ein Erfinder entdeckt einen Sprengstoff mit enormer Zerstörungskraft und muß den Versuchen der Macht widerstehen, wobei er tiefe innere Konflikte durchlebt.

"Der Krieg mit den Molchen" (1936)

Im Pazifik wird eine Rasse von Molchen entdeckt und sofort von den Menschen versklavt. Schließlich erheben sie sich und vernichten die Menschheit.

Orson Scott Card, geb. 1951, amerikanischer Autor

"Ender`s Game" (1985, Das große Spiel)

Ein Kind wird einem Ausbildungsprogramm unterworfen, das es später zu einem Kommandanten der irdischen Raumflotte machen soll, um die Invasion der "Krabbler" zurückzuschlagen. Die Ausbildung erfolgt an Simulationscomputern, schließlich stellt sich jedoch heraus, daß die Simulationen Realität waren und das Kind die Außerirdischen in einer Raumschlacht besiegt hat.

1986 erschien die Fortsetzung "Speaker for the Dead" (Sprecher für die Toten), in der die alte Rasse der "Krabbler" näher beleuchtet wird.

C. J. Cherryh, geb. 1942, amerikanische Autorin

Ausgezeichnete Beschreibungen von Fremdkulturen, gut gezeichnete Charaktere

Ihre Romane spielen im umfassenden "Union Allianz" - Superzyklus: die Erde der Zukunft ist eine Großmacht und wird von gigantischen Konzernen kontrolliert; ihre Gegenspieler in der unmittelbaren galaktischen Umgebung sind die Planetenvereinigungen der "Union" und der "Allianz".

"Downbelow Station" (1981, Pells Stern)

Auseinandersetzungen zwischen Kolonialwelten und dem Mutterplaneten Erde; komplexer Polit-Thriller

"Cyteen" (1988)

Roman über die schwierige Koexistenz von Menschen und Androiden

Hal Clement, gb. 1922, amerikanischer Autor

Studierte Astronomie, SF-Autor naturwissenschaftlicher Prägung, beschreibt hervorragend fremde Landschaften und Planeten

"Mission of Gravity" (1954, Unternehmen Schwerkraft)

Auf dem Extremplaneten Mesklin stürzt ein irdisches Raumschiff ab, mit Hilfe der einheimischen Wesen wird eine Bergung versucht. Eine Welt mit extrem hoher Gravitation wird bis ins chemische, meteorologische und verkehrstechnische Detail geschildert.

Mark Clifton, 1906-1963, amerikanischer Autor

"They`d rather be right" (1954, Computer der Unsterblichkeit)

Ein Supercomputer verleiht einigen Menschen Unsterblichkeit und Psi-Fähigkeiten. Die so behandelten werden von der Gesellschaft gejagt.

L. Sprague de Camp, geb. 1907, amerikanischer Autor

Verfaßte vorwiegend Fantasy, Meister humorvoller SF

"Lest Darkness Fall" (1939, Vorgriff auf die Vergangenheit)

Ein vom Blitz getroffener Archäologe findet sich im Rom des sechsten Jahrhunderts wieder und versucht das Aufkommen des Dunklen Mittelalters zu verhindern.

Samuel R. Delany, geb. 1942, amerikanischer Autor

In Harlem geborener und augewachsener farbiger Schriftstellerr, führender Vertreter der amerikanischen New Wave; Themen: Kommunikation, Sprache, Mythenwelten; auffallend sein ornamentaler Stil.

"The Einstein Intersection" (1967, Einstein, Orpheus und andere)

Ein Mann wandert auf der Suche nach seiner Geliebten durch eine 30 000 Jahre in der Zukunft liegenden Welt und trifft dort auf historische und zeitgenössische Sagengestalten. Reich an Symbolen, Archetypen und Figuren aus der griechischen Mythologie.

"Nova" (1968, Nova)

Um ein wertvolles Element zu bergen, stößt ein Raumschiff in das Innere einer explodierenden Roten Sonne vor. Brillante Sprache, farbige Bilder.

"Dhalgren" (11975, Dhalgren)

Voluminöser Roman über die Erlebnisse eines Jugendlichen in einer dem Untergang geweihten Stadt.

Lester del Rey, geb. 1915, amerikanischer Autor

"Nerves" (1942, Nervensache)

Prophetischer Roman über einen Beinahe-Unfall in einem Atomkraftwerk.

Thomas M. Disch, geb. 1940, amerikanischer Autor

Literarisch ambitionierter und sozialkritisch engagierter SF-Schriftsteller

"Camp Concentration" (1968, Camp Concentration)

Politische Gefangene werden in Internierungslagern reines zukünftigen Amerika als Versuchskaninchen gehalten.

"334" (1972, Angoulème)

New York im 21. Jahrhundert: eine Stadt des Wahnsinns und Zerfalls

Arthur Conan Doyle, 1859-1930, schottischer Autor

Mediziner, Erfinder des berühmten Detektivs Sherlock Holmes

"The Lost World" (1912, Die verlorene Welt)

Im Dschungel Südamerikas entdeckt eine Expedition eine Urwelt mit Dinosauriern und Höhlenmenschen. Klassischer "Lost World"-Roman.

Harlan Ellison, geb. 1934, amerikanischer Autor

Vertreter der New Wave, einflußreicher Kurzgeschichtenautor, Herausgeber der berühmten Anthologien "Dangerous Visions" (1967) und "Again, Dangerous Visions" (1972) mit thematischen und stilistischen Experimenten der beteiligten Autoren.

Berühmte Kurzgeschichten:

"A Boy and his Dog" (1969): Nach einem Atomkrieg stehen ein Hund und ein Junge in telepathischer Beziehung zueinander. Als der Junge sexuelle Gefühle zu einem Mädchen entwickelt, wird dieses schließlich, bedingt durch die animalischen Instinkte des Tieres, aufgefressen.

"Repent Harlequin, said the Ticktockman" (1965): Ein Mann rebelliert gegen das Stechuhrsystem der amerikanischen Gesellschaft.

"I have no Mouth and I must scream" (1967): Ein Computer hält fünf Menschen unter der Erde fest und wandelt sie um, so daß ihnen am Schluß nur noch der Tod als Ausweg bleibt.

"The Deathbird" (1973): Mythologische Schöpfungsgeschichte

"Adrift just of the Islets of Langerhans...": eine Reise in die Innenwelt des menschlichen Körpers, in die Bauchspeicheldrüse.

Philip Josè; Farmer, geb. 1918, amerikanischer Autor

Verfasser von Abenteuergeschichten und Tabubrecher in Sachen Sexualität

Flußwelt-Zykus, mehrere Bände, darunter "To your scattered Bodies go" (1971)

Nach ihrem Tod finden sich alle Individuen der menschlichen Rasse an einem Millionen Kilometer langen Fluß wieder, darunter viele bekannte Persönlichkeiten aller Zeitepochen.

Daniel F. Galouye, 1920-1976, amerikanischer Autor

"Dark Universe" (1961, Dunkles Universum)

Nach dem Atomkrieg ziehen sich Menschen in unterirdische Bunker- und Tunnelanlagen zurück.

"Simulacron-3" (1964, Welt am Draht)

Ein Computer kann komplexe Vorgänge simulieren, schließlich stellt sich heraus, daß unsere Wirklichkeit auch nur eine gigantische Computersimulation ist.

William Gibson, geb. 1948, amerikanischer Autor

mit "Neuromancer" schuf er in den 80er Jahren eine neue Bewegung innerhalb der SF: den Cyberpunk

"Neuromancer" (1984, Neuromancer)

Durch die Vernetzung von Gehirn und Computer öffnen sich neue Bereiche sinnlicher Sensationen. Der Held, ein Cyberpunk, durchstreift ein zwielichtiges Milieu, in dem Software und Hormone wie Drogen gehandelt werden.

Fortsetzungen: "Count Zero" (1986) und "Mona Lisa Overdrive" (1988)

Joe Haldeman, geb. 1943, amerikanischer Autor

Vertreter der Hard-SF, der Weltraumthemen mit gesellschaftlichen Entwicklungen verbindet

"The Forever War" (1975, Der ewige Krieg)

Darstellung eines sinnlosen Krieges zwischen Menschen und Außerirdischen aus der Sicht eines einfachen Soldaten.

Edmond Hamilton, 1904-1977, amerikanischer Autor

Pulp- und Space Opera-Autor, verfaßte den Großteil der "Captain Future"-Serie

"City at World`s End" (1951, SOS, die Erde erkaltet)

Durch eine Superbombe werden die Bewohner einer kleinen amerikanischen Stadt in die Zukunft der Erde geschleudert, die inzwischen öd und leer ist.

Charles Herness, geb. 1915, amerikanischer Autor

Vorliebe für metaphysische Themen, Zeitschleifen und -paradoxa und den Dualismus Kunst - Wissenschaft

"The Paradoxe Man" (1953, Der Mann ohne Vergangenheit)

Im 22. Jahrhundert kämpfen in Amerika Diktatoren gegen eine Untergrundbewegung. Der Held durchläuft eine transzendentale Metamorphose, um die Menschheit zu retten. Einsteins Relativitätstheorie, Toynbee`s Theorie des zyklischen Zivilisationsverlaufs und van Vogt`s non-aristotelisches Prinzip fließen ein.

Harry Harrison, geb. 1925, amerikanischer Autor

Textete die Comic-Strip-Serie Flash Gordon. Bekannt sein Stahlratten-Zyklus sowie seine Deathworld-Trilogie

"Make Room, make Room" (1966, New York 1999)

Im Jahr 1999 ist New York eine alptraumhafte Stadt mit 35 Millionen Einwohnern: Überbevölkerung, Wohnungsknappheit, Luftverschmutzung und Energieknappheit sorgen für chaotische Verhältnisse.

Frank Herbert, 1920-1986, amerikanischer Autor

Seine "Dune"-Romane gehören zu den erfolgreichsten SF-Werken überhaupt.

"Dune" (1965, Der Wüstenplanet)

Eine detaillierte Darstellung des Wüstenplaneten Arrakis, seiner Landschaft, Ökologie, Soziologie, Religion. Zwei Adelsgeschlechter stehen sich feindlich gegenüber.

Fred Hoyle, geb. 1915, britischer Autor

Astronom und Philosoph, schrieb neben SF-Büchern ("The Black Cloud, A for Andromeda) auch zahlreiche Sachbücher und ist ein Gegner des Urknall-Modells der Astronomen

"The Black Cloud" (1957, Die Schwarze Wolke)

Eine schwarze Wolke fließt ins Sonnensystem ein und bewirkt verheerende Klimaveränderungen auf der Erde. Militärs wollen die Wolke mit Wasserstoffbomben vernichten; ein Mathematiker findet heraus, daß sie intelligent ist. Als diese ihm ihr Wissen vermittelt, geht er daran zugrunde.

L. Ron Hubbard, 1911-1986, amerikanischer Autor

In den 30er und 40er Jahren Schreiber von Pulpromanen; veröffentlichte 1950 in "Astounding" den Artikel "Dianetics: The modern Science of modern Health". Aus der Dianetik-Bewegung wurde Scientology, eine umstrittene Sekte. Hubbard kehrte 1982 mit dem Raumabenteuer "Battlefield Earth" (Kampf um die Erde) zur SF zurück, die Teil der Dekalogie "Mission Earth" ist.

Aldous Huxley, 1894-1963, britischer Autor

Verfaßte außer dem weltberühmten "Brave New World" auch die gesellschaftskritischen Romane "Ape and Essence" (1948) und "Island" (1962)

"Brave New World" (1932, Schöne neue Welt)

In einer konsequent realisierten Wohlstandsgesellschaft der Zukunft sind zwar Elend und Krankheit überwunden, dafür aber Freiheit, Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke geblieben, jeglicher Individualismus wird unterdrückt. Technische Grundlagen dieser Gesellschaft sind Kloning, Psychokonditionierung, hypnotische Beeinflussung, konfliktvermeidende Drogen, extrauterine Geburten.

Iwan A. Jefremov, 1907-1972, russischer Autor

Paläontologe, Verfechter des naturwissenschaftlich-technischen Fortschritts, der seiner Meinung nach zwangsläufig zur ethisch-moralischen Weiterentwicklung des Menschen f´ührt.

"Tummanost `Andromedy" (1957, Andromedanebel)

Detailliertes Bild einer kommunistischen Zukunftsgesellschaft. Der Mensch bricht ins All auf und begegnet fremden Intelligenzen. Eines der berühmtesten Werke der osteuropäischen SF.

Daniel Keyes, geb. 1927, amerikanischer Autor

"Flowers for Algernon" (1966, Charly)

An einem geistig zurückgebliebenen Jungen wird eine Gehirnoperation vorgenommen, woraufhin er sich zum Genie entwickelt, zu einem hochbegabten Wissenschaftler und begnadeten Künstler. Doch die Entwicklung kehrt sich später um, und er wird wieder zum Schwachsinnigen. Gefühlvolles Drama mit hervorragendem Stil.

Sterling Lanier, geb. 1927, amerikanischer Autor

Vertreter der Science Fantasy

"Hiero`s Journey" (1973, Hieros Reise)

Jahrtausende nach dem Atomkrieg existieren noch Reste der Menschheit in den kanadischen Wäldern und haben sich dort zu Klostergemeinschaften zusammengeschlossen. Der Telepath Hiero bricht zur Ostküste auf, um nach legendären Maschinen, den Computern, zu suchen, in denen das Wissen der gesamten Menschheit gespeichert sein soll.

Kurt Laßwirtz, 1848-1910, deutscher Autor

Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik, verfaßte sowohl Sachbücher als auch Romane, "Vater" der deutschen SF

"Auf zwei Planeten" (1897)

In einer Raumstation über dem Nordpol haben sich Marsianer niedegelassen. Zwei irdische Wissenschaftler werden zum Mars gebracht, wo sie die Errungenschaften der Marszivilisation bewundern können. Doch die Marsianer wollen die Rohstoffquellen der Erde nutzen, sie erreichten eine Fremdherrschaft auf der Erde. Die Menschen wehren sich jedoch dagegen, da sie ihren eigenen Entwicklungsweg gehen wollen, und letztlich schließen beide Rassen Frieden.

Hervorragend die technischen Voraussagen und die Darstellung des Konflikts zwischen Menschen und Wesen einer höheren Entwicklungsstufe.

Fritz Leiber, geb. 1910, amerikanischer Autor

"The Big Time" (1958, Eine tolle Zeit)

Wesen aus allen Zeiten und Epochen werden von außerirdischen Spinnen- und Schlangenwesen rekrutiert und müssen sich in einem galaktischen Zeitkrieg bewähren.

"The Wanderer" (1964, Wanderer im Universum)

Ein Planet nähert sich der Erde und verursacht einige Katastrophen.

Doris Lessing, geb. 1919, in Persien geboren, in London lebend

Beschäftigt sich in einigen ihrer Werke mit der Unterdrückung der Frau in der modernen Gesellschaft; ist mit der islamischen Mystik, dem Sufismus vertraut

"The Memoirs of a Survivor" (1979, Die Memoiren einer Überlebenden)

Roman über den Zusammenbruch der Zivilisation und die damit verbundene Verrohung der Menschen in einer Großstadt.

"Canopus in Argos: Archives" (1979-83, Canopus in Argos: Archive)

Fünfbändiges Werk über die Entwicklungsgeschichte eines Planeten, der von Vertretern mächtiger galaktischer Reiche beobachtet wird. Ein visionäres Werk mit spirituellem, religiösem und philosophischem Tiefgang.

C.S. Lewis, 1898-1963, britischer Autor

Verfaßte literaturkritische und religiös-moralische Werke.

Dr. Ransom-Trilogie, bestehend aus:

"Out of the silent Planet" (1938, Jenseits des schweigenden Sterns)

"Perelandra" (1943, Perelandra)

"That hideous Strength (1945, Die böse Macht)

Der christliche Glaube wird als positive moralische Kraft den Naturwissenschaften gegenübergestellt: in den beiden Romanen kommt es auf Mars und Venus zur Konfrontation mit materialistisch orientierten Mächten, im dritten führt der Protagonist, ein Philologe, eine Schlacht gegen die Mächte des Bösen, symbolisiert durch die atheistische Wissenschaft, wobei er vom Zauberer Merlin unterstützt wird.

David Lindsay, 1878-1945, schottischer Autor

Bedeutender Autor der englischen Mystik der Neuzeit

" A Voyage to Arcturus" (1920, Die Reise zum Arkturus)

Ein Mann erreicht nach einer spirituistischen Sitzung den Arkturus-Planeten Tormance, durchwandert dessen alptraumhafte, von seltsamen Tieren bewohnte Kontinente, um das ethische Konzept des Seins zu verstehen. Eine phantastische Synthese aus Kosmologie und Mythologie.

Barry Malzberg, geb. 1939, amerikanischer Autor

"Beyond Apollo" (1972, Das Venus-Trauma)

Ein Mann kehrt von einer Reise zur Venus zurück. Als man ihn nach dem Verbleib des Kommandanten des Raumschiffs fragt, in dem er ebenfalls mitflog, erzählt er immer andere Versionen. Ist er verrückt geworden oder hat etwas total Fremdartiges seinen Geist verwirrt?

"Herovit`s World" (1974, Herovits Welt)

Über den Alltag eines SF-Schundautors, eine Analyse der Produktionsbedingungen, unter denen amerikanische Unterhaltungsautoren schreiben müssen.

George R.R. Martin, geb. 1948, amerikanischer Autor

"A Song for Lya" (1974, Abschied von Lya)

Zwei sich liebende Telepathen werden beauftragt, herauszufinden, warum eine Religion auf einem Kolonialplaneten so anziehend auf die Bewohner wirkt. Die Telepathin Lya vereinigt sich schließlich mit einem riesigen quallenartigen Parasiten und wird Teil eines leidenshaftlich liebenden Wesens, ihr Liebhaber Rob zieht dagegen normale menschliche Liebe vor.

"Dying of the Light" (1977, Die Flamme erlischt)

Eine melancholische Geschichte auf einem Planeten, dessen Organismen dem Tod geweiht sind. Der aussichtslose Kampf von romantischen Idealisten wird geschildert.

Richard Matheson, geb. 1926, amerikanischer Autor

"I am Legend" (1954, Ich, der letzte Mensch)

Ein Virus verwandelt auf der Erde die Menschen in Vampire. Ein Mann wird von dieser Transformation verschont und bekämpft die Vampire. Er erkennt jedoch, daß nicht die Vampire die Anormalen sind, sondern er selbst als letzter Vertreter einer untergegangenen Menschheit, und begeht daraufhin Selbstmord.

Der Roman wurde als "Der Omega-Mann" verfilmt.

"The Shrinking Man" (1956, Die unglaubliche Geschichte des Mr. C)

Durch die Wirkungen eines Insektenvertilgungsmittels wird ein Mann immer kleiner, muß gegen riesig erscheinende Spinnen kämpfen und steht schließlich vor den Toren des subatomaren Mikrokosmos.

Anne McCaffrey, geb. 1926, amerikanische Autorin

"Dragonflight" (1968, Die Welt der Drachen)

Auf dem Planeten Pern, einer vergessenen Erdkolonie mit feudaler Gesellschaftsstruktur, schützen Drachen, die die Fähigkeit der Teleportation haben, zusammen mit ihren Reitern die Menschen vor tödlichen Sporen aus dem All.

Vonda McIntyre, geb. 1948, amerikanische Autorin

"Dreamsnake" (1978, Traumschlange)

Eine junge Frau zieht mit Schlangen, deren Seren schmerzlindernde und halluzinatorische Wirkungen beim Menschen zeigen, über eine Erde, auf der die Menschheit nach einem Atomkrieg in primitiven Stammeskulturen lebt.

Walter M. Miller, geb. 1923, amerikanischer Autor

Sein Zentralthema ist der Dualismus Religion - Wissenschaft; einer der wichtigsten SF-Autoren der 50er Jahre

"A Canticle for Leibowitz" (1960, Lobgesang auf Leibowitz)

600 Jahre nach einem Atomkrieg befindet sich die Erde wieder im dunklen Mittelalter, wiederum 600 Jahre danach in der Renaissance, nochmals 600 Jahre danach in einem neuen Atomzeitalter. Den Mittelpunkt des Romans bilden die Mönche des Klosters St. Leibowitz, einem Orden, der das wissenschaftliche Erbe der Menschheit konserviert.

Michael Moorcock, geb. 1939, britischer Autor

In den 60er Jahren Harausgeber des Magazins "New Worlds", schrieb selbst die popartigen Jerry Cornelius - Stories, in den 70er Jahren einer der führenden englischen Fantasy-Autoren

"Behold the Man" (1970, I.N.R.I. oder Die Reise mit der Zeitmaschine)

Der Zeitreisende Karl Glogauer reist mit einer Zeitmaschine in das Jahr 12 n.Chr., übernimmt die Rolle von Jesus, der sich als schwachsinniger Junge entpuppt, und läßt sich später ans Kreuz schlagen.

Ward Moore, 1903-1978, amerikanischer Autor

"Bring the Jubilee" (1953, Der große Süden)

Alternativweltroman, in dem die Südstaaten den amerikanischen Bürgerkrieg gewonnen haben.

Larry Niven, geb. 1938, amerikanischer Autor

Studium der Mathematik und Physik, Vertreter der Hard-SF

"Ringworld" (1970, Ringwelt)

Die Ringwelt ist ein gigantischer zylinderförmiger Ring, der um eine Sonne herum gebaut wurde und einer fremden Rasse als Lebensraum diente.

"The Flying Sorcerers" (1971, Die fliegenden Zauberer, zusammen mit David Gerrold geschrieben)

Satire über den Zusammenprall von Magie und moderner Naturwissenschaft: Einem Zauberer gelingt es, ein irdisches Raumschiff lahmzulegen. Ein darin havarierter Wissenschaftler muß dem Zauberer helfen, eine technische Zivilisation aufzubauen.

"The Mote in God`s Eye" (1974, Der Splitter im Auge Gottes, zusammen mit Jerry Pournelle geschrieben)

Space Opera über das Zusammentreffen von Menschen mit außerirdischen Wesen.

"Lucifer`s Hammer" (1977,Luzifers Hammer, zusammen mit Jerry Pournelle geschrieben)

Ein Komet stürzt auf die Erde, löscht die Zivilisation aus und stürzt die Menschen in ein dunkles Zeitalter der Barbarei.

George Orwell, 1903-1950, britischer Autor

"Nineteen Eighty-four" (1949, "1984")

Die klassische Anti-Utopie über ein perfektes Unterdrückungssystem, in dem jede Individualität durch den "Großen Bruder" erstickt wird. Ein kleiner Angestellter, Winston Smith, begehrt gegen das System auf, wird jedoch von diesem seelisch zerbrochen.

Edgar Pangborn, 1909-1976, amerikanischer Autor

"A Mirror for Observers" (1954, Der Spiegel des Beobachters)

Jahrtausendelang beobachten Marsianer die Geschichte der Menschheit und manipulieren sie behutsam. Aber unter diesen Beobachtern gibt es einige, die die Selbstvernichtung der Menschheit wollen.

"Davy" (1964, Davy)

300 Jahre nach einem verheerenden Atomkrieg herrscht eine unnachsichtige Priesterschaft auf dem Gebiet der ehemaligen Vereinigten Staaten. Davy, ein Außenseiter der Gesellschaft, setzt sich gegen diese Unterdrückung durch die Kirche zur Wehr und gründet ein neues Staatengebilde, um die menschliche Zivilisation neu zu erschaffen.

Charles Platt, geb. 1944, britischer Autor

Mitherausgeber des Magazins "New Worlds" in den 60er Jahren, verfaßte zu Beginn der 80er Jahre zwei Bände mit Interviews mit den berühmtesten SF-Autoren

"Twilight of the City" (1977, Dämmerung über der Stadt)

Dystopie über den Niedergang einer Stadt

Frederic Pohl, geb. 1919, amerikanischer Autor

Herausgeber von Magazinen, in den 50er Jahren kritische Stories und Satiren, in den 70er Jahren beeindruckende Romane

"The Space Merchants" (1953, Eine Handvoll Venus und ehrbare Kaufleute, zusammen mit C.M. Konrbluth geschrieben)

Gigantische Werbeagenturen beherrschen die überbevölkerte Welt des 21.Jahrhunderts. Unbrauchbares Land auf der Venus wird an gutgläubige Siedler verkauft. Satire auf die skrupellosen Methoden des Kapitalismus.

"Man Plus" (1976, Der Plus-Mensch)

Um die Landung auf dem Mars zu ermöglichen, wird ein Mensch in einen Cyborg umgewandelt. Der Roman schildert die technischen und menschlichen Probleme und Empfindungen, die mit dieser Transformation einhergehen.

"Gateway" (1977, Gateway)

Gateway ist ein Raumhafen einer unbekannten Rasse: in einem Asteroiden, der innerhalb des Venusorbits die Sonne umkreist, befinden sich tausend überlichtschnelle Raumschiffe, jedes mit einem einprogrammierten, aber unbekannten Zielort. Den Benutzern Gateways winkt eine Fluchtmöglichkeit von der überbevölkerten Erde, allerdings auch ein möglicher Tod. Der Protagonist des Romans wird bei einem solchen Versuch reich, verliert aber seine Freunde und seine Geliebte.

"The Best of Frederic Pohl" (1975, Die besten Stories von Frederic Pohl)

-"The Midas Plague": In einer Konsumgesellschaft der Zukunft ist es Privileg der Reichen, wenig konsumieren zu dürfen, während die Armen zum Konsum verpflichtet sind.

-"The Tunnel under the World": Die Bewohner einer Stadt dienen als Versuchsobjekte neuer Werbestrategien

-"Grandy Devil": Eine Familie schließt einen Pakt mit dem Teufel, um die Unsterblichkeit zu erlangen

-"Happy Birthday, dear Jesus": Satire auf die Werbung im Weihnachtsgeschäft

Tim Powers, geb. 1952, amerikanischer Autor

"The Anubis Gates" (1983)

Steampunk-Roman: Durch ein Zeittor des ägyptischen Gottes Anubis gelangen einige Menschen der Gegenwart in das London des Jahres 1810, in die Welt der Dampfmaschinen des frühindustriellen Zeitalters. Eine grausam-surrealistische Stadt wartet auf sie...

"Dinner at Deviant`s Palace" (1985)

Roman über ein desolates Amerika nach der Katastrophe.

Christopher Priest, geb. 1943, britischer Autor

"The Inverted World" (1974, Der steile Horizont)

Eine Stadt wird auf Schienen, die hinter ihr abgerissen und vor ihr aufgebaut werden, durch eine hyperboloide Welt gezogen. SF-Roman auf der Basis einer mathematischen Spekulation, bei dem physikalische Extrembedingungen und ihre Auswirkungen auf die Psyche eine faszinierende Synthese eingehen.

"A Dream of Wessex" (1975, Ein Traum von Wessex)

Einer Gruppe von Versuchspersonen gelingt es, eine gemeinsam erträumte Welt materialisieren zu lassen, in die sie auch eindringen können. Es entsteht ein Weltenkomplex, in dem die Grenzen zwischen Realität und Illusion verwischt werden.

"The Glamour" (1984, Der schöne Schein)

Bei der Explosion einer Atombombe wird ein Mann schwer verletzt und verliert seine Erinnerung. Er begegnet einer Frau, die behauptet, seine Geliebte gewesen zu sein, und versucht, die Vergangenheit zu erhellen. Aber es gibt keinen Unterschied zwischen Vorgestelltem und Vorstellendem...

Thomas Pynchon, geb. 1937, britischer Autor

"Gravity`s Rainbow" (1973, Die Enden der Parabel)

Komplexer Roman über Krieg und Wissenschaft und den Kontrollverlust über die Technik.

Keith Roberts, geb. 1935, britischer Autor

"Pavane" (1968, Pavane)

Alternativweltroman: 1588 wird Königin Elizabeth I von England ermordet, die spanische Armada besiegt die englische Flotte. England wird katholisch, doch trotz der Inquisition vermag die Kirche den Fortschritt nicht aufzuhalten, höchstens zu verlangsamen.

Kim Stanley Robinson, geb. 1952, amerikanischer Autor

"The Wild Shore" (1984, Das wilde Ufer)

Die Abenteuer eines Halbwüchsigen in einem unter Quarantäne stehenden Nachkriegs-Amerika.

Mars-Zyklus, bestehend aus "Red Mars" (1992), "Green Mars" (1993) und "Blue Mars" (1996)

Epos über die Kolonisierung und Terraformierung des Roten Planeten. Der Mars wird zu einem Teil der Heimat des Menschen.

Rudy Rucker, geb. 1946, amerikanischer Autor

Mathematikprofessor, dessen Romane um Metaphysik, höhere Realitäten, Drogen und Rockmusik kreisen.

"White Light" (1980, Weißes Licht)

Mentale Reise zu höheren Ebenen der Wirklichkeit, mit einem Schuß Metaphysik und Kosmologie.

"The Fourth Dimension" (1984, Die Wunderwelt der vierten Dimension)

Unterhaltsames populärwissenschaftliches Buch über eine "Geometrie der Höheren Wirklichkeit".

Joanna Russ, geb. 1937, amerikanische Autorin

Entschiedene Femistin, in deren Romanen das utopische Modell zur Kritik an gegenwärtigen Zuständen dient.

"The Female Man" (1975, Planet der Frauen)

Reflexionen über die Frustrationen der Frauen von heute und über mögliche Verbesserungen in der Zukunft

Eric Frank Russell, 1905-1978, britischer Autor

Autor der 40er und frühen 50er Jahre: Themen: Begegnung mit Außerirdischen, bizarre Evolutionsformen, Satiren auf Militär und Beamtentum

"The great Explosion" (1962, Die große Explosion)

Nach Erfindung eines interstellaren Antriebs brechen Kolonistenschiffe ins All auf und besiedeln neue Welten. Als die irdische Regierung 400 Jahre später ein galaktisches Imperium aufbauen will, werden Gesandte zu den Kolonialwelten geschickt, um diese unter die Zentralgewalt der Erde zu vereinigen. Doch die Kolonien lehen die Oberhoheit der Erde ab und wollen ihren eigenen Weg gehen.

Satire auf autoritäre Regierungssysteme, Politiker und Beamte.

Carl Sagan, geb. 1934, amerikanischer Autor

Professor für Astronomie und Planetenforscher, berühmter Sachbuchautor ("Cosmos", deutsch: Unser Kosmos)

"Contact" (1985, Contact)

Mit Teleskopen wird eine rätselhafte Botschaft aus dem All empfangen. Sie beinhaltet die Konstruktionspläne einer seltsamen Maschine, mit der schließlich Menschen durch ein interstellares Tunnelsystem zu anderen Sternen transportiert werden. Die Protagonistin, eine Astronomin, erkennt, daß das Universum künstlich erschaffen wurde, daß es eine Intelligenz gibt, die dem Universum vorausging.

Jewgenij I. Samjatin, 1884-1937, russischer Autor

"My" (1920, Wir)

In der gläsernen Stadt wird das Leben der Menschen bis ins kleinste Detail geregelt. Ein Ingenieur erkennt die Nachteile dieses perfekten Systems und beginnt dagegen zu rebellieren.

Bob Shaw, geb. 1931, britischer Autor

SF-Autor und Kritiker

"Other Days, other Eyes" (1972, Andere Tage, andere Augen)

Kurzgeschichten um eine Art Glas, das Lichtquellen stark verlangsamt und damit Vorgänge der Vergangenheit sichtbar macht.

Robert Sheckley, geb. 1928, amerikanischer Autor

Kurzgeschichtenautor mit parodistischem Einschlag und originellen Ideen.

Kurzgeschichten:

-"Seventh Victim" (1953): Ein Büroangestellter gibt seinen Beruf auf, um an einer Jagd teilzunehmen, bei der er möglichst viele Gegner umbringen soll.

-"The Prize of Peril" (1958): In einer Fernsehsendung muß ein Kandidat sieben Tage vor bewaffneten Killern fliehen, die ihn in dieser Zeit legal töten dürfen. Überlebt der Kandidat, erhält er eine Million Dollar, andernfalls erhalten die Killer das Geld. In Deutschland von Wolfgang Menge als "Das Millionenspiel" verfilmt, Anleihen finden sich auch in dem Arnoold Schwarzenegger-Film "Running Man".

-"The Store of Worlds" (1959): Nach einem Atomkrieg verschafft sich ein Überlebender eine Droge, mit der er noch einmal glückliche Zeiten in seiner Familie erleben kann, die gestorben ist.

-"Specialist" (1953): Eine Galaxis ist von einer Vielzahl von Rassen bewohnt, die durch ihre verschiedenen Fähigkeiten die Milchstraße zu einem Raumschiff werden lassen. Nun wird eine Rasse gesucht, die der Galaxis die Fähigkeit verleiht, sich schneller als das Licht zu bewegen. Diese Rasse ist die Menschheit.

Lucius Shepard, geb. 1947, amerikanischer Autor

"Salvador" (1984): Ein Soldat, der in El Salvador kämpft, nimmt Drogen, die seine Entschlußkraft stärken und seine Sinne schärfen. Als er sie mißbraucht, steigt er hinab in die Welt der Urmächte, einer Welt des Bösen und der Geister. Als er in die zivilisierte Welt zurückkehrt, verhält er sich genau so wie die Vietnam-Veteranen eine Generation zuvor.

"Green Eyes" (1984): In einer Sumpflandschaft der Südstaaten werden Experimente zur Wiederbelebung von Toten durchgeführt. Bei einem dieser Wiedererweckten wurden dessen spezielle Begabungen, seltsame Sehfähigkeit und überragende Intelligenz, durch bestimmte Viren in seinem Gehirn hervorgerufen. Er stirbt, während sein Leben noch einmal aufblüht. In der Rolle eine Wunderheilers werden seine vom Virus befallenen grünen Augen sichtbar.

"Life during Wartime" (1985, Das Leben im Krieg)

In einem Krieg in Mittelamerika stehen US-Soldaten unter Drogen und sind elektronisch mit Kriegsgerät verbunden, so daß sie kaum noch Kontakt mit der Wirklichkeit haben.

John Shirley, geb. 1953, amerikanischer Autor

Gehört zu den Cyberpunk-Autoren

"Eclipse" (1985)

Nach einem Dritten Weltkrieg herrscht in Europa ein neuer Faschismus

Robert Silverberg, geb. 1936, amerikanischer Autor

"Dying Inside" (1973, Es stirbt in mir)

Melancholische Geschichte eine Telepathen, der seine Fähigkeiten verliert, als er erfährt, was seine Freundin über ihn denkt.

"Up the Line" (1969)

Touristen werden per Zeitmaschine in die verschiedensten Epochen der irdischen Geschichte geführt.

"Nightwing" (1969)

In einer fernen Zukunft wird die Erde durch Außerirdische erobert.

Clifford D. Simak, geb. 1904, amerikanischer Autor

Journalist und Schriftsteller, schrieb über ein halbes Jahrhundert SF, die Toleranz und Liebe verkündet

"City" (1952, Als es noch Menschen gab)

Acht Legenden geben das Erbe intelligenter Hunde wieder, die zusammen mit Robotern die Erde nach dem Ende des Menschen beherrschen.

Dan Simmons, geb. 1948, amerikanischer Autor

"Hyperion" (1989)

Epos über den Ursprung aller Dinge. Sieben Pilger reisen zum Planeten Hyperion, der Heimat sich durch die Zeit rückwärts bewegender Zeitgräber und des sie bewachenden Shrike. Monumentalwerk über eine vor dem Umbruch stehende Milchstraße.

Curt Siodmak, 1902 - 2000, in Dresden geboren, später Auswanderung in die USA

"Donovan`s Brain" (1943, Donavans Gehirn)

Ein Arzt entnimmt einem sterbenden Mann das Gehirn und hält es außerhalb des Körpers künstlich am Leben. Doch nach und nach gewinnt das Gehirn mittels telepathischer Befehle Macht über den Arzt.

John Sladek, geb. 1937, amerikanische Autor

Schrieb Stories für das Magazin "New Worlds", Satiriker und Parodist

"Roderick or the Education of a young Machine" (1981, Roderick oder die Erziehung einer Maschine)

Satire um einen Roboter, der in der menschlichen Gesellschaft aufwächst. Kritik an Staat und Kirche.

Cordwainer Smith, 1912-1966, amerikanische Autor

Hervorragender Stilist, Werke mit religiösen Aspekten

"The Planet Buyer" (1964, Der Planetenkäufer)

Rod McBan, ein reicher Bewohner des Planeten Norstrilia, flieht vor den Gesetzen seiner Heimatwelt auf die von ihm gekaufte Erde. Er muß jedoch erkennen, daß er nur ein Spielzeug in den Händen der geheimnisvollen Instrumentalität ist und sucht Zuflucht in der Unterwelt der Tiermenschen.

Der Roman ist das Fundament von Smith`s Zukunftsgeschichte der Menschheit. Fortgesetzt wurde der Roman mit "The Underpeople" (1968, Die Untermenschen), weitere Geschichten um die Instrumentalität finden sich in dem Sammelband "The Best of Cordwainer Smith" (1975, Die besten Stories von Cordwainer Smith)

E.E. Smith, 1890-1965, amerikanischer Autor

Studierte Chemie, einer der SF-Stars der 30er Jahre, Erfinder der Space Opera

"Skylark"-Zyklus (ab 1928)

Die Abenteuer des Raumschiffs Skylark: Zwei feindlich gegeneinander eingestellte Genies bekämpfen sich in den Tiefen des Weltraums. Der Kampf ums Universum entbrennt, Schlachten mit Kosmischen Rassen finden statt.

"Lensmen"-Zyklus (ab 1938)

Seit Jahrtausenden tobt der Kampf zwischen den guten Arisiern und den bösen Eddoriern um die Vorherrschaft im Kosmos. Eines Tages tauchen Vortrupps der Eddorier auf der Erde auf, um die Menschheit zu manipulieren. Doch die Arisier unterstützen die Erdbwohner, in denen sie die einstmaligen Erben ihrer Zivilisation sehen. Einige Menschen werden zu Linsenträgern und damit Kämpfern für das Gute. Gigantische Raumschlachten werden geschlagen, Sonnensysteme ausradiert und das Universum in seinen Grundfesten erschüttert

Norman Spinrad, geb. 1940, amerikanischer Autor

Vertreter der "New Wave"

"Bug Jack Barron" (1968, Champion Jack Barron)

Jack Barron, ein einflußreicher Fernsehjournalist, deckt die Korruption der Mächtigen dieser Welt auf. Er attackiert einen Milliardär, der eine Gesellschaft leitet, die Tote konserviert. Politik als skrupelloses Geschäft.

"The Iron Dream" (1972, Der stählerne Traum)

Parallelweltroman: Hitler wandert 1919 in die USA aus und wird dort SF-Autor. Er verfaßt ein Buch, in dem eine neue Herrenrasse durch Kloning entsteht.

Bruce Sterling, geb. 1954, amerikanischer Autor

Cyberpunk-Autor

"Schismatrix" (1985, Schismatrix)

Der Roman schildert die Entwicklung einer High-Tech-Gesellschaft, in der Veränderungen der Technologie Veränderungen der Philosophie und Wahrnehmung mit sich ziehen und ein neues Bewußtsein entsteht.

"Islands in the Net" (1988)

Cyberspace-Roman über Machstrukturen in einer elektronischen Welt. Die Welt der Datennetze steht unter Kontrolle von Konzernen.

George R. Stewart, 1895-1980, amerikanischer Autor

"Earth abides" (1949, Leben ohne Ende)

Katastrophenroman: Eine Seuche rafft die Menschheit bis auf wenige Immune dahin; deren Schicksal wird am Beispiel eines Einzelgängers beleuchtet.

Arkadi und Boris Strugazki, geb. 1925 bzw. 1933, russische Autoren

Bedeutende Vertreter der osteuropäischen SF, Arkadi ist Linguist, Boris Astronom; verschlüsselte Gesellschaftskritik, Darstellung menschlicher Schwächen und Unzulänglichkeiten

"Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" (1964)

Agent der Erde überwacht das Leben auf einem Planeten mit einer mittelalterlich-feudalen Gesellschaftsstruktur

"Montag beginnt am Samstag" (1965)

Ein Mann gelangt in ein wissenschaftliches Institut, in dem seltsame Dinge geschehen. Er begegnet Zauberern, Vampiren und Erdgeistern. Er willigt in ein Experiment mit einer Zeitmaschine ein, aber die Reise findet an der "Eisernen Wand" ihr Ende.

"Die bewohnte Insel" (1971)

Ein Mann landet auf einem Planet mit einer autoritären Herrschaftsstruktur und versucht, die Gesellschaft zu verändern. Er besiegt zwar das Machtzentrum, aber die Bewohner sind noch nicht reif für die Revolution.

Theodore Sturgeon, 1918-1985, amerikanischer Autor

Kurzgeschichtenautor, schrieb für "Astounding" und "Unknown", meisterhafter Stilist, bei dem nicht die Technik, sondern der Mensch im Vordergrund steht

"More than human" (1953,Die neue Macht der Welt)

Mehrere mißgebildete Kinder mit Psi-Fähigkeiten schließen sich zu einem Gruppenwesen, dem "Homo Gestalt", zusammen. Das Wesen wird zu einem Machtfaktor und beeinflußt die Evolution.

Einer der großen Romane der SF, hervorragende Charakterisierung und eindringlicher Stil

James Tiptree jr., 1916-1987, amerikanische Autorin, Synonym für Alice Sheldon

Psychologin, Kurzgeschichtenautorin mit hervorragendem Stil und brillanten Ideen

Kurzgeschichtensammlungen:

"Ten Thousend Light Years from Home" (1973, 10 000 Lichtjahre von Zuhaus)

"Warm Worlds and otherwise" (1975, Warme Welten und andere)

Alexej Tolstoi, 1883-1945, russischer Autor

"Aelita" (1923,, Aelita)

Zwei Russen fliegen zum Mars und werden in eine Revolution der unterdrückten Schichten gegen den Diktator verwickelt.

Jack Vance, geb. 1916, amerikanischer Autor

Beschreibt fremdartige Welten und exotische Kulturen, atmosphärisch dichter Stil mit großem Detailreichtum

Dying Earth-Zyklus

"The Dying Earth" (1950, Die sterbende Erde)

"The Eyes of the Overworld" (1966, Das Auge der Überwelt)

Am Ende der Zeit leben nur noch wenige Menschen auf der Erde in zerfallenen Städten. Gnomen, Zauberer und andere seltsame Wesen bevölkern die Wälder, Magie überwiegt die Wissenschaft.

"The Dragon Masters"

Kurzgeschichte: Menschen werden von reptilienartigen Wesen bedroht

"The Last Castle"

Kurzgeschichte: Die aristokratischen Herren der Erde sind ihren mechanisch handelnden Slaven ausgeliefert. Nach und nach fallen ihre Burgen, schließlich wird doch noch der Widerstand organisiert.

A.E. van Vogt, 1912 - 2000, in Kanada geboren, später in den USA lebend

Einer der großen Autoren der 40er Jahre, Vorliebe für Gigantomanie, Supermänner und feudalistische Gesellschaftsstrukturen

"Slan" (1946, Slan)

Geschichte von Mutanten und Superwesen, die von den Normalmenschen gehaßt werden.

"The World of Null-A" (1945, Die Welt der Null-A)

Gilbert Gosseyn gelangt auf die Venus, der Welt der nicht-aristotelischen Philosophie, und gerät in ein interstellares Ränkespiel mit dem Diktator Enro. Ideen wie Kloning, Körpervervielfältigung und Extrahirn werden eingebracht.

Fortsetzungen: "The Pawns of Null-A" (1956, "Kosmischer Schachzug"), "Null-A Three" (1985)

Isher-Romane:

"The Weapon-Shops of Isher" (1951, Die Waffenhändler von Isher)

"The Weapon-Makers" (1946, Die Waffenschmiede von Isher)

Seit Jahrtausenden herrscht im Imperium der Menschheit das Gleichgewicht der Kräfte zwischen dem Kaiserhaus Isher und den Waffenschmieden. Als eine junge ehrgeizige Kaiserin den Thron besteigt und ein Mann aus dem 20. Jahrhundert auftaucht, entbrennt ein Machtkampf, der die Grundfeste des Imperiums zu erschüttern droht.

"The Voyage of the Space Beagle" (1950, Die Weltraumexpedition der Space Beagle)

Ein Forschungsschiff begegnet fremden Lebensformen wie halbintelligenten Monstren, hypnotisch begabten Wesen und einer gigantischen intelligenten Gaswolke.

John Varley, geb. 1947, amerikanischer Autor

Gäa-Trilogie:

"Titan" (1979), "Wizard" (1981), "Demon" (1984)

Eine Saturnexpedition stellt fest, daß der Saturnmond Titan ein riesiges Gebilde in Form eines Hohlrades ist. Die Expeditionsteilnehmer finden sich im Innern des Gebildes wieder, und entdecken eine märchenhafte Welt mit seltsamen Kreaturen. Titan ist ein jahrmillionenaltes intelligentes Wesen.

"The Persistence of Vision"

Kurzgeschichte: Taubblinde Jugendliche haben sich neue Formen der Kommunikation und des Zusammenlebens geschaffen, die ein Normalmensch nicht verstehen kann.

"Steel Beach" (1992)

Die Menschen fliehen vor Außerirdischen auf den Mond und siedeln sich dort in unterirdischen stählernen Städten an.

John Vinge, geb. 1948, amerikanische Autorin

"The Snow Queen" (1979, Die Schneekönigin)

Der Planet Tiamat kreist um Zwillingssonnen, die ihrerseits ein Schwarzes Loch umkreisen. Dadurch herrschen jeweils 150 Jahre Winter und Sommer. Die Schneekönigin hat ihr Leben künstlich verlängert und will auch im Sommer ihre Herrschaft weiter ausüben.

Kurt Vonnegut jr., geb. 1922, amerikanischer Schriftsteller

Studierte Biochemie und Anthropologie. Mitbegründer der SFWA (Science Fiction Writers of America)

"Player Piano" (1952, Das höllische System)

Anti-Utopie: Ein Ingenieur kämpft gegen eine von Computern beherrschte Zivilisation. Nach der Revolte wollen die Menschen jedoch die Maschinen zurückhaben.

"Sirens of Titan" (1959, Die Sirenen des Titan)

Die menschliche Geschichte und die damit verbundenen historischen Bauwerke wurden nur erschaffen, weil ein Außerirdischer ein Ersatzteil für sein Raumschiff braucht.

Ian Watson, geb. 1943, britischer Autor

Autor, der sich mit Realität, Bewußtsein, Transzendenz und Mystik auseinandersetzt

"The Embedding" (1973, Das Babel-Syndrom)

Linguisten treffen mit einer außerirdischen Rasse zusammen, die überall im Universum Sprachen sammelt, um zu Wesen einer anderen Realität vorzustoßen.

Yaleen-Trilogie:

"The Book of the River" (1984, Das Buch vom Fluß9

"The Book of the Stars" (1985, Das Buch von den Sternen)

"The Book of Being" (1985, Das Buch vom Sein)

Ein künstliches Wesen in Gestalt eines Wurmes, das einen Fluß bewohnt, verhindert die Begegnung zweier Kulturen, die zu beiden Seiten des Flusses leben. Wiedergeburt und Geistreisen fügen sich zu einem metaphysischen Gemälde zusammen.

Stanley G. Weinbaum, 1902-1935, amerikanischer Autor

Phantastische Schilderungen außerirdischer Wesen; einer der besten Magazinautoren der 30er Jahre

"The new Adam" (1939, Der neue Adam)

Ein mißgebildetes Kind kann zwei Gedankengänge gleichzeitig denken und ist dadurch anderen überlegen. Doch die Menschen meiden es, und das Kind zerbricht.

"Martian Odyssee" (Mars-Odyssee)

Kurzgeschichte. Eine Expedition landet auf dem Mars und begegnet faszinierenden Wesen wie dem straußenähnlichen "Tweel".

Kate Wilhelm, geb. 1928, amerikanische Autorin

"Where late the sweet Birds sang" (1976, Hier sangen früher Vögel)

Nach einer Katastrophe zieht eine Familie in ein Forschungslabor, wie die Mitglieder geklont werden. Roman über Kloning, Genmanipulation und die Zerstörung der Umwelt durch Plünderung der Ressourcen.

Jack Williamson, geb. 1908, amerikanischer Autor

Wichtiger Vertreter der frühen Space Opera

"The Legion of Time" (1938, Die Zeitlegion)

Zwei alternative Zukunftswelten bekämpfen sich in der Vergangenheit, um ihre Existenz wahrscheinlicher zu machen. Schlachtfeld ist das 20.Jahrhundert.

"The Humanoids" (1949, Wing 4)

Roboter, die die Menschen beschützen wollen, schränken diese in ihrer Bewegungsfreiheit ein.

Gene Wolfe, geb. 1931, amerikanischer Autor

"The fifth Head of Cerbrerus" (1972, Der fünfte Kopf des Zerberus)

Auf einem Kolonialplaneten sucht ein Mann nach sich selbst und nach der ursprünglichen Kultur dieser Welt.

Zyklus "The Book of the new Sun":

"The Shadow of the Torturer" (1980, Der Schatten des Folterers)

"The Claw of the Conciliator" (1981, Die Klaue des Schlichters)

"The Sword of the Lictor" (1981, Das Schwert des Liktors)

"The Citadel of the Autarch" (1983, Die Zitadelle des Autarchen)

"Urth of the Sun"

Science Fantasy: Die Sonne ist gealtert, die Menschheit degeneriert, das Zeitalter der Technologie längst vergangen. Der Zykus schildert die Abenteuer des Folterknechts Severian auf dieser zukünftigen Erde, die Urth genannt wird. Ein religiöses Werk über die Wiederkehr eines neuen Messias, der die Sonne wiederbeleben wird und ein neues Zeitalter für die Erde verkündet.

John Wyndham, 1903-1969, britischer Autor

"The Day of the Triffids" (1951, Die Triffids)

Ein Meteorschauer läßt einen großen Teil der Menschheit erblinden. Pflanzen werden intelligent und versuchen, die Menschen zu vernichten. Katastrophenroman.

Roger Zelazny, geb. 1937, amerikanischer Autor

Vertreter der "New Wave"

"The Dream Master" (1966, Herr der Träume)

Mit einer neuen Psycho-Technik kann ein Psychiater in die Seelenwelt einer Patientin eindringen. Doch es gibt aus dieser Gedankenwelt für ihn kein Entrinnen mehr.

"Lord of Light" (1967, Herr des Lichts")

Ein Raumschiff landet auf einem fremden Planeten, ein Teil der Mannschaft wird unsterblich und enthält den übrigen den technischen Fortschritt vor. Die Unsterblichen werden zu Göttern des hinduistischen Pantheons, doch die Unterdrückten fordern diese Götter zum Kampf.


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© Dr. Robert Hector
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