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Geschichte des SF-Films
Der SF-Film stellt eine Welt der Illusionen, Träume und Visionen dar. Anders als bei den literarischen Formen des Genres stellen jedoch nicht gedankliche Spielereien und phantastische Ideen die Hauptrolle, sondern optische Happenings, obwohl viele Zukunftsfilme nach Romanvorlagen gedreht wurden.
Der erste lange SF-Streifen war George Méliès` "Le Voyage dans la Lune" (1902), nach den literarischen Vorlagen "De la Terre à la Lune" (Jules Verne, 1865) und "The first Men in the Moon" (H.G. Wells, 1901) gedreht. Raumfahrer gelangen mittels eines Raketengeschosses zum Mond, begegnen dort Mondbewohnern, den Seleniten, und kehren schließlich zur Erde zurück, indem sie sich von deren Schwerkraft anziehen lassen. Der Franzose Méliès (1861-1938) war einer der ersten Filmpioniere und benutzte als Trickfachmann in seinen Werken Überblendungen und Doppelbelichtungen. Eine Vielzahl seiner Filme hatte einen phantastischen Inhalt, etwa eine Unterwasserfahrt ("20 000 Meilen unter dem Meer" nach Jules Verne) oder eine Reise zum Nordpol.
Natürlich gab es auch schon zuvor phantastische Filme, allerdings mit nur ein paar Minuten Laufzeit: "She" (1899) von Méliès nach H. Rider Haggards Roman, "A la Conquète de L`Air (1901) von Ferdinand Zecca, oder "An Over-Incubated Baby" (1901) aus den Edison-Studios, wo ein Säugling im fehlfunktionierenden Brutkasten zur Mumie altert.
Bemerkenswerte Kurzfilme drehte in dieser Zeit auch der Engländer Walter Booth: In "The? Motorist" (1905) erreicht ein Automobil eine solch hohe Geschwindigkeit, daß es ins All geschleudert wird, an der Sonne vorbei zum Saturn fliegt und schließlich zur Erde zurückkehrt. In "The Airship Destroyer" (1909) greifen Flugmaschinen außerirdischer Wesen London an, bis ein Wissenschaftler sie mit Tornados vernichtet.
In Deutschland erlebte der phantastische Horrorfilm eine Blütezeit; inspiriert wurden die düsteren Geschichten von den Werken Goethes, Hoffmanns und Chamissos. "Der Golem" (1914, Paul Wegener; 1920 erschien eine weitere Fassung) erzählt eine Geschichte aus der jüdischen Mythologie über die Erschaffung künstlichen Lebens. Im 1914er Film wird der Golem bei Bauarbeiten in der damaligen Jetztzeit ausgegraben und wieder zum Leben erweckt. Im Film von 1920 ("Der Golem, wie er in die Welt kam") wird die mittelalterliche Entstehungsgeschichte des Golem nachgeholt.
In "Das Kabinett des Dr. Caligari" (1919, Robert Wiene) läßt ein diabolischer Doktor seine Diener eine Reihe von Morden unter Hypnoseeinfluß durchführen. Ein Vampir spielt die Hauptrolle in "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" (1922, F.W.Murnau), basierend auf Bram Strokers Vampirgeschichte "Dracula". Ein Doppelgänger taucht in "Der Student von Prag" (1926, Henrik Galeen; die Urfassung stammt aus dem Jahr 1913, mit Paul Wegener in der Hauptrolle) auf, ein Besessener in "Orlacs Hände" (1924, Robert Wiene).
Mehr der Science Fiction zuzurechnen ist Otto Ripperts Serienfilm "Homunculus" (1916): ein Wissenschaftler erzeugt in der Retorte einen künstlichen Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Dieser Homunculus macht sich jedoch selbständig und wird zum Tyrannen. Der Serienfilm entstand übrigens nach dem Vorbild der französischen Serials "Fantomas" und "Les Vampires", die zwar nicht dem phantastischen Genre zugehörten, dafür aber vor genialen Verbrechern und unerkannten Rächern nur so wimmelten.
1918 erschien "Alraune" nach einem Roman von H.H. Ewers: Alraune entsteht durch eine künstliche Befruchtung, die ein Wissenschaftler an einer Prostituierten mit dem Samen eines Mörders vornimmt. Das Kind wird zur Verbrecherin.
Fritz Lang schuf 1926 den ersten großen SF-Film: "Metropolis". Metropolis ist eine riesige Zukunftsstadt, deren Gesellschaft geteilt ist in Arbeiter, die in unterirdischen Fabriken schuften müssen, und eine führende Elite, die in de Türmen der Stadt einem verschwenderischen Leben nachgeht. Die visuellen Effekte machten aus "Metropolis" einen Kultfilm. 1929 drehte Lang den Streifen "Die Frau im Mond", in dem eine irdische Expedition zum Erdtrabanten fliegt, um nach Gold zu suchen.
Mittlerweile hatte auch Hollywood den phantastischen Film entdeckt. Bereits 1910 entstand eine Version von "Frankenstein", welche von Edison stammt. 1920 drehte John Barrymore "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" nach einem Roman von Robert Louis Stevenson: ein angesehener Wissenschaftler verwandelt sich unter dem Einfluß einer Droge in ein Monster, in dem seine negativen Charaktereigenschaften durchbrechen. Die berühmteste Version dieses Stoffes entstand jedoch 1932 mit Frederic March in der Hauptrolle; eine "Urfassung stammt aus dem Jahre 1912.
1925 entstand der erste Dinosaurierfilm "The Lost World" nach dem Roman von Conan Doyle. Regisseur Willis O`Brien animierte seine Miniaturmodelle mittels der Stop-Motion-Technik zu erstaunlichem Leben.
In Rußland wurde 1924 der Roman "Aelita" durch Jakow Protasanow verfilmt, eine Geschichte über einen Flug zum Mars. Aufsehen erregten die surrealistischen Filme "Un Chien Andalou" (1929) und "L`Age d`Or" (1930) von Louis Bunuel in Zusammenarbeit mit Salvador Dali. Unvergessen die Szene, in der ein Auge mit einem Rasiermesser aufgeschnitten wird. Andere bekannte phantastische Stummfilme waren "Mysterious Island" (USA, 1929), eine Jules Verne - Verfilmung, der dänische Film "Das Himmelsschiff" (1917), Murnaus "Faust" und "Der Januskopf", Fritz Langs "Der müde Tod", Benjamin Christiansens "Hexen", Guido Brignones "Maciste all`Inferno, "Peter Pan" (USA, 1924) oder "The Wizard of Oz" (USA, 1925). Es gab bereits 1914 drei Oz-Filme, die der Romanautor L. Frank Baum selbst inszenierte und produzierte.
Zu Beginn der 30er Jahre löste der Tonfilm den Stummfilm ab. 1931 drehte James Whale die erste Tonfilmfassung von "Frankenstein" nach der Romanvorlage von Mary Shelley. Ein Wissenschaftler näht aus Leichenteilen einen Körper zusammen und erweckt ihn mittels elektrischer Entladungen zum Leben. Es entsteht ein Monster, welches seine Umgebung in Angst und Schrecken versetzt. Boris Karloff glänzte in der Rolle des erbarmungswürdigen Monsters. 1935 folgte die noch bessere Fortsetzung "The Bride of Frankenstein".
1933 erschien ein weiterer klassischer Monsterfilm: "King Kong" unter der Regie von Ernest B. Schoedsack und Merian C. Cooper. Ein Filmproduzent sucht mit seinem Team auf einer afrikanischen Insel nach Urwelttieren. Der Riesenaffe King Kong wird entdeckt und raubt kurz darauf die Hauptdarstellerin. Schließlich wird King Kong nach New York gebracht, wo er als Weltwunder ausgestellt werden soll; er flieht, findet jedoch nach einer dramatischen Jagd beim Sturz vom Empire State Building den Tod. Ein Film über den Gegensatz zwischen Natur und Zivilisation mit einer untergründigen erotischen Komponente. Bestechend Willis O`Brien`s Stop-Motion-Animation von King Kong und anderen Monstern.
Nach Romanvorlagen von H.G. Wells entstanden die bemerkenswerten SF-Filme "Island of lost Souls" (1932, Erle C. Kenton), in dem ein verrückter Wissenschaftler Monstren als Kreuzung zwischen Mensch und Tier erschafft, und "The Invisible Man" (1933, James Whale), eine Geschichte über einen unsichtbaren Menschen, die vor allem durch die Spezialeffekte beeindruckt.
Exotische Welten wurden in den Fantasy-Filmen "The Wizard of Oz" (1939) und "The Thief of Bagdad" (1940) dargestellt.
Der englische SF-Klassiker "Things to come" (1936, William Cameron Menzies) beschreibt die Zukunft der Erde in den nächsten hundert Jahren, auf der nach einem zivilisationszerstörenden Krieg ein neues technologisches Paradies entsteht. Beeindruckend die Architektur und futuristischen Dekorationen, die von Kameramann George Perinal inszeniert wurden.
Die "technische" Science Fiction" mit Raumschlachten, Strahlenkanonen, Robotern und fremden Planeten fand in den 30er Jahren über die "Serials" Eingang in den Film. Serials waren Fortsetzungs-Kurzfilme, die meist als Vorfilm im Kinoprogramm liegen. Sie bezogen ihre Ideen, Gestalten und Formen vor allem von den Comics, die bekanntesten Comic-Helden wie Flash Gordon, Buck Rogers und Superman wurden auch zu Serial-Hauptfiguren. Das bekannteste Serial, "Flash Gordon" (1936, Frederick Stephani), schildert die Abenteuer des Titelhelden Flash Gordon, der zusammen mit seiner blonden Freundin Dale Arden und dem Wissenschaftler Dr. Zarkov auf einem fremden Planeten den grausamen Diktator Ming bekämpft. Flash muß seine Freundin des öfteren aus brenzligen Situationen retten und begegnet bei seinen Abenteuern seltsamen Wesen wie Löwen- und Fischmenschen. Dieses 13-teilige Serial fand aufgrund seines Erfolges Fortsetzungen: "Flash Gordon`s Trip to Mars" (1938) und "Flash Gordon conquers the Universe" (1940), in dem der Tyrann Ming mit einem tödlichen roten Staub die Erde angreift. Die Beliebtheit dieser Serials wurde auf den sympathischen Titelhelden und seine Freundin sowie auf die tricktechnische Phantasie zurückgeführt.
Das Serial "Buck Rogers" (1939, Frank Beebe, Saul A.Goodkind) basiert ebenfalls auf einem Comic. Der Held versinkt durch Einatmen eines seltsamen Gases in einen Tiefschlaf und erwacht erst wieder im 25. Jahrhundert. Gefährliche Gegner wie "Killer" Kane bekämpfen ihn mit Strahlenpistolen, gefährlichen Bomben und Raketen, seine schöne Begleiterin heißt Wilma. Während "Flash Gordon" noch viele Fantasy-Elemente enthielt, lag bei "Buck Rogers" das Hauptgewicht auf der technischen Seite des Geschehens.
Einer der wenigen SF-Filme der 40er Jahre war der in Technicolor gedrehte "Dr. Cyclop" (1940, Ernest B. Schoedsack). Ein kurzsichtiger Biologe arbeitet an der Veränderung von Molekularstrukturen durch radioaktive Strahlen. Er beschießt ein Wissenschaftlerteam mit Radiumstrahlen, woraufhin die Menschen schrumpfen und winzig klein werden, so daß selbst eine Hauskatze für sie eine Bedrohung darstellt.
In den Kriegsjahren entstanden zwei bemerkenswerte Fantasy-Filme: "Cat People" (1942, Jacques Tourneur) erzählt die Geschichte einer Frau, die sich beim Geschlechtsakt in eine pantherähnliche Kreatur verwandelt. Die deutsche UFA produzierte 1943 "Die Abenteuer des Baron Münchhausen" (Regie: Josef von Baky) mit Hans Albers in der Hauptrolle. Der Lügenbaron besucht orientalische Länder, fliegt auf einer Kanonenkugel zu den Türken und mit einem Ballon auf den Mond.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann in den USA die große Kommunistenfurcht, ein kollektiver Wahn setzte ein, der in der McCarthy-Ära seinen Höhepunkt fand. Eine solche Hysterie machte sich auch in den amerikanischen SF-Filmen der 50er Jahre bemerkbar.
1950 entstand "Destination Moon" (Irving Pichel), ein Film über einen Raumflug zum Mond, um die technische Überlegenheit der Amerikaner zu demonstrieren und um auf dem Erdtrabanten militärische Stützpunkte einzurichten. Weitere Space Operas dieser Jahre über Flüge zum Mond und andere Planeten waren "Rocketship XM" (1950,Kurt Neumann), "Flight to Mars" (1951, Leslie Selander), "Project Moonbase" (1953, Richard Talmadge) und "The Conquest of Space"" (1955, Byron Haskin). Gemeinsam war diesen Filmen ein in den Weltraum ausgeweiteter Imperialismus, um die Ideale der "freien Welt" zu verteidigen.
In "When Worlds collide" (1951, Rudolf Matè) wird die Erde durch eine bevorstehende Kollision mit einem anderen Planeten bedroht. Vor der Zerstörung gelingt es der Menschheit, einige Auserwählte in einem Raumschiff zu einem anderen Planeten zu bringen, die dort das Erbe der Menschheit bewahren.
Eine Ausnahme von den hetzerischen Eroberungs- und Invasionfilmen dieser Zeit bildete "The Day, the Earth stood still" (1951, Robert Wise). Ein Abgesandter einer außerirdischen Zivilisation erscheint auf der Erde, um die Menschheit vor den Gefahren der Atombombe zu warnen.
Ansonsten dominierte in den damaligen Filmen die Furcht vor allem Fremden, die Angst vor der Invasion, seien es nun Kommunisten, Monster oder Außerirdische. In "The Thing from another World" (1951, Christian Nyby) übernimmt ein außerirdisches Wesen am Nordpol einige Menschen. Weitere Invasionsfilme waren "Invaders from Mars" (1953, W.C. Menzies), in dem glotzäugige Marsmonster die Erde bedrohen, "It came from Outer Space" (1953, Jack Arnold), in dem Außerirdische eigentlich nur ihr Raumschiff auf der Erde reparieren wollen, aber von den Menschen mit äußerstem Mißtrauen beargwöhnt werden, "Invasion of the Body Snatchers" (1956, Don Siegel), in dem riesige außerirdische Samenkapseln Menschen imitieren und die Originale vernichten, bis sie schließlich die gesamte Welt übernommen haben, und "The War of the Worlds" (1953, Byron Haskin), in dem Marsungeheuer Menschen mit Todesstrahlen vernichten.
Auch diverse Monsterfilme drücken den Fremdenhass dieser Zeit aus: In "The Beast from 20 000 Fathoms" (1953, Eugene Lourie) taut nach einem Atombombenversuch in der Arktis ein Urzeitsaurier auf und fällt in New York ein; in dem im 3-D-Verfahren hergestellten "Creature from the black Lagoon" (1954, Jack Arnold) findet eine Expedition im Amazonasgebiet ein fischähnliches Monster.
Auch ins Riesige vergrößerte Tiere sollten die Menschen in Angst und Schrecken versetzen: in "Them" (1954, Gordon Douglas) sind es elefantengroße Ameisen, in "Tarantula" (1955, Jack Arnold) überdimensionale giftige Spinnen, in "The Fly" (1958, Kurt Neumann) taucht eine Kreuzung aus Mensch und Fliege auf.
Zwei großartige Space Operas mit hervorragenden Spezialeffekten wurden in den 50er Jahren produziert, beide Male wurden die Wunder fremder Planeten demonstriert: "This Island Earth" (1955, Joseph Neumann) und "Forbidden Planet" (1956, Fred McLeod Wilcox).
1957 drehte Jack Arnold "The Incredible Shrinking Man", die Geschichte eines Mannes, der durch die Einwirkung einer geheimnisvollen Wolke immer kleiner wird, bis er schließlich ein neues Universum, den Mikrokosmos, erreicht.
Auch berühmte SF-Romane wurden verfilmt: Jules Verne`s Unterwasserreise der Nautilus in "20 000 Leagues under the Sea" (1954, Richard Fleischer), ebenfalls seine Expedition zum Mittelpunkt der Erde: "Journey to the Center of the Earth" (1959, Henery Levin), sowie H.G. Wells` Reise mit der Zeitmaschine in die Zukunft der Erde : "The Time Machine" (1960, George Pal).
"On the Beach" (1959, Stanley Kramer) schildert das Schicksal von Überlebenden nach einem Atomkrieg, "1984" (1956, Michael Anderson) ist die Filmadaptation von George Orwell`s berühmter Dystopie über einen alles kontrollierenden Staat.
Letzterer ist ein britischer Film, eine Ausnahme in dem sonst bis dahin von den USA beherrschten Genre. Erfolgreich waren auch die in den englischen Hammer-Studios (in denen viele Horrorfilme hergestellt wurden) produzierten "Quatermass"-Filme, die nach einer Fernsehserie von Nigel Kneale entstanden.
Professor Quatermass ist Leiter des englischen Raumflugprogramms. Als ein Raumschiff zur Erde zurückkehrt, verwandelt sich der einzig überlebende Raumfahrer in ein krakenähnliches Wesen, das nur mit Mühe getötet werden kann ("The Quatermass Experiment", 1955, Val Guest). In "Quatermass II" (1957, Val Guest) rettet der Professor die Erde vor einer Invasion durch kokosnußgroße Aliens, die das Nervensystem ihrer Opfer befallen. Der schwächere dritte Film, "Quatermass and the Pit" (1967, Roy Ward Baker), erzählt von der Entdeckung eines Raumschiffs, das von uralten insektenartigen Marsianern bemannt ist, die die Erde erobern wollen.
In "Village of the Damned" (1959,Wolf Rilla) werden in einer britischen Ortschaft zwölf telepathisch begabte Kinder geboren, die den Vortrupp für eine außerirdische Invasion bilden. "The Damned" (1962, Joseph Losey) erzählt die Geschichte von Kindern, die absichtlich radioaktiv verseucht wurden, um sie auf ein Leben nach dem Atomkrieg vorzubereiten, wenn die Erde für Normalmenschen unbewohnbar sein wird.
Auch in Japan wurden in den 50er Jahren einige bedeutende SF-Filme produziert, die sich meist um Urweltmonster drehten, die durch Versuche mit der Atomkraft erweckt wurden und dann japanische Städte zerstörten. Regisseur Inoshiro Honda und sein Trickspezialist Eji Tsuburaya waren die wichtigsten Personen des japanischen Zukunftsfilms und drehten u.a. "Godzilla" (1954), "Rodan - Die Fliegenden Monster von Osaka" (1956) und "Frankenstein und die Monster aus dem All" (1968), in dem Außerirdische die Kontrolle über die Monster Godzilla, Mothra und Ghidrah erlangen, um die Erde zu unterjochen. Die Kontrolle kann jedoch durchbrochen werden, und die Monster stellen sich gegen die Aliens.
In den 60er Jahren wurden wieder einige bekannte Romane verfilmt: "The Lost World" (1960, Irvin Allen) nach Arthur Conan Doyle, die Jules Verne - Adaptationen "Mysterious Island" (1960, Cyril Endfield), wobei ein amerikanischer Soldat auf einer Pazifikinsel mit einem Ballon landet und dort auf Kapitän Nemo mit seinem Unterseeboot Nautilus trifft; sowie "Masters of the World" (1961, Willis Witney) über den Erfinder Robur. Ebenfalls verfilmt wurde "First Men in the Moon" (1964, Nathan Juran) nach einer Vorlage von H.G. Wells, in der ein Antigrav-Raumschiff zum Mond fliegt und dort auf die insektenartigen Seleniten trifft.
Die atomare Bedrohung war weiterhin vorhanden, was sich auch in den SF-Filmen jener Zeit widerspiegelte. In dem englischen Streifen "The Day the Earth caught Fire" (1961, Val Guest) werfen gleichzeitige Atomexplosionen auf dem Nord- und Südpol die Erde aus ihrer Umlaufbahn.
Der beste Film zum Thema atomare Bedrohung stammt jedoch von Stanley Kubrick : "Dr. Strangelove, or how I learned to stop worrying and love the Bomb" (1961). In dieser ätzenden Weltuntergangssatire schickt ein General atomwaffenbestückte B 52 - Bomber in Richtung Sowjetunion, um dem Kommunismus den Garaus zu machen. Einem der Flugzeuge gelingt der Durchbruch, aber der Gegenschlag der russischen Nuklearwaffen läßt nicht lange auf sich warten...
Beklemmend war auch der britische Dokumentarfilm "The War Game" (1966, Peter Watkins), ein fiktiver Bericht über die Auswirkungen einer nuklearen Katastrophe in einer englischen Stadt.
Aber auch einige intelligente Dystopien wurden produziert: In "Alphaville - une ètrange Aventure de Lemy Caution" (1965, Jean-Luc Godard) bestimmen Elektronenhirne den Ablauf des Lebens in einer Stadt, in "Fahrenheit 451" (1966, Francois Truffaut) ist das Lesen von Büchern von Staats wegen verboten, in "THX 1138" (1971, George Lucas; im Jahre 1969 hatte Lucas die Studentenfilmversion gedreht) werden Menschen in einer vollautomatisierten unterirdischen Zukunftswelt durch Drogen manipuliert.
Zusätzlich entstanden in dieser Umbruchszeit eine Vielzahl bemerkenswerter SF-Filme verschiedenster Thematik: "Dr. No" (1962, Terence Young) war das erste Werk über den englischen Super-Geheimagenten James Bond. Der geheimnisvolle Dr. No sabotiert von einem Inselstützpunkt aus amerikanische Weltraumraketen und will die Weltherrschaft an sich reißen. Eher in die Sparte Horror paßt Alfred Hitchcock`s "The Birds" (1963): Aggressive Vögel fallen über Menschen her. In "The Time Travellers" (1964, Ib Melchior) gelangt eine Forschergruppe durch ein Zeittor in eine Zukunft, in der die Zivilisation zusammengebrochen ist und die Erde von mutierten Monstern beherrscht wird. Eine Reise in die Wunderwelt des menschlichen Körpers wird in "Fantastic Voyage" (1966, Richard Fleischer) geschildert. Sex und Erotik spielen eine wichtige Rolle in Roger Vadim`s "Barbarella" (1967) mit Jane Fonda in der Hauptrolle. In "Planet of the Apes" (1968, Franklin J. Schaffner) sind auf einer zukünftigen Erde Affen die herrschenden Wesen. "Charly" (1967, Ralph Nelson) beschreibt den Prozeß der Intelligenzsteigerung bei einem schwachsinnigen Jungen, in "The Forbin Project" (1970, Joseph Sargent) übernimmt der Supercomputer Colossus die Weltherrschaft. Auch phantastische Abenteuer im Weltraum kommen nicht zu kurz: In "Journey to the far Side of the Sun" (1969, Robert Parrish) fliegen Astronauten zu einem Planeten, der auf der anderen Seite der Sonne auf der gleichen Bahn kreist wie die Erde. Der Planet gleicht bis aufs Haar der Erde, nur ist alles spiegelverkehrt... "Marooned" (1969, John Sturges) schildert die dramatische Rettungsaktion eines im Weltall verunglückten Apollo-Raumschiffs und seiner Besatzung.
Bis heute unübertroffen blieb jedoch Stanley Kubrick`s phantastisches Meisterwerk "2001 - A Space Odyssee" (1968, basierend auf der Kurzgeschichte "The Sentinel" von Arthur C. Clarke. Das Raumschiff Discovery startet Richtung Jupiter, um Signale zu erforschen, die von einem rätselhaften Monolithen auf dem Mond abgestrahlt wurden. Der angeblich unfehlbare Supercomputer HAL tötet fast die gesamte Mannschaft, doch Astronaut David Bowman kann ihn abschalten und erreicht schließlich die Monde des Jupiter, wo für ihn eine phantastische Reise beginnt. Obwohl der Schluß für viele verwirrend ist, besticht der Film vor allem durch seine optische Kraft: durch die hervorragende Darstellung der Technik des 21.Jahrhunderts, durch seine glänzenden Weltraumaufnahmen und durch die psychedelischen Visionen am Ende der Reise.
Als "russische Antwort auf 2001" wurde ein anderes Meisterwerk propagiert: Andrej Tarkowski`s "Solaris" (1972) nach dem Roman von Stanislaw Lem. Im Gegensatz zu Kubrick`s technologischem Glanz betont Tarkowski die menschliche Seite der SF: auch durch Flüge in den Weltraum kann der Mensch seinen Problemen und Ängsten nicht entfliehen. Alle Versuche, den Ozean des Planeten Solaris zu erforschen, schlagen fehl, der Mensch wird mit sich selbst konfrontiert.
Zwei Filme der 70er Jahre wurden direkt durch "2001" inspiriert: "Silent Running" (1972, Douglas Trumbull) und "Dark Star" (1973, John Carpenter). "Silent Running" ist ein ökologisch orientiertes Werk: ein Wissenschaftler versucht, die Wälder in seinem Raumschiff vor der Vernichtung zu bewahren; auf der Erde gibt es längst kein pflanzliches und tierisches Leben mehr. Der Film begeistert durch betörende Bilder und die wunderschönen Songs von Joan Baez. "Dark Star" mit seiner skurillen Raumschiffbesatzung ist eine beißende Satire auf SF-Filme und avancierte zum Kultfilm.
Stanley Kubrick schuf 1971 einen weiteren Meilenstein: "A Clockwork Orange". Ein aggressiver jugendlicher Verbrecher wird durch Gehirnwäsche in einen harmlosen, lebensuntüchtigen Träumer umgewandelt. Der Film wurde sehr kontrovers aufgenommen, viele warfen ihm Gewaltverherrlichung vor.
In der ersten Hälfte der 70er Jahre gab es viele ambitionierte Versuche, die Themenvielfalt der Science Fiction filmisch zu verarbeiten. In "The Andromeda Strain" (1970, Robert Wise) bedroht ein außerirdischer Krankheitserreger, der mit einer Raumsonde auf die Erde gelangt ist, das Leben auf unserem Planeten. In "The Omega Man" (1971, Boris Sagal) kämpft sich ein Mann durch eine Welt, in der ein bakteriologisch geführter Krieg die Menschheit mutieren ließ. Die pervertierte Vergnügungsindustrie nehmen "Westworld" (1972, Michael Crichton) und dessen Fortsetzung "Futureworld" (1976, Richard T. Heffron) aufs Korn. In einem Vergnügungspark der Zukunft konnen sich die Menschen in einer Welt des Wilden Westens bzw. der Zukunft entspannen und austoben. In Woody Allen`s "Sleeper" (1973) wird der Held aus Versehen eingefroren und erwacht zweihundert Jahre später in einem postatomaren, faschistischen Amerika. "Phase IV" (1973, Saul Bass) schildert die Bedrohung der Erde durch überdimensionale Ameisen. Das Problem der Überbevölkerung ist das tragende Thema von "Soylent Green" (1973, Richard Fleischer). Alte Menschen werden aus dem Verkehr gezogen, um aus ihnen ein synthetisches Nahrungsmittel herzustellen. In "Zardoz" (1973,John Boorman) ist die Menschheit unterteilt in eine unsterbliche, aber zeugungsunfähige Elite und eine Masse von Barbaren, die die Unsterblichen mit Nahrung versorgen. In "Rollerball" (1974, Norman Jewison) dient ein brutaler Sport der Massenunterhaltung der Menschen. "The Boy and his Dog" (1975, L.Q. Jones, nach einer Kurzgeschichte von Harlan Ellison) spielt auf einer Nachkriegserde, auf der ein jugendlicher Rocker eine Beziehung zu einem mutierten, intelligenten Hund einer Verbindung mit einem Mädchen vorzieht. "The Man who fell to Earth" (1975, Nicholas Roeg) beschreibt die Bemühungen eines Außerirdischen (dargestellt von David Bowie), auf der Erde mit Hilfe eines Industrieimperiums Reichtum anzuhäufen, um damit den Angehörigen seiner Rasse zu helfen. "Network" (1976, Sidney Lumet) thematisiert die Abhängigkeit des Mediums Fernsehen von Wirtschaftsinteressen, Kommerz und Konsum.
1976 begann mit der Großproduktion "Star Wars" von George Lucas eine neue Ära des SF-Films. Der große Erfolg dieses Weltraummärchens führte zu einem wahren SF-Boom, aber die inhaltliche Qualität dieser Filme entsprach meist leider nur der der Pulp-Magazine der 30er Jahre. Die Regisseure versuchten, die inhaltlich fehlende Reife durch bombastische Spezialeffekte zu kompensieren, um das meist jugendliche Publikum zu begeistern. Es folgten die Star Wars - Fortsetzungen "The Empire strikes back" und "The Return of the Jedi", dazu Filme wie "Raiders of the lost Ark" oder "Indiana Jones and the Temple of Doom" sowie "Ghostbusters".
"Close Encounters of the third Kind" (1977, Steven Spielberg" glänzte durch seine visuellen Effekte. Am Schluß des Films landet ein gewaltiges UFO mit friedlich gesinnten Insassen, Lichtorgien und Farbenspiele untermalen dieses überirdische Geschehen.
In "Alien" (1979, Ridley Scott) verbreitet ein monströsen Wesen an Bord eines Raumschleppers Angst und Schrecken. Der Horror wird perfekt inszeniert.
Zu einem Kultfilm avancierte "Blade Runner" (1982, Ridley Scott). Die Jagd auf menschenähnlich wirkende Androiden erscheint fast nebensächlich gegenüber der optisch beeindruckenden Darstellung eines futuristischen Los Angeles.
1978 entstand der erste "Star Trek"-Kinofilm nach der berühmten Fernsehserie um die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, ebenso "Superman", nach dem gleichnamigen Superhelden-Comic. "Coma" (1978, Michael Crichton) dreht sich um einen illegalen Handel mit Transplantationsorganen, in "Outland" (1980, Peter Hyams) werden Arbeiter in Bergwerken des Jupitermondes Io unter Drogen gesetzt, um ihre Leistung zu steigern. "Android" (1981, Aaron Lipstadt) handelt von einem perfekten Androiden, der ein Eigenleben zu führen beginnt. "Brainstorm" (1983, Douglas Trumbull) thematisiert die Aufzeichnung und Übertragung menschlicher Gehirnwellen, in "Altered States" (1980, Ken Russel) versucht ein Wissenschaftler mit Hilfe einer indianischen Droge das in den Atomen seines Körpers imprägnierte Wissen freizulegen und sein Unterbewußtsein zu erforschen.
Erste "Computerfilme" wurden gedreht. In "Tron" (1982, Steven Lisberger) findet sich der Protagonist in den Schaltkreisen eines Computers wieder und muß gegen das tückische "Master Control Program" um sein Überleben kämpfen, in "War Games" (1983, John Badham) schaltet sich ein Jugendlicher in den Zentralcomputer des amerikanischen Verteidigungsministeriums ein und löst beinahe einen Atomkrieg aus.
Es war auch die Zeit der Fortsetzungen: in "2010" (1983) versuchte Peter Hyams vergeblich an Kubricks Meisterwerk heranzukommen, besser dagegen waren die Alien - Filme. Dazu gab es Fortsetzungen zu Star Trek und Superman.
1983 verfilmte David Lynch die berühmte Story des Wüstenplaneten "Dune", konnte jedoch die Erwartungen der Zuschauer nicht erfüllten. Erfolgreicher dagegen war die amüsante Zeitreisegeschichte "Back to the Future" (1985, Robert Zemeckis), in der ein Jugendlicher ins Jahr 1955 verschlagen wird und sich dort den Annäherungen seiner zukünftigen Mutter erwehren muß. "Enemy Mine" (1985, Wolfgang Petersen) ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Menschen und einem Alien, obwohl sich beide Völker bekriegen.
Die Verschlechterung der internationalen Beziehungen (Afghanistan-Invasion der Russen, Nachrüstungsbeschluß der NATO) ließ auch die Angst vor einem alles zerstörenden Atomkrieg wieder aufleben. Vor diesem Hintergrund entstanden einige bemerkenswerte Filme über die Situation nach einer nuklearen Katastrophe: Hierzu gehören der amerikanische Film "The Day After" (1983, Nicholas Mayer), der französische "Malevil" (1980, Christian de Chalonge) und der erschütternde russische "Briefe eines Toten" (1986, Konstantin Lopuschanski). Kultcharakter erlangte der australische Road-Movie "Mad Max" (1978, George Miller), in der ein Mann in einer zerfallenden Welt, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt, ums Überleben kämpft. In dem neuseeländischen Film "Quiet Earth" (1985, Geoffrey Murphy) führen wissenschaftliche Experimente mit einer neuen Art des Energietransports dazu, daß die meisten Menschen von der Erde verschwinden. Das nukleare Disaster aus der Sicht eines älteren Ehepaares ist das Thema des Zeichentrickfilms "When the Wind blows" (1986, Jimmy T. Murakami).
Am Vorabend einer nuklearen Apokylypse spielt "Das Opfer" (1986, Andrej Tarkowski), doch dieses Meisterwerk ist noch weit vielschichtiger: es geht um menschliches Erkenntnisvermögen und die Verantwortung des Menschen. Ebenso ein Meisterwerk ist Tarkowki`s "Stalker", wo drei Männer in eine verbotene Zone eindringen, in der angeblich Außerdirdische gelandet sind, und dort mit mysteriösen Ereignissen zwischen Realität und Phantasie konfrontiert werden. Ein Experimentalfilm, der Fragen um Realität und Bewußtsein thematisiert, ist "La Jetèe" (1985, Chris Marker). Voll von surrealistischen Visionen ist "Brazil" (1984, Terry Gilliam), in dem ein Mann in einem alles kontrollierenden Staat um seine Freiheit kämpft. Ebenfalls in diese Sparte paßt die Orwell-Neuverfilmung "1984" (1984, Michael Radford).
Neben diesen düsteren Werken hatten auch Fantasy-Verfilmungen Hochkonjunktur. Ein Kassenschlager wurde Steven Spielberg`s "E.T. - The Extraterrestrial" (1982), eine tränenrührende Geschichte um einen auf der Erde zurückgelassenen Außerirdischen, der sich einer feindlichen Umwelt gegenübersieht und Zuflucht bei Kindern sucht. Erfolgreiche Fantasy-Produktionen waren auch "Neverending Story", "Dark Crystal", "Krull", "Ghostbusters", "Highlander" und "Labyrinth".
"Predator" (1987, John McTiernan) ist die Geschichte eines unheimlichen Aliens, der sich im Dschungel unsichtbar macht und seine Gegner dezimiert. Die Fortsetzung "Predator 2" (1990, Stephen Hopkins) spielt im Großstadtdschungel von Los Angeles, welches von Drogengangs beherrscht wird. "The Fly" (1986, David Cronenberg) schildert die Metamorphose eines Menschen in eine Fliege, nachdem das genetische Material beider Arten während einer Materietransmission vermischt wurde. "Robocop" (1986, PaulVerhoeven) spielt in einem futuristischen Detroit, das im Sumpf der Korruption zu versinken droht. Das Gehirn eines tödlich verwundeten Polzisten wird in einen Roboter verpflanzt, und der so entstandene Cyborg räumt in brutaler Manier mit dem Bösen in der Welt auf. In "Running Man" (1987, Paul Michael Glaser) können "Kriminelle" während einer Fernsehshow die Freiheit erlangen, falls es ihnen gelingt, ihren Verfolgern zu entkommen. Arnold Schwarzenegger legt sich mit korrupten Fernsehmachern an.
"Abyss" (1989, James Cameron) und "Leviathan" (1989, George P. Cosmatos) waren Unterwasserabenteuer, in denen die Protagonisten himmlichen Außerirdischen und genetisch manipulierten Menschen begegnen. "Millenium" (1989, Michael Anderson, nach einem Roman von John Varley) ist eine Zeitreisegeschichte, in der die Menschen der Zukunft in einer verpesteten Welt leben. Auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick basierte "Total Recall" (1990, Paul Verhoeven, mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle). Es geht um künstliche Erinnerungen und die Unterscheidung von Illusion und Realität; auf dem Mars wird die Hinterlassenschaft einer uralten Zivilisation entdeckt, mit deren Hilfe den unterdrückten Bewohnern einer Kolonie geholfen wird.
"Terminator 2 - Judgement Day" (1991, James Cameron, ebenfalls mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle), die Fortsetzung des Kultfilms aus dem Jahr 1984, glänzte durch seine Special Effects. Ein Terminator aus Flüssigmetall, der jede beliebige Form annehmen kann, versucht die Vergangenheit zu verändern, doch Arnie als altmodischer Roboter weiß dies zu verändern. Rolling Stone Mick Jagger spielte in "Freejack" (1992, Geoff Murphy, nach dem Roman "Immortality,inc." von Robert Sheckley) eine Hauptrolle; reiche Leute transferieren ihren Geist in die Körper junger Menschen, die aus der Vergangenheit entführt werden. In "Universal Soldier" (1992, Roland Emmerich) werden künstlich wiedererweckte Vietnamveteranen zu technisch hochgerüsteten Kämpfern umfunktioniert.
1993 war das Jahr von Steven Spielberg`s "Jurassic Park"; auf einer Insel vor Costa Rica wurden aus in Bernstein eingeschlossenen DNA-Fragmenten Saurier gezüchtet, die dann natürlich ihr Unwesen treiben. Im gleichen Jahr erschienen "Fortress" und "Demolition Man", düstere Zukunftsthriller um ein High-Tech-Gefängnis bzw. einen Polizisten. Um vernetzte Computer und virtuelle Realitäten drehen sich "Der Rasenmähermann", "The Snapper", "Der Killer im System", "Das Netz", "Johnny Mnemonic" - vernetzt" und "Hackers". "Stargate" (1995) von Roland Emmerich war eine Mixtur aus ägyptischer Mythologie und Zeitreise, "Judge Dredd", eine Comicverfilmung, spielt in einem Polizeistaat der Zukunft, in der gentechnisch gezüchtete Superkämpfer für Ruhe und Ordnung sorgen. "Waterworld" mit Kevin Costner war zwar finanziell ein ähnlicher Reinfall wie einst "Haven`s Gate", hat aber mit dennoch das Zeug zu einem Öko-Kultfilm ähnlich wie "Silent Running", der Schrott darin war vom Feinsten. "Batman Forever" gefiel durch seine düstere Atmosphäre und den Gegenspieler. Der Weltraumfilm "Apollo 13" (1995, Ron Howard) war eine US-patriotische Reminiszenz an jene dramatische Weltraumodyssee im Jahr 1970. "Strange Days" (1995, Kathryn Bigelow) ist eine dunkle Endzeit-Vision, die Ende 1999 in Los Angeles spielt: Hirnströme von Menschen werden auf einer kleinen CD gespeichert, um jederzeit wieder verfügbar zu sein. Dann werden sie direkt in die Großhirnrinde eines Menschen eingespeist, der Bilder und Gefühle aus einem fremden Gehirn direkt erlebt. "12 Monkeys" (1995, Terry Gilliam) ist die Geschichte eines Zeitreisenden, der aus der Zukunft des Jahres 2035 in die Vergangenheit reist, um abzuklären, wieso die Menschheit durch ein Massensterben dahingerafft wurde. Es geht um ein geheimnisvolles Virus, das von einem Verrückten ausgesetzt wurde. "12 Monkeys" ist im Prinzip die ausgeschmückte Version von "La Jetee". "Screamers" (1996, Christian Duguay; nach der Story "Second Variety" von Philip K. Dick) ist ein apokalyptischer Thriller aus dem Jahre 2078. Die Menschen haben kleine unterirdische Roboter als Verteidigungswaffen entwickelt, doch nun laufen die Maschinen Amok gegen ihre Schöpfer. Das Teuflische an der Sache: die Maschinen haben sich selbst weiterentwickelt und nahmen die Gestalt von Kindern und schließlich auch Erwachsenen an.
Zu einem Riesenerfolg wurde Roland Emmerichs Invasionsfilm "Independence Day" (1996), ein optisch perfekt initiiertes Spektakel um eine Invasion gräßlicher Außerirdischer mit gigantischen Raumschiffen, welche mit ihren Laserwaffen ameikanische Symbole wie das Weiße Haus, die Freiheitsstatue und das Empire State Building zerstören. Als die Großstädte der Erde in Schutt und Asche gelegt sind, wenden ein paar unentwegte Freiheitskämpfer das Blatt: der amerikanische, golfkriegserprobte Präsident, ein Flieger-As und ein Computerfreak schleusen einen Computervirus in das Datensystem der Fremden ein und legen so deren Schutzsschirme lahm. Die Zerstörung der Fremden kann begonnen werden...
Mit "Escape from L.A." (1996, John Carpenter) kehrte die "Klapperschlange" Snake Plissken in die Kinos zurück. Diesmal erfüllt er seine Mission in einem endzeitlichen Los Angeles und schickt die Menschheit in die Steinzeit zurück. David Cronenberg verfilmte Ballard`s Roman "Crash" (1996) und machte daraus ein exzentrisches Softporno - Stück über den ultimativen Kick auf der Autobahn. In "Star Trek - First Contact" (1996, Jonathan Frakes) kämpft Picard mit seiner Crew gegen die Borg, unheimliche Maschinenwesen.
"Mars Attacks" (1996, Tim Burton) ist eine Mischung aus SF und Komödie und eine Reminiszenz an die Invasionsfilme der 50er Jahre.
Ebenfalls eine Komödie war "Men in Black" (1997, Barry Sonnenfeld), in dem irdische Geheimagenten unerkannt auf der Erde lebende Aliens jagen. "Das Relikt" (1997, Peter Hyams) und "Anaconda" (1997, Luis Llosa) waren eher dem Horrorgenre zuzurechnen, wobei ein aus Tier und Mensch hybridisiertes Monster sowie eine Riesenschlange Angst und Schrecken verbreiten. In "Mimic"(1997, Guillermo del Toro) machen riesenhafte Kakerlaken die Unterwelt von New York unsicher, und in "Alien 4 - Die Wiedergeburt" (1997, Jean Pierre Jeunet) muß sich eine geklonte Ripley erneut mit den ekligen Fremden auseinandersetzen. Am Schluß wird die Erde erreicht - und die Aliens scheinen auch dabei zu sein...
Fortsetzung Nummer 4 stellte auch "Batman and Robin" (1997, Joel Schumacher) dar, wobei der Fledermausmensch sich mit dem von Arnold Schwarzenegger gespielten "Mr. Freeze" auseinandersetzen muß, der alles zu Eis gefrieren läßt. Sehr erfolgreich war auch die restaurierte Fassung der "Star Wars Trilogy", für George Lucas eher ein Test für die geplanten Fortsetzungen der Sternenkriegersaga. "The Fifth Element" (1997, Luc Besson) thematisiert den ewigen Kampf Gut gegen Böse: eine Energiesphäre, ein kosmisches Krebsgeschwulst als Inkarnation des Bösen, nähert sich unaufhaltsam der Erde. Nur eine junge außerirdische Frau, welche das "Leben" als fünftes Element neben Feuer, Wasser, Erde und Luft symbolisiert, kann die Menschheit retten. In "Dante`s Peak" und "Vulcano" werden Menschen mit den Naturgewalten eines Vulkanausbruchs konfrontiert. In "Contact" (1997, Robert Zemeckis, nach dem Roman von Carl Sagan) kommt es zur Begegnung einer Astronomin mit einer hochentwickelten außerirdischen Intelligenz. Außerirdische Funksignale beinhalten die Konstruktionsanleitung für eine gigantische Maschine, die Lebewesen zur 26 Lichtjahre entfernten Wega transportiert.
Die "Event Horizon" (1997, Paul Anderson) ist ein Raumschiff, das mit Hilfe eines Gravitationstriebwerks den überlichtschnellen Raumflug realisiert hat. Doch das Schiff havariert in der Nähe des Pluto, und als eine Suchmannschaft das Innere untersucht, wird sie mit dem Grauen konfrontiert - dem Grauen, das aus der Tiefe der Seele kommt. Auch in "Sphere" (1997, Barry Levinson, nach dem Roman von Michael Crichton) werden Menschen den Gedanken des Bösen konfrontiert, diesmal in den Tiefen des Pazifiks.
In "Starship Troopers" (1997, Paul Verhoeven, nach dem Roman von Robert A. Heinlein) kämpfen Soldaten in glorreicher Manier gegen furchterregende, ekelhafte Insekten. Nur ein Toter Fremder ist ein guter Fremder...
Kevon Costner versucht sich in "Postman" (1997) in einem postapokalyptischen Amerika als Briefträger, um den Menschen einen neuen Glauben an die Zukunft zu geben. Zunächst muß er aber gegen einen Bandenführer kämpfen, der mit seinen Mannen die neuentstandenen Dörfer unsicher macht. Ein Western, in die Zukunft verlegt...
Cube (1997, Vincenzo Natali) avancierte zu einem Kultfilm. Sechs Menschen finden sich in einem Würfel-Labyrinth wieder und suchen verzweifelt einen Ausweg aus dem heimtückischen Fallensystem. Eine intelligente kafkaeske Story, hervorragende Charakterzeichnungen und visuelle Opulenz machen "Cube" zu einem Meisterwerk.
Obwohl keine Science Fiction, aber irgendwie doch dem phantastischen Genre zugehörig, wurde "Titanic" (1997, James Cameron) Anfang 1998 zum erfolgreichsten Film aller Zeiten, nachdem er zuvor bereits mit 200 Millionen Dollar die meisten Produktionskosten verschlungen hatte. Eine grandiose Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der letzten Stunden des Luxusliners, der nach dem Zusammenstoß mit einem Eisberg in den Tiefen des Atlantiks verschwand.
Zwei Katastropenfilme bestimmten das SF-Kinojahr 1998: "Deep Impact" (Mimi Leder) und "Armageddon" (Michael Bay), in denen die Erde von einem Kometen bzw. Asteroiden heimgesucht wird. In beiden Filmen stoßen Raumschiffe zu den Himmelskörper vor, um sie zu vernichten. "Lost in Space" (Stephen Hopkin) schildert die Weltraumabenteuer der Astronautenfamilie Robinson, "Gattaca" (Andrew Niccol) ist eine düstere Zukunftsvision um geklonte, perfekte Menschen. In "Dark City" (Alex Proyas) manipulieren die mysteriösen "Strangers" die Erinnerungen der Menschen, in "The X-Files", der Kinoversion der beliebten Mystery-Fernsehserie, müssen sich die FBI-Agenten Scully und Mulder mit einer Verschwörung Außerirdischer auseinandersetzen. In "Godzilla", läßt ein Deutscher (Roland Emmerich) mit amerikanischen Geldern das japanische Monster wiederauferstehen.
Um die Macht der Medien geht es in dem James Bond - Film "Tomorrow never dies" (Roger Spottiswoode) und "The Truman Show" (Peter Weir). In eine computeranimierte Welt der Ameisen führen die Filme "Antz" und "Das große Krabbeln".
Roboter und Cyborgs erschrecken die Menschen in "Virus" (John Bruno). "Soldier" (Paul Anderson) ist die Geschichte eines Soldaten, der zu einer willenlose Kampfmaschine erzogen wurde und der seine Menschlichkeit entdeckt.
Ein absoluter Hammer ist "The Matrix" (Larry & Andy Wachowski, 1999). Die Welt, wie wir sie kennen, ist nur eine komplexe Illusion in unseren manipulierten Gehirnen. Perfektionierte Maschinen haben die Menschen in einem Cybergefängnis versklavt; die programmierte Realität der "Matrix" täuscht eine künstliche Wirklichkeit vor.
1999 stand auch im Zeichen von Star Wars: George Lucas brachte unter einem gigantischen Medienrummel das "Prequel" der Sternensaga in die Kinos: Episode I: The Phantom Menace. Geschildert wird die Geschichte von Anakin Skywalker, der Vater von Luke Skywalker, der später zum Jedi-Ritter wurde und dann von den dunklen Kräften vereinnahmte wurde (was das Thema der nächsten Fortsetzung im Jahr 2002 sein wird). "Galaxy Quest" (1999, Dean Parisot) war eine herrliche Satire auf das SF-Fandom und Fernsehserien wie "Star Trek". "Mission to Mars" (2000, Brian des Palma) und "Red Planet" (2000, Antony Hoffman) schildern jeweils die erste Mission der Menschheit zum Mars, wobei in beiden Fällen abstruse Geheimnisse der Roten Planeten enthüllt werden. In "X-Men" (2000, Bryan Singer) geht es um Konflikte zwischen Menschen und Mutanten. In Mission Impossible 2 (2000, John Woo) wird die Menschheit durch ein tödliches Virus bedroht.
Space Cowboys (2000, Clint Eastwood) schildert eine Space Shuttle-Mission vierer gealterter Astronauten: Ein russischer Satellit, der in den 60er Jahren in die Erdumlaufbahn gebracht worden ist, droht auf die Erde zu stürzen. Der angebliche Kommunikationssatellit stellt sich als ein Relikt aus dem Kalten Krieg heraus: es ist eine Abschußrampe für Nuklearraketen, die auf amerikanische Großstädte gerichtet sind. Das Computersystem droht die Sprengköpfe zur Erde zu senden. Eine dramatische Rettungsaktion beginnt, und einer der Astronauten, der an Pankreaskrebs erkrankt ist, opfert sich und erfüllt sich zugleich seinen alten Traum von einer Reise zum Mond.
Hollow Man (2000, Paul Verhoeven) thematisiert auf blutrünstige Art und Weise die alte Geschichte um einen Unsichtbaren. In "The Cell" (2000, Tarsen Singh) versetzt sich eine junge Psychologie mit Hilfe in einer Neuromaschine in das Bewußtsein eines Serienkillers. "The 6th Day" (2000, Roger Spottiswoode, mit Arnold Schwarzenegger als Hauptdarsteller ist ein Action-Thriller zum Thema Kloning, das in der Zukunft zu einem großen Geschäft geworden ist. Am sechsten Tag schuf Gott den Menschen. In der nahen Zukunft ist das Klonen von Menschen zwar verboten, aber es gibt einen skrupellosen Wirtschaftsmagnaten (Tony Goldwyn), der daraus ein illegales Geschäft gemacht hat.
SF-Höhepunkt des Jahres 2001 ist "A.I. - Artificial Intelligence" ( Steven Spielberg). Im 21. Jahrhundert hat der Treibhauseffekt zum Schmelzen großer Teile der polaren Eiskappen geführt. Massive Überschwemmungen bekannter Landstriche waren die Folge. Um mit den Auswirkungen dieser Naturkatastrophe klarzukommen, erschufen die Menschen eine neue Form des Computers, die sich ihrer Existenz bewußt ist. Der kleine David wird in Ereignisse verwickelt, die Fragen über seine Identität und die Zukunft der Menschheit aufwerfen.
Weitere Filme 2001:
In "Hannibal" (2001, Ridley Scott) verspeist Hannibal Lecter alias Anthony Hopkins Gehirne. "The Mummy returns" (2001, Stephen Sommers) konfrontiert die Zuschauer auf rasante Art mit altägyptischen Mythen.
Meilensteine des SF-Films
In diesem Kapitel werden ausführlich einige SF-Filmklassiker vorgestellt, die Meilensteine dieses Genres bilden: die für ihre Stadtdarstellungen berühmten "Metropolis" und "Blade Runner", das futuristische Epos "Things to come", der Monsterfilm "King Kong", die Space Operas der 50er Jahre "This Island Earth" und "Forbidden Planet", die Atomkriegssatire "Dr. Strangelove", das technisch-psychedelisch-transzendentale Meisterwerk "2001 - A Space Odyssee", die Reise in die Psyche von "Solaris", das gewaltverherrschende "A Clockwork Orange", der Weltraumwestern "Star Wars", die Farb- und Lichtorgie "Close Encounters of the third Kind", der Schocker "Alien", der herzzereißende "E.T", die alptraumhaften Verfolgungsjagden in den beiden "Terminator"-Filmen, das Unterwasser-Abenteuer "Abyss", der Saurierfilm "Jurassic Park", der Öko-Thriller "Waterworld" sowie die klassische Invasionsgeschichte "Independence Day".
- Metropolis (Deutschland, 1926, Stummfilm)
Regie: Fritz Lang; Buch: Thea van Harbou; Spezialeffekte: Eugen Schüfftan; Darsteller: Alfred Abel (Johann Fredersen), Gustav Fröhlich (Freder Fredersen), Brigitte Helm (Maria, Maschinenmensch), Rudolf Klein-Rogge (Rotwang)
Die Gesellschaft der gigantischen Zukunftsstadt Metropolis ist geteilt in Arbeiter, die in unterirdischen Fabriken im Zeittakt schuften müssen (eine optimale Auslastung der Maschinenlaufzeiten), und eine führende Elite, die in den Türmen der Stadt ihren Vergnügungen nachgeht. Herrscher über die Stadt ist der Großkapitalist Johann Fredersen.
Als sich dessen Sohn Freder in das Arbeitermädchen Maria verliebt, befürchtet Johann Machteinbußen und läßt durch den Wissenschaftler Rotwang einen Roboter bauen, der Maria täuschend ähnlich sieht und der die Arbeiter zum Haß und zur Revolte anstiften soll. Als sich die Massen erheben, werden die Maschinen zerstört; dadurch werden allerdings auch die Wohngebiete der Arbeiter überschwemmt und deren Kinder bedroht. Als die Arbeiter diese Folgen erkennen, töten sie den Roboter. Die echte Maria kann sich unterdessen aus der Gewalt Rotwangs befreien, und schließlich kommt es zur Verbrüderung zwischen Herren und Arbeitern. Freder wird zum Mittler zwischen beiden Parteien.
Dieser von der deutschen Filmgesellschaft UFA für den internationalen Markt produzierte Film kostete 5 Millionen Reichsmark, die Drehzeit betrug 9 Monate, 36 000 Statisten wirkten mit.
Die Idee zur Architektur der Stadt Metropolis entstammt der Begegnung des Regisseurs Fritz Lang mit Hollywood. Zur Darstellung der Gebäude wurde das "Schüfftan"-Verfahren eingesetzt, bei dem Studiomodelle oder Zeichnungen über einen Spiegel mit Rückseitenversilberung in eine Studioaufnahme eingespielt wurden.
Auffallend war neben der faszinierenden Kulisse die erotische Komponente des Films: auf der einen Seite die Darstellung der "bösen" Sexualität, als die künstliche Maria einen obszönen Tanz vor den gierigen Arbeitern aufführt, auf der anderen Seite die "wahre" und "reine" Liebe der echten Maria zu Freder.
Kritik rief "Metropolis" durch seine politische Aussage hervor. Man warf dem Film eine Nähe zur Nazi-Ideologie vor, weil angeblich soziale Gegensätze verschleiert wurden und das Proletariat durch einen überlegenen Führerwillen erlöst wurde.
Unerreicht blieben die Panik- und Angstszenen des Films und die Darstellung der arbeitenden Massen, die sich dem Rhythmus der Maschinen unterzuordnen hatten; die Intensität dieser Bilder wurde später nur noch selten erreicht und kann mit der Treppenszene in Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin" verglichen werden.
1984 entstand eine Neubearbeitung dieses Klassikers, zu der ein Disco-Soundtrack komponiert und einige Szenen koloriert wurden.
- King Kong (USA, 1933; deutscher Titel: King Kong und die weiße Frau)
Regie: Ernest B. Schoedsack; Buch: M.C. Cooper/ Edgar Wallace; Spezialeffekte: Willis O`Brien u.a.; Darsteller: Fay Wray (Ann Darrow), Robert Armstrong (Carl Denham), Bruce Cabot (John Driscoll)
Auf einer afrikanischen Insel wohnen nicht nur unfreundliche Einwohner, sondern auch prähistorische Monster, das stärkste davon ist ein gigantischer Affe namens Kong.
Eine Filmgesellschaft will die Urwelttiere beobachten. Eine Schauspielerin wird von den Eingeborenen gekidnappt und zu Kong gebracht. Filmproduzent Denham nimmt die Verfolgung auf und entdeckt das Nest des Affen, der gerade mit einem Saurier kämpft. Die Schauspielerin Ann Darrow kann befreit werden, Kong wird mit einer Gasbombe betäubt.
Der Affe wird an Bord eines Schiffes nach New York gebracht, wo er in einem Zoo als Weltwunder ausgestellt wird. Als er Ann unter den Zuschauern erblickt, reißt er sich los, entführt sie wieder und klettert auf das Dach des Empire State Building. Dort wird er jedoch durch Maschinengewehrschüsse aus Doppeldeckern zur Strecke gebracht.
Die Faszination dieses Films liegt auf mehreren Ebenen: da ist die Beziehung zwischen der Bestie und der Schönen, die von einer unterschwelligen Sexualität getönt ist; da ist die Figur des Kong, die beim Zuschauer Bewunderung für seine Stärke hervorruft, aber auch Angst vor seiner Wildheit; und das ist das Mitleid erregende Ende durch den Sturz von dem Wolkenkratzer, der die Zerstörung der Natur symbolisiert.
"King Kong" war der erste Tonfilm seiner Art. Wichtigster Special Effect war die Stop-Motion-Technik von Willis O`Brien, der bereits die für die Tricksequenzen in "The Lost World" und dem unvollendeten "Creation" verantwortlich war. Für den Film wurde eine 45 Zentimeter hohe Puppe angefertigt, dessen Skelett-Teile sich mit Gummimuskeln bewegen ließen.
- Things to come (Großbritannien, 1936)
Regie: William Cameron Menzies; Buch: H.G. Wells; Spezialeffekte: Ned Mann, Lawrence Butler u.a.; Darsteller: Raymond Massey (John Cabal / Oswald Cabal), Edward Chapman (Pippa Passworthy / Reymond Passworthy), Ralph Richardson (Rudolph)
Im Jahre 1940 bricht ein Weltkrieg aus, an dessen Ende die Zivilisation durch Giftgasbomben zerstört ist. In der Stadt Everytown, die vom Diktator Rudolph beherrscht wird, leben die Menschen unter unwürdigen Bedingungen. Eine Vereinigung von Wissenschaftlern, die "Wings over the World Airmen", deren Anführer John Cabal ist, will die Welt neu gestalten. Cabal gelingt es, Rudoph zu stürzen und den Weg für eine neue Gesellschaft zu ebnen.
Im Jahre 2036 ist Everytown eine blühende, technologisch hochstehende Stadt geworden, die von Cabals Enkel Oswald mitgestaltet wurde. Jedoch wendet sich der Bildhauer Theotocopulos gemeinsam mit anderen Künstlern gegen den technischen Fortschritt und propagiert ein natürliches Leben. Die Rebellen wollen ein Mondflugunternehmen verhindern, das Oswalds Tochter und den Sohn seines Freundes Raymond Passworthy zum Erdtrabanten bringen soll. Der Angriff scheitert jedoch, und Oswald verfolgt am Bildschirm den Start des Raumschiffs.
Der Film basiert auf dem Roman "The Shape of Things to come" (1933). H.G. Wells war ein Vertreter der sozialistischen Utopie und glaubte, daß die technische Entwicklung Wegbereiter des gesellschaftlichen Fortschritts sei.
In der ersten Hälfte des Films kommen zwei gegensätzliche Strömugen zum Tragen: die Angst vor einem Krieg und der Glaube an den technischen Fortschritt. Die Technik wurde als Allheilmittel angesehen, und kaum jemand glaubte, daß gerade sie die Kriegsgefahr erhöhen könnte. Im letzten Drittel des Films tritt ein weiterer Dualismus hervor: der Widerspruch zwischen der Kunst auf der einen und Wissenschaft und Technik auf der anderen Seite, der schließlich zugunsten letzterer entschieden wird.
Kennzeichnend für den ungebrochenen Fortschrittsglauben, der den ganzen Film durchzieht, ist das Ende, als Oswald Cabal erklärt: "Man has no rest and no ending. He must go on, conquest beyond conquest... at least out across immensity to the stars. And when he has conquered all the deeps of space and all the mysteries of time, still he will be beginning."
Faszinierend sind die Tricks und die Ausstattung des Werks, die futuristischen Dekorationen wurden von Kameramann George Perinal wirkungsvoll in Szene gesetzt.
- This Island Earth (USA, 1955; deutscher Titel: Metaluna IV antwortet nicht)
Regie: Joseph M. Newman; Buch: F. Coen / E.G. O`Callaghan nach einer Novelle von Raymond F. Jones; Spezialeffekte: Clifford Stine / David S. Horsley; Darsteller: Jeff Morrow (Exeter), Rex Reason (Cal Meacham), Faith Domergue (Ruth Adams)
Der Wissenschaftler Meacham erhält ein seltsames Gerät, das ihm den Weg zu einem Treffen weist, das ein Außerirdischer, Exeter, organisiert hat. Exeter stammt vom Planeten Metaluna, dessen Bewohner sich mit Wesen vom Planeten Zahgon im Krieg befinden. Irdische Forscher sollen Exeter behilflich sein, künstliches Uran herzustellen, um die Schutzschirme seines Planeten, die vor dem Zusammenbruch stehen, aufrechtzuerhalten. Schließlich wird Meacham zusammen mit einer Kollegin, Ruth Adams, nach Metaluna gebracht. Metaluna steht kurz vor der Zerstörung. Deshalb planen die Herrscher des Planeten eine Übersiedlung zur Erde, die wahrscheinlich die Versklavung der Menschheit zur Folge hätte. Exeter, der die irdische Kultur kennengelernt hat, vereitelt diesen Plan. Metaluna geht in einem Zahgon-Angriff zugrunde, Exeter und die beiden Menschen starten mit einem Raumschiff Richtung Erde. Während des Fluges werden sie von einem auf Metaluna gezüchteten Mutanten, dessen überdimensionales Gehirn von Adern zerfurcht ist, angegriffen. Bei dem Kampf sterben Exeter und der Mutant, die beiden irdischen Wissenschaftler landen auf der Erde.
Die Handlung enthält Elemente aus Space Opera, Monster- und Invasionsfilmen, bekannt wurde das Werk allerdings durch seine großartigen Spezialeffekte, so die Darstellung der Oberfläche Metalunas und des Mutanten mit dem riesigen Gehirn.
Die Meinungen über den Film waren geteilt: zwar lobten alle die phantastische Tricktechnik; für die einen war es nur eine Invasionsparabel aus dem Kalten Krieg, für die anderen eine Warnung vor der Vernichtung unseres Planeten durch die Atomkraft.
- Forbidden Planet (USA, 1956, deutscher Titel: Alarm im Weltall)
Regie: Fred McLeod Wilcox; Buch: Cyril Hume; Spezialeffekte: A. Arnold Gillespie, Warren Newcombe, Irving G. Ries, Joshua Meador; Darsteller: Walter Pidgeon (Dr. Morbius), Anne Francis (Altaira Morbius),Leslie Nielsen (Commander J.J. Adams), Warren Stevens (Lieutenant "Doc" Ostrow)
Ein irdisches Raumschiff unter Führung von Captain Adams landet auf einem Planeten, auf de Jahre zuvor eine Weltraumexpedition von der Erde verschollen ist. Der Wissenschaftler Morbius, der damals zur Besatzung gehörte, warnt die Neuankömmlinge vor der Landung. Aber Adams ignoriert dies und lernt auf dem Planeten Morbius` Tochter Altaira kennen und lieben. Langsam kristallisiert sich heraus, daß die ausgestorbenen Bewohner des Planeten, die Krel, Maschinen, Verkehrseinrichtungen und Kraftwerke hinterlassen haben, die noch funktionieren. Merkwürdige Dinge geschehen: ein Mann wird scheußlich zugerichtet, ein Energiewesen dringt ins Raumschiff ein und versucht, dessen Energieanlagen zu zerstören.
Bald erkennt Adams die Wahrheit: Die einst hochentwickelten Krel hatten versucht, sich von den Fesseln der Materie zu befreien, indem sie eine Maschinerie erschufen, die jeden ihrer Gedanken materialisieren ließ. Aber nicht nur ihre positiven Wunschträume wurden realisiert, sondern auch das Chaos ihres Unterbewußtseins, was zum Untergang ihrer Zivilisation führte.
Morbius, der unbewußt jeden haßt, der sich seiner Tochter nähert, hat unabsichtlich die Monster erschaffen, die die Raumschiffbesatzung gefährden. Er verkraftet diese Erkenntnis nicht und stirbt. Kurz vor seinem Tod bittet er Adams, einen Zerstörungsschalter zu betätigen und den Planet rasch zu verlassen. Aus sicherer Entfernung beobachten Adams und Altaira die Explosion des Planeten aus dem All, in der Hoffnung, daß die Menschheit durch ihre Gesetze und ihre Religionen vor einem ähnlichen Schicksal wie das der Krel bewahrt bleibe.
Die Story basiert auf Shakespeare`s Märchendrama "The Tempest" (Der Sturm): aus der einsamen Insel des Stücks ein Millionen Lichtjahre entfernter Planet, aus dem Magier Prospero wurde DR. Morbius, aus dem Luftgeist Ariel der Roboter Robby.
War schon die Geschichte selbst faszinierend, die Elemente aus Freuds Psychoanalyse enthielt, so wurden die Spezialeffekte, Bauten und Modelle des Films zu Vorläufern späterer Meisterwerke. Bemerkenswert auch die elektronische Musik Musik von Louis und Bebe Barron. Drohte den Raumfahrern durch die Monster Gefahr, so wurde dies durch elektronische Klangeffekte angedeutet. Die Monster wurden nicht explizit dargestellt, sindern als verzerrte energetische Formen, wobei Blitze und Knistern die Situation untermalen.
- Dr. Strangelove or How I learned to stop worrying and love the Bomb (Grobritannien, 1963; deutscher Titel: Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben)
Regie: Stanley Kubrick; Buch: Stanley Kubrick, Terry Southern, Peter George, nach dem Roman "Red Alert" (1958) von Peter George; Spezialeffekte: Wally Veevers; Darsteller: Peter Sellers (Captain Lionel Mandrake / Präsident Muffley / Dr. Strangelove), George C. Scott (General Buck Turgidson), Sterling Hayden (General Jack D. Ripper), Slim Pickens (Major T.J. "King" Kong)
General Jack D. Ripper ist Kommandant eines amerikanischen Luftwaffenstützpunktes, auf dem Bomber mit Atomwaffen stationiert sind. Sei Kommunistenwahn, der ihm glauben macht, daß die Russen seine Körpersäfte vergiften, führt zu seinem Befehl, fünf der Bomber Richtung Moskau zu schicken. Nur er selbst kann die Bomber zurückrufen, doch er sperrt sich mit seinem Adjutanten im Befehlsstand ein. Während Präsident Muffley die Sowjets über das Unglück zu informieren versucht, stürmen Fallschirmjäger den Stützpunkt, aber Ripper hat sich leider schon erschossen. Captain Mandrale gelingt es zwar, mit Hilfe von Rippers Notizbuchaufzeichnungen den Rückrufcode zu entschlüsseln, doch er kann das Pentagon nicht erreichen, da alle Stützpunkttelephone ausgefallen sind. Als er ein normales Münztelephon benutzen will, hat er klein Kleingeld und muß es sich dadurch beschaffen, daß er einen Getränkeautomaten knackt.
Vier der fünf Bomber kehren zwar zurück, aber Major Kong kämpft sich mit seinem Flugzeug durch und stürzt sich, auf einer Atombombe sitzend, auf Moskau. Dies führt zur Aktivierung des russischen "Weltuntergangsapparates", was die Zerstörung der menschlichen Zivilisation nach sich zieht.
In einem Atomschutzbunker versucht der deutsche Wissenschaftler Dr. Strangelove, der ein Faible für Hitler hat, dem Präsidenten seine Rassen- und Auslesetheorien zu erklären. In Bildern morbider Schönheit geht die Welt unter den melodischen Klängen eines Schlagers unter: "We`ll meet you again, don`t know where, don`t know when..."
In satirisch grimmiger Weise zeigt Kubrick die Perversionen des Rüstungswettlaufs und der militärischen Maschinerien auf. Die handelnden Personen sind zwar alle halb wahnsinnig, aber merkwürdigerweise erscheinen sie gerade dadurch als reales Abbild von wirklich existierenden Entscheidungsträgern unserer Welt. Brillant auch die optischen Tricks und die würzigen Dialoge des Films.
- 2001 - A Space Odyssee (USA, 1968; deutscher Titel: 2001 - Odyssee im Weltraum)
Regie: Stanley Kubrick; Buch: Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke, nach der Kurzgeschichte "The Sentinel" von A.C. Clarke; Spezialeffekte: Douglas Trumbull, Wally Veevers, Con Pederson, Tom Howard; Darsteller: Keir Dullea (David Bowman), Gary Lockwood (Frank Poole), William Sylvester (Dr. Heywood R. Floyd)
Der Prolog schildert die Morgendämmerung der Menschheit: In ferner Vergangenheit versammelt sich ein Affenrudel um ein Wasserloch. Der Anblick eines riesigen Monolithen verändert die Affen: sie lernen den Gebrauch von Waffen und setzen sich gegen Eindringlinge zur Wehr. Als einer der Affen eine Keule hochwirft, erfolgt eine bemerkenswerte Überblendung: ein Raumschiff erscheint, Symbol für die nächste Epoche der Menschheitsgeschichte, das Jahr 2000.
Der Wissenschaftler Dr. Floyd reist zu einer Raumstation auf der Erdumlaufbahn. Dort findet eine geheime Konferenz statt, welche die Entdeckung eines schwarzen Monolithen im Mondkrater Clavius zum Thema hat. Es wird vermutet, daß der Monolith künstlichen Ursprungs ist, und da man einen Kulturschock befürchtet, soll die Entdeckung nicht veröffentlicht werden.
Floyd fliegt zum Mond und will mit anderen Wissenschaftlern das rätselhafte Bauwerk inspizieren. Als der Monolith vom Licht der aufgehenden Sonne getroffen wird, gibt er einen schrillen Ton von sich und sendet ein Signal ins All ab, Richtung Jupiter.
18 Monate später bricht das Raumschiff Discovery zum Jupiter auf. Von der fünfköpfigen Besatzung befinden sich drei Männer im Tiefschlaf. Die beiden wachen Astronauten Bowman und Poole sind über die wahren Hintergründe der Mission nicht informiert.
Überwacht wird das Raumschiff vom Supercomoputer HAL 9000. Als HAL den Ausfall eines wichtigen Kommunikationsaggregats prognostiziert, wechselt Poole es aus. Von der Erde kommt aber dann die Nachricht, daß HAL sich geirrt hat. Bowman und Poole beschließen, das Elektronengehirn abzuschalten, doch der Computer revoltiert. Er sabotiert die Lebenserhaltungssysteme der im Tiefschlaf befindlichen Astronauten und läßt Poole durch eine Raumgondel töten, während dieser Außenreparaturen durchführt. Bowman gelingt es unter Mühen, ins Schiff zurückzukehren und in die Zentrale des Computers vorzudringen, um dort sein Gedächtnis zu löschen. Bowman erfährt die wahren Hintergründe der Mission.
Die Discovery erreicht das Ziel ihrer Reise. Unter den Monden des Jupiter taucht ein gigantischer Monolith auf. Für Bowman beginnt eine phantastische Reise. Vor seinem Auge tauchen psychedelische Projektionen auf, organische und geometrische Muster sowie farbverfremdete Landschaften, schließlich gelangt er in ein im Barockstil eingerichtetes Zimmer. Bowman sieht sich in kurzer Zeit altern, vor dem Bett des sterbenden Greises erhebt sich wieder der Monolith. Bowman wird als Sternenkind neu geboren und erscheint als riesiger Fötus über der Erde.
"2001" ist wohl d e r Science Fiction - Film. Es handelt sich um eine perfekte Darstellung der Vorgeschichte der Menschheit, der Technik des Jahres 2000 mit Raumschiffen und Mondkolonien, der transzendental religiöse Schluß mit seinen psychedelischen Seherfahrungen, die perfekt eingeblendeten musikalischen Sequenzen mit Strauß-Walzern und dem Zarathustra-Thema, der Mensch-Maschine-Konflikt.
Dem Film liegt die These zugrunde, daß eine außerirdische Macht in die Entwicklung der Menschheit eingreift und deren Intelligenz steigert. Der Schluß bleibt mysteriös. Kubrick enthielt sich dazu jeden Kommentars. Tiefere Ebenen des Bewußtseins sollten angesprochen werden, Bowman ist eine Allegorie von Geburt, Entwicklung, Tod und Wiedergeburt der Menschheit.
Der Film paßte zu der Flower Power und Drogen-Ära der späten 60er Jahre und enthielt die glänzendsten optischen Happenings, die jemals gezeigt wurden. Clarke meinte nach Ansicht der ersten Kopien, daß jeder, der es besser machen wolle, wohl im Weltraum selbst drehen müsse.
- A Clockwork Orange (Großbritannien, 1971; deutscher Titel: Uhrwerk Orange)
Regie: Stanley Kubrick; Buch: Stanley Kubrick, nach einem Roman von Anthony Burgess; Spezialeffekte: Roy Scammel; Darsteller: Malcolm McDowell (Alex DeLarge), Patrick Magee (Mr. Alexander), Warren Clarke (Dim), James Marcus (Georgie)
In einem fiktiven London terrorisiert der Halbstarke Alex seine Umwelt. Im Haus des gelähmten Schriftstellers Alexander vergewaltigt er mit seiner Bande dessen Gattin. Danach töten sie eine Bildhauerin, schließlich wird Alex festgenommen. Ihm wird von der Regierung eine Aversionstherapie vorgeschlagen, in die er einwilligt, weil am Schluß des Programms die Freiheit winkt. Alex wird einer Gehirnwäsche unterzogen: stundenlang muß er sich Sex und sadistische Szenen ansehen, bis ihn schließlich jeglicher Aggressions- und Sexualtrieb anekelt. Wieder in der Freiheit, ist er dort völlig hilflos. Seine Eltern wollen ihn nicht mehr aufnehmen, seine ehemaligen Kumpels sind der Polizei beigetreten. Als diese ihn verprügeln wollen, flieht er in das Haus des Schriftstellers Alexander. Dieser rächt sich an Alex, indem er ihm die Musik Beethovens vorspielt, die Alex beim ersten Besuch als Aufputschmittel benutzte. Alex kann die Musik nicht ertragen und springt aus dem Fenster; den Sturz überlebt er. Aus politischen Gründen wird die Behandlung rückgängig gemacht, und Alex führt sein früheres gewalttätiges Leben fort.
Kubrick thematisiert in dem Film den freien Willen des Menschen. Er favorisiert die These, daß es besser sei, den freien Willen zu behalten, selbst wenn es der Wille zum Sündigen ist, als ohne freien Willen ein Musterbeispiel von Tugend zu sein. In einer fiebrigen Atmosphäre von Sex und Gewalt, untermalt von der Musik von Beethoven und Rossini, werden Gewalt und Herrschaft mystifiziert. Von der Kritik wurde der Streifen verständlicherweise unterschiedlich beurteilt.
- Solaris (UDSSR, 1972)
Regie: Andrej Tarkowski; Buch: Andrej Tarkowski und Friedrich Gorenstein nach dem Roman von Stanilslaw Lem; Spezialeffekte: A. Klimenko, W. Sewostjanow; Darsteller: Donatas Banionis (Kris Kelvin), Natalia Bondartschuk (Harey), Juri Jarvet (Snaut), Anatoli Solonizyn (Sartorius)
Der Film beginnt mit Sequenzen, die auf der Erde im Elternhaus von Kris Kelvin spielen. Die Beziehungen zu seinem Vater werden ausgeleuchtet.
Kelvin wird zum Planeten Solaris geschickt, dessen geheimnisumwitterter Ozean von Raumfahrern in einer im Orbit befindlichen Raumstation erforscht wird. Seltsame Dinge sind in der Station passiert: Menschen scheinen unergründlichen Halluzinationen zu unterliegen, sie werden von Phantomen heimgesucht, die ihrem Geist entsprungen zu sein scheinen.
Bald begegnet Kelvin einer Reinkarnation seiner Frau, die auf der Erde Selbstmord verübt hat. Kris versucht, sie loszuwerden, indem er sie mit einer Rakete ins All schickt, aber bald schon erscheint Harey wieder. Am Schluß erschafft der Ozean auf seiner Oberfläche ein russisches Haus, durch dessen Fenster Kelvin seinen Vater erblickt.
Wunderbare Bilder untermalen die gemächliche Handlung des Films, der einmal nicht die Technik als universellen Problemlöser in den Vordergrund stellt, im Gegenteil: Raumfahrt gilt als sinnlose Flucht, der Mensch nimmt dabei seine Probleme mit sich und muß sich auch in den Tiefen des Alls mit ihnen auseinandersetzen. "Solaris" wurde deswegen als russische Antwort auf "2001" propagiert.
Während in Lems Roman die intellektuelle Ebene betont wird, indem Menschen einen unergründlichen Ozean zu begreifen versuchen, steht in Tarkowski`s Film die emotionale Ebene im Vordergrund, die Ausleuchtung der menschlichen Psyche.
- Star Wars (USA, 1976; deutscher Titel: Krieg der Sterne)
Regie: George Lucas; Buch: George Lucas; Spezialeffekte: John Dykstra, John Stears; Darsteller: Mark Hamill (Luke Skywalker), Harrison Ford (Han Solo), Carrie Fisher (Prinzessin Leia Organa), Alec Guiness (Obi-Wan Kenobi), Peter Cushing (Groß-Moff Tarkin)
Irgendwann in ferner Zukunft. Das Galaktische Imperium übt eine diktatorische Herrschaft aus, nur ein paar Rebellen kämpfen gegen das Unrechtsregime. Machtinstrument des Imperiums ist ein künstlicher Todesstern, eine riesige Weltraumstation von der Größe eines Mondes, der ganze Planeten zerstören kann.
Einige der Rebellen, darunter Prinzessin Leia Organa von Alderaan, findet zwar die technischen Daten des Todessterns heraus, wird aber von Imperiumssoldaten gefangengenommen, bevor sie diese weitergeben kann. Sie kann die Daten allerdings in dem Roboter R2-D2 speichern, der gemeinsam mit seinem Blechkumpan C-3PO auf die Suche nach General Obi-Wan Kenobi geschickt wird, der die Daten zu Leia`s Vater nach Alderaan bringen soll.
Die beiden Roboter landen auf einem Wüstenplaneten, wo sie sich mit dem jungen Luke Skywalker anfreunden. Nach allerlei Abenteuern begegnen sie schließlich Ben Kenobi, einem Jedi-Ritter. Das Geheimnis dieses Kriegerordens ist die "Macht", eine religiöse Philosophie, die mächtiger ist als Wissenschaft und Technologie. Einer der Schüler des Jedi-Generals Ben Kenobi war Darth Vader, der später in die Dienste des Imperiums trat und gegenwärtig Prinzessin Leia gefangenhält.
Die Roboter, Skywalker und Kenobi machen sich auf einem Frachter des Schmugglers Han Solo auf den Weg nach Alderaan. Aber auch der Todesstern nimmt Kurs auf das Rebellensystem, um es zu vernichten. Der Kampf zwischen den Rebellen und der Macht des Imperiums beginnt. Es kommt zum Kampf zwischen Ben Kenobi und Darth Vader, der mit geheimnisvollen Lichtsäbeln geführt wird. Der Schwarze Lord siegt zwar, kann aber nur die fleischliche Hülle seines ehemaligen Lehrers töten, während Kenobis Geist als unsterbliche Seele in die "Macht" eingeht.
Mit Raumjägern gelingt es Luke Skywalker und seinen Freunden, durch einen Angriff auf das Hauptreaktorsystem den Todesstern zu vernichten.
Die hervorragenden Spezialeffekte lassen die Technik der Zukunft als etwas Selbstverständliches erscheinen, allerdings ist der Inhalt eher etwas für einfache Gemüter. Das Werk zeichnet sich aus durch eine simple Handlung, Raumschlachten in Western-Manier, die an die Serials der 30er Jahre erinnern, primitive Schwarzweiß-Malerei der Charaktere und einen plumpen philosophischen Hintergrund. Der Film war ein gigantischer Kassenerfolg und leitete einen SF-Boom in den 70er Jahren ein.
Mit den Fortsetzungen "The Empire strikes back" (USA, 1979; Das Imperium schläft zurück) und "Return of the Jedi" (USA, 1983; Die Rückkehr der Jedi-Ritter) erzielte George Lucas ähnlich große Erfolge.
1997 kam eine bearbeitete "Star Wars Special Edition" in die Kinos, wohl als Werbung für die beabsichtigte Fortsetzung der Weltraum-Saga. 1999 kam dann das langersehnte Prequel "Episode I: The Phantom Menace" in die Kinos, wobei das Schicksal von Luke Skywalkers Vater geschildert wird.
- Close Encounters of the third Kind (USA, 1977; Unheimliche Begegnung der Dritten Art)
Regie: Steven Spielberg; Buch: Steven Spielberg, Spezialeffekte: Douglas Trumbull; Darsteller: Richard Dreyfuss (Roy Nery), Melinda Dillon (Jillian Guiler), Francois Truffaut (Claude Lacombe), Teri Garr (Ronnie Neary)
In der mexikanischen Wüste werden noch funktionierende Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, Spielzeuge drehen durch, der Kraftwerkstechniker Roy Neary entdeckt seltsame farbige Lichterscheinungen am Himmel. Er ist der Überzeugung, daß ein UFO landen wird.
Der voraussichtliche Landeplatz, ein Tafelberg in Wyoming, ist von der Armee bereits abgeschirmt. Menschenscharen pilgern zu dem Berg, unter ihnen auch der Ufologe Claude Lacombe, der erwartet, daß außerirdische Wesen direkt mit den Menschen Kontakt aufnehmen wollen. Nachdem zunächst nur fremde Beiboote in Form von Lichterscheinungen den Landeplatz inspizieren, landet schließlich das gigantische Mutterschiff in einer Orgie von Licht und Musik auf dem Berg. Wie eine überirdische Kathedrale senkt sich das Raumschiff zu Boden, von phantastischen Farbenspielen untermalt. Friedlich gesinnte Extraterrestrier, die wie verformte Babies aussehen und spindelförmige Arme und Kulleraugen haben, treten den Menschen entgegen.
In einer erweiterten Fassung betreten einige Menschen das Innere des Raumschiffs und können die außerirdische Technologie bewundern.
Außerirdische werden hier einmal nicht als blutrünstige Monster dargestellt, sondern als friedliche Botschafter. Trotz des uralten Themas wurde der Film ein großer Erfolg, der vor allem den phantastischen Trickaufnahmen von Douglas Trumbull zu verdanken ist. Ein atemberaubendes visuelles Feuerwerk aus Licht und Farben, das durchaus mit der Schlußsequenz aus "2001" verglichen werden kann, betört die Zuschauer.
- Alien (Großbritannien, 1979; Alien - das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt)
Regie: Ridley Scott; Buch: Dan O`Bannon, Walter Hill, David Giler; Spezialeffekte: David Watkins, Phil Knowles u.a.; Darsteller: Sigourney Weaver (Ripley), Tom Skeritt (Captain Dallas), Ian Holm (Ash), Veronica Cartwright (Lambert)
Die Besatzung des Raumfrachters Nostromo, die sich im Tiefschlaf befindet, wird durch den Schiffscomputer geweckt, weil dieser ein Signal von einem Planeten eingefangen hat. Dort wird ein Raumschiffwrack und ein eiförmiger Körper mit einer fremdartigen Lebensform entdeckt. Einer der Raumfahrer wird plötzlich von einem tintenfischartigen Wesen angesprungen, das sich an seinem Gesicht festsaugt. Er wird zur Nostromo zurückgebracht, das Monster läßt sich aber nicht von seinem Gesicht lösen. Schließlich verendet es von selbst, als allerdings der Astronaut daraufhin etwas essen will, wird seine Brust zerfetzt, und ein wurmartiges Ungeheuer stößt aus seinem Leib hervor und verschwindet. Das Untier wächst immer weiter und tötet ein Besatzungsmitglied nach dem anderen. Am Schluß ist nur noch der weibliche Deckoffizier Ripley übrig. Nach verbissenem Kampf gelingt es ihr, das Monster zu töten, indem sie es durch Öffnen einer Schleuse ins All befördert.
Ein kosmischer Alptraum, der den Zuschauern das Blut in den Adern gerinnen läßt. Einer der perfektesten Horror-SF-Streifen, der unbewußte Ängste freisetzt und den Schrecken in unnachahmlicher Weise visualisiert.
1986 dreht James Cameron die Fortsetzung "Aliens" (Alien - die Rückkehr).Ripley kehrt zu dem Usrpungsplaneten des Monsters zurück und entdeckt das Muttertier, dem die Aliens entschlüpfen. 1991 folgte "Alien 3" von David Fincher, wo sich Ripley opfert, und 1997 "Alien 4 - Resurrection" von Jean-Pierre Jeunet, in dem die Aliens die Erde bedrohen.
- E.T. - The Extraterrestrial (USA, 1981; E.T. - Der Außerirdische)
Regie: Steven Spielberg; Buch: Melissa Mathison; Spezialeffekte: Industrial Light and Magic; Darsteller: Dee Wallace (Mary), Henry Thomas (Elliot), Peter Coyote (Keys)
Ein außerirdisches Raumschiff landet in den USA, die Besatzung sammelt Pflanzen ein. Als die Fremden vor herannahenden Menschen fliehen und mit ihrem Schiff die Erde verlassen, bleibt einer von ihnen unbeabsichtigt zurück. Der Außerirdische wird von einem zehnjährigen Jungen gefunden, der mit ihm Freundschaft schließt und ihn auch versteckt, als NASA-Wissenschaftler ihm nachspüren. E.T., wie das fremde Wesen genannt wird, sieht wie ein schrulliges Plüschtier aus. Es hat Heimweh und bastelt sich deswegen ein Funkgerät. Doch die NASA-Leute fangen es ein und unterziehen es medizinischen Untersuchungen, woran es zu sterben droht. Als der Junge Elliot ihn nochmals sehen will, erwacht das Schrumpeltier zu neuem Leben und flieht mit einigen Kindern. Diese bringen den Außerirdischen mit einem Fahrrad zu einem Ort, an dem kurz darauf ein Raumschiff landet, das E.T. aufnimmt.
Eigentlich ein Kinderfilm, der aber auch Erwachsene zu Tränen rührte. Was den gigantischen kommerziellen Erfolg des Films ausmacht, ist schwer zu sagen. Der schrumplige Zwerg mit dem leuchtenden Finger, der nach Hause telefonieren möchte, der heimatlos ist und auf der Erde den Bedrohungen der Medizin, sprich Wissenschaft, ausgeliefert ist: ein Kindchenschema, das tiefere Schichten des Bewußtseins anspricht. Ein Märchenfilm für alle, die noch offen für das Wunderbare sind.
- Blade Runner (USA, 1982)
Regie: Ridley Scott; Buch: Hampton Fancher, David Peoples, nach dem Roman "Do Androids dream of electric Sheep?" von Philip K. Dick; Spezialeffekte: Douglas Trumbull, Matthew Yuricich, David Dryer; Darsteller: Harrison Ford (Deckard), Rutger Hauer (Batty), Sean Young (Rachael)
Los Angeles im Jahre 2019: eine riesige Stadt mit schmutzigen Wolkenkratzern, Neonreklamen, engen Straßen, Umweltverschmutzung,. Um der Überbevölkerung Herr zu werden, werden Menschen zur Auswanderung auf andere Planeten animiert, die von Replikanten (Androiden) urbar gemacht werden.
Der Ex-Polizist Deckard erhält von seinem ehemaligen Chef einen Auftrag: Er soll einige der absolut menschenähnlichen Replikanten jagen, die auf die Erde zurückgekehrt sind, um nach Möglichkeiten zu suchen, ihr auf nur vier Jahre befristetes Leben zu verlängern. Bei der Jagd durch den Dschungel der Großstadt verwischen sich die Konturen zwischen Menschen und Androiden immer mehr, die Replikanten entwickeln menschliche Züge.
"Blade Runner" wurde zu einem Kultfilm. Kein anderer SF-Film außer vielleicht "Metropolis" zeigte eine dermaßen detailgetreue Darstellung einer futuristischen Stadt. Die düstere Welt der Zukunft wirkt grandios realistisch, eindrucksvoll auch die Schilderung der menschlichen Katastrophe der Replikanten.
- Terminator (USA, 1984); Terminator 2: Judgement Day (USA, 1991)
Regie: James Cameron; Buch: James Cameron; Hauptdarsteller: Arnold Schwarzenegger (Terminator), Linda Hamilton (Sarah Connor), Edward Furlong (John Connor), Robert Patrick (Terminator 1000)
Im Jahre 2029 wütet auf der Erde ein erbarmungsloser Krieg zwischen Menschen und Maschinen. Die Maschinenwesen senden einen Cyborg, den "Terminator", in die Vergangenheit des Jahres 1984, um die Mutter des Anführers der menschlichen Rebellen, welcher damals noch nicht geboren war, zu töten. Die Menschen senden aus der Zukunft einen Beschützer für die Frau. Die Flucht vor dem unheimlichen Terminator wird zu einem alptraumhaften Szenario.
In der Fortsetzung werden zwei weitere Terminatoren aus der Zukunft in die Vergangenheit des Jahres 1994 geschickt. Diesmal soll der spätere Rebellenführer gegen die Computerdiktatur des Skynet-Systems, John Connor, der noch ein Kind ist, liquidiert werden. Der böse Terminator besteht aus einer Art Flüssigmetall und kann seine Gestalt verändern, während Arnold Schwarzenegger als Cyborg den "guten" Beschützer darstellt. Beide Kunstwesen finden in einem dramatischen Finale den Tod.
Während der erste Teil durch seine dunkle, unheimliche Atmosphäre besticht, stellt die Fortsetzung ein optisches Feuerwerk voller phantastischer Spezialeffekte dar: die Welt der Zukunft, in der Maschinen einen erbarmungslosen Krieg gegen die Menschen führen; eine denkwürdige Traumsequenz über die nukleare Katastrophe; die Gestaltwandlungen des bösen Terminators; das Finale in der Kälte von flüssigem Stickstoff und der Hitze geschmolzenen Eisens in einem Hochofen.
- Abyss (USA, 1989; Abyss - der Abgrund)
Regie: James Cameron; Buch: James Cameron; Spezialeffekte: Dennis Muren (ILM), John Bruno, Robert Skotak, Hoyt Yeatman (Dream Quest Images); Darsteller: Ed Harris (Bud Brigman), Mary Elizabeth Mastrantonio (Lindsey Brigman), Todd Graff (Alan "Hippy" Carnes), Michael Biehn (Lt. Coffey), Leo Burmester (Catfish de Uries)
Ein Atom-U-Boot verünglückt in der Tiefsee, Rettungsmannschaften wollen es bergen. Als die Kommunikation mit der Oberfläche durch einen Hurrikan abbricht, beginnt ein Wettlauf mit dem Tod. Eine außerirdische Wesenheit, die ein wenig an Engel erinnert, beschwört die Menschen, den Weltfrieden zu erhalten.
Die visuellen Effekte dieses Unterwasser-Abenteuers sind vom Feinsten. Die eigentlichen Unterwasseraufnahmen wurden in den Becken eines nicht fertiggestellten Kernkraftwerks gedreht, in denen die Unterseebohrinsel DEEP CORE originalgetreu im Maßstab 1:1 aufgebaut wurde. Die dargestellte Technologie und die Unterwasseraufnahmen wirken äußerst realistisch; drei große Trickstudios wurden mit der Herstellung der visuellen Effekte betraut. Während "Dream Quest Images", die ein Jahr "Total Recall" schufen, sich mit den Modellaufnahmen beschäftigten, arbeitete George Lucas` Firma ILM an den Computeranimationen, und "Fantasy II Films" bearbeitete die zusätzlichen Spezialeffekte.
1992 kam eine "Director`s Cut" - Version in die Kinos; hier findet man einen Angriff der Außerirdischen auf die Menschheit, der im letzten Augenblick gestoppt wird.
- Jurassic Park (USA, 1993)
Regie: Steven Spielberg, nach einem Drehbuch von Michael Crichton; Spezialeffekte: Industrial Light and Magic; Darsteller: Sam Neill (Dr. Grant), Laura Dern (Elle Sattler), Jeff Goldblum (Dr. Malcolm), Richard Attenborough (Hammond)
Der Milliardär Hammond hat sich einen Jugendtraum verwirklicht: Unter seiner Anleitung klonen Wissenschaftler die Gene seit Millionen Jahren ausgestorbener Dinosaurier. Die DNA der Urwelttiere war über Äonen hinweg in Bernstein konserviert. Auf einer Insel vor Costa Rica will Hammond nun als besondere Touristenattraktion die Erlebniswelt "Jurassic Park" eröffnen, ein Freilichtmuseum mit lebendigen Sauriern. Die Forscher Elle Sattler, Dr. Malcolm und Dr. Grant sollen für Hammond ein Sicherheitsgutachten anfertigen. Bereits bei der Probefahrt durch den Park kommt es zur ersten Katastrophe. Und trotz strengster Sicherheitsvorkehrungen gelingt den Schreckenstieren aus der Urzeit der Ausbruch aus ihren Revieren, ein rasanter Kampf Mensch gegen Saurier beginnt...
Viele der Spezialeffekte wurden im Computer erzeugt und wirken erstaunlich realistisch, etwa wenn eine Saurier-Herde wie ein Vogelschwarm über eine Waldlichtung hetzt. Der Film löste einen Dinosaurier-Boom aus, unzählige Marketing-Artikel wurden auf den Markt geworfen. 1997 folgte die Fortsetzung "The Lost World".
- Waterworld (USA, 1995)
Regie: Kevin Reynolds; Darsteller: Kevin Costner, Dennis Hopper
Irgendwann in der Zukunft: Das Polareis ist geschmolzen, die Erde ein einziges Meer. Die wenigen Überlebenden schlagen sich auf Inseln aus Stahl und Zivilisationsmüll und auf Booten durch. Einer, der sich am besten an das Leben auf und in dem unendlichen Meer angepaßt hat, ist Mariner, mit Kiemen und Schwimmhäuten quasi halb Fisch, halb Mensch; er lebt auf einem riesigen Boot und "fischt" nach wertvoller Erde auf dem Grund des Ozeans. Die "Smokers" sind eine brutale Piratenbande, die alles plündert und niedermetzelt, was sich ihr in den Weg stellt.
Als der Mariner seine Erde den Atollern, einer auf dem Wasser lebenden Zivilisation, verkaufen will, wird er gefangengenommen. Als die Smokers die Atollers angreifen, gelingt Mariner zusammen mit dem Mädchen Enola und ihrer Ziehmutter Helen die Flucht. Enola hat eine mysteriöse Tätowierung auf dem Rücken; dieses Symbol ist der Schlüssel zu der paradiesischen Welt Dryland, dem letzten Stückchen Land auf der Erde und der letzten Hoffnung der Menschen. Die Smokers sind an Enola interessiert, und es kommt zu atemberaubenden Verfolgungsjagden auf dem Ozean. In der Festung der Smokers, einem alten Supertanker, versuchen die Piraten hinter das Geheimnis der Tätowierung zu kommen. Doch Mariner verhilft dem Guten zum Sieg, nur um am Ende allein wieder davonzuschippern...
Diese Endzeitvision überzeugt als technisch perfektes Abenteuermärchen mit vielen Finessen: rasanter Schnitt, nie gesehene Spezialeffekte, artistische Verfolgungsjagden und Kampfszenen, sensationelle Stunts und vor allem großartige Bauten. Die Boote und die Insel aus altem Eisen und Blech, der verrottete Supertanker der Piraten - alles Schrott, aber vom Feinsten.
Und dazu die Anspielungen auf den ökologischen Aspekt (Klimakatastrophe): das tätowierte Mädchen heißt Enola (aus dem Flugzeug "Enola Gay" wurde 1945 die Atombombe auf Hiroshima geworfen), und als das rostige Riesenschiff der Smokers in den Fluten versinkt, sieht man noch kurz den Namen - "Exxon Valdez"...
"Waterworld" ist der mit zirka 170 Millionen Dollar Produktionskosten bislang teuerste Film aller Zeiten. Pleiten, Pech und Pannen kennzeichneten das Projekt von Drehbeginn an, Wind und Wetter ließen das Unternehmen ins Schwimmen geraten, Verzögerungen und Unstimmigkeiten über Drehbuch und Schnitt bestimmten den Verlauf; von einem Desaster war die Rede. Dennoch: "Waterworld" wurde zu einem Kinoerlebnis...
- Independence Day (USA, 1996)
Regie: Roland Emmerich; Special Effects: Volker Engel,Douglas Smith; Darsteller: Will Smith (Captain Hiller), Bill Pullman (Präsident), Jeff Goldblum (David), Mary McDonnell (Marilyn), Judd Hirsch (Julius)
Das Ende der Welt beginnt 48 Stunden vor dem amerikanischen Nationalfeiertag. Mit rollenden Wolken, die an biblische Armageddon-Weissagungen erinnern, kündigt sich das Kommen der Invasoren an. Schnell wird klar, daß die irdische Technologie den Kriegsschiffen der Außerirdischen vollkommen unterlegen ist. Ufos mit 15 Kilometer Durchmesser schweben reglos über den Großstädten der Welt und haben nur ein Ziel: die Eroberung des Planeten. Plötzlich öffnen sich ihre Gefechtsluken, und ohne jede Vorwarnung legen die Laserkanonen die Metropolen der Erde in Schitt und Asche. Infernalische Feuerstürme rasen durch die Betonschluchten von New York und Los Angeles, die Welt steht vor einem apokalyptischen Desaster. Nationalsymbole wie das Weiße Haus, das Empire State Building oder die Freiheitsstatue werden von den Energiestrahlen der Fremden zerstört. Doch irdische Kämpfer stellen sich der übermächtigen Bedrohung. Ein jüdischer Computer-Experte, ein schwarzer Pilot und der US-Präsident ziehen, unterstützt von einer Handvoll Alltagsmenschen, in die Schlacht, um den Schwachpunkt der Fremden zu finden, denen schließlich der Garaus gemacht wird.
Die sensationelle Tricktechnik läßt es kaum für möglich erscheinen, daß daß "Independence Day" mit einem Budget von "nur" 70 Millionen Dollar gedreht wurde. Kostengünstige Miniaturmodelle und der Verzicht auf Superstars halfen dabei, das Budget einzuhalten. Die überwiegend computergenerierten Spezialeffekte nehmen über 50 Minuten Laufzeit ein. Emmerich griff auch eines der Mysterien des UFO-Kults auf: den Vorfall von Roswell; dort soll 1947 ein Ufo abgestürzt sein, das angeblich bis heute vom Militär auf dem Gelände der supergeheimen Armee-Basis "Area 51" verborgen gehalten wird.
"Independence Day" ist ein patriotischer Film, der sich amerikanischer Mythen bedient. Bereits nach 7 Tagen hatte er 100 Millionen Dollar eingespielt.
- The Matrix (USA, 1999)
Regie: Andy & Larry Wachowsky; Spezialeffekte: John Gaeta; Darsteller: Keanu Reeves (Neo / Thomas Anderson), Laurence Fishburne (Morpheus), Carrie-Anne Moss (Trinity)
Der Computerexperte Thomas Anderson betätigt sich nachts unter dem Namen Neo als Hacker. Dabei stößt er auf merkwürdige Hinweise, denen er nachgeht. In einer Disco warnt ihn die rätselhafte junge Frau Trinity, daß er sich damit in große Gefahr begebe. Sie behält recht: schon am nächsten Tag wird er von Agenten verhaftet. Nach dem Verhör trifft sich Neo mit Trinity, die ihn zum Untergrundkämpfer Morpheus bringt. Kurze Zeit später steht Neo bisheriges Weltbild Kopf: Morpheus eröffnet ihm, daß die Welt, so wie er sie kennt, nicht existiert.
Die Welt ist nur eine komplexe Illusion in unseren manipulierten Gehirnen. Perfektionierte Maschinen haben die Menschen in einem Cybergefängnis versklavt; die programmierte Realität der "Matrix" täuscht eine künstliche virtuelle Wirklichkeit vor.
Morpheus und seine Rebellengruppe haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen aus der Matrix zu befreien. Er hält Neo für denjenigen, der dazu auserwählt ist, die Kämpfer zum Sieg zu führen. Neo schließt sich ihnen an und pendelt von nun an zwischen der tatsächlichen und der virtuellen Welt. In der realen Welt befindet sich die Rebellengruppe auf dem Schiff "Nebukadnezar" in der Kanalisation einer ehemaligen Großstadt. Die Schiffe der Rebellen werden öfters von den "Wächtern" angegriffen, insektenähnliche Maschinen.
Und so sieht die reale Zukunft des 22. Jahrhunderts aus: Die Erde ist verwüstet, und die Menschen werden von gewaltigen Computern als lebende Batterien mißbraucht. Um ihre "Energiereserven" ruhigzustellen, haben die Maschinen ein unvorstellbar komplexes Programm entwickelt, das den in riesigen, Wespennestern nicht unähnlichen Waben vor sich hinvegetierenden Humanoiden ein normales Leben in der Vergangenheit vorgaukelt: die Matrix. Alle Menschen sind Sklaven in einem Gefängnis, das sie nicht sehen, riechen, schmecken oder fühlen können.
Nur innerhalb der "Matrix" können die Rebellen die "Agenten" bekämpfen, denn die Geheimpolizisten sind selbst Teil des Computerprogramms. Die Agenten, Gestalten in dunklen Anzügen und dunklen Brillen, sind intelligente Programme, die sich während der Jagd auf die Abtrünigen aller Menschen innerhalb der Matrix bedienen können, indem sie einfach in deren Körper schlüpfen.
Cypher, ein Verräter unter den Rebellen, liefert Morpheus an die Agenten aus. Diese wollen aus ihm den Zugangscode zum Hauptcomputer von Zion herauspressen; Zion ist die Stadt der Rebellen in der Nähe des Erdkerns.
Neo und Trinity tauchen wieder ein in die virtuelle Realität und schießen sich den Weg zum Versteck von Morpheus frei. Neo wird im Kampf mit einem Agenten zu einem Supermenschen; mit seinen Geisteskräften zerstört er den Agenten.
Die versklavten Menschen der Cyberwelt erfahren die Wahrheit. Sie werden aus der Sklaverei der Maschinen befreit.
Obwohl die Idee nicht neu ist (beispielsweise wurde das Konzept der simulierten Wirklichkeit in dem Roman "Simulacron-3" (Daniel Galouye, verfilmt als "Welt am Draht" von Rainer Werner Fassbinder) beschrieben), ist der Film ein absoluter Hammer. Eine intelligente Geschichte, grandiose Action-Szenen, eine phantastische Musik, eine stimmige Handlung, selbst die Namensgebung besitzt nahezu transzendente Züge (Morpheus, Trinity, Neo, Cypher, Zion, White Rabbit). Die Anleihen aus anderen Filmen wirken nicht als Plagiat, sondern passen exakt in das Szenario: Blade Runner, Men in Black, Terminator, Django, Alien, Total Recall, True Lies. Fast schien es soll, als wollten die Regisseure und auch die Darsteller Ende des Jahrhunderts einen Kultfilm erschaffen, der das Genre zusammenfaßt und es transzendiert.
Ohne der Zukunft vorgreifen zu wollen: "The Matrix" wird zusammen mit "2001" und "Blade Runner" im Olymp der drei besten SF-Filme des 20. Jahrhunderts stehen.
Berühmte Persönlichkeiten des SF-Films
An dieser Stelle werden einige Regisseure, Produzenten und Trickspezialisten vorgestellt, die entscheidenden Anteil an der Entwicklung dieses Filmgenres hatten: der Pionier Georges Mèliès, der die erste Versuche unternahm, mit einfachen Mitteln das Phantastische darzustellen; der Österreicher Fritz Lang, dem Schöpfer von "Metropolis", der auch eindrucksvolle Horror-, Fantasy- und Kriminalfilme drehte; Jack Arnold, der die Ängste und Neurosen der 50er Jahre visualisierte; Robert Wise, der über Jahrzehnte hinweg handwerklich solide Filme produzierte; der besessene Stanley Kubrick, dessen perfekt inszenierten SF-, Horror- und Historienfilme oft ans Surrealistische und Transzendentale reichten; der russische Philosoph Andrej Tarkowski, dessen mystische Meisterwerke immer grundsätzliche Fragen der Menschheit berühren; George Lucas und Steven Spielberg, die Träume auf der Leinwand wahr werden lassen; John Carpenter und Ridley Scott, die häufig mit den unbewußten Ängsten der Zuschauer spielen; der Schwabe Roland Emmerich, der seine Jugendträume in Hollywood verwirklicht; die Trickspezialisten Willis O`Brien, Ray Harryhausen und Douglas Trumbull, der selbst das Unglaubliche real erscheinen ließen.
- Georges Mèliès (1861-1938, französischer Filmemacher)
Nachdem der Fabrikantensohn 1888 das Zaubertheater Robert Houdin in Paris gekauft hatte, wurden seine dort vorgeführten magischen Shows bald in ganz Frankreich berühmt. 1896 erwarb er, angeregt durch die Lumière-Brüder, eine spezielle Kamera zur Darstellung von bewegten Bildern, und begann, selbst Kurzfilme zu drehen. Die in seinem eigenen Theater entwickelten und ausprobierten Tricks waren eine Demonstration immer neuer Möglichkeiten zur Darstellung von Bewegungen und Verwandlungen. Er verwendete alle möglichen Trickarten, so die Unterbrechung der Aufnahme zum Auswechseln oder Verwandeln von Personen, Abblendung zum allmähliche Erscheinen oder Verschwinden von Personen oder Sachen, Verwendung von Puppen für gefährliche Unernehmen wie Stürze aus dem Fenster, Überkopieren zur Vervielfältigung von Personen, durch ein Aquarium aufgenommene Unterwasseraufnahmen von Tauchern, Meerestieren oder Wassergöttern.
Mèliès erzählte nie eine eigentliche Geschichte, sondern stellte Vorstellungen nebeneinander und verband sie mit humoristischen und tricktechnischen Mitteln. Seine erfolgreichste Schaffensperiode lag zwischen 1897 und 1902 drehte er "Le Voyage dans la Lune", den ersten SF-Film, eine Schilderung eines Mondflugs nach Motiven von Jules Verne und H.G. Wells. 1904 folgte "Le Voyage à travers L`impossible", indem ein Zug mit großer Geschwindigkeit über eine Bergkuppe fährt, ins All davonfliegt und nach einer kosmischen Odyssee wieder auf der Erde landet.
Angeblich soll er über 400 Filme gedreht haben. 1913 machte er bankrott, größere Filmgesellschaften drängten ihn aus dem Geschäft. Viele Filme gingen im Ersten Weltkrieg verloren, Ende der 20er Jahre versuchte er ein vergebliches Comeback. Heute sind seine Filme Leckerbissen für Cinèasten.
- Willis H. O`Brien (1886-1962, amerikanischer Trickspezialist)
O`Brien`s erstes größeres Projekt war ein Ein-Minuten-Film von einem mittels Stop-Motion-Technik belebten Höhlenmenschen und einem Dinosaurier, der später zu einem 5-Minuten-Werk mit dem Titel "The Dinosaur and the Missink Link" ausgeweitet wurde, nachdem ein Produzent ihm 5000 Dollar vorgeschossen hatte. 1919 folgte sein nächstes Werk "The Ghost of Slumber Mountain", das bei 3000 Dollar Produktionskonsten mehr als 100 000 Dollar einspielte. 1925 wurde nach dreijähriger Produktionszeit sein erster großer Film fertiggestellt: "The Lost World", in dem es gelang, durch Hintergrundprojektion und Einsatz der "matte"-Technik die Illusion zu wecken, als bewegten sich Mensch und Urtier in derselben Szene.
Seit 1931 arbeitete O`Brien dann an einem neuen Projekt, "Creation", das ebenfalls wieder das "Verlorene Welt"-Thema aufgriff; der Film wurde allerdings nie vollendet. Die hierfür entwickelten prähistorischen Monster konnten allerdings als Grundlage für "King Kong" verwendet werden, mit dem er den Höhepunkt seiner Karriere erreichte. Imposant der Kampf zwischem dem Riesenaffen und einem Tyrannosaurus.
Später begann O`Brien noch einige Filme, die allerdings nie fertiggestellt wurden: "The War Eagles" sollte die Geschichte einer vergessenen Menschenrasse erzählen, die auf den Flügeln von Adlern ritt; Höhepunkt sollte eine Luftschlacht über New York zwischen Adlern und Luftschiffen sein. Ähnlich erging es "Gwangi", in dem Dinosaurier in Texas entdeckt werden sollten, In den 50er Jahren arbeitete er an verschiedenen Monsterfilmen mit.
- Fritz Lang (1890-1976, österreichischer Filmregisseur)
Langs Filmkarriere begann nach dem Ersten Weltkrieg in deutschen Studios, er drehte u.a. "Die Spinnen" (1919). Der erste große Erfolg war "Dr. Mabuse, der Spieler" (1922), die Geschichte eines genial-bösen Verbrechers, dessen Ziel die geistige Herrschaft über die Menschheit ist. 1923/24 folgte das germanische Heldenepos "Die Nibelungen", die Geschichte Siegfrieds und Kriemhilds. 1926 wurde der SF-Klassiker "Metropolis" fertiggestellt, berühmt durch die grandiose Architektur einer futuristischen Stadt. In "Die Frau im Mond" (1929) reisen Menschen zum Erdtrabanten, um Gold zu erbeuten. 1931 drehte er den famosen Psycho-Krimi "M - eine Stadt sucht ihren Mörder", 1932 die Mabuse-Fortsetzung "Das Testament des Dr.Mabuse", in dem der mysteriöser Spieler mit hypnotischen Kräften arbeitet.
1933 flüchtete Lang vor den Nazis nach Frankreich und emigrierte 1934 in die USA. Neben anderen Thrillern produzierte er 1960 "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse".
- Jack Arnold (1916 - 1992, amerikanischer Filmregisseur)
Arnold`s in den 50er Jahren gedrehten SF-Filme reflektieren die Traumen, Ängste und Neurosen dieser Zeit, die von Furcht vor kommunistischer Unterwanderung, MCCarthy-Verleumdungen, Kaltem Krieg und UFO-Hysterie geprägt war. Die Charaktere wurden in ihren Gefühlen und Ängsten glaubhaft dargestellt.
1953 drehte Arnold "It came from outer Space" nach einem Stoff von Ray Bradbury, in dem Außerirdische auf der Erde landen, um Reparaturen an ihrem Raumschiff durchzuführen, aber von den Erdenbewohnern mißtrauisch beobachtet werden. 1954 folgte "The Creature from the black Lagoon", die Geschichte eines Reptilienmannes imAmazonasgebiet, 1955 die Fortsetzung "Revenge of the Creature". In "Tarantula" (1956) werden durch genetische Experimente riesige giftige Taranteln herangezüchtet. In "The incredible shrinking Man" (1957 verkleinert sich der Protagonist durch Strahleneinwirkung immer weiter, bis er schließlich im Mikrokosmos verschwindet. In "Monster of the Campus" (1958, Der Schrecken schleicht durch die Nacht) verwandelt sich ein Professor in ein Ungheuer, nachdem er mit den Sekreten eines Urfischs in Berührung gekommen ist. "The Mouse that roared" (1959, Die Maus, die brüllte) ist eine köstliche Komödie, in der skrupellose amerikanische Geschäftemacher durch Nachahmung eines Spitzenweins ein kleines Land um seine Einkünfte bringen wollen.
- Robert Wise (geb. 1914, amerikanischer Filmregisseur)
Wise begann in der Filmidustrie als Cutter, wirkte an Orson Wells` "Citizen Kane" (1941) mit und drehte nach einigen Nicht-SF-Filmen 1951 sein erstes futuristisches Werk: "The Day the Earth stood still", in dem der friedlich gesinnte Außerirdische Klaatu die Menschheit vor den Folgen der Atomenergie warnt. In der Folgezeit führte er in Musicalverfilmungen wie "West Side Story" (1961) und "The Sound of Music" (1964) sowie in dem Horrorstreifen "The Haunting" (1963) Regie, um 1971 mit "The Andromeda Strain" zur SF zurückzukommen. 1979 führte er Regie beim ersten "Star Trek"-Film.
- Ray Harryhausen (geb. 1920, amerikanischer Trickspezialist)
1937 begann Harryhausen mit George Pal an der "Puppetoon"-Serie zu arbeiten, in der lebende Puppen dargestellt wurden. Mit Willis O`Brien drehte er nach dem Krieg den Gorillafilm "Mighty Joe Young" (1948). 1953 wirkte er an den Spezialeffekten in "The Beast from 20 000 Fathoms" mit, zusammen mit dem Produzenten Charles H. Schneer realisierte er weitere Projekte: "It come from beneath the Sea" (1955), in dem ein Riesenoktopus die Hauptrolle spielt; "Earth versus Flying Saucers" (1956), in dem die Erde von UFOs bedroht wird; "Twenty Million Miles to Earth" (1957), in dem ein Saurier von der Venus die Menschen erschreckt.
Als der SF-Boom in den folgenden Jahren versiegte, wandte er sich der Fantasy zu: "The seventh Voyage of Sindbad" (1959) war der erste Animationsfilm in Farbe; dessen finanzieller Erfolg führte zu weiteren Fantasy-Produktionen: "The three Worlds of Gulliver" (1960), "Mysterious Island" (1961) und "Jason and the Argonauts" (1963). Die Rückkehr zur SF erfolgte mit "First Man in the Moon" (1964), "One Million Years BC" (1966) und "Valley of Gwangi" (1969). In den 70er Jahren wandte er sich wieder der reinen Fantasy zu: "The Golden Voyage of Sindbad" (1973), "Eye of the Tiger" (1977) und "Clash of the Titans" (1981), einer Geschichte aus der griechischen Mythologie.
- Stanley Kubrick (1928 - 1999, amerikanischer Filmemacher)
Kubrick lebte in England und war bereits in frühester Jugend von der Photographie besessen, arbeitete später als erfolgreicher Photojournalist, wandte sich dann aber den bewegten Bilder zu. Nach einigen kleineren Werken drehte er 1957 den Antikriegsfilm "Path of Glory", 1959 den Römerschinken "Spartacus" um den gleichnamigen Sklaven, der sich gegen das römische Imperium erhob, und 1961 den skandalumwitterten Streifen "Lolita" um die halbwüchsige Männerverführerin.
Sein erster SF-Film "Dr. Strangelove" (1963) war eine bitterböse Satire auf das atomare Wettrüsten. Im Dezember 1965 begannen die Dreharbeiten zu dem Weltraumepos "2001 - A Space Odyssee", die im März 1968 abgeschlossen wurden. Kubrick las dazu nicht nur fortwährend Bücher über Raumflug und Kosmologie, sondern überwachte auch die Spezialeffekte und trieb die Trickspezialisten dazu an, immer neue Techniken und Systeme zu entwickeln.
1971 folgte "A Clockwork Orange", in dem ein brutaler Gangster durch Gehirnwäsche zum harmlosen Träumer umfunktioniert wird, 1975 das barocke historische Epos "Barry Lyndon". In das Reich der Ängste führte der Horrorschocker "Shining" (1980). Eine Abrechnung mit dem Vietnamkrieg und darüber hinaus eine Anklage gegen den Krieg überhaupt, der die Menschen in den Wahnsinn treibt, war "Full Metal Jacket" (1987).
In den 90er Jahren arbeitete er an "Artificial Intelligenz", einem Werk über intelligente Roboter auf einer zerstörten Erde, er mußte die Dreharbeiten aber vorübergehend einstellen.
Kubrick ist ein Perfektionist, der an die Grenzen und Möglichkeiten des jeweiligen Genres, sei es nun Science Fiction, Horror, Historien- oder Kriegsfilm, geht. Seine Genauigkeit zum Detail ist frappierend, seine Werke sind allesamt Höhepunkte der Filmgeschichte.
- Andrej Tarkowski (1932-1986, russischer Regisseur)
Tarkowski verstand sich selbst nicht in erster Linie als Filmemacher, sondern als universeller Künstler und Philosoph, der nach den letzten Einsichten suchte und diese den Zuschauern vermitteln wollte. Seine Filme waren nur schwer verständlich, voller Symbolismus und betörend schöner Bilder.
Sein erster Film war "Iwans Kindheit" (1962), die Geschichte eines zehnjährigen Jungen, der im Zweiten Weltkrieg kämpfen und sterben mußte, eine Antikriegs-Parabel, die zeitweise autobiographische Züge trägt.
"Andrej Rubljow (1966) wurde von vielen als versteckter Protest gegen die Unterdrückung der Künstler in der Sowjetunion angesehen. Nachdem über drei Stunden erzählt wurde, wie der Ikonenmaler Rubljow um seine Kunst kämpfen mußte, wird die Leinwand plötzlich farbig, und die Bilder stellen sich in ihrer vollen Pracht dar.
1971 folgte das SF-Epos "Solaris" nach dem Roman von Stanislaw Lem, dessen intellektueller Distanz Tarkowski eine emotionale Wärme gab. Raumfahrt erweist sich als sinnlose Flucht vor den Erinnerungen und Ängsten der Seele.
"Der Spiegel" (1974) war eine autobiographische Parabel auf die eigene Kindheit. In "Stalker" (1979) stellt Tarkowski die Frage nach dem Sinn der Existenz, auf die der Mensch keine Antwort weiß. Die Vollendung liegt jenseits aller Dinge und Erkenntnis, doch vermittelt die Kunst (beispielsweise Beethovens Neunte) eine Ahnung davon.
Danach emigrierte Tarkowski ins Ausland und drehte 1983 in Italien "Nostalghia", in dem er das Heimweh thematisierte, ein pessimistischer Film, der Kunst als letzte Möglichkeit des Verzeifelten ansah.
Sein letzter, 1986 entstandener Film, "Das Opfer", war wieder ein Versuch, das Unfaßbare begreiflich zu machen. Im Angesicht der großen nuklearen Katastrophe stellt Tarkowski die Frage nach Verantwortung und Schuld des Menschen, nach dem Verhaltnis von Realität und Fiktion.
- Douglas Trumbull (geb. 1942, amerikanischer Trickspezialist)
Ein von Trumbull gedrehter Werbefilm für die NASA, "To the Moon and beyond", wurde 1964 von Stanley Kubrick gesehen, als dieser "2001" vorbereitete. Kubrick heuerte ihn als einen von vier Trickspezialisten an, Trumbull leitete die Animationsabteilung, überwachte Modelldetails und entwickelte die Slit-Scan-Technik, um für den psychedelischen Schluß geometrische Figuren zu schaffen. 1971 wirkte er bei "The Andromeda Strain" mit, 1972 war er selbst Regisseur von "Silent Running". Er schuf auch die eindrucksvollen Licht- und Farbeneffekte von "Close Encounters of the third Kind" (1977) und steuerte auch die Spezialeffekte für "Star Wars" (1979) und "Blade Runner" (1982) bei, wobei letzterer Film die eindrucksvollsten architektonischen Bauten seit "Metropolis" enthielt. In seinem 1983 gedrehten "Brainstorm" sollte ursprünglich ein Verfahren zur Aufführung gelangen, mit dem Trumbull Huxley`s "Fühlkino" aus der "Schönen neuen Welt" zu verwirklichen trachtete: Showscan. Das Vorhaben scheiterte jedoch, Trumbull zog sich vorläufig aus der Filmszene zurück.
- Georges Lucas (geb. 1944, amerikanischer Produzent und Regisseur)
1969 drehte Lucas seinen ersten SF-Film: "THX 1138", die Geschichte eines Rebellen in einer alptraumhaften, diktatorisch regierten Welt. 1973 folgte "American Graffiti", ein Portrait der amerikanischen Jugend von 1962. Den Durchbruch erreichte er 1976 mit "Star Wars", dem ein phänomenaler Erfolg beschieden war und Lucas dazu befähigte, seiner Produktionsgesellschaft ein eigenes Trickstudio anzugliedern: Industrial Light and Magic (ILM). Dies wurde nicht nur für die Star Wars - Fortsetzungen verwendet, sondern auch für fremde Produktionen wie "Poltergeist", "Star Trek", "Die unendliche Geschichte" und "Enemy mine". Gemeinsam mit Steven Spielberg produzierte er 1981 den Abenteuerstreifen "Raiders of the lost Ark" (Jäger des verlorenen Schatzes), der die Zuschauer nach Ägypten, Nepal und Südamerika entführte.
Lucas` Filme haben sicherlich nicht die intellektuelle Kraft der Werke von Stanley Kubrick, sie sollen Unterhaltung für Kinder und Erwachsene sein, ein Kino der Gefühle und Träume. Und die inszeniert Lucas perfekt.
An "Star Wars" zeigte sich, wie SF zu einem Multimedia-Spektakel ausarten kann: Neben dem Film entstanden Bücher, Schallplatten, Poster, Spielzeug, T-Shirts,Spiele usw. Und Lucas ist der Herr dieses Imperiums.
Nachdem die erste Star Wars - Trilogie 1997 in überarbeiteter Version mit einigen neuen Sequenzen in den Kinos lief, startete 1999 das Prequel: Episode I - The Phantom Menace. Die Story spielt vor den bisherigen Episoden und schildert das Schicksal des Vaters von Luke Skywalker.
- Steven Spielberg (1947, amerikanischer Regisseur)
Spielberg`s Filmkarriere begann 1971 mit "Duell", die Geschichte eines Autofahrers, der von einem Truck bedroht wird. "Sugarland Express" (1974) erzählt die Geschichte eines Paares, welchse sein Baby vor der Adoption retten will. "Jaws" (1975, Der weiße Hai) war Spielberg`s erster großer Kinoerfolg, der Hollywoods Studiobosse dazu animierte, dem jungen Regisseur die notwendigen Millionen für das nächste große Projekt zur Verfügung zu stellen: "Close Encounters of the third Kind" (1977) über die Landung eines phantastischen UFOs. Auch dieser Film wurde zu einem Kassenknüller, im Gegensatz zu dem Weltkriegsspektakel "1941" (1979), die Geschichte einer Panik in Los Angeles, die aus Angst vor einer japanischen Invasion kurz nach dem Überfall auf Pearl Harbour entstand.
1981 drehte er zusammen mit George Lucas die Abenteuerstory "Raiders of the lost Ark", 1982 wurde "E.T." zum bis dahin erfolgreichsten Film aller Zeiten. 1984 folgte "Indiana Jones and the Temple of Doom". 1993 wurde das Dinosaurier-Abenteuer "Jurassic Park" zum Kassenschlager, 1994 erntete "Schindler`s Liste" von der Kritik großen Beifall.
Ähnlich wie Lucas spielt Spielberg mit den Träumen und Sehnsüchten der Menschen, versucht Vorstellungen aus der Kinderzeit wiederzuwecken.
- Ridley Scott (geb. 1938, britischer Regisseur)
Scott schuf mit "Alien" (1979) und "Blade Runner" zwei Meisterwerke des SF-Films, beide atmosphärisch ungemein dicht. "Alien" imponiert durch eine sich ständig steigernde Unruhe, die durch optische und akustische Effekte untermalt wird und den Zuschauer in seinen Bann zieht, "Blade Runner" besticht durch die fremdartige, aber doch realistische Darstellung einer futuristischen Stadt, die scheinbar vor dem Kollaps steht und doch vor Leben pulsiert.
Black Rain, Thelma and Louise
- John Carpenter (geb. 1948, amerikanischer Regisseur)
Carpenter`s erstes Werk, "Dark Star" (1974), mit einem Minimalbudget inszeniert, wurde gleich zu einem Kultfilm. Allgemein bekannt wurde Carpenter mit "Halloween" (1978), in dem ein Verrückter in einer Karnevalsmaske andere Menschen tötet. Ein weiterer Horrorschocker war "The Fog" (1979), wo ein Dorf durch die Crew eines längst nicht mehr existierenden Geisterschiffes bedroht wird. Zur SF kehrte er 1981 mit "Escape from New York" zurück, der vor allem durch die beklemmende Atmosphäre des Großstadtmolochs besticht. 1982 inszenierte Carpenter die Neuauflage von "The Thing", in dem ein blutrünstiges außerirdisches Monster die Besatzung einer arktischen Forschungsstation dezimiert. Die Maskenbildner des Films erzeugten ekelerregende Monstrositäten. 1983 folgte der Horrostreifen "Christine" nach einem Roman von Stephen King, 1984 die Zeitreisegeschichte "The Philadelphia Experiment", 1986 die Fantasystory "Big Trouble in Little China". 1987 entstand "Prince of Darkness", in dem eine Wissenschaftlergruppe mit einem Anti-Gott zu kämpfen hat, der aus dem Reich der Finsternis in unsere Welt zu gelangen versucht. "They live" (1988) war eine Anklage gegen die kapitalistische Produktionsweise, wobei Außerirdische die Menschheit unterwandert hatten. In "The Mouth of Madness" (1995) wird die Romanwelt eines Buchautors immer mehr zur Wirklichkeit. 1996 folgte dann "Escape from L.A.", die Rückkehr der "Klapperschlange", diesmal in einem apokalyptischen Los Angeles der Zukunft.
- James Cameron (geb. 1954, kanadischer Regisseur)
Cameron durfte bei "Sador - Herrscher im Weltraum" (Battle beyond the Stars, 1980) als Zeichner mitwirken und war Produktdesigner in Roger Cormans "Planet des Schreckens" (Galaxy of Terror, 1981). In "Piranha 2 - Fliegende Killer" (Piranha II: The Spawning, 1981) wurde er als Regisseur genannt. 1981 fungierte er als Special Effects Director bei John Carpenters "Die Klapperschlange" (Escape from New York) und 1982 als Design-Berater für Cormans "Der Android" (Android).
1984 führte Cameron Regie in "Terminator", der später zum Kultfilm avancierte. Der unbesiegbare Roboter, der aus der Zukunft kam und Jagd auf die Menschen machte, wurde von Arnold Schwarzenegger gespielt. Die düstere Schlußszene ist das beeindruckendste Ende, das je ein Actionfilm hatte.
Nach diesem Meisterwerk schrieb Cameron zusammen mit Sylvester Stallone das Drehbuch zu "Rambo 2 - Der Auftrag" (Rambo: First Blood Part II, 1985). Kurz darauf wurde er Regisseur der Alien-Fortsetzung "Aliens - Die Rückkehr" (Aliens, 1986). Ripley, die einzige Überlebende des ersten Teils, kehrt mit einer Gruppe Space Marines zum mittlerweile besiedelten Alien-Planeten zurück. Die Soldaten stehen trotz High-Tech-Waffen einem übermächtigen Feind gegenüber...
Camerons nächstes Projekt war "Abyss" (The Abyss, 1989), ein epischer Unterwasserfilm um eine am Meeresgrund lebende außerirdische Intelligenz. Die Aliens wollen die kriegerische Menschheit durch eine riesige Flutwelle zerstören, was das positive Beispiel des Helden in letzter Sekunde verhindert.
1991 folgte "Terminator 2 - Tag der Abrechnung" (Terminator 2: Judgement Day). Schwarzenegger spielt diesmal einen umgepolten Roboter, der Sarah Connors Sohn vor einem neuen aus Flüssigmetall bestehenden Robotmodell aus der Zukunft schützen soll, das sich beliebig verändern kann.
Arnold Schwarzenegger spielte die Hauptrolle in "True Lies" (True Lies, 1994). Seine Frau hält ihn für einen harmlosen Familienvater, bis auch sie in die Aktivitäten internationaler Terroristen verwickelt wird.
In der Vorbereitungszeit zu "Titanic" arbeitete er auch als Berater für die visuellen Effekte bei "Apollo 13" (Apollo 13, 1995) und schrieb das Drehbuch zu "Strange Days" (Strange Days, 1995). Zusätzlich produzierte er noch eine Art Sequel zu T2. Der spektakuläre Streifen "Terminator 2: 3-D (1996) wurde eine Attraktion der Universal Studios, bei der die 3-D-Brillen tragenden Zuschauer mitten in das exlosive Geschehen versetzt werden.
Nun konnte endlich die Geschichte vom Untergang der "Titanic" (1997) neu aufgerollt werden, und James Cameron, der High-Tech-Regisseur, wollte in neue Bereiche des menschlichen Dramas vorstoßen. Der 200-Millionen-Dollar-Film avancierte zum Megahit und spielte 1,8 Milliarden Dollar ein.
Nächstes Projekt soll "Terminator 3" sein...
- Roland Emmerich (geb. 1956, deutscher Filmregisseur)
Als Student an der Münchner Filmhochschule verstand er nicht, warum so viele deutsche Regisseure Filme machen, die "keiner gucken wollte". Emmerichs Münchner Abschlußfilm "Das Arche-Noah-Prinzip", in dem es um den militärischen Mißbrauch einer für Wettermessungen zuständigen amerikanischen Raumstation geht, wurde 1983 in 20 Länder verkauft. Die Nachfolger "Joey", "Hollywood Monster" und "Moon 44" waren so erfolgreich, daß der Produzent Mario Cassar auf den Deutschen aufmerksam wurde uund 1992 den Actionfilm "Universal Soldier" in die Kinos brachte. Der Streifen um zwei per Gentechnik wiederbelebte Vietnam-Kämpfer durchbrach an den US-Kassen die Schallmauer von 100 Millionen Dollar wie das Nachfolgeprojekt "Star Gate", ein Fantasy-Epos, in dem die ägyptische Kultur, ein fremder Planet und die Vorgeschichte der Menschheit zu einem Ganzen fusioniert werden. Am 4. Juli 1996 hatte "Independence Day" in den USA Premiere. Der Film erzählt mit Hilfe vieler Spezialeffekte vom Angriff Außeridrischer auf die Erde während des amerikanischen Unabhängigkeitstags. In der ersten Woche nach der Premiere spielte er umgerechnet 168 Millionen Mark ein und übertrag damit sogar Spielbergs "Jurassic Park" von 1993. "Godzilla" lief im Jahr 1998 und wurde ein Flop.
Der aus Sindelfingen stammende Schwabe stieg nach Wolfgang Petersen (Enemy mine, Outbreak) als zweiter Deutscher in den Regie-Olymp von Hollywood auf. Er bedient sich gnadenlos bei Motiven, Mythen und Märchen des US-Unterhaltungskinos und erreicht somit einen hohen Wiedererkennungswert.
Spezialeffekte im Science Fiction-Film - Im Reich der Illusionen
Die erfolgreichsten Kinofilme der Welt stammen aus Hollywood. Es handelt sich meist um Produktionen aus den Bereichen Science Fiction und Fantasy, und sie leben von raffinierten Spezialeffekten. Jurassic Park, E.T., Star Wars, Indiana Jones, Batman, Terminator, Alien - sie alle zeigen perfekte, künstlich erzeugte Scheinwelten, die uns erstaunlich real vorkommen. Wie aber werden diese Illusionen realisiert?
Jeder Film ist an sich bereits eine Sinnestäuschung. Wenn wir in schneller Folge starre Bilder sehen, die sich nur unwesentlich voneinander unterscheiden, kommt das Gehirn mit der Verarbeitung nicht mehr nach. Die Aufnahmen scheinen ineinander überzugehen - und wir sehen bewegte Bilder.
Die ersten brauchbaren Filmkameras wurden 1889 gebaut, zur Blütezeit der Zauberkünstler und Bühnenmagier. Auf einer der Zauberbühnen von Paris, dem Thèâtre Robert-Houdin, wurden die erste kinematographischen Tricks entwickelt, mit Hilfe von Flaschenzügen, Falltüren, Elektrizität und einem unsichtbaren Assistenten. 1888 übernahm ein gewisser George Mèliès dieses Theater. Als dieser 1895 der Vorführung eines neuen Projektionsapparates, des Cinematographen, beiwohnte, versuchte er diesen von Lumière zu kaufen. Der Erfinder Lumière schlug das Angebot allerdings aus. Mèliès erwarb schließlich in London einen Filmapparat von Robert William Paul, studierte dessen Mechanismus und entwickelte einen eigenen Aufnahme- und Wiedergabeapparat, den Kinetographen, mit dem sich die Wirkung seiner Bühnenkunsttücke verbessern ließ.
Mèliès` erste Filme waren Adaptationen von Bühnenstücken. Besonders beliebt war das plötzliche Verschwinden oder Auftauchen von Personen und Gegenständen. Die dabei verwendete Technik - der Stopptrick - wurde erstmals 1896 in dem Film "Escamotage d`une Dame chez Robert-Houdin" verwendet, indem während der Aufnahme die Kamera angehalten und eine Dame durch ein Skelett ersetzt wurde.
Später verwendete Mèliès auch Doppel- und Mehrfachbelichtungen, wobei der Film nach der ersten Belichtung zurückgedreht wurde und eine zweite Belichtung gegen schwarzen, lichtabweisenden Hintergrund erfolgte.
Er drehte auch Unterwasserszenen, indem er vor seinem Objekt ein Aquarium mit Fischen postierte und durch dieses hindurchfotographierte, etwa in dem Streifen "Visite de l`Epave du Maine" (1898). Auch Zeitraffer, Zeitlupe, Animationen, gemalte Hintergründe, rückwärts laufende Filme gehörten zum Repertoire von Mèliès - fast alles wird heute noch eingesetzt, natürlich in komplizierterer Form.
Ein britischer Trickpionier, Robert William Paul, fertigte seine Doppel- und Mehrfachbelichtungen nicht nur in der Kamera, sondern nachträglich in einer eigens dafür konstruierten Kopiermaschine ab, in der er verschiedene Teilbelichtungen zu einem Gesamtbild kombinierte. Auf diese Weise wurde in "The Magic Sword" (1902) der Kampf zwischen einem Menschen und einem Oger dargestellt. Pauls Assistent war der Zauberphotograph Walter R. Booth, mit dem zusammen er "The Motorist" (1905) produzierte. Hier fliegt ein Automobil zum Saturn und wieder zurück. Booth arbeitete später unter dem Produzenten Charles Urban, für den er 1906 "The Airship Destroyer" anfertigte, in dem eine fremde Luftflotte England angreift.
Ebenso wurde in den USA die Entwicklung der Tricktechnik weiter vorangetrieben. 1895 erschien der einminütige Streifen "The Execution of Mary, Queen of Scots", in dem der Kopf der Königin nach der Enthauptung durch den Scharfrichter in den Staub rollt. Im Moment der Enthauptung wurde der Film angehalten und Marys Kopf durch einen Dummy ersetzt.
Der Reporter James Stewart drehte 1898 zusammen mit dem Jahrmarktzauberer Albert J.Smith einen Film über eine Seeschlacht, "The Battle of Santiago Bay". Die Schiffe schwammen in einem Wasserbecken und waren auf Holz geklebte fotographische Abbildungen der Originale, die an Seiten gezogen wurden.
Später entwickelte Blackton aus der Technik des Stopptricks die Einzelbildaufnahme, die zur Grundlage der Zeichen- und Puppenfilmanimation wurde. Auch Edwin S. Porter experimentierte mit dem Animationsfilm, indem er z.B. Schuhe laufen ließ. Porters Kameramann Norman A. Down malte für den Kulturfilm "Mission of California" (1907) fehlende Teile von Gebäuden, die er filmen wollte, auf Glas und postierte dieses vor das Kameraobjektiv. Um für den Film "The Great Barrier" (1908) eine Kolonie von Königspinguinen zu zeigen, stellte er vor die Stelle, an der sich einige der Vögel versammelten, eine Glasscheibe mit bemalten Vögeln, wartete, bis die echten kamen, und nahm sie dann zusammen mit den bemalten auf.
Aber auch komplizierter Kopiertricks wurden ansatzweise verwirklicht. Beim Farbfilm bediente man sich z.B. der Blue Screen: die Akteure, die kein blaues Kleidungsstück tragen durften, agieren vor einer dunkelblau getönten oder von hinten dunkelblau bestrahlten Bildwand, an deren Stelle später beim optischen Kopieren der anderswo aufgenommene Background treten soll.
Neben Modellen, die häufig in Kriegsfilmen verwendet wurden, pflegte man in Holllywood die Kunst der Matte Paintings, einer Weiterentwicklung der Glass Paintings. Bei der Technik der Glass Paintings wird ein Objekt auf eine Glasscheibe gemalt, vor das Kameraobjektiv gestellt und direkt während der Aufnahme mit dem realen Szeneninhalt kombiniert. Da hierbei aber die Arbeit der Filmcrew durch die Maler aufgehalten wurde, ging man zu Matte Paintings über. Nur ein Teil des Filmbilds wird am Drehort belichtet, während der andere dank einer entsprechenden Abdeckmaske vor dem Objektiv unbelichtet bleibt. Im Studio wird nachträglich die andere Objektivhälfte maskiert, um das erst hier entstandene Trickbild zu belichten.
Manche Filme erwiesen sich als wegweisend für die weitere Entwicklung der Tricktechnik. In "Metropolis" (1926) wurde zum ersten Mal die "Schüfftan"-Technik angewendet: dabei lassen sich modellierte oder gezeichnete Abbilder als Hintergrundkulisse über einen Spiegel mit Rückseitenversilberung, der in einem exakten Winkel von 45 Grad zur optischen Achse der Kamera eingestellt ist, in eine Studioaufnahme einspiegeln. Im Vordergrund agieren die Schauspieler, so daß nur ein einziger Aufnahmegang notwendig ist. Die futuristische Stadt wurde auf Glasscheiben gemalt.
Für "The Lost World" (1922), dem ersten Saurierfilm, wurden 50 verschiedene Tierarten angefertigt, die alle in sich bewegt werden konnten. Willis O`Brien animierte die Tiere durch Stop-Motion-Technik, wobei zu jedem Bild die Stellung des Modells ein wenig geändert wurde, so daß bei Abspulen der Einzelbilder im Film eine möglichst natürliche Bewegung entstand.
Für "King Kong" (1933) wurde eine 45 Zentimeter hohe Affenpuppe angefertigt, deren Skelett mit Gummimuskeln versehen war, die sich spannen und strecken ließen. Anschließend wurde die Puppe mit Baumwolle umkleidet und modelliert.
In "Things to come" (1936) entstand die futuristische Szenerie der Stadt Everytown aus dem Jahre 2036 durch die Verbindung von Miniaturen, Bauten und unterschiedlichem Hintergrund.
Nachdem im Zweiten Weltkrieg die Tricktechnik für effektreiche Kriegsfilme verwendet wurde, entwickelte sich in den 50er Jahren der Weltraum zur Spielweise der Special Effects - Experten. Höhepunkte waren George Pal`s Produktione "The War of the Worlds" (1953), und "Earth vs. The Flying Saucers" (1956) mit animierten UFOs von Ray Harryhausen.
In England begann Mitte der 60er Jahre eine neue Ära der SF-Produktionen, initiiert durch Stanley Kubrick`s Meisterwerk "2001 - A Space Odyssee" (1968). Wally Weevers, der bereits bei "Things to come" mitgearbeitet hatte, überwachte Mattes und Modellaufnahmen. Das Modell des Raumschiffs "Discovery" war 16 Meter lang du bewegts sich übe rein Gleis von 45 Meter Länge.
Zum Technikerteam gehörte der 23jährige Douglas Trumbull, der die wichtigsten Tricks des Films realisierte, unter anderem den psychedelischen Schluß.
Zur wissenschaftlichen Bewegungsanalyse wurde die sogenannte Streak-Fotographie entwickelt, die mit ausgedehnten Belichtungszeiten und stroboskopischen Mehrfachbelichtungen arbeitet, um Veränderungen in Form, Richtung und Geschwindigkeit auf eine einzige fotographische Platte zu bannen. Trumbull übertrug dieses System auf die Einzelbildtechnik des Films: wenn man nachts Autoscheinwerfer mit weit geöffneter Blende aufnimmt, erhält man Lichtstreifen (Streaks of Light). Wenn die Autos mit ihren Scheinwerfern blinken, bekommt man lichtaussströmende Punkte (Streaky Dots). Und wenn alle in einem bestimmten Muster fahren, erhält man ein Muster aus lichtausströmenden Punkten.
Trumbull montierte eine Einzelbildkamera auf eine Schiene und nutzte diesen Effekt aus, indem die Kamera für jedes Filmbild Abtastfahrten auf eine geschlitzte Wand und wieder zurück unternahm. Dahinter befand sich eine rückwärts bestrahlte und mit bestimmten Mustern versehene Mattscheibe. Ergebnis der Musterkombination war der psychedelische Schluß des Films.
Neben detailgetreuen Raumschiffmodellen und Trumbulls sogenannter "Slit Scan"-Technik verwendete man auch die "Frontprojektion". Zu Beginn des Films findet ein prähistorischer Affenmensch am Boden einen Knochen, benutzt ihn als Waffe und entdeckt damit seine eigene Intelligenz. Im Hintergrund dieser Szene tollen Schimpansen herum. Die Affenszene wurde in Afrika aufgenommen und im Studio auf eine Leinwand projeziert. Vor der Leinwand agierte ein Schauspieler im Affenköstum auf einer Sandfläche, die nahtlos mit dem Hintergrund zu verschmelzen schien. Damit das Projektionsgerät bei dieser Technik die afrikanische Landschaft nicht auch auf den Schauspieler warf, wurde er besonders hell ausgeleuchtet.
Nächster Höhepunkt der SF-Filmgeschichte war George Lucas` Star Wars-Trilogie: "Star Wars" (1976), "The Empire Strikes back" (1980) und "Return of the Jedi" (1983). Als Vorbild der Raumschlachten dienten StukaAufnahmen aus Nazi-Wochenschauen. Chef des Trickteams war der ehemalige Trumbull-Mitarbeiter John Dykstra. Für die Raumschlachten im Kanalsystem des Todessterns entwickelte er eine "Motion Control"-Kamera, einen auf Schienen beweglichen Kamerakran mit speziellem Trägerknopf für den Aufnahmeapparat. Elektronische Sensoren verfolgten die Kamerabewegungen, ein Computer speicherte de gesamten Ablauf. Anschließend führte die Kamera sämtliche Bewegungen automatisch durch. Eine elektronische Rechner- und Steuereinheit garantierte bei den notwendigen Mehrfachbelichtungen eine so hohe Wiederholungsgenauigkeit der Bewegungen, daß die mobilen Einzelelemente exakt zu einem Gesamtbild vereinigt werden konnten.
Lucas und Dykstra trenten sich nach dieser Produktion. Lucas gründete bei San Francisco seine heute legendäre Firma "Industrial Light & Magic" - ILM.
1978 lieferte Douglas Trumbull die Spezialeffekte in Steven Spielbergs UFO-Verfilmung "Close Encounters of the third Kind", eine Orgie aus Licht und Farben. Das Raumschiff, einer gewaltigen Kathedrale ähnlich, war in Wirklichkeit ein 90 Zentimeter großes Modell, und als Außerirdische agierten Puppen, die von Technikern ferngesteuert wurden.
In der nächsten Phase der Entwicklung entstanden künstliche Bilder nicht mehr manuell, sondern als Computeranimation. Eine solche Animation produzierte die Firma TRIPLE-1 für Richard T. Heffron`s "Futureworld", der Fortsetzung von Michael Crichton`s "Westworld". Es handelt sich um eine rotierende Rastergraphik vom Kopf des Hauptdarstellers Peter Fonda.
1982 schufen die Walt Disney Productions mit demFilm "tron" zum ersten Mal eine elektronische Phantasiewelt. Kurz darauf entstand "The Last Starfighter"; Regisseur Nick Castle drehte keine einzige Trickszene auf herkömmliche Weise, sondern bestellte bei "Digital Productions" computeranimierte Sequenzen.
Für den Schocker "Alien" wuren 1986 nochmals alle bekannten konventionellen Effekte verwendet: Blue Screen und Matte-Techniken, Front- und Rückprojektion, Puppen und Modelle. In dem Unterwasserthriller "Abyss" (1989) überzog ein Computer die digitalisierten Aufnahmen mit einer neuen Oberfläche, so daß der lebendige Kristallkopf einer außerirdischen Wesenheit zu sehen war.
1991 stellte "Terminator 2" mit neuartigen Tricks alles bisher Dagewesene in den Schatten. Arnold Schwarzenegger reist als Maschinenmensch durch die Zeit und kämpft gegen das weltbedrohende Kunstwesen T-1000, einen Roboter aus Flüssigmetall, er jederzeit seine äußere Form verändern kann. Mal ist er Polizist, dann eine Kunstgestalt, die als Flüssigkeit auf den Fußboden fließt und sich wieder zu Menschengestalt zusammenfügt. Er wird von Granaten zerfetzt und durch flüssigen Stickstoff kristallin zersplittert, formt sich aber immer wieder neu. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Puppen gebaut. Um sie dem Schauspieler Robert Patrick möglichst ähnlich zu modellieren, wurde seine Hautoberfläche von einem Laserstrahl abgetastet. Die gewonnen Daten liefen in einen Computer, der eine Drehbank steuerte. Diese schuf mehrere originalgetreue Schaumstofbüsten, je nach Handlung mit dem gewünschten Gesichtsausdruck.
Die Zwischenformen zwischen silbriger Flüssigkeit und menschlichem Wesen entstanden als bewegliche Computergraphiken. Ein Laser tastete die Gitterstruktur von Patricks Haut ab, und übermittelte sie einem Computer, der Umrisse und Bewegungen nachzeichnete und auf dem Bildschirm ein dreidimensional wirkendes Modell schuf. Die Haut des bösen Terminators bestand dabei aus glänzendem Chrom.
1993 wurde das Durchbruchsjahr für "Computer Generated Imaging" - ganze Filmszenen des Dinosaurier-Thrillers "Jurassic Park" von Steven Spielberg entstanden Pixel für Pixel imComputer. Für eine Stunde Projektion wurden 24 Einzelbilder hergestellt. Beim konventionellen Film werden Blickwinkel, Kameraposition, Brennweite oder Belichtung vom Regisseur bestimmt. Einschränkungen entstehen aufgrund technischer Unzulänglichkeiten und von Problemen bei schwierigen Einstellungen. Beim Computerbild wählt der Regisseur eine entsprechende Ansicht einfach aus, wobei der Computer diese mit höchstmöglicher Genauigkeit nach den Gesetzen der Optik errechnet. Zunächst wird das Modell als Netzgraphik konstruiert, wobei ein mit einer Drahtfigur vergleichbares Bild, ein "Wire Frame" entsteht. Anschließt entfernt der Computer (von der jeweiligen Perspektive aus) unsichtbare Linien. Ein weiterer Arbeitsvorgang verwandelt die scharfen Kanten des Gittermodells in Rundungen, anschließend wird die Oberfläche des Körpers mit Struktur versehen und gemäß einer definierte Lichtquelle beschattet.
Für "Jurassic Park" wurden der Special-Effects-Künstler Stan Winston und "Industrial Light and Magic" verpflichtet. Saurierexperten wurden angeheuert, Reptilien gefilmt und deren Bewegungen studiert, Paläontologen steuerten ihr aus Knochenfunden rekonstruiertes Wissen bei. Winston baute Modelle im Maßstab 1:1, teilweise starr, teilweise mit hochkomplizierter Elektronik und Hydraulik versehen. Ein Tyrannosaurus wog auch als Gummimodell einige Tonnen und mußte von 40 Puppenspielern gesteuert werden. 50 Computergraphiker rekonstruierten vor hochauflösenden Bildschirmen nicht weniger als sechs verschiedene Saurierarten. Zunächst wurden Umrisse mit Punkten und Linien festgelegt, dann wurde mit einer Vielzahl von Graphikprogrammen eine Oberflächenstruktur erarbeitet. Bewegungsmuster von Knochen, Muskeln und Haut entstanden als Simulation.
Schließlich bleiben sechseinhalb Filmminuten als reine Computeranimation. Um die große Kinoleinwand zu füllen, berechnete der Computer oft 12 Milionen Bildpunkte pro Einzelbild, hinzu kamen Farbtöne und Konstraste. Ein Kinobild enthält, in digitalen Code umgewandelt, zwischen 40 und 100 Megabyte. Im Film waren als Nahaufnahme fast immer die Sauriermodelle zu sehen, Tiere in rascher Bewegung dagegen wurden vom Compuer generiert. Rein optische und digitale Effekte gingen wie bei einer Überblendung nahtlos ineinander über.
Die Effekte aus "Independence Day" basierten vor allem auf Modellbauten, die mit High-Tech-Mitteln nachbearbeitet wurden. So wurden Bonsai-Nachbildungen der Freiheitsstatue, des Empire State Building und zahlreicher Jagdbomber und Raumschiffe konstruiert, und die Bilder der abgefilmten Miniaturen anschließend per Computer mit Animationssequenzen oder separat gefilmter Live-Action angereichert.
1995 entstand der erste vollständig am Computer animierte Trickfilm: "Toy Story", eine Geschichte um Spielzeuge, die plötzlich lebendig werden. Für jede Figur wurde anhand von Modellen ein digitales Drahtskelett am PC konstruiert, das mit einem feinen Raster versehen wurde. Mit Hilfe einer speziellen Software wurden dann die digitalen Informationen für ein 3-D-animiertes Bild zusammengetragen. Farbe, Licht, Schattierung und Oberflächenkonturen wurden hinzugefügt, danach wurde die körperliche Darstellung generiert. Verantwortlich für die Effekte war die Animationsfirma Pixar.
So scheinen die computergenerierten Bilder (CGI) die Zukunft der Filmtricks zu bestimmen. Bald ist es Gewohnheit, daß die Filmemacher mit Hilfe des Computers morphen, digitalisieren, retuschieren und unsere Lust auf neue Bilder befriedigen; und schon gehören Effekte von der Festplatte oder CD-ROM zu einem der wichtigsten Hilfsmittel zeitgenössischer Regisseure. Der PC nimmt immer mehr Einfluß auf unsere Sinne und Sehgewohnheiten. Die unvergessenen Morphing-Effekte in "Terminator 2" oder "Die Maske", die Dinosaurier im "Jurassic Parc", die quicklebendigen Spielzeuge in "Toy Story" oder die Begegnung von "Forrest Gump" mit John F. Kennedy sind nur der Anfang einer Entwicklung, die phantastische Möglichkeiten bietet. Marilyn Monroe und James Dean können auf der Leinwand wiederauferstehen, neue Welten werden erschaffen werden, und Realität und Fiktion werden ununterscheidbar.
Aber Computer löschen auch ein Stück Kino-Seele. Kino ist mehr als nur Special Effects, es sind die Schauspieler, die Handlung, die Idee, der Traum und die Imagination, die uns an diesem Medium faszinieren.
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