| Faszination Science Fiction von Dr. Robert Hector |
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Die SF hat ihre Ursprünge sicherlich im Roman bzw. der Kurzgeschichte und im Film. Bald eroberte sie auch die Bilderwelten der Comics (Superman, Batman) und der Serials (Buck Rogers, Flash Gordon). Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Fernsehen hinzu, von "Dr. Who" über "Invaders", "Time Tunnel" bis zu "Star Trek" und "Babylon 5". SF-Hörspiele haben bis heute ein treues Stammpublikum, Rollenspiele (Dungeons and Dragons) werden immer beliebter. SF-Musik hat viele Facetten: als Filmmusik (Also sprach Zarathustra, Star Wars - Fanfare), als psychedischer Rock (Pink Floyd) oder als Bestandteil der Werbung. Das gleiche gilt für die SF-Kunst: sie manifestiert sich auf Titelbildern für Magazine und Romane, in Comics, aber auch als "Space Art" in Galerien und Ausstellungen. Mit Erich von Däniken wurde sogar das SF-Sachbuch populär.
So hat die Science Fiction viele Sparten der Unterhaltungsindustrie erobert, und auch die Werbung arbeitet sehr häufig mit futuristischen Motiven. Die Zukunft übt eben mit ihren phantastischen Versprechungen und Visionen eine Faszination auf die Menschen aus.
Science Fiction im Fernsehen
Die finanziellen und technischen Begrenzungen des Fernsehens führten dazu, daß SF-Filme lange Zeit eine Domäne des Kinos waren; erst mit der Ausbreitung des Fernsehens hielt das Genre auch Einzug in dieses Medium. Die Special Effects konnten sich nicht die Faszination der des Kinos erreichen, meist entstanden Serienproduktionen, deren Inhalt ähnlich wie bei Western- oder Krimireihen auf einen Helden zugeschnitten waren. Ein Protagonist hatte sich gegen Bösewichte zur Wehr zu setzen, wobei beide Seiten mit diversen technischen Hilfsmitteln und Waffen ausgerüstet waren.
Die erste SF-Serie im amerikanischen Fernsehen war "Captain Video", die im Juni 1949 startete, fünf Abende in der Woche lief und für ein Kinderpublikum gedacht war. Etwa 3,5 Millionen Kinder sahen regelmäßig das Programm, in dem Captain Video und seine Video Rangers von einer geheimen Basis auf der Erde aus operierten und mit der Rakete X9 Bedrohungen aus dem All abwehrten, natürlich im Auftrag des Friedens.
Bald erschienen Nachfolger und Imitationen: im Oktober 1950 folgte "Tom Corbet, Space Cadet", der sich von seinem Vorgänger kaum unterschied, aber einige interessante Spezialeffekte wie lebende Monster zeigte. Andere Nachahmungen waren "Buck Rogers" (1950) und "Superman" (1953), die in der Tradition der Kino-Serials der 30er und 40er Jahre standen. Technik und Wissenschaften spielten in diesen Produktionen nur eine untergeordnete Rolle.
Dagegen war die erste SF-Serie für Erwachsene, "Out of the World" (1952) eine Mischung aus Fiktion und Wissenschaft. Die Story wurde an markanten Stellen unterbrochen, wobei dann der Erzähler mit Gastwissenschaftler naturwissenschaftlich-technische Probleme, die im Film auftauchten, diskutierten. Eine ähnliche Aufmachung hatte das "Science Fiction Theatre" (1955). In "Tales of Tomorrow" (1952) erschienen Geschichten, die auf Stories aus Büchern und Magazinen basierten, etwa Heinleins "Green Hills of Earth".
Das erste große britische SF-Ereignis im Fernsehen, abgesehen von Nigel Kneales TV-Adaptation von George Orwell`s "Nineteen Eighty Four" (1949), war die ebenfalls von Kneale produzierte Serie "The Quatermass Experiment", eine Mischung aus Horror und SF, für Erwachsene gedacht.
Das amerikanische Fernsehen ist ein privates Unternehmen, während die britische BBC aus öffentlichen Geldern finanziert wird. Das populärste Format für die BBC war das Serial mit 6 bis 10 Folgen, während die USA vor allem auf lang laufende Serien mit abgeschlossenen Einzelgeschichten setzte, die jeweils durch Werbespots unterbrochen wurden. Die erste BBC-Produktion für Kinder war "The Lost Planet" (1954), es folgten "Return of the Lost Planet" (1959) und "Quatermass II" (1958).
1956 - 58 waren schlechte Jahre für die SF im Fernsehen. In den USA waren die meisten Jugendserien bereits ausgelaufen, mit Ausnahme von "Superman". Die BBC strahlte 1956 "Space School" und 1958 das dritte Quatermass-Serial "Quatermass and the Pit" aus.
1959 zeigte die CBS "Worlds of Giants"; die wichtigste neue amerikanische SF-Serie dieses Jahres war allerdings "The Twilight Zone", die von Rod Serling geschaffen wurde und eine Mischung aus Fantasy und SF darstellte.
1961 erschien das BBC-Serial "A for Andromeda", das von dem Astronom Fred Hoyle mitgeschrieben wurde, 1962 "Out of this World", welches den Erfolg von "The Twilight Zone" zu wiederholen versuchte und auf Stories von bekannten SF-Autoren basierte.
Eines der bemerkenswertesten TV-Phänomne begann 1963: die langlebige BBC-Serie "Dr. Who", die ursprünglich für Kinder produziert war, aber auch Erwachsene anzog.
In den USA startete im gleichen Jahr die ebenfalls von "The Twilight Zone" inspirierte Serie "The Outer Limits", weiterhin die satirische Reihe "My Favorite Martian", und 1964 lief "My Living Doll", eine Komödie um eine Robotfrau.
1964 produzierte Irvin Allen die erste seiner SF/Action/Abenteuer - Serien fürs Fernsehen, "Voyage to the Bottom of the Sea". 1964 erschien die an James Bond erinnernde Reihe "The Man from U.N.C.L.E.", 1965 "The Wild Wild West", in der zwei Geheimagenten gegen bösartige Wissenschaftler kämpften, die im 19. Jahrhundert im amerikanischen Westen agierten. Auch "Lost in Space" (1965) stammt von Irwing Allen.
1965 startete in Großbritannien "Out of the Unknown", mit Adaptationen von Werken von Asimov, Simak, Ballard und Brunner. Obwohl diese Reihe nur mit niedrigem Budget produziert wurde, hob sie sich qualitätsmäßig deutlich von den üblichen TV-Machwerken ab.
Ebenfalls in Großbritannien erschienen Gary Andersons Puppenserien "Fireball XL 5" (1962) und "Thunderbirds" (1965). In den USA produzierte Irwin Allen 1966 "Time Tunnel", in der zwei Wissenschaftler mittels eines Zeittunnels zu Schlüsselereignissen der Weltgeschichte reisen.
Die wichtigste neue amerikanische SF-Serie diesen Jahres war allerdings "Star Trek", die zu einem phänomenalen Erfolg wurde. Gene Roddenberry produzierte die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise mit Captain Kirk und Mr. Spock. Das Epos wurde zu einer unendlichen Geschichte: Neben den "Classics" gab es bald "The New Generation", "Deep Space Nine" und "Voyager", es folgten bislang acht Kinofilme, eine Zeichentrickserie und einer Unmenge von Merchandising-Artikel, vom T-Shirt bis zum Raumschiffmodell.
"Invaders" (1967) erzählt die Abenteuer des Architekten David Vincent, der die Menschheit vor einer heimlichen Invasion von der Wega warnen will. "The Prisoner" (1967) von und mit Patrick McGoohan thematisiert in kafkaesker Weise Wahn und Ängste. Von Irwin Allen stammen "Land of the Giants" (1968) und "City beneath the Sea" (1968); auf einer Novelle von James Gunn basierte "The Immortal" (1970).
In England produzierte Gary Anderson die Serie "UFO", die Geschichte der Geheimorganisation SHADO, die mit Skydivern die Invasion von UFOs verhindern will. Die Spezialeffekte waren gut, die Handlung allerdings primitiv und eher für Kinder gedacht. 1970 erschien "Doomwatch", wo auf Gefahren wissenschaftlicher Forschung aufmerksam gemacht wurde; einer der Schöpfer war der Wissenschaftler Kit Pedler.
1973 startete die einflußreichste amerikanische SF-Serie der 70er Jahre, "Six Billion Dollar Man", basierend auf Michael Caidins Bestseller "Cyborg" (1972). Ein Astronaut kehrt schwerverletzt zur Erde zurück, erhält künstliche Organe und dadurch Superkräfte.
In England kamen zu jener Zeit die Serien "The Tomorrow People" (1973) und "Moonbase 3" (1973) heraus. In Amerika erschienen die "Planet of the Apes" - Serie nach dem gleichnamigen Affenfilm sowie "Kolchak: The Night Stalker" (1974), die übernatürliche Phänomene behandelt.
1975 schuf Gary Anderson die schwache Star-Trek-Imitation "Space 1999": Der Mond ist aus der Erdumlaufbahn geraten und rast durchs All. Im gleichen Jahr erschien "Survivors": ein tödlicher Virus hat fast die gesamte Menschheit ausgerottet, nur ein paar Immune haben überlebt.
Eine Imitation von "The Six Billion Dollar Man" waren "The Invisible Man" (1975, späterer Titel: "The Gemini Man") sowie "The Bionic Woman".
In "Fantastic Journey" (1976) begegnen sich unterschiedliche Kulturen über "Zeitzonen" auf einer verlassenen Insel im Bermuda-Dreieck. Auf Comic-Serien basierten "Logan`s Run" und "The Incredible Hulk". Das britische Fernsehen produzierte 1977 die dystopische Serie "1990" und immer noch "Dr. Who". Zum Bereich der Space Opera zählt Terry Nations Serie "Blake`s Seven".
In den 70er Jahren reflektierten britische Serien wie "Doomswatch", "Survivor" und "1990" die Angst der Menschen vor bestimmten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen die USA mit ihren TV-Produktionen und auch Kinohits wie "Star Wars" oder "Superman" solche Probleme verdrängten und ihren Phantasien freien Lauf ließen.
Gelungene SF-Parodien waren die amerikanischen Reihen "Quark" (1978) über eine galaktische Müllentsorgungsfirma und "Mork and Mindy" (1978-82) über einen liebenswürdigen Außerirdischen.
Zu einem Flop entwickelte sich die mit viel Vorschlußlorbeeren bedachte Serie "Battlestar Galactica" (1978/79), in der das Kampfraumschiff Galactica mit ihrem Kommandanten Adama (dargestellt von "Ben Cartwright" Lorne Greene) gegen die Feinde der Menschheit, die robotischen Cyclons, vorgeht und schließlich nach der Erde sucht. Ebenfalls ein Flop war "The Man from Atlantis" (1978, mit Patrick Duffy aus "Dallas" in der Hauptrolle), in der der letzte Überlebende von Atlantis, ein Fischmensch, der Menschheit bei unterseeischen Forschungen und bei Bedrohungen durch böse Wissenschaftler und Außerirdische zur Seite steht.
Sehr beliebt war dagegen die Reihe "V" (The Miniseries, 1983-84), in der die Erde durch Außeridische annektiert wird, aber eine Widerstandsbewegung gegen die Eindringlinge kämpft. Ebenso erfolgreich war die nach dem Roman von Douglas Adams gedrehte SF-Parodie "The Hitchhikers Guide to the Galaxy" (1983), in der der Erdenbürger Arthur Dent kuriose Abenteuer im all erlebt und in der ziemlich alle Klischees der SF aufs Korn genommen werden.
Die von Steven Spielberg fürs Fernsehen produzierten "Amazing Stories" (1985), die bis dahin teuerste SF-Serie, glänzte zwar durch die hervorragenden visuellen Effekte, Handlung und Charaktere waren allerdings recht plump. Zu einem Hit für Kinder entwickelte sich die Reihe um das Zottelmonster "ALF", ein Sprücheklopfer mit skurillen Eigenarten. Bald existierten zu der Serie Bücher, Plüschpuppen, T-Shirts, Poster, Spielzeuge usw.
Kurzlebige amerikanische Serien waren "Blue Thunder" (1984), "Starman" (1986-87) und "Alien Nation" (1989-90). Auf Stories von Ray Bradbury basierte die Miniserie "The Martian Chronicles" (1980), und George R.R. Martin inpirierte die Fantasy-Saga "Beauty and the Beast" (1987-90). Das Zeitreise -Thema bestimmte die Episoden von ""Quantum-Leap" (1989) und "Voyagers" (1982/83). 1988-90 erschien "War of the Worlds". Die faszinierendste Serie dieser Zeit war jedoch "Star Trek: The Next Generation" (seit 1987), die Fortsetzung der großen Sage um Kirk, Spock und Co.
Die 90er Jahre brachten eine Fülle von TV-Serien. Das Star Trek - Epos wurde zur Never Ending Story: ab 1993 lief "Deep Space Nine", welche auf einer Raumstation spielt, in deren Nähe ein Wurmloch Kontakt zu einer fremden Galaxis erlaubt, und 1995 startete "Voyager", wobei anfangs das Raumschiff gleichen Namens in einen anderen Quadranten der Milchstraße geschleudert wird und nach einer Möglichkeit zur Rückkehr zur Erde sucht.
Zum großen Herausforderer von "Star Trek" wurde "Babylon 5" (seit 1993). Die Serie erzählt die Geschichte der Raumstation Babylon 5 von der Inbetriebnahme bis zur Zerstörung, wobei schnelle Raumschiffe, seltsame Aliens und Raumschlachten nicht zu kurz kommen.
"X-Files" (Akte X, seit 1993) beschreibt die Erlebnisse zweier FBI-Agenten, die phantastische Fälle bearbeiten, die zuweilen einen übernatürlichen Charakter haben. Im Superhelden-Milieu sind "M.A.N.T.I.S." (seit 1994) und "Lois & Clark" (seit 1993) angesiedelt, um Cyberpace und Videospiele geht es in "TekWar" (1993), "VR.5" (1995) und "Deadly Games" (1995). Weitere Serien waren "Robocop", die Geschichte eine Polizisten-Cyborgs, "Space Cops", eine Krimiserie im SF-Gewand, "Space 2063", eine Geschichte um eine Gruppe junger Kadetten, die gegen außerirdische Invasoren kämpft, "Red Dwarf", eine SF-Komödie um eine außergewöhnliche Raumschiffcrew, "Sliders", wo das Parallelweltthema aufgegriffen wurde, "Seaquest 2032", eine Unterwasserserie um Riesenwürmer und Killerpflanzen, "Earth 2", wo Menschen auf einem erdähnlichen Planeten ansiedeln, sowie die Fantasy-Serien "Xena" und "Hercules.
Neben herkömmlichen Fernsehserien waren aber auch Zeichentrickfilme mit futuristischem Inhalt besonders beim jugendlichen Publikum sehr bleibt. Nachdem die in prähistorischer Zeit spielende Reihe "The Flintstones" (1960, Familie Feuerstein") ein großer Erfolg war, folgte 1962 die Serie "The Jetsons", in der alltägliche Erlebnisse einer amerikanischen Familie im Jahr 3000 geschildert werden. Bemerkenswert auch die Zeichentrickreihen "Johnny Quest" und "Star Trek".
Auch aus Japan stammten einige gut inszenierte, aber oft brutale und absurde SF-TV-Serien. "Ultraman", ein Hybrid zwischen Mensch und Außerirdischen, rettet unseren Planeten vor diversen Gefahren. Ähnliche Reihen sind "Astroboy", "Gigantor", "Eight Man" und "Robotech".
In Deutschland wurden ebenfalls einige SF-Serien produziert, vor allem natürliche die legendäre "Raumpatrouille", die zur Kultserie avancierte.
Während schon bei den futuristischen Kinoproduktionen gute Ideen und Handlungen Mangelware sind, dieses Manko aber dort vielfach durch hervorragende Special Effects kompensiert wird, ist die Qualität der Fernsehserien meist sehr dürftig. Allein in Großbritannien erschienen einige Serien mit ansprechenden Plots, die USA scheinen in dieser Hinsicht auf dem Niveau der literarischen Pulp-Ära der 30er Jahre steckengeblieben zu sein; auch die japanischen Reihen sind nicht viel besser.
Im Folgenden werden einige der wichtigsten Fernsehserien näher vorgestellt.
- Captain Video; amerikanische Serie, 1949-53 und 55-56
30-minütiges Kinderprogramm, das fünfmal in der Woche ausgestrahlt wurde. Captain Video kämpft mit seinen Video Rangers gegen verschiedene Bedrohungen aus dem All. Viele der frühen Scripts wurden von Robert Sheckley, Damon Knight und C.M. Kornbluth geschrieben, die Szenen wurden in kleinen schmalen Studios gedreht.
- Out of this World; ABC TV, 1952
Serie zwischen SF und Wissenschaft. In der 3.Folge fliegt ein junges Paar zum Urlaub auf den Mond und telefoniert von dort zur Erde, um seinen Verwandten ihre Eindrücke zu schildern. Zwischendurch bespricht ein Wissenschaftler die aktuellen Möglichkeiten eines Raumfluges und schreibt die Bedingungen auf dem Mond sowie Phänomene wie die Schwerelosigkeit. Ähnlich behandeln die anderen Episoden wissenschaftliche Themen.
- Quatermass - Serien:
- The Quatermass Experiment, BBC TV, 1953
Sechs 35-Minuten Episoden, geschrieben von Nigel Kneale. Kombination von Horror und SF. Ein Astronaut kehrt zur Erde zurück, infiziert mit Sporen, die seinen Körper übernehmen. Er verwandelt sich schließlich in ein tintenfischähnliches Wesen, flieht in die Westminster Abbey und wird dort von Professor Quatermass zerschnitten.
- Quatermass II, BBC TV, 1955
Sechs 35-Minuten-Episoden. Professor Quatermass entdeckt in einem entlegenen Teil Englands einen mysteriösen technischen Komplex und versucht diesen zu erforschen, wird aber durch Sicherheitsbeamte der Regierung daran gehindert. Inzwischen gehen kleine meteorähnliche Projektile in der Umgebung nieder; Menschen, die sich ihnen nähern, werden augenblicklich von fremden Intelligenzen übernommen. Einige dieser Übernommenen sitzen schließlich in der Regierung und unterstützen damit die außerirdische Invasion. Quatermass kann in den fremden Komplex eindringen; die Fremden werden in einer Schlacht zerstört.
- Quatermass and the Pit, BBC TV, 1958-59
Sechs 35-Minuten-Episoden. Arbeiter, die einen Untergrundtunnel bauen, entdecken ein fremdes Objekt. Erst glauben sie an eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, aber Quatermass findet heraus, daß es ein Raumschiff ist, das seit prähistorischen Zeiten vergraben ist. Die Mannschaft bestand aus insektenförmigen Kreaturen vom Mars, die das Überleben dadurch zu sichern versuchten, daß sie ihre rassischen Erinnerungen und Charakterzüge mit gentechnischen Methoden in die Gehirne der damals existierenden primitiven Menschen implantierten. Einer dieser Charakterzüge zog die Vernichtung von schwächeren Mitgliedern dieser Spezies nach sich. Als durch die Erforschung des Raumschiffs dessen Kraftquellen aktiviert werden, werden Bewohner Londons von ihrem prähistorischen Programm dominiert und beginnen sich gegenseitig mit paranormalen Kräften zu zerstören.
- The Twilight Zone, US TV, 1959-64
Diese von Rod Serling geschaffene Serie begann 1959 mit halbstündigen Episoden, die dann vorübergehend auf eine Stunde verlängert wurden. Neben Rod Serling schrieben Richard Matheson und Charles Beaumont die Stories.
Die erste Geschichte war "Where ist Everybody". Ein junger Mann wacht in einer Kleinstadt auf, die total verwüstet ist. Er findet Anzeichen dafür, daß die Stadt kurz vorher von ihren Bewohnern verlassen wurde. Es stellt sich heraus, daß die Situation künstlich in seinem Gehirn implantiert wurde, um menschliche Reaktionen auf Einsamkeit zu testen. In "Little Lost Girl" fällt ein Kind in eine Dimensionsfalte unter seinem Bett; die Eltern können es zwar schreien hören, aber nicht erreichen. In "Nighhmare at 20 000 Feet" spielt William Shatner einen Passagier in einem Flugzeug, der eine mysteriöse Kreatur auf dem Tragflügel landen sieht, die sich an einem der Triebwerke vergreift. Immer wenn den Mitreisenden das Ungeheuer zeigen will, ist es verschwunden.
- A for Andromeda, BBC TV, 1961
Sieben 50-Minuten-Episoden. Ein von der Andromeda-Galaxis ausgesandtes Signal wird decodiert; es enthält Instruktionen zum Bau eines Supercomputers. Dieser Computer gibt Anweisungen zur Schaffung eines lebenden Wesens. Ein schönes junges Mädchen entsteht. Dessen Existenz zu Kontroversen in Regierung und Wissenschaftlerkreisen führt. Die Hauptrolle spielte Julie Christie, die Novelle stammt von Fred Hoyle und John Elliot. Der 1995 produzierte SF/Horror-Film "Species" weist erstaunliche Ähnlichkeiten auf...
- Dr. Who, BBC TV, seit 1963
25-Minuten-Episoden. Dr. Who kann mit seiner Zeitmaschine Tardis durch Raum und Zeit reisen. In der ersten Story fällt ein junges Mädchen ihren Lehrern durch ein ungewöhnliches geschichtliches Wissen auf. Um ihr Geheimnis zu ergründen, folgen ihr die Lehrer in eine Art Telefonzelle, die sich als Zeitmaschine entpuppt, deren Inneres viel größer ist als es von außen erscheint. Das Mädchen hat die Maschine von ihrem exzentrischen Großvater Dr. Who geerbt. Als die Zeitmaschine außer Kontrolle gerät, werden die Beteiligten in die Steinzeit verschlagen.
In "The Dead Planet" werden die Daleks vorgestellt, Roboter, die das Universum erobern wollen und sehr zur Popularität der Serie beitrugen.
Die Autoren der Reihe haben Hunderte von Ideen aus der Pulp-SF verwendet, aber oft sind die Stories auch intelligent und komplex. Auch bei niedrigem Budget waren die Spezialeffekte gut, "Dr. Who" ist eine der besten Space Opera-Serien, die im Fernsehen erschienen sind.
- Out of the Unknown, BBC TV, 1965-67
In dieser Reihe wurden Stories von berühmten SF-Autoren verfilmt, unter anderem "Immortality inc." Von Robert Sheckley, "Liar!" von Isaac Asimov, "The Last Lonely Man" von John Brunner, "Beachhead" von Clifford D.Simak, "Random Quest" von John Wyndham, "The Little Black Bag" von C.M. Kornbluth, "Thirteen to Arcturus" von J.G. Ballard, "The Naked Sun" von Isaac Asimov, "The Machine stops" von E.M. Forster.
Trotz geringem Budget hatten die Episoden einen hohen Standard. Als der Schwerpunkt von der SF in übernatürliche Gefilde verlegt wurde, folgte bald das Ende.
- Thunderbirds, ATV Network, 1965-69
Von Gerry Anderson produzierte Puppenserie, 50-minütige Episoden. Die Kinderserie schildert eine Zukunftsfamilie, die einen Luft-, Weltraum- und Unterwasserservice betreibt und dabei eine Anzahl von spektakulären Vehikeln benutzt: Raketen, Schiffe und Unterseeboote.
- Time Tunnel, ABC TV, 1966-67
Irwin Allen - Produktion für 20th Century Fox, 30 Episoden.. Zwei Männer werden durch eine Zeitmaschine geschickt, ein unterirdischer geheimer riesiger Spiraltunnel, der von Militärs geführt wird. Das Personal kann zwar sehen, was mit den beiden in anderen Zeiten passiert, kann sie aber nicht in die Gegenwart zurückholen. So gelangen die beiden in verschiedene Epochen der Vergangenheit und Zukunft, erleben den Untergang der Titanic, die Attacke auf Pearl Harbour, die Posaunen von Jericho, den Wilden Westen mit Billy the Kid, den ersten Marsflug und Dinosaurier in der Urzeit. Die Spezialeffekte waren gut, Handlung und Dialoge ließen allerdings zu wünschen übrig.
- Invaders, ABC TV, 1967-68 (Invasion von der Wega)
Roy Thinnes alias David Vincent spielt einen Architekten, der nachts auf einer einsamen Landstraße die Landung eines fremden Raumschiffs beobachtet. Er erfährt, daß die Eindringlinge von einem Planeten der Wega kommen, daß sie menschliche Gestalt angenommen haben und er muß eine ungläubige Welt davon überzeugen, daß die lautlose Invasion bereits begonnen hat. Die Fremden sehen wie Menschen aus und sind nur an einem steifen Kleinfinger zu erkennen. Wenn sie getötet werden, verglühen sie. In jeder Folge wird ein Stützpunkt der Fremden ausgehoben. In der letzten Episode erfährt Vincent, daß die Eindringlinge auf ihrem eigenen Planeten Rebellen sind. Die Mehrheit der Fremden hat erkannt, daß die Erde intelligentes Leben trägt und nicht zur Besiedlung geeignet ist, obwohl ihr eigener Planet untergeht. Die Rebellen werden zurückbeordert.
- UFO, ITC/Century 21 Production, 1969-70
Produziert von Gerry Anderson, 50-minütige Episoden.
SHADO ist eine Geheimorganisation zur Abwehr von UFOs mit Sitz in England. Commander Straker und seine Crew fangen mit Scydivern die Fremden ab, die auf Organsuche sind. Die Spezialeffekte waren eindrucksvoll, die weiblichen Darsteller wie Puppen hergestellt, die Handlung höchstens für Kinder geeignet.
- The Six Million Dollar Man, ABC TV, 1973
Die Serie begann mit einem 90-minütigem Pilotfilm, dann folgten zwei Fernsehfilme, danach die Serie, wobei jede Episode 50 Minuten dauerte.
Lee Majors spielt Steve Austin, einen früheren Air Force-Astronaut, der nach einem Unfall in einem Experimentalflugzeug schwer verletzt wurde und dann mehrere künstliche Körperteile eingepflanzt bekam. Er wird zu einem Supermann mit großer Kraft und Schnelligkeit, der für eine Geheimorganisation arbeitet.
- Space 1999, ITC TV, 1975-77 (Mondbasis Alpha 1)
Gerry Anderson-Produktion, 50-minütige Episoden.
Der Mond wird aus der Umlaufbahn der Erde gestoßen und begegnet bei seiner Wanderung durchs Universum fremden Planeten und Lebensformen. Die Charaktere wirken hölzern, die wissenschaftlichen Plots sind haarsträubend. Bereits die Wanderung des Mondes ist unglaubwürdig, dann werden Sterne mit Asteroiden verwechselt, Parsek ist angeblich eine Einheit für Geschwindigkeit usw.
- Quark, NBC, 1978
8 einstündige Episoden, SF-Parodie. Im Jahr 2222 durchfliegen Menschen die gesamte Galaxis, hinterlassen aber überall Abfälle und Müll. Eine Müllentsorgungsfirma ist unterwegs, um die Milchstraße zu reinigen.
- V (The Miniseries), NBC, 1983-84
Zwei vierstündige Miniserien. Ende des 20. Jahrhunderts landen außerirdische Raumschiffe auf der Erde. Die Fremden bieten der Menschheit ihre fortgeschrittene Technologie an, verlangen aber im Gegenzug die Abbaurechte für bestimmte Mineralien. Doch nach und nach übernehmen se mittels Terror und Propaganda die Kontrolle über unseren Planeten. Eine Untergrundbewegung der Menschen versucht die Fremden zu verjagen.
- The Hitchhikers Guide to the Galaxy, BBC, 1983
7 einstündige Episoden. SF-Parodie nach dem erfolgreichen Roman von Douglas Adams, mit guten Spezialeffekten.
Die Erde muß einer Hyperraum-Umgehungsstraße weichen und wird zerstört. Der Erdenbürger Arthur Dent entgeht mit dem Außerirdischen Ford Perfect dem Untergang und flieht ins All. Unterdessen sucht ein früherer galaktischer Präsident nach dem verlorenen Planeten Magrathea, und ein Paar von mehrdimensionalen Wesen, die wie weiße Mäuse aussehen, beschäftigen sich mit der ultimaten Frage nach dem Leben, dem Universum und allem übrigen. Sie wissen schon die ultimate Antwort: 42.
- Amazing Stories, NBC, 1985
44 halbstündige Episoden, wobei eine Folge im Durchschnitt 900 000 Dollar kostete, das bis dahin höchste Budget für TV-SF-Serien. Die von Steven Spielberg produzierte Reihe glänzte durch großartige Spezialeffekte; Charaktere und Handlung waren allerdings schwach. Die einzelnen Geschichten waren inhaltlich unabhängig voneinander, es geht um Kartenspielertricks, Katastrophen mit Lokomotiven usw.
- Alien Nation, 1989/90,1994-96
300 000 Außerirdische müssen auf der Erde notlanden, glatzköpfige, friedliche Familien, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Der Kontrast zwischen den Newcomern aus dem All und den Menschen wurde glaubwürdig dargestellt. Die Grundidee stammte von Rockne S. O`Bannon.
- Babylon 5, seit 1993
Produzent und Hauptautor J. Michael Straczynski entwickelte eine fortlaufende Handlung, in der die Geschichte der Raumstation Babylon 5 von der Inbetriebnahme bis zur Zerstörung erzählt wird. Es ist eine Geschichte vom Krieg der Mächte des Lichts gegen die Mächte der Finsternis, repräsentiert durch die Shadows, die unsere Galaxis unterwerfen wollen. Computergraphiken erlauben die Darstellung innovativer Monster und großer Raumschlachten. Die Vielschichtigkeit der Personen, verschiedenen Handlungsebenen und parallele Erzählstränge lassen die Serie zu einem intellektuellen Abenteuer werden, wodurch "Babylon 5" weit über das vergleichbare Star Trek-Spektakel "Deep Space Nine" herausragt.
- The X-Files, seit 1993, deutscher Titel: "Akte X"
Die Reihe beschreibt die Erlebnisse zweier FBI-Agenten, Fox Mulder und Dana Scully, die Licht in das Dunkel ungelöster Kriminalfälle bringen sollen. Okkulte Elemente wurden mit traditionellen Krimizutaten vermischt, es geht um indianische Werwölfe, genmanipulierte Killer, durchgedrehte Computer, UFOs usw. Die Reihe lebt von einer gespannt depressiven Atmosphäre und geheimnisvollen Hintermännern, die gemein und skrupellos sind.
- Space 2063, 1995/96
Im Jahr 2063 haben die Völker der Erde ihre Konflikte überwunden und wenden sich vereint der Eroberung des Alls zu. Doch der Aubruch in die Zukunft wird zu einem Alptraum, als eine unbekannte Macht einen intergalaktischen Krieg beginnt. Die "Chigs" sind unberechenbare, grausame Aliens, deren Technologie der menschlichen weit überlegen ist und mit denen eine Verständigung unmöglich erscheint. Die Kadetten der 58.sten Einheit der Weltraum-Marines kämpfen auf verlorenem Posten...
Der Weltraum in "Space" ist grau, trist und dreckig, wie die Atmosphäre in "Alien". Als Vorbild dienten Kriegsfilme aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der Krieg ist kein Abenteuer, sondern schmutzig und grausam.
- Earth 2
Das Jahr 2184. Die Erde ist ausgestorben, die Menschheit schon vor Generationen in Raumstationen umgesiedelt. Der Planet G 889 bietet klimatische Verhältnisse, wie sie auf der Erde waren. Die Kolonisten müssen sich über Tausende von Kilometern durch eine fremde, bedrohliche Welt kämpfen.
Die Siedlerstory aus der Zeit der Wilden Westens wird in den Weltraum verlegt.
- Farscape (USA/Australien 1999/2000; deutscher Titel: Farscape - Verschollen im All)
Durch ein ungewöhnliches Flugmanöver des experimentellen Raumgleiters "Farscape", der unglaubliche Fluggeschwindigkeiten erreichen und der Menschheit den ersten Schritt zu interstellaren Raumfahrt ermöglichen soll, öffnet sich ein Wurmloch und verfrachtet das kleine Schiff samt seinem Piloten John Crichton an einen weit entlegenen Punkt des Universums. Hier gelangt er an Bord des halborganischen Raumschiffs Moya und lernt seine ungewöhnliche Crew kennen, mit der er phantastische Abenteuer erlebt. Was zunächst wie eine wilde Mischung aus Buck Rogers, Lexx und Babylon 5 aussieht, ist eine der innovativsten SF-Serien der letzten Jahre: vorzügliche Spezialeffekte, interessante Geschichten und Charaktere, atemberaubende Action, und eine Handlung, die nicht immer bierernst ist.
- Das Phänomen "Star Trek"
Mit der Episode "The Man Trap" begann ein Mythos, der in der SF seinesgleichen sucht. Das Raumschiff Enterprise, genaue Typenbezeichnung NGC-1701, startete auf seine große Mission. "Der Weltraum: unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat..."
Mit diesem Vorspann ging die Enterprise am 8. September 1966 erstmals auf große Fahrt. Der eigentliche Beginn dieser Fernsehserie war jedoch das Jahr 1964. Ihr geistiger Urheber, Gene Roddenberry, legte der Filmgesellschaft MGM die ersten Entwürfe für "Star Trek" vor, diese zeigte jedoch kein Interesse. Roddenberry war von einer Westernserie namens "Wagon Train" zu Star Trek inspiriert worden - war es einst der Westen der amerikanischen Kontinents, dem wagemutige Siedler mit ihren Planwagen entgegenzogen, so sollten es nun die Raumfahrer der Sternenflotte sein, die mit ihren Raumschiffen die Grenzen des bekannten Universums erkundeten. Schließlich fand sich die Rundfunkstation NBC bereit, einen Pilotfilm zu finanzieren: "The Cage". NBC war damit jedoch nicht zufrieden, und Roddenberry ließ einen zweiten Film "Where No Man has gone before" produzieren, der die Erwartungen erfüllte. Schließlich ging am 8.September 1966 "The Man Trap" (der Pilotfilm wurde erst später gesendet) auf Programm, erstmals war das Raumschiff U.S.S. Enterprise - genaue Typenbezeichnung NCC-1701 - in Aktion. Die Brücke des Schiffs besetzten Raumfahrer, die zur Legende wurden: Captain James Tiberius Kirk (dargestellt von William Shatner), der erste Offizier Spock (Leonard Nimoy), Schiffsarzt Dr. McCoy (DeForrest Kelley), Chefingenieur Montgomery Scott (James Doohan), Lt. Uhura (Nichelle Nichols), Navigator Sulu (George Takei) und Pavel Chekov (Walter Koenig).
Drei Seasons lang - insgesamt 78 Folgen - erlebte die Enterprise-Mannschaft in dieser Besetzung aufregende Weltraumabenteuer, mußte sich feindliche Rassen wie der Klingonen oder der Romulaner erwehren, bekämpfte außer Kontrolle geratene Computer, wurde mit Zeitreisen konfrontiert oder auch mit tödlichen Viren. Es wurden durchaus intelligente Geschichten erzählt, für die Serie schrieben bekannte SF-Autoren wie Richard Matheson, Robert Bloch, Theodore Sturgeon, Harlan Ellison oder Norman Spinrad. Erfreulich war, daß bei vielen Konflikten gewaltfreie Lösungen angestrebt wurden, ein Erfolg von Gene Roddenberry, der sich nach und nach gegen die die Produktion finanzierenden und damit den Stil der Serie beeinflussenden Herren der NBC durchsetzte, die auf Action und Kriegsszenen setzten. So sprach sich Star Trek gegen Rassismus und Diskriminierung aus und lieferte eine zukunftsweisende Vision, die die friedlich vereinten Rassen der Erde die Wunder des Weltalls kennenlernen läßt.
Das Raumschiff Enterprise erlangte Kultstatus: mit einer Länge von 289 Metern und einem Gewicht von
193 000 Tonnen bot sie einer Mannschaft von über 400 Mann (und Frau) Platz und verfügte über einen Antimaterie-Antrieb, welcher das Schiff bis auf Warp 7 (656fache Lichtgeschwindigkeit) beschleunigen konnte.
Ebenso legendär wurde die technische Ausrüstung der Besatzung: der Kommunikator, ein Funksprechgerät, mit dem der "Außendienst" auf fremden Planeten Kontakt zum Schiff halten konnte; der Phaser, eine Strahlwaffe, der Tricorder, ein Kleincomputer, der Lebensformen orten und analysieren konnte; McCoys Diagnosegerät, mit dem er gewöhnlich verwundete untersuchte (es handelte sich dabei um einen Salzstreuer), oder der Transporter, der Personen vom Raumschiff auf die Planetenoberflächen (und wieder zurück) "beamen" konnte. Das "Beam uns hoch, Scotty" wurde zum geflügelten Wort.
Trotz des Erfolgs der Serie war mit Ende der dritten Staffel Schluß - die Episode "Turnabout Intruder" war das vorläufige Aus. Aber die Fans, die sich "Trekkies" nannten und riesige Conventions veranstalteten, hielten die Serie am Leben. Ab 1967 veröffentlichte Bantam Storysammlungen, die James Blish unter Zuhilfenahme der TV-Drehbücher schrieb. Bei Ballantine erschien "The Making of Star Trek", in dem die Entstehungsgeschichte der Serie und ihre Entwicklung beschrieben wurde. Gold Key gab eine Comic-Heftserie heraus, und 1973-74 erschien im Fernsehen eine Zeichentrickserie.
Die Proteste der Fans rissen nicht ab, seit 1977 verdichteten sich die Gerüchte über einen Film. Und tatsächlich: mit einem Produktionsaufwand von 40 Millionen Dollar drehte Regisseur Robert Wise mit den Trickspezialisten Douglas Trumbull ("2001 - Odyssee im Weltraum") und John Dykstra ("Krieg der Sterne") "Star Trek - the Motion Picture"; Kinopremiere war am 6.Dezember 1979.
Zum Inhalt der ersten Star-Trek-Kinofilms: Als eine Wolke aus Energie die Erde bedroht, will die Mannschaft der Enterprise dieses Rätsel lösen. Die weibliche Navigatorin Ilia, die in den Offizier Decker verliebt ist, wird entführt, taucht aber später innerlich verändert wieder an Bord auf. Die Wolke benutzt sie als Medium. Hinter der Wolke verbirgt sich die 300 Jahre vorher ausgesandte NASA-Sonde Voyager VI, die auf ihrem Weg durch das All Intelligenz angenommen hat und nun nach ihrem Schöpfer sucht. Sie will sich in einem Körper materialisieren; schließlich willigt Decker ein, daß Ilia diesen Körper stellt, ohne zu wissen, was aus dieser neuen Verbindung Mensch - Maschine wird.
Die Story kam bei den Fans nicht gut an, das Thema, eine religiös angehauchte Story um die Suche nach Gott und dessen Existenz, war eine Nummer zu groß für die Abenteuermannschaft der Enterprise. Dennoch schnitt der Film finanziell gut ab und zog eine Schwemme von Nebenprodukten nach sich: Bausätze der Raumschiffe, Bastelbögen, Plastiksätze der Hauptfiguren, Rißzeichnungen, eine Comic-Heftserie, Sammelbilder, Bücher und auch eine Taschenbuchreihe.
1982 kam "Star Trek II - The Wrath of Khan" in die Kinos. Aus der Fernsehepisode "Space Seed" war der Khan Noonian Singh bekannt. Der Khan betreibt auf einem Exilplaneten, auf der in Verbannung lebt, genetische Experimente. Als ein irdisches Raumschiff auf dem Planeten landet, um das Projekt Genesis zu testen, welches aus Ödplaneten blühende Welten machen soll, fallen Captain Terrell und Mr. Chekov dem Khan in die Hände. Die beiden werden mit Parasiten infiziert und nach Regula zurückgeschickt, wo der Khan die Enterprise in einen Hinterhalt lockt. Khan stiehlt die Genesis-Maschine und setzt sie gegen die Enterprise ein. Nur der Überlichtantrieb könnte deren Besatzung retten, aber der ist beschädigt und der Maschinenraum verseucht. Doch Spock repariert den Antrieb, obwohl ihn das das Leben kosten könnte. Die Genesis-Maschine schafft eine neue fruchtbare Welt, deren Struktur so fremdartig ist, daß Spock, der in einem Sarg auf ihr landet, vielleicht in einer anderen Form weiterexistieren kann...
Es ist anzunehmen, daß Spocks aufwendig inszenierter Tod in erster Linie dazu diente, das Interesse an Star Trek neu zu entfachen und die Erwartungshaltung der Zuschauer auf einen neuen Film zu steigern.
1984 folgte "Star Trek III - The Search for Spock". Kirk trauert um seinen verstorbenen Freund, und die Enterprise soll verschrottet werden, weil sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Doch bald erfährt Kirk, daß es noch Hoffnung für Spock gibt, und er stiehlt mit seinen Kameraden die Enterprise. Er fliegt zur Wunderwelt Genesis zurück und entdeckt, daß der Sarg des Vulkaniers leer ist. Auf Genesis erlebt Spock eine Wiedergeburt, die ihn als Baby neuerstehen und in kürzester Zeit heranwachsen läßt, während sich der Planet vom Paradies in eine Höllenwelt wandelt. Klingonen tauchen auf, im Laufe der Auseinandersetzungen dreht Dr. McCoy (in dem Spocks Geist wohnt), und Kirks Sohn kommt ums Leben. Um das Konstruktionsgeheimnis der Enterprise und das Genesisprojekt vor den Klingonen zu bewahren, befiehlt Kirk die Selbstvernichtung des Schiffs. Mit dem Klingonenraumer fliegen sie zum Planet Vulkan, wo sie Spock wiederbegegnen.
Wiedervereint stellte sich die Enterprise-Mannschaft dann 1986 in "Star Trek IV - The Voyage Home" vor. Die Besatzung kehrt von Vulkan mit dem Klingonenraumer zur Erde zurück, um sich dort wegen Diebstahl eines Raumschiffs und anderer Vergehen vor Gericht zu stellen. Da nähert sich ein geheimnsivoller Flugkörper der Erde und gibt Signale von sich. Auf der Erde kommt es zu Katastrophen: Wolken verdichten sich, riesige Flutwellen entstehen, der blaue Planet droht unterzugehen. Als sich Kirk mit seiner Crew nähert, erkennt Spock, daß der Flugkörper Anwort von Walen erwartet, die vor 200 Jahren ausgestorben sind. Die Mannschaft reist in die Vergangenheit des Jahres 1986 und bringt nach allerlei Abenteuern zwei Wale in ihre Gegenwart. Als die Buckelwale mit ihrem Gesang die Signale des Flugkörpers beantworten, dreht die zerstörerische Sonde ab...
Der vierte Film der Kinoserie übertraf mit seinem Einspielergebnis alle Vorgänger, und eine neue Welle der Star Trek - Begeisterung schwappte über die USA hinweg. In dieser Situation beschlossen die Paramount-Produzenten, eine neue Fernsehserie aufzulegen. Nach "Star Trek Classic" folgte nun "Star Trek - The Next Generation" mit neuen Gesichtern und einem neuen Raumschiff. Das neue Modell, die NCC 1701-D, war doppelt so lang und bot achtmal soviel Platz wie die alte Enterprise. Die Sternenflottenangehörigen leben zusammen mit ihren Familien auf dem Schiff. Die Führung des Raumschiffs obliegt Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart). Ihm zu Seite steht sein erster Offizier, Commander William Riker (Jonathan Frakes). Neu ist das Amt des "Counselors", der dem Captain bei wichtigen Entscheidungen beratend zu Seite stehen soll; diese
Aufgabe übernimmt Deanna Troi (Marina Sirtis). Weitere Frauen an Bord sind die beiden Ärztinnen Dr. Beverly Crusher (Gates McFadden) und Dr. Kate Pulaski (Diana Muldaur) sowie die Sicherheitschefin Tasha Yar (Denise Crosby). Die Annäherung der Förderation mit den Klingonen führte dazu, daß auch ein Klingone, Lt. Worf, auf der Brücke anwesend war. Der blinde, nach einem behinderten und jung verstorbenen Trekkie benannte Geordi LaForge wurde Scottys Nachfolger auf dem Maschinendeck. Und schließlich gab es noch den Androiden Data (Brent Spiner), der so gerne wie ein Mensch fühlen will...
Die neue Crews begeisterte nach anfänglicher Reserviertheit ihr Publikum; Picards Mannschaft bekam es mit verschiedensten Gegnern zu tun: das undurchschaubare Superwesen Q suchte die Enterprise wiederholt mit seinen seltsamen Späßen heim; und die Romulaner, Ferengi und Cardassianer waren ernstzunehmende Gegner. Die Borg waren eine kollektiv handelnde Rasse, halb Mensch, halb Maschine; ihre bizarre Denkweise führte sie zu einem ständigen Vernichtungsfeldzug gegen ihrer Meinung nach minderwertiges Leben. Einige Folgen setzten sich intensiv mit außerirdischen Kulturen auseinander, etwa den Klingonen und Vulkaniern, und es wurden explizit politische und ethische Themen behandelt. Für die Zerstreuung an Bord sorgte das Holodeck, das jede beliebige Umgebung simulieren konnte und wo sich die Besatzung manchmal in sehr realistische Abenteuer stürzte.
"Star Trek - The Next Generation" startete am 27. September 1987 mit dem Pilotfilm "Encounter at Farpoint", und lief sieben Staffeln lang im amerikanischen Fernsehen, bis die neue Enterprise 1994 mit "All Good Things" nach 178 Folgen auf ihre letzte TV-Fahrt fing.
Unterdessen hatte im Jahre 1989 der Kinofilm "Star Trek V - The Final Frontier" Premiere. Auf Nimbus III, dem in der Neutralen Zone gelegenen Planeten des galaktischen Friedens und der gemeinsam von der Förderation, den Klingonen und Romulanern regiert wird, greift ein geheimnsivoller Vulkanier mit seinen Mannen die Stadt Paradise City an und nimmt drei hochkarätige Geiseln. Er will erreichen, daß ein Förderationsschiff Nimbus III anfliegt. Dieses Schiff ist die Enterprise, und schließlich gelangen Kirk, Spock und Co in Gefangenschaft des rebellischen Vulkaniers Sybok. Sybok ist ein Halbbruder von Spock, und er ist auf der Suche nach Sha Ka Ree, einem Planeten im Zentrum der Galaxis, jenseits der Großen Barriere, auf dem der Ursprung allen Lebens liegen soll. Als der gesuchte Planet erreicht wird, verdunkelt eine Sonnenfinsternis die Szenerie, Steinsäulen bohren sich aus dem Boden und bilden einen Kreis. In dem darin entstehenden Licht manifestiert sich bald ein Gesicht, welches sich als Gott ausgibt. Sybok erkennt, daß es sich um eine böse Kraft handelt, die sich über die Galaxis ausbreiten will. Er greift das Wesen an, was seinen Tod bedeutet, Kirk, Spock und McCoy können aber fliehen. Der "Gott" wird schließlich von einem Klingonenraumer zerstört.
Star Trek V blieb an den Einspielergebnissen gemessen weit hinter den Erwartungen zurück, und von der Kritik wurde die Suche nach Gott schlecht aufgenommen.
Paramount wollte zum Anlaß des 25. Geburtstags das Phänomen Star Trek gebührend feiern. Leider verstarb am 24. Oktober Gene Roddenberry, und der kurz darauf folgende Film war natürlich ihm gewidmet: "Star Trek VI - The Undiscovered Country". Premiere war am 13. Dezember 1991.
Der Film wurde vor dem zeitlichen Hintergrund der Annäherung von Ost und West und des Zusammenbruchs des Ostblocks gedreht. Das klingonische Imperium droht daran zu scheitern, daß seine Ausgaben für Verteidigung und Aufrüstung so groß sind, daß sie nicht mehr finanzierbar sind. Eine Friedenskonferenz wird vereinbart, doch wird ein klingonisches Schiff von Photonentorpedos getroffen, die offenbar von der Enterprise abgefeuert wurden. Dabei wird der klingonische Kanzler Gorkon getötet. Kirk und McCoy werden festgenommen und werden zu lebenslanger Zwangsarbeit auf einem Eisplaneten verurteilt. Unterdessen entdeckt Spock bei der Untersuchung des Zwischenfalls, daß die Torpedos von einem getarnten "Bird of Prey" abgefeuert wurden.
Auf dem Eisplaneten können sich Kirk und McCoy mit Hilfe der Gestaltwandlerin Martia befreien, und schließlich können die Drahtzieher an Bord der Enterprise in eine Falle gelockt werden. Es handelt sich um die Vulkanierin Valeris sowie Admiral Cartwright und General Shang, die den Friedensschluß mit den Klingonen verhindern wollen. Die Friedenskonferenz kann fortgesetzt werden.
Das Publikum war begeistert, die Story rasant, und die langsam ergrauenden Helden der klassischen Enterprise-Ära konnten sich würdevoll aufs Altenteil zurückziehen. Der angepeilte Friedensvertrag mit den Klingonen wurde gar zur Vorgeschichte der zeitgleich populären "Next Generation".
So beschloß man für den siebten Star Trek - Film "Generations" endgültig einen Generationenwechsel. Die alte Crew sollte abtreten, um einer neuen Platz zu machen, die bereits im Fernsehen seit Jahren agierte.
Der Nexus ist ein geheimnisvolles Energiefeld, ein zeitloser Raum, in dem man nicht altert und wo man durch seine Wünsche und Träume die Umgebung verändern kann. Die darin Gefangenen befällt ein eigenartiges Wohlgefühl, so daß sie keinen Wunsch mehr verspüren, es je wieder zu verlassen.
Der Wissenschaftler Dr. Soran wurde einst von Kirk aus dem Nexus gerettet. Im Zeitalter der "Next Generation" will er wieder dorthin zurückkehren, und um diesen Plan zu verwirklichen, will er eine entsetzliche Katastrophe heraufbeschwören.
Kirk begegnet Picard, und Kirk stirbt den Heldentod, obwohl dies im außerhalb der Zeit existierenden Nexus kein endgültiger Abschied sein muß.
"Generations" wurde zu einem phänomenalen Erfolg und öffnete weiteren Kino-Abenteuern der "Next Generation" Tür und Tor.
1996 startete der achte Film: "Star Trek - First Contact". Die Gegner sind die Borg, unheimliche Maschinenwesen, die alles Leben im Universum zu assimilieren versuchen. Beim Kampf gegen einen Borg-Raumer wird die Enterprise in die Vergangenheit geschleudert. Es ist der 6. März 2063, der Tag vor dem ersten erfolgreichen Warp-Flug und dem darauffolgenden ersten Kontakt zwischen Zefram Cochrane und den Vulkaniern. Die Borg versuchen, diese Begegnung zu verhindern, um die Erde in eine Borg-Welt zu verwandeln. Die Enterprise ist von den Maschinenwesen bereits unterwandert. Picard sinnt auf Rache, da er schon einmal Gefangener der Borg war, und Data gerät unter den Einfluß der Borg-Queen. Doch die unheimlichen Wesen können besiegt werden, und Cochrane kann mit der "Phoenix" seine historische Mission erfüllen.
Eine faszinierende Handlung, phantastische Spezialeffekte, eine betrunkene Deanna Troi und eine sexgierige Borg-Queen - dazu die Begegnung mit der Vergangenheit und eindrucksvolle Szenen in der Schwerelosigkeit - die Trekkies waren begeistert.
Im neunten Star Trek - Film "Insurrection" ("Der Aufstand", 1998) führt auf einem idyllischen Planeten das kleine, friedliche Volk der Ba`Ku ein paradiesisches Leben. Die Planetenringe geben eine metaphasische Radiostrahlung von sich, so daß diese Welt ein Jungbrunnen darstellt, deren Bevölkerung nicht altert.Die Besatzung der Enterprise wird zu dem Planeten der Ba´ku gerufen. Dort ist ein Crewmitglied, der Robotandroid Data plötzlich durchgedreht. Er hat die heimliche Beobachtung des kleinen Volkes durch Angehörige der Sternenflotte sabotiert. Captain Picard findet schnell heraus, daß Data einen verhängnisvollen Plan stoppen wollte: das friedliche Volk der Ba´ku sollte mit Hilfe von holographischen Projektionen heimlich umgesiedelt werden, damit eine andere Rasse, die Son´a, den Planeten besetzen kann. Die Son´a, Verbündete der Sternenflotte, brauchen den Planeten wegen seines einzigartigen Kraftfeldes. Die Son´a stehen vor dem Tod, ihnen ist jedes Mittel recht, und sie haben die Unterstützung der Sternenflotte.
Captain Picard ist angewidert von den Machenschaften der Sternenflotten-Generäle und gleichzeitig angezogen von der Weisheit der Ba´ku-Frau, Anij.Er verweigert den Befehl und hilft dem kleinen Volk. Dabei stößt er auf ein schreckliches Geheimnis. Die Ba`Ku und Son`a entstammen demselben Volk.
Da die "Classics"-Mannschaft in Pension ging und die "Neue Generation" künftig im Kino Geld einfliegen sollte, planten die Star Trek-Produzenten bereits frühzeitig eine Serie fürs Fernsehen. So entstand "Deep Space Nine", welche auf einer Raumstation spielt, die eine wirtschaftlich und militärisch wichtige Position am Rande eines stabilen Wurmlochs einnimmt. Durch das Wurmloch ist ein weit entlegener Teil der Galaxis, der Gamma-Quadrant, erreichbar.
Die Abenteuer der Raumstation spielen zur Zeit Picards und Rikers, und die Helden beider Serien bescheren sich gegenseitige Gastbesuche. Deep Space Nine ist eine verlassene Station der Cardassianer, die sich im Orbit um den Planeten Bajor befindet. Nach einem 40 Jahre dauernden grausamen Krieg zwischen Bajor und Cardassia wurde ein Waffenstillstand geschlossen; Offiziere der Förderation sollen den brüchigen Frieden garantieren. Doch zwischen den faschistoiden Cardassianern und den unterdrückten Bajoranern kommt es immer wieder zu Rivalitäten.
Exotische Gesichter sind an Bord der Raumstation. Commander Ben Sisko (Avery Brooks) ist ein Schwarzer, sein Sohn Jake (Ciiroc Lifton) ist ebenfalls auf der Station. Er versteht sich gut mit Nog (Aron Eisenberg), dem Neffen des Ferengi Quark (Armin Shimerman), der auf Deep Space Nine eine Bar betreibt. Der Mediziner an Bord ist Dr. Julien Bashir (Siddig El Fadil), der Techniker Miles O` Brien (Colm Meaney). Als Wissenschaftsoffizier arbeitet die Trillfrau Lt. Jadzia Dax (Terry Farell), während der Gestaltwandler Odo (Rene Auberjonois) als Sicherheitsoffizier. Erster Offizier ist die Bajoranerin Kira Nerys (Nana Visitor), die eine Vergangenheit als Widerstandskämpferin gegen die Cardassianer hat.
In der ersten Staffel spielten die Gegensätze zwischen Menschen und Ferengi, Cardassianer und Bajoraner, rational denkenden Offizieren und heißblütigen Freiheitskämpfern die Hauptrolle. In der zweiten Staffel tauchte mit den Dominion ein neuer übermächtiger Gegner auf, gegen den die Mannschaft von Deep Space Nine zusammenarbeiten muß.
Auf der Raumstation herrscht eine düstere, schattenhafte Atmosphäre vor, in den dunklen Röhren ist eine klaustrosphobische Enge vorhanden. Die Masken sind hervorragend, so daß die Station von exotischen Gestalten bevölkert ist.
Das Publikum war gegenüber der Serie sehr reserviert. Der Antagonismus zwischen den Cardassianern als reinen Finsterlingen und den Bajoranern als bemitleidenswerten Opfern entsprach nicht dem Geist von Roddenberry Entwürfen. Im Januar 1993 wurde der Pilotfilm "The Emissary" ausgestrahlt, die Serie endete nach sieben Staffeln.
"Deep Space Nine" erinnerte in manchem an "Babylon 5", reichte aber nicht an deren Qualität heran. So besann man sich bei Paramount des ursprünglichen Erfolgs der Serie und produzierte eine neue Serie, in der wieder ein Raumschiff die Hauptrolle spielen sollte: am 16. Januar 1995 ging die U.S.S Voyager, Kennziffer NCC-74656, auf große Reise. Der Start von "Star Trek Voyager" war gleichzeitig der Start in eine TV-Ära in den USA. Dort gibt es vier große Networks, NBC, ABC, CBS und Fox, die einen Großteil des Marktes unter sich aufteilen. In den 60er Jahren lief Star Trek bei NBC, während die Nachfolgeserien frei an einzelne TV-Stationen verkauft wurden. Mit "Star Trek Voyager" startete Paramount ein eigenes Netzwerk, das "United Paramount Network - UPN), um noch besser Kasse zu machen.
Das Raumschiff Voyager wurde durch die Badlands in den weit entfernten Gamma-Quadranten geschleudert - die Rückreise würde bei normaler Reisezeit 70 Jahre betragen. Die Voyager landet mitten in einem galaktischen Krieg und macht sich auf die Suche nach einer Möglichkeit zur Rückkehr zur Erde. An Bord herrscht eine konfliktgeladene Stimmung, da die Crew sich zur Hälfte aus Anhängern der mit der Sternenflotte verfeindeten Untergrundbewegung "Maquis" zusammensetzt. Die Mischung der Mannschaft ist extraordinär: ein Indianer, eine weiße Frau, eine Halbklingonin, ein Asiate, ein schwarzer Vulkanier...
Chef ist diesmal eine Frau, Captain Kathryn Janeway (Kate Mulgrew). Ihr erster Offizier ist der Indianer und ehemaliger Maquis-Kämpfer Chakotay (Robert Beltran). Chefingenieurin des Schiffs ist die Halbklingonin B`Elanna Torres (Roxann Biggs-Dawson), auf der Brücke sind ferner anwesend Lt. Tom Paris (Robert Duncan McNeill) und der Vulkanier Tuvok (Tim Russ). Dazu kommen die Außerirdischen Kes (Jennifer Lien) und Neelix (Ethan Phillips), der Mediziner ist eine Holodeckfigur (Robert Picardo).
Die Star Trek - Geschichte geht also weiter. Die Technik der Fernsehepisoden wurde ausgefeilter, Modell- und Computereffekte gehen oft ineinander über. Mit Morphing-Techniken werden Gestaltenwandler realisiert, das Wurmloch von Deep Space Nine ist ein reines Computerprodukt, und die Masken und Kulissen werden immer perfekter.
Organisatorischer Hintergrund aller bisherigen Star Trek - Serien ist eine intergalaktische Organisation - die Sternenflotte. Diese "Starfleet" ist eine Behörde der Vereinigten Förderation der Planeten und mit diplomatischen, wissenschaftlichen und militärischen Aufgaben betreut. Gegründet wurde die Organisation im Jahre 2161, kontrolliert wird sie vom Sternenflottenkommando, das von verschiedenen Raumstationen aus operiert und einen festen Sitz auf der Erde in San Francisco hat.
Um die Serie herum entstand ein gigantisches Repertoire an Merchandising-Produkten: Modellbausätze, Spiele, Poster, Bücher, Filmmusik und vieles mehr. Auf den Cons treffen sich jeweils tausende von Fans und umlagern die eingeladenen Schauspieler. Das Star Trek - Universum erscheint unerschöpflich...
Science Fiction - Comics
Viele SF-Fans begegneten utopischen Geschichten erstmals in Comics, sei es in Comic-Heften oder auch in den graphisch oft qualitätsvolleren Zeitungsstrips. Dieses visuell ausgerichtete Massenmedium ist häufig im Science Fiction - oder Fantasy-Milieu angesiedelt.
Eine der ersten Comic-Serien mit Beziehungen zur SF war "Our Office Boy`s Fairy Tales" (1895, The Funny Wonder), eine britische Reihe, in der eine Familie auf dem Mars mit unmöglichen Situationen konfrontiert wird. In "Little Nemo in Slumberland" (1905-11, The New York Herold) von Winsor McCay werden die nächtlichen Abenteuer eines Jungen beschrieben, der seine Traumwelten entdeckt. Morpheus, der König des Traumlandes Slumberland, läßt den Jungen Nemo in sein Reich holen, wo dieser den phantasievollsten Lebewesen begegnet und durch die phantastischsten Räume reist. McCay veränderte Größe, Form und Position der Bilder und wechselte die Perspektive, gab auch dem Text eine größere Bedeutung.
Auch E. R. Burrough`s "Tarzan" ist eine Fantasy-Serie. Ihr Comicfassung wurde 1929 von Harold Foster begonnen und 1936 von Burne Hogarth übernommen, der seinen Zeichenstil bald sehr stark vom Expressionismus beeinflussen ließ.
Der Durchbruch zur SF-Thematik in den Comics kam mit "Buck Rogers" (1929-67), inspiriert durch die Novelle "Armageddon 2419 AD" von P.F. Nowlan, erschienen in "Amazing Stories". Ein Fliegeras aus dem Ersten Weltkrieg wacht 500 Jahre später in einer Zeit auf, in der Amerika von de Horden der roten Mongolen überrannt wird. Alle Standardrepertoires der Space Opera wurden benutzt: Raumschiffe, Todesstrahlen, überdachte Städte usw. "Buck Rogers" erschien 1929 zunächst in Tageszeitungen, gezeichnet von Dick Calkins, später in Sonntagszeitungen, in denen zunächst Russ Keaton und dann Rick Yager die Illustrationen anfertigten.
Bald entwickelten sich Konkurrenzserien wie "Flash Gordon" (ab 1934), "Brick Bradford" (ab 1933) oder "Speed Spaulding" (1939). Ähnlich Werke erschienen auch in Europa: in Frankreich "Futuropolis" (1937-38) und "Electropolis" (1939), beide getextet und illustriert von Renè Pellos; in Italien "Saturno contro la Terra" (1937-43; Text: F. Pedrocchi, Bild: G. Scolari); in England "Garth" (ab 1943, Text und Bild: Steve Dowling). In "Garth" reist der Held, unterstützt von Professor Lumiere und der Göttin Astra, durch Raum und Zeit. Seine Gegner sind degenerierte Außerirdische, mystische Verbrecher, bösartige Computer oder teuflische Mächte. Nach Frank Bellamy zeichnete Martin Asbury den Streifen.
"Flash Gordon" ist die wohl berühmteste SF-Comicserie aller Zeiten. Alexander Raymond und später Dan Barry sorgten für ein hohes graphisches Niveau. Der Titelheld uns seine Braut Dale Arden werden von dem verzweifelten Wissenschaftler Dr. Zarkow in seiner Rakete auf den Planeten Mongo entführt, der ins Sonnensystem eingedrungen ist und mit Erde zu kollidieren droht. Nach der Bruchlandung finden sich die drei Erdenmenschen in einer Fantasy-Welt wieder, die von verschiedensten Tiermenschen, archaischen Tyrannen und todesmutigen Rebellen bevölkert wird. Später greift Flash Gordon in den Zweiten Weltkrieg ein und wird schließlich, nach einigen weiteren Abstechern auf der Fantasywelt Mongo, ein "echter" Weltraumpilot.
"Brick Bradford", ein weiterer amerikanischer Weltraumfahrer, wurde von Paul Norris gezeichnet und orientierte sich an "Buck Rogers" und "Flash Gordon".
Der Fantasy zuzuordnen ist die Serie "Mandrake" von Phil Davies und Lee Falk (ab 1934). Wenn es in ihren Stories auch häufig um Außerirdische oder Zeitreise geht, so arbeitet der Titelheld doch stets mit Hypnose, Telepathie und anderen Mitteln der Parapsychologie.
Der Erfolg der Comic-Serien führte zur Herausgabe von Comic-Büchern, in denen zunächst die Strips der Sonntagszeitungen nachgedruckt wurden. "Buck Rogers" erschien in "Famous Funnies" (1934-55), "Flash Gordon" und "Brick Bradford" in "King Comics" (1936-51). Da die Zeitungsstrips jedoch bald aufgebraucht waren, kamen bald Bücher mit Originalstories heraus. In der Zeitschrift "Action Comics" erschien 1938 "Superman" von Joe Schuster und Jerome Siegel, 1939 erhielt der Held eine eigene Serie.
Bald erschienen weitere konstümierte Helden auf dem Markt wie "Batman" oder die Marvel-Comics-Figuren "Human Torch", "Submariner" oder "Captain America".
Das erste SF-Comic-Buch war "Amazing Mystery Funnies" (1938-40), welches eine Mischung von Superhelden- und Space Opera - Strips enthielt; am erfolgreichsten war "Planet Comics" (1940-54). "Captain Marvel", gezeichnet von Clyde Beck, geschrieben von SF-Autor Otto Binder, wurde pro Exemplar zwei Millionen mal verkauft. SF-Autoren wie Bester, Kuttner und Hamilton, SF-Illustratoren wie Schomburg, Cartier und Finlay wurden für Comic-Publikationen gewonnen.
In den 50er Jahren erschienen zahlreiche SF-Comic-Bücher, etwa "Space Patrol" (1952), "Mystery in Space" (1951-66), "Strange Adventures" (1950-73) und "Forbidden Worlds" (1951-67). Neue Comic Strips, die in Zeitungen erschienen, waren "Beyond Mars" (1951-53, geschrieben von Jack Williamson), "Seetee Ship" (1951) und "Twin Earth" (1951-54).
Die bedeutendsten Comics dieser Periode wurden jedoch von E.F. Comics veröffentlicht. Ursprünglich wurden diese Comics auf Vorschlag von Harry Harrison publiziert, der selbst als Zeichner und Schreiber tätig war. Die Stories waren relativ anspruchsvoll, oft mit einem verzwickten Ende in der Art eines Philip K. Dick versehen. Häufig handelte es sich um Adaptationen von Erzählungen berühmter Autoren wie Ray Bradbury. Illustriert wurden sie von bekannten Zeichnern wie Al Williamson, Frank Frazetta oder Roy Krenkel.
Auch Europa wurde von einem Comic-Boom erfaßt. Titel wie "Super Science Thrills" (1945), "Tit Bits Science Fiction Comics" (1953) oder "The Jet Comics" (1953) erschienen, ebenfalls interessant waren "Tarzan Adventures" (1953-59), unter dem auch Comic Strips wie Jim Cawthorn`s "Peril Planet" veröffentlicht wurden. Großbritanniens bekanntester Comic Strip wurde Frank Hampson`s "Dan Dare" (1950-67), der Konkurrenzreihen wie "Jeff Hawke" oder "Captain Condor" nach sich zog. "Dan Dare - Pilot of the Future" erschien seit 1950 und erzählt die Geschichte eines Helden, der das Sonnensystem erforscht und die Erde vor fremden Tyrannen rettet. Ab 1954 erschien "Jeff Hawke" von Sydney Jordan, mit seinen Außerirdischen und Raumschiffen am ehesten "Flash Gordon" nachempfunden. Weitere bekannte Comics waren "Rocket" (1956) und "Boy`s World" (1963-64). 1970 erschien "Scarth", geschrieben von Jo Addams, gezeichnet von Luis Roca. Es handelt sich hierbei um SF-Agentenstories in utopischen Op-Art-Interieurs und -Modekostümen. Markenzeichen der Titelheldin ist ihr bei jeder Gelegenheit entblößter Busen.
Seit 1977 erschien "Judge Dredd". In einer zukünftigen Mega-Stadt nach der großen Katastrophe sorgt der knallharte Polizist für Ruhe und Ordnung. 1995 lief eine Filmversion mit Sylvester Stallone in den Kinos.
Auch in anderen europäischen Ländern wurden bemerkenswerte Comics produziert. Aus Belgien stammen "Futuropolis" (1937) oder "Arman en Ilva", deren Helden das Aussehen von strahlenwaffentragenden Hippies haben, die sich in urzeitlichen Umgebungen herumschlagen. In Italien lief von 1938 - 43 die Serie "Saturno contro la Terra", in der Nachkriegszeit "I cinque della Selena" und ab 1967 "Neutron". In Frankreich zeichnete seit 1964 Jean-Claude Forrest die Weltraumstripperin "Barbarella".
In den 60er Jahren kehrte die Marvel Comic - Gruppe mit "Fantastic Four" (ab 1961) zur SF zurück. Weitere Superhelden-Comics wie "The Incredible Hulk" (1962), "The Amazing Spider Man" (1962) sowie die modernisierten "Captain America" und "Submariner" folgten. Auch der Herausgeber von "Superman", National Periodicals (DC Comics), vergrößerte die Zahl seiner Superhelden. Adaptationen von SF-Fernsehserien wie "Star Trek" oder "Dr. Who" nahmen zu.
In den Underground-Comics (z.B. "Zap", ab 1968) boten SF-orientierte Themen eine ideale Spielwiese zur Darstellung gesellschaftlicher Ängste und Neurosen, wobei Zeichner wie Richard Corben, Vaughn Bodè und andere mit neuen künstlerischen Stilen experimentierten.
Der Erfolg der Marvel-Comics beflügelte auch die Entstehung von SF-Sex-Comics wie "Barbarella", welche für Erwachsene gedacht waren. Die Verbreitung der Pornographie führte zur Lockerung der Selbstzensurpraxis, und so entstanden Horror-Sex-Comics wie "Vampirella". Sex-orientiert ist auch das französische "Metal Hurlant".
Adaptationen von SF-Geschichten von Autoren wie Poul Anderson, Larry Niven und Robert Silverberg brachten die von Roger Elwood herausgegebenen "Starstream Comics" (1976); ähnliches wurde in "Unknown Worlds of Science Fiction" (1975-76) versucht, doch beide Reihen fanden nicht genügend Leser.
Das anspruchsvollste Niveau im Bereich der SF-Comics hat heute Frankreich aufzuweisen, wo neben dem surrealistisch-symbolträchtigen "Metal Hurlant" auch "Valèrian et Veronique" erscheint, das alle Möglichkeiten der SF-Themen ausschöpft. Dieser Comic verbindet die Entfaltung der freien, ungehemmten Phantasie mit der Extrapolation bereits bestehender Probleme auf ferne Welten und Zeiten. Valèrians Welt ist die Erde des Jahres 2720. Seit rund vier Jahrhunderten kennt die Menschheit die Raum-Zeit-Reise, welche es ermöglicht, jeden Winkel des Universums in jeder gewünschten Epoche aufzusuchen. Der größte Teil der Menschheit vegetiert in Traumwelten dahin. Valèrian und seine Mitstreiter haben die Aufgabe, als Raum-Zeit-Agenten kriminelle Elemente durch die Dimensionen zu verfolgen und Forschungsreisen in entlegene Gebiete durchzuführen.
In Japan sind Comics so allgegenwärtig wie das Fernsehen. Einflußreich war "Tetsuwan Atomu" (1952-1968, von Osamu Tezuka), die Geschichte eines atombetriebenen Roboterjungen, der mit enormen körperlichen und geistigen Kräften ausgestattet ist und im Jahr 2000 allerlei Bösewichte bekämpft. Dieser Comic war Vorläufer einer ganzen Reihe von Robotcharakteren; 1963 entstand daraus Japans erste animierte TV-Serie.
Zu einem Klassiker wurde "Akira" (1982-93) von Katsuhiro Otomo. Die Geschichte hat einen Umfang von 2000 Seiten und spielt nach dem Dritten Weltkrieg in einem futuristisch-apokalyptischen Neu-Tokio. Es geht um die Auseinandersetzung zwischen einer wissenschaftlich-militärischen Organisation und einer Widerstandsgruppe und um einige Kinder, die über geheimnisvolle Kräfte verfügen. In der Stadt herrscht das Chaos, es wimmelt von Rockerbanden, religiösen Fanatikern, Endzeitsekten und Randalierern. Die Helden sind junge Menschen, die sich in diesem Großstadtschungel behaupten müssen; Akira besitzt paranormale Kräfte. Die Militärs wollen ihn für ein geheimnisvolles Projekt, die Erschaffung eines omnipotenten PSI-Superwesens, mißbrauchen.
Die atemberaubenden Zeichnungen und faszinierenden Charaktere machten "Akira" zu einem Meisterwerk. 1988 wurde ein Zeichentrickfim produziert.
Erfolgreich war auch "2001 Nights" (1984-86) von Yukinobu Hoshino. Die Geschichten erzählen vom Traum des Menschen, ferne Welten zu erschließen und von dessen Angst, dabei festzustellen, daß wir uns womöglich allein im All befinden. Interstellare Reisen und große wissenschaftliche Entdeckungen zeugen von den Wundern des Kosmos; der unerschütterliche Optimismus weist auf das Vorbild "2001 - Odyssee im Weltraum" hin.
Die Phänomene "Superman" und "Batman"
"Superman" ist der bekannteste SF-Comic und wurde zu einem Multmedia-Phänomen, das auch Einzug in Film, Fernsehen und Musical hielt.
Basierend auf Philip Wylies` "Gladiator" (1930) schufen Jerome Siegel und Joseph Schuster die Figur dieses Überwesens, des einzigen Überlebenden des Planeten Krypton, der von seinem Vater von seiner untergehenden Welt in einer Rakete zur Erde geschickt wurde. Unter dem Einfluß der Strahlung unserer Sonne wuchs Superman als Adopitvsohn einer amerikanischen Familie zum Übermenschen heran: "Schneller als eine Kugel und stärker als eine Lokomotive", tritt er im maßgeschneiderten blau-gelb-roten Dress zum Kampf gegen das Böse in der Welt an.
1938 erschien der Held zum ersten Mal in der Zeitschrift "Action Comics", bekam 1939 sein eigenes Heft ("Superman Comics", dann einen Comic Strip zur Veröffentlichung in Tageszeitungen und eine Hörspielreihe im Rundfunk (1940). Später folgte ein Serial, eine Fernsehserie (1953-57), ein Musical (It´s a Bird! It`s a Plane! It`s a Superman!"), das 1975 für das US-Fernsehen verfilmt wurde, und dann 1978 ein Kinofilm, der drei Fortsetzungen fand.
Viele Zeichner und Autoren wie Alfred Bester, Henry Kuttner,Edmond Hamilton sowie Manly Wade Wellman wirkten an "Superman" mit; unter dem Herausgeber Mort Weisinger bekam der Comic einen ausgeweiteten Background, zusätzlich wurden weitere Superwesen eingeführt.
Superman führte ein Doppelleben als tölpelhafter Reporter und nahezu unbesiegbares Superwesen, dem nur das "Kryptonit" gefährlich werden konnte. Die Jagd auf kriminelle Elemente führte in zuweilen in andere Zeiten, weit entfernte Regionen des Universums oder gar in andere Dimensionen und Raum-Zeit-Kontinua; manchmal versuchte jemand, seine Identität zu enthüllen, gelegentlich wurde er in amouröse Abenteuer verwickelt. Seine Gegner wurden im Lauf der Zeit immer mächtiger.
Superman verkörpert geheime Machtphantasien und Wunschträume der Menschen, er ist ein Kämpfer für Wahrheit und Gerechtigkeit. Der weltweite Einsatz amerikanischer Truppen, in deren Tornister "Superman" nicht fehlen durfte, verbreitete den Ruhm dieses amerikanischen Phänomens um die Erde. Nach 1949, als in den USA eine antikommunistische Hetzjagd stattfand, führte er auf Verlagsorder hin einen zusätzlichen Kampf für die "amerikanische Lebensart", in den kritischeren 60er Jahren tut er nicht nur unreflektiert "Gutes", sondern legt dem Menschen eine gewisse Eigenverantwortung auf. In dem vierten Superman-Film hilft er gar einer im All verunglückten russischen Raumschiffbesatzung und zerstört die Atomwaffen der Erde.
Der Erfolg von Superman hat in den 40er Jahren eine Fülle von Superhelden nach sich gezogen. Einer konnte sich mit großer Geschwindigkeit fortbewegen (Flash), ein anderer mußte an einer Art Wunderlampe reiben, um Wunderkräfte zu entwickeln (Green Lantern). Dann gab es Superfrauen von Supergirl bis Wonder Woman,, dann flog Superman in seiner Jugend als Superboy durch die Landschaft, dann gewann sogar der Hund Krypto ein Eigenleben.
Der berühmteste maskierte Superheld neben Superman ist Batman, der in einem Fledermauskostüm die dunklen Elemente der Unterwelt jagt. Seine Operationsbasis ist die Bathöhle, sein Fortbewegungsmittel das Batmobil, sein Revier die Megastadt Gotham. In den Kinofilmen "Batman" (1989), "Batman returns" (1992), "Batman forever" (1995) und "Batman and Robin" (1997)ist er ein verbitterter und besessener Mensch, der gnadenlos seine bizarren und surrealistischen Gegner wie den "Joker", den "Pinguin", "Two Face Dent", den "Riddler" oder "Mr. Freeze" zur Strecke bringt.
Diese Fülle von Ablegern führte zur Unübersichtlichkeit. Zeitweilig existieren im DC-Universum mehr als ein Dutzend Parallelwelten, ein Durcheinander von Zeit und Raum, in dem die Helden mal alt, mal jung, mal gut und mal böse waren, oder sogar einmal tot und einmal lebendig. So fand in dem 80er Jahren in diesem Zeichenuniversum ein gigantischer Großputz statt. In einer "Krise" genannten Serie räumte ein "Anti-Monitor" bis auf fünf alle Welten weg und wurde in einem Endkampf am Beginn aller Zeiten von "Spectre" besiegt. Danach erinnert sich niemand an die Vergangenheit und alle Helden können gewissermaßen mit einer neuen Identität versehen einen Neustart wagen.
Superman und Batman sind nicht zuletzt deshalb die bekanntesten Figuren aus dem Action-Bereich, weil sie frühzeitig in andere Medien hinauswucherten. So waren die beiden Helden schon in den 40er Jahren im Radio vertreten, später kämpften sie im Fernsehen für Gerechtigkeit, und in den 80er und 90er Jahren kamen sie zu Filmruhm. Superman und Batman sind zu Mythen des 20. Jahrhunderts geworden.
SF-Hörspiele
Im Vergleich zur SF-Literatur oder zum SF-Film führt das utopische Hörspiel eher ein Schattendasein. Dies hat seine Ursache sicher nicht in der "schlechteren" SF, die im Radio angeboten wird; denn gerade beim Hörspiel wird die Phantasie der Zuhörer viel mehr angeregt wie etwa in den optischen Medien, die die Zuschauer vor vollendete Tatsachen stellen. Eher ist es die Trägheit des Publikums, das unterhalten werden möchte, und es ist weniger anstrengend, sich passiv mit Bildern aus der Flimmerkiste berieseln zu lassen als aktiv der Handlung eines Hörspiels zu folgen, bei dem die Bilder erst noch im Kopf des Zuhörers entstehen müssen.
In den USA entstanden während des Goldenen Zeitalters des Radios (ungefähr zwischen 1930 und 1950) viele Hörspiele mit phantastischem Inhalt, allerdings waren die "Hard-SF"-Themen relativ selten.
Bereits 1929 schrieb und produzierte Carlton E. Morse Hörspiele phantastischen Inhalts, mit einer Mischung von Fantasy, Mystik und Wissenschaft, häufig spielte die Handlung inmitten alter Dschungeltempel. Beispiele waren "The Cobra King strikes back" und "Land of the living Dead". Ähnliche Themen verarbeitete Morse in seiner Reihe "I love a Mystery" (1939-45). In der Episode "Temple of Vampires" wurden die Helden mit menschlichen Vampiren und riesigen mutierten Feldermäusen konfrontiert. Zwei andere Episoden, "The Stairway to the Sun" und "The Hermit of San Felipe Atabapo" spielen auf einem südamerikanischen Hochebene, wo prähistorische Monster und eine Rasse von Supermännern wohnen, welche das Schicksal der Welt bestimmen. Morse, vergleichbar mit H. Rider Haggard und Arthur Conan Doyle, war zu dieser Zeit der wichtigste Produzent von phantastischen Abenteuer-Hörspielen.
1932 startete CBS die Kinderserie "Buck Rogers in the 25th Century". Basierend auf dem Comic Strip von Nowlan und Calkins schrieb Jack Johnston die meisten Geschichten. Die Stories vermittelten dem jugendlichen Publikum Vorstellungen von Zeitreise und Raumflug. Die Serie lief bis 1946 und wurde radikal vermarktet: für Sammelpunkte der Produktpackungen konnte man sich Artikel schicken lassen: Buck Rogers Cluburkunden, Mitgliedsausweise, Geheimcodes und Decodierschlüssel (für die Geheimbotschaften, die am Ende jeder Episode ausgestrahlt wurden), Taschenlampen oder fluoriszierende Gegenstände. Ab 1934 wurde Spielzeug produziert, schließlich folgte eine Buchversion und 1939 die legendäre zwölfteilige Serial-Verfilmung.
Ähnliche Serien von allerdings kürzerer Laufzeit waren "Flash Gordon", "Brad Steel", "Space Patrol" oder "Space Cadet".
"Superman" lief von 1940 - 52 im Radio, zusätzlich traten manchmal Batman und Robin auf. Weitere Jugendserien waren ""Jack Armstrong - the All-American Boy" (1933-51), der mit Uran 235 experimentierte; "Captain Midnight" (1938-50), der mysteriöse Flieger, der 1939 fliegenden Untertassen begegnete; und "Tom Mix", der sich mit mysteriösen übernatürlichen Ereignissen auseinandersetzen mußte.
Auch Horror-Stories, meist halbstündige Episoden, erschienen in den 30er Jahren im Radio. Die Serie "Lights out" begann 1938 bei NBC, eine der Geschichten erzählt von einem normalen Hühnerherzen, das durch Wachstumshormone stimuliert wird und die ganze Welt verschlingt. Andere Horror-Anthologien waren "Witch`s Tale", "Quiet please" sowie "Hermit`s Cave".
1938 startete die allgemeine Hörspielreihe "Mercury Theatre on the Air". Eine der ersten Sendungen war das nach dem Roman von H.G.Wells produzierte Hörspiel "War of the Worlds"; dieses beschrieb mit den Mitteln der Live-Reportage eine Invasion vom Mars, die Handlung wurde in die Gegend um New York lokalisiert. Angeblich gerieten Tausende von Hörern in Panik, weil sie an eine echte Invasion glaubten, und obwohl sicherlich viele Dinge, die damals am 30. Oktober 1938 passierten, übertrieben dargestellt waren, wurde dieses SF-Hörspiel zu einem der bekanntesten Radiosendungen aller Zeiten.
In der "Mercury"-Reihe erschienen auch interessante Versionen von "Frankenstein" und "Dracula".
Orson Welles wirkte auch in "The Shadow" von 1937-38 mit. Diese von 1931-54 laufende Reihe präsentierte SF in Pulp-Manier; der geheimnisvolle Held konnte mittels Hypnose den menschlichen Geist verwirren und wurde mit verbrecherischen Wissenschaftlern konfrontiert, die Vulkane, tote Körper oder gar Licht und Dunkelheit kontrollierten. Andere Reihen mit Fantasy-Helden waren "The Avenger", "Peter Quill" und "Latitude Zero".
In den 40er Jahren präsentierten allgemeine Reihen gelegentlich auch SF, meist Adaptationen bekannter Romane. Der Sender "Suspense" (meist Kriminal- und Detektiv-Geschichten) brachte Ray Bradbury`s "Zero Hour", "Escape" (meist exotische Abenteuer) strahlten unter anderem auch Wells` "The Time Machine" aus.
1949 startete eine reine SF-Serie, "Dimension X", später unter dem Titel "X Minus 1" laufend. Das NBC-Programm präsentierte Versionen von Bradbury`s "Martian Chronicles", Heinlein`s "Requiem" und viele andere bekannte SF-Stories. Diese bis 1957 ausgestrahlte Sendung gilt heute noch als eine der besten SF-Hörspielreihen.
In Großbritannien brachte die BBC seit den 30er Jahren SF-Hörspiele nach Werken von Clarke, Wells, Wyndham, Asimov, Bradbury, Christopher und Aldiss.
1953-55 lief die äußerst erfolgreiche Reihe "Journey into Space" von Charles Chilton, die zeitweise 5 Millionen Zuhörer hatte und in 58 Länder verkauft wurde. Die drei Stories mit insgesamt 54 Episoden spielten auf Mond und Mars und schilderten die Abenteuer des schottischen Piloten Jet Morgan und seiner Crew. Höhepunkte waren das Aufeinandertreffen mit einer außerirdischen Zivilisation kurz nach der ersten Mondlandung und die Verhinderung einer Marsinvasion. Auch Zeitreisen, Massenhypnose und Fliegende Untertassen waren Themen dieser Reihe.
Ein weiteres bekanntes Radio-Serial war "Dan Dare", das ab 1953 vom englischsprachigen Sender von Radio Luxemburg ausgestrahlt wurde. In den wöchentlichen 15-Minuten-Episoden wurden die Figuren und Handlungen des gleichnamigen Comic-Strips verwendet.
Ende der 50er Jahre verlor das Radio einen Teil seiner Zuhörerschaft an das Fernsehen. Erst in den 70er Jahren gab es einige neue bemerkenswerte Radioproduktionen, etwa ein Hörspiel über Asimov`s "Foundation"-Trilogie. In der Folge von "Star Wars" kam es zu einem kleinen Boom: Das "Saturday Night Theatre" präsentierte Hörspiele, die auf Geschichten von Wells, Clarke, Wyndham und Bradbury basierten, auch gab es ein Rivival von "Journey into Space". Sehr beliebt war die Radiofassung von Douglas Adam`s "Hitch Hiker`s Guide to the Galaxy".
SF-Spiele
Eine große Rolle in der Entwicklung des Spiels spielten militärische Simulationen, wobei Strategie und Taktik bevorstehender Schlachten auf verschiedene Weise simuliert wurden, um ihre Erfolgsaussichten in der Realität abzuschätzen. Frühe Kriegsspiele bedienten sich großer Sandkästen als Spielfeld, später folgte das Spielbrett und in neuerer Zeit der Computer. H.G. Wells beschrieb in seinen Büchern "Floor Games" (1911) und "Little Wars: A Game for Boys" (1913) Kriegsspiele, in denen zeitgenössische Schlachten nachgestellt werden. Der Fantasy-Autor Fletcher Pratt entwarf Ende der 30er Jahre "War Game", ein Simulationsspiel mit Kriegsschiffen. Vorläufer der SF-Spiele war das Brettspiel "Gettysburg", 1958 entworfen von Charles Roberts.
Die Simulationsspieler organisierten sich in städteweiten Clubs, und bald entwickelte sich das "Rollenspiel". Der Spielablauf kann hier weit mehr als beim Brettspiel von den Beteiligten beeinflußt werden. Jeder Mitspieler übernimmt eine Rolle, eine Figur, nimmt deren Eigenschaften und Begabungen an, entwickelt diese während des Spiels weiter und muß sich immer neuen Aufgaben und Herausforderungen stellen. Solche Spiele werden von einem unabhängigen Spielleiter überwacht, der keine eigenen Figuren führt, sondern die Züge der anderen Mitspieler moderiert und Regelstreitigkeiten klärt.
"Dungeons and Dragons" ("D&D", 1974) war das erste Rollenspiel, ausgedacht von Gary Cygax und Dave Arenson; es spielt in einer Welt der Magie und Urweltungeheuer. Das Spiel hat Fantasy-Charakter; der Fantasy-Boom setzte 1965 ein, als J.R.R. Tolkien den Kultroman "The Lord of the Rings" veröffentlichte.
"Dungeons and Dragons" wurde vor allem von Studenten und SF-Fans gespielt und war ein großer Erfolg. Es folgten viele Nachahmerspiele, eine echte Neuerung war erst "Runequest", welches in einer Fantasy-Welt mit einer eigenen Geschichte, Rassen und Religionen spielte.
Das erste reine SF-Rollenspiel war "Traveller". "Traveller" spielt vor dem Hintergrund eines Sternenreiches von 700 Parsek Durchmesser, in dem menschliche Kulturen die Vorherrschaft haben und sämtliche Zivilisationsstufen von der Steinzeit bis zu hochentwickelten technologischen Gesellschaften nebeneinander existieren. Die Kontaktaufnahme geschieht durch Raumschiffe mit Transitionstriebwerken. Die Mitspieler bauen Raumschiffe, nutzen Psi-Kräfte aus, erobern und kolonisieren Planeten.
In einer mittelalterlichen Umgebung war "Chivalry and Sorcery" beheimatet.
Die meisten Rollenspiele der 80er Jahre hatte ihre Vorbilder in populären SF- und Fantasy-Werken. "Call of Cthulhu" basierte auf Lovecraft`s Horrorgeschichten, "Stormbringer" auf Moorcock`s Erzählungen, "Marvel Super Heroes" auf den Marvel Comics, "Ringworld" auf Niven`s Roman, "Star Wars" und "Buck Rogers" auf den gleichnamigen Filmen bzw. Comic Strips, "Aliens" auf dem Film. Bekannte SF-Spiele waren "Space 1889", "Paranoia", "Spacemaster" oder die am Cyberpunk-Milieu orientierten "Shadowrun", "Dark Conspiracy" oder "Cyberpunk". Populär wurden auch die Rollenspiel-Versionen von "BattleTech" und "ShadowRun".
Bald erschienen auch Rollenspiel - Fachmagazine wie "Dragon" oder "White Dwarf".
In den 70er Jahren wurden langsam auch Computerspiele populär, der Prototyp war "Adventure", entwickelt von Crowther und Wood. Beherrschten am Anfang Ballerspiele wie "Defender" und "Space Invaders", in denen der Krieg der Sterne geprobt wurde, die Szene, so wurde die Angebotspalette bald breiter. "Star Raiders" simuliert Raumgefechte, wobei der Spieler einen Raumjäger kontrolliert, der mit Photonenkanonen und Schutzschirmen ausgestattet ist. Während hier ein flinkes Handgelenk und Fingerfertigkeit verlangt wird, setzen andere Spiele mehr strategische und planerische Fähigkeiten voraus. Ein beliebtes Thema ist dabei der Aufbau von Sternenreichen, der mit diversen Problemen, seien sie militärischer ("Galaxy") oder ökonomischer ("Andromeda") Natur, einhergehen. Weitere bekannte Computerspiele waren "Zork", "Planetfall", "Starcross" oder "Silicon Dream". In Zukunft werden wohl Virtual-Reality-Szenarien populär, in denen die Spieler, mit Datenhelm- und -handschuh ausgerüstet, die Figuren in den fiktiven Welten bewegen.
Unterdessen werden auf CD-ROM interaktive Rollenspiele und "Technical Manuals" angeboten; viele davon handeln im Star Trek - Universum.
Auch Rollenspiele werden im Computer gespielt. In "Universe" geht es um Raumschifftransporte zwischen der Erde und ihren Kolonien, in "Free Trader" um interstellare Handelsbeziehungen. "M.U.L.E." thematisiert ökologische Probleme auf einem neubesiedelten Planeten, "Epidemic!" die Bedrohung der Erde durch bekteriell verseuchte Meteore.
Eine andere Variante sind Textabenteuer. Dabei wird dem Spieler in Wort oder Bild eine Situation erklärt, auf die er durch Computerbefehle reagieren muß. Beispiele sind "Planetfall", die Geschichte des Überlebenden eines Raumschiffs, der den Gefahren eine fremden Planeten entrinnen muß. In "Hitchhikers Guide to the Galaxy" geht es um die Weltraumodyssee des Arthur Dent nach Zerstörung der Erde durch kosmische Straßenarbeiten. In "Lifespan" durchläuft der Spieler auf mehreren abstrakten Bildschirmen verschiedene menschliche Lebensstadien.
Zu beobachten ist auch eine zunehmende wechselseitige Beeinflussung von Rollen- und Computerspielen sowie Roman und Film. Während viele Rollenspiele auf Romanen, Filmen oder Fernsehserien basieren, kommt nun immer häufiger vor, daß Romane ihre Thematik aus Spielen beziehen.
Wirtschaftlich gesehen spielen SF-Spielzeuge eine größere Rolle als SF-Spiele. Spielzeugroboter wurden in den 50er Jahren populär, und mit der Vermarktung von Star Wars wurden Spielzeuge zum großen Geschäft. Figuren aus Fernsehprogrammen wie "Transformers", "He-Man" oder "Teenage Mutant Ninja Turtles" wurden zum Renner, riefen aber wegen ihres gewalttätigen Charakters auch Kritik hervor.
Beliebt sind auch Modelle von Raumschiffen oder Figuren aus dem "Star Trek" - und "Star Wars" - Universum.
In jüngster Zeit werden auch Sammelkartenspiele populär. Trading Cards sind Farbkarten in bester Druckqualität. Von früher her ist das Quartettspiel bekannt. Sammelkartenspiele (Trading Card Games) verbinden den Aspekt des Kartenspiels mit dem des Sammelns. Bekannte Spiele dieser Art sind "Magic - The Gathering", "City of Sorcerers" oder "Warlock". Inzwischen gibt es Sammelkarten von "Star Trek", "Batman", "Conan", "Akira", "BattleTech" oder "Star Wars".
SF-Kunst (Malerei, Graphik)
Phantastische Kunst gab es zu allen Zeiten. Der Mensch der Vorzeit zeichnete die Produkte seiner Phantasie und Vorstellungskraft an die Wände von Höhlen, malte Bilder der Jagd, Fruchbarkeitsriten, Götter und heilige Tiere. Künstler wie Hieronymus Bosch bevölkerten ihre Bilder mit seltsamen, bizarren Geschöpfen, Surrealisten wie Salvador Dali visualisierten Träume, Vertreter der gegenstandslosen Malerei wie Kandinsky, Malewitsch oder Picasso suchten die Formen von den Gegenständen zu befreien, um zur Substanz der Dinge vorzudringen.
1844 illustrierte Isidore Grandville das Buch "Un autre Monde" mit rätselhaften Wesen. Einer der ersten wahren SF-Künstler war Albert Robida, der in seinem Bücherzyklus "Le Vingtiè me Siè cle" (1883) auch Waffen und Erfindungen der Zukunft zeichnete. Warwick Goble illustrierte Werke von H.G. Wells, unter anderem "The War of the Worlds". Anfang des 20.Jahrhunderts wirkte John Allen St. John, der eng mit E.R. Burroughs zusammenarbeitete und als bester Illustrator von Tarzan, Pellucidar und anderen Visionen Burrough`s galt.
Als "Vater der modernen SF-Kunst" gilt jedoch Frank R. Paul. Er wirkte eng mit Hugo Gernsback zusammen und war Titelbildzeichner für "Amazing Stories", "Wonder Stories", "Science Fiction Plus" u.a. Seine Bilder waren detailreich und dekorativ, seine Stärke war die Darstellung fremder Städte.
Ein anderer Meister der Magazin-Illustration war Leo Morey, der Gesichter und Figuren realistisch darstellte und auch Farben besser einsetzte als Paul.
Bekannte Magazinzeichner der 30er Jahre waren Wesso, Howard V. Brown, Alex Schomburg und Robert Fuqua. Elliot Dold wurde für seine Schwarz-Weiß-Illustrationen für die "Skylark"-Serie berühmt, Virgil Finley erlangte Bekanntheit für seine Innenillustrationen, die in vielen Magazinen erschienen. Andere bemerkenswerte Künstler waren Hannes Bok und Charles Schneeman.
Um 1950, mit dem Erscheinen von Magazinen wie "Galaxy", "The Magazine of Fantasy and Science Fiction", begann eine neue Ära der SF-Kunst. Alex Schomburg hatte seine produktivste Zeit, seine mittels "Airbrush"-Technik (Spritzpistole) geschaffenen Bilder waren unübertroffen.
Frank Kelly Freas, der für "Astounding" und "Analog" zeichnete, wurde zum Superstar und gewann zehn Hugos. Andere große Künslter der Nachkriegsepoche waren Ed Emshwiller, Jack Gaughan (Arbeiten für "Galaxy" und "Astounding") sowie Chesley Bonestell (Zeichnungen für "Astounding", "F&SF", "Life": Designs für den Film "Destination Moon"). Anerkennung fanden auch die Bilder von John Schoenherr.
Vielgefragte Künstler zwischen 1950 und 1970 waren Mel Hunter, R.G. Jones, Ed Valigursky, der eine Vielzahl von Titelbildern für Ace Books produzierte, Stephen E. Fabian, Rick Sternbach, der als Hintergrund für seine Bilder oft astronomische Motive benutzte, sowie George Barr und Eddie Jones.
Aus Großbritannien stammen Charles Platt und Malcolm Dean, die für "New Worlds" zeichneten, Bruce Pennington, der für "Science Fiction Monthly" illustrierte, Chris Foss, der für seine Raumschiffe, Transportmittel und futuristischen Maschinen bekannt wurde, David Pelhalm, der hervorragende Titelbilder für Bücher zeichnete, sowie David Hardy, der gemeinsam mit dem Astronom Patrick Moore "Challenge of the Stars" herausbrachte, ein hervorragend illustrierter Streifzug durch unser Sonnensystem.
Die Geschichte der SF-Kunst läßt einige große Entwicklungslinien erkennen: In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts beschränkte sich dieser Zweig der Kunst auf die Illustration von Zukunftsromanen (Jules Verne), selbständige Bilderromane wie die Albert Robida`s blieben die Ausnahme. Danach folgte die
Ära der Pulpmagazine und Groschenhefte; zusätzlich zu den Innenillustrationen erlangten farbige Titelbilder eine wichtige, verkaufsfördernde Bedeutung. Bis Ende der 30er Jahre, die von Gernsback`s technischen Zukunftsromanen bestimmt waren, dominierten futuristische Bilder mit der Darstellung von Monstren, kosmischen Räumen und Landschaften.
Danach führte die Konkurrenz durch andere Magazine und Comics zu einer anderen Titelbildgestaltung; Erotik und Gewalt, dargestellt durch halbnackte Mädchen, die von Ungeheuern bedroht wurden, waren keine Ausnahmeerscheinung mehr.
In den 40er Jahren verbesserte sich die handwerkliche Qualität der Bilder. Die "Space Art", die Darstellung von astronomischen und astronautischen Motiven, wurde auch in Sachbüchern und Illustriertenartikeln verwendet (Schneeman, Schomburg, Bonestell), auch die Innenillustrationen wurden anspruchsvoller (Finley, Bok).
In den 50er Jahren, mit dem Übergang von den Magazinen zu den Taschenbüchern, änderte sich die Gestaltung der Titelbilder erneut. Wissenschaftlich exakte Darstellungen lösten Action-Szenen ab, Anleihen aus der Kunstgeschichte, Reproduktionen von Bildern des Surrealismus und der phantastischen Malerei, fanden auch in der SF-Kunst Verwendung.
Die 60er und 70er Jahre waren durch eine Ausweitung der Verwertungspraxis für SF-Malerei bestimmt: zwar bildete nach wie vor das Geschäft mit den Titelillustrationen den Kern der SF-Kunst, doch wurden auch neue Märkte erschlossen: Comics, Poster, Schallplattencover, Filmplakate, Designs für Kinofilme, Flipperautomaten, Spielzeugverpackungen, Zigaretten- und Autowerbung sowie Video- und Computerspiele. Hierzu kamen das reine SF-Bilderbuch, Bildkalender, der Handel mit Originalen und der Ausstellungsbetrieb vor allem in Planetarien und Sternwarten. Als eigenständige Richtungen scheinen sich Video- und Computer-Art herauszuschälen.
Die Motive der SF-Kunst lassen sich in drei Bereiche aufteilen:
- Technik: Hierzu zählen die Darstellung von Raumschiffen, Planeten, Robotern, Zukunftsstädten und Weltraumszenarien; Vertreter dieser Richtung sind David Hardy, Chris Foss, Eddie Jones, Frank K. Freas.
- künstlerisch-symbolische Richtung: Hier wird mit neuen Maltechniken und Thematiken experimentiert, die Bilder sind häufig nicht-gegenständlichen Inhalts; bedeutende Maler dieser Art sind Karel Thole und Patrick Woodroffe.
- Fantasy: Auf diesen Bildern tummeln sich leichtbekleidete Mädchen, kraftstrotzende Muskelmänner und greuliche Monster in phantastisch-märchenhafter Umgebung. Vertreter dieser Kunst sind Boris Vallejo und Frank Frazetta.
SF-Musik
Obwohl die SF ein Phänomen des 20.Jahrhunderts ist, existieren Musikstücke aus vorherigen Zeiten, deren Form und Inhalt einen durchaus phantastischen Charakter haben. 1777 komponierte Haydn die Musik für die Oper "Il Mondo della Luna" (Libretto nach einem einem 1750 entstandenen Theaterstück Goldonis, das auf die damalige Beliebheit der Planetenromane verweist). 1875 schrieb Jacques Offenbach die Musik zur Märchenoper "Le Voyage dans la Lune" (nach Jules Verne). Entfernt an Die Phantastik erinnern einige Werke von Hector Berlioz, etwa "Euphonia" (1835), ein Märchen über eine musikalische Stadt, oder seine allegroische "Symphonie Fantastique" (1830). Holst komponierte 1918 "Die Planeten", ein musikalischer Streifzug durch unser Sonnensystem. 1895 schrien Richard Strauss "Also sprach Zarathustra", das erst durch seine Benutzung als Filmmusik in Kubrick`s "2001" eine Verbindung zur SF erhielt.
Der Tscheche Leos Janacek schuf zwei SF-Opern nach Romanvorlagen: "Excursion de M. Broucek à la Lune et au Xve Siècle" (1917, nach dem Roman von Svatopluk Ceck" und "Die Affäre Macropoulos" (1925, nach Karel Capek). Blomdahls "Aniara" (1959) ist eine musikalische Version des Sternenschiff-Gedichts von H. Martinson. 1968 komponierte Menotti die Oper "Hilfe, Hilfe, die Globelinks", in der Außerirdische allergisch auf menschliche Musik reagieren. In Manzonis Oper "Atomtod" (!965) verlassen einige Menschen mit Raumschiffen die strahlenverseuchte Erde, und die Oper "Cyberiada" (1965) von Krzystof Meyer basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Stanislaw Lem.
In den Bereich der experimentellen, elektronischen Musik gehören Werke von Francois Bayle, Terry Riley, John Cage, David Bedford (dessen "Star`s End" nach einer Vorlage von Asimov entstand) sowie Arbeiten der zum Jazz Rock gehörenden Gruppen "The Mahavishnu Orchetra", "Weather Report" und "Sun Ra".
In der Mitte der 60er Jahre wurde SF in die Popkultur integriert und nahm Einfluß insbesondere auf die Rocmusik. Insbesondere taten sich hierbei die Westcoast-Gruppe um Los Angeles und San Franzisco hervor. Bereits 1964 spielten "The Byrds" Country Rock mit elektrischen Instrumenten, auf ihrem Album "Fifth Dimension" finden sich SF-Kompositionen wie "Mr- Spaceman", "Eight Miles high" und "5 D". Die Steve Miller Band" produzierte Alben wie "Children of the Future" und "Brave New World". Wobei in einem Song der letztgenannten LP. "Space Cowboy", die geistige Grundhaltung der Hippies zum Ausdruck kam: auf der einen Seite wollte man sich so aufgeschlossen und zukunftsorientiert wie möglich geben, andererseits wurden Technik und materieller Fortschritt zugunsten von Natur und Idylle abgelehnt.
Zum Wegbereiter des Space Rock avancierte der bereits zu Lebzeiten legedäre Jimi Hendrix, dessen psychdelische Gitarrensoli die Zuhörer in Ekstase versetzten. Auf der LP "Are You Experienced" finden sich SF-Stücke wie "I don`t live today" und "Third Stone from the Sun", auf "Axis bold as Love" sind zwei Werke über außerirdische Besucher enthalten, "EXP" und "Up from the Skies", und auf "Electric Ladyland" sind die SF-Titel "House burning down" und "1983 ( A merman I Should turn to be) " zu hören, letzterer Song ist eine Dystopie über einen blutigen Krieg, woraufhin sich der Protagonist auf den Meeresgrund zum Kontinent Atlantis absetzt, um dort eine heile Welt zu finden.
Eine der herausragenden Westcoast-Bands, bei der sich Drogenerfahrungen, musikalisches können und anspruchsvoller Text zu einem harmonischen Gesamtwerk vereinigten, war Grateful Dead. Bereits ihre zweite LP, "Anthems of the Sun" wurde zu einem Klassiker der drogenbeeinflußten psychedelischen Musik. Das Album "Aoxomoxoa" beinhaltete Titel wie "Mountains of the Moon" und "Cosmic Charlie", die eigentlich in SF-Form verpackte LSD-Trips darstellten. 1970 erschien auf dem Album "Life/Dead" die phantastische 23-minütige Live-Improvisation "Dark Star", ein interstellarer Trip in die entferntesten Regionen des eigenen Verstandes.
Die andere kalifornische Supergruppe dieser Zeit war Jefferson Airplane, die ihre musikalischen Darbietungen mit Lightshows unterstrichen. Ihre frühen Alben "Surrealistic Pillow", "After Bathing at Baxter`s", "Crown of Creation" und "Volunteers" enthalten dynamische Melodien und hervorragende Texte, die sich oft direkt auf SF-Vorbilder beziehen (Robert Heinlein, John Wyndham). Mit ihren harten Acid-Rock mystifizierte sie LSD-Erfahrungen und versuchten sich als Außenseiter der Gesellschaft darzustellen, die sich jeglicher Ordnung verweigerten. Ihr STück "Runnin`round this World" schildert einen Geschlechtsakt unter LSD-Einweirkung, in "White Rabbit" wird die Geschichte von Alice im Wunderland in einen Drogentrip umgewandelt. Mit neuer Besetzung nahm die Gruppe 1970 das Konzeptalbum "Blows against the Empire" auf, in dem in einem faschistischen Amerika der Zukunft eine Gruppe von Rebellen ein Raumschiff entführt und ihre hoffnungsvolle Reise zu den Sternen beginnt. Spätere Alben hatten dystopischen Charakter.
Die Gruppe Spirit formierte sich 1967 in Los Angeles und spielte hochkomplizierte Musik mit verwirrender Klangvielfalt. Das Stück "Mechanical World" beschreibt eine übertechnisierte Welt, die von Maschinen beherrscht wird. Bemerkenswert auf die Alben "The twelve Dreams of Dr. Sardonicus" und "Future Games".
SF-Elemente enthielten auch die Werke der Band Quicksilver Messenger Service, etwas das Stück "Maiden from the Cancer Moon". Mehr der Astrologie verschrieb sich Mort Garson, der in dem Album "Lucifer BlackMess" eine Schwarze Messe schildert und in "Zodiac Cosmic Sounds" jedem Tierkreiszeichen ein eigenes Lied widmet.
Auch die Plattencover und Konzertplakate der bisher genannten Gruppen verdienen Aufmerksamkeit. Künstler wie Victor Moskoso, der Comiczeichner Robert Crumb sowie Rick Griffin schufen surrealistische Werke, die den Kunden ein Bild dessen vermittelten, was sie musikalisch erwartete.
Auf englische Gruppen spielten zuweilen SF-orientierte Songs. Die Tornados reflektierten auf ihrer Single "Life on Venus" über die Möglichkeit von Leben auf anderen Planeten und feierten in "Telstar" den ersten Fernsehsatelliten im All. LPs mit futuristischen Themen produzierten auch die Spotnicks ("Never trust Robots"), Ventures ("In Space") und die Shadows ("Wonderful Land Atlantis").
Die bekannteste englische Space Rock-Gruppe ist Pink Floyd. 1967 erschien die LP "The Piper at the Gates of Dawn", eine Mischung aus Romantik, Märchen und Science Fiction, mit phantastischen Songs wie "Astronomy Domine" und "Interstellar Overdrive". Als Roger Waters das Kommando in der Gruppe übernahm, wurde die Musik noch ideen- und abwechslungsreicher. Die LP "A Saucerful of Secrets" enthielt die SF-Werke "Set the Controls for the Heart of the Sun" und "Let there be more Light". Das Doppelalbum "Umma Gumma" faszinierte durch eine Vielzahl von fremdartigen Geräuschen und Klängen. 1970 erschien "Atom Heart Mother", in späteren Alben erweiterte sich die Themenvielfalt mit Protestsongs gegen Krieg, Unterdrückung und Sinnlosigkeit. Ihre besten LPs waren wohl "Dark Side of the Moon" und "The Wall". In späteren verlor die Musik viel an Kraft, die Live-Vorstellungen strotzten von gigantischen, farbenfohen Light- und Lasershows.
Eine andere britische Gruppe war Peter Hamill`s "Van der Graaf Generator", die in ihren Stücken häufig Zerstörungen nach einer nuklearen Katastrophe schilderte, etwa in "The Aerosol Grey Machine" oder "Chameleon in the Shadow of the Night". Weitere Bands mit psychedelischem Einschlag waren Soft Machine, Tomorrow und The Crazy World of Arthur Brown (Hitsingle "Fire").
Einer der schillerndsten Gestalten der Rockmusik ist David Bowie. 1969 erschien seine LP "Space Oddity", in dessen Titelsong das Scheitern eines Raumfahrtunternehmens geschildert wird. Apokalyptische Visionen sind Bestandteil des Albums "The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars". "Diamond Dogs" schildert eine Jagd durch eine Stadt der Angst. Auch das Meisterwerk "The Man who sold the World" ist voller düsterer Texte. Bowie führte früher seine Live-Auftritte als großangelegte Horror-/Science Fiction-Shows durch, seine Ausdruckskraft reichte von der feinfühligen Darstellung planetarer Katastrophen bis hin zu schwülstigen Transvestitenauftritten.
Auch die Rolling Stones schrieben SF-Stücke wie das psychedelische "2000 Light Years from Home", in dem aber ein Drogentrip als eine Weltraumfahrt geschildert wird.
SF-Konzepte benutzten auch Gruppen wie Yes, King Crimson ("21st Century Schizoid Man", "Epitaph"), Genesis und Hawkwind ("Silver Machine"; die Gruppe war mit Michael Moorcock assoziiert).
Die französische Band Magma beschrieb in einer vollständig fremden Sprache die Legenden des Planeten Kobaia, die ebenfalls französische Gruppe Heldon verarbeitete Novellen von Spinrad und Dick.
Andere SF-orientierte Musiker sind der Schweizer Patrick Moraz, der Grieche Vangelis Papathanassiou und der Japaner Stomu Yamashta.
Weitere ansprechende Werke waren "War of the Worlds" von Jeff Wayne, "The Pentateuch of the Cosmogony" von Patrick Woodroffe und David Greenslade oder die Arbeiten der Galactic Touring Band.
SF-"Sachbücher"
Ein beliebtes Thema für SF-orientierte Sachbücher sind UFOs. Der erste Ufologe der Welt, Charles Hoy Fort (1874-1932) durchstöberte 26 Jahre lang Zeitungen, Bücher, Museen, und Büchereien und sammelte dabei Aufzeichnungen über mysteriöse Ereignisse, für welche die Wissenschaft keine Erklärung hatte; er berichtete über Himmelslichter, Poltergeister, Seeschlangen und ähnliche Phänomene. Er veröffentlichte seine Fakten in vier Büchern: "The Book of the Damned" (1919), "New Lands" (1923), "Lo!" (1931) und "Wild Talents" (1932). Er gab eigene Erklärungen für die seltsamen Geschehnisse, ohne irgendeinen Wahrheitsanspruch zu erheben.
Viele SF-Autoren und Wissenschaftler ließen sich von Fort inspirieren, beispielsweise Edmond Hamilton ("The Earth Owners" und E.F. Russel ("Sinister Barriere"), die beide die Bedrohung der Erde durch außerirdische Finsterlinge thematisierten. Ab 1934 wurden in "Astounding" eine Reihe von Artikeln Fort`s, die vorher in dem Buch "Lo!" erschienen waren, veröffentlicht, was zu einer weiteren Verbreitung seiner Ideen beitrug. Die "Fortean Society" wurde gegründet, allerdings stellte sich heraus, daß viele von Fort`s Ideen nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatten und die von ihm beschriebenen Phänomene auf natürliche Art erklärbar waren. Die Bewegung geriet später in Vergessenheit.
Dafür wurden nach dem Zweiten Weltkrieg UFO-Sichtungen populär. Zwar gab es schon vorher Berichte über seltsame Himmelsbeobachtungen, aber erst als im Juni 1947 der amerikanische Geschäftsmann Kenneth Arnold ein Flugzeug über die Rocky Mountains steuerte und dabei eine schnellfliegende Staffel von neun diskusförmigen Flugkörpern sichtete, wurde das Interesse der Öffentlichkeit auf solche angeblich außerirdischen Flugobjekte gelenkt. In der Folgezeit häuften sich Berichte über scheibenförmige, runde, elliptische oder zigarrenförmige Flugkörper, die meist mit Lichtern versehen waren und die Fernseh- und Radiostörungen oder Stromausfälle hervorrufen konnten. Manchmal landeten solche Objekte sogar, und kleine Männchen mit Raumanzügen stiegen aus.
In den USA untersuchten Mitarbeiter des Projekts "Blue Book" zwischen 1947 und 1965 über 10 000 solcher Meldungen, und meist konnten die Beobachtungen auf künstliche Erdsatelliten, Wetterballons, Inversionswetterlagen, elektrische Entladungen von Hochspannungskabeln und ähnliche bekannte Phänomene zurückgeführt werden. Trotzdem blieben über 600 Berichte, die die Kommission nicht aufklären konnte.
Erich von Däniken publizierte 1968 seine Bücher "Erinnerungen an die Zukunft" und "Zurück zu den Sternen", in denen er behauptet, daß vor einigen Tausend Jahren außerirdische Intelligenzen die Erde besucht haben, die zu Göttern irdischer Mythologien wurden oder sogar den Menschen zeugten. Spuren dieser Fremden finden sich seiner Überzeugung nach an vielen Orten der Erde: auf der Osterinsel, in Tiahuanacu, in Nazca, Palenque und anderswo. Seine Bücher wurden millionenfach in aller Welt verkauft.
Bereits 1945 schilderte Richard S. Shaver in einer Reihe von Stories, die mit "I remember Lemuria" begann, daß vor langer Zeit die Erde von zwei Superrassen, den Titanen und Atlantern, bewohnt war. Es handelte sich um gottähnliche Unsterbliche, aber als die Sonne gefährliche Strahlen aussandte, mußten sie sich in unterirdische Höhlen zurückziehen. Aber auch dies nützte nichts, und so verließen sie die Erde, und zurück blieb die niedere Rasse der Menschen.
Einige dieser Menschen drangen in das unterirdische Höhlensystem vor und entdeckten Maschinen der Superrassen. Aber deren Strahlung ließ die Menschen degenerieren und wurde zur Ursache für viele Übel der Welt. Noch heute operieren einige dieser degenerierten Wesen in den Höhlen. Titanen und Atlanter beobachten die Erde und besuchen zuweilen unseren Planeten, wodurch die UFO-Sichtungen erklärbar sind.
Ähnlich wie Fort beeinflußte auch Shaver SF-Autoren, vor allem Rog Phillips, der in den 50er Jahren Stories wie "From this dark Mind" und "The Yelow Pill" schrieb. Ray Palmer, seit 1938 Herausgeber von "Amazing Stories", der dafür gesorgt hatte, daß Shaver seine Ideen in diesem Magazin veröffentlichen konnte, gab später ein neues Magazin, "Fate", heraus, in dem ähnliche Themen wie die von Fort und Shaver diskutiert wurden. Einer der Mitarbeiter Palmer`s, Vincent H. Gaddis, schuf den Begriff des "Bermuda-Dreiecks", jene Zone im Nordatlantik, in der angeblich Schiffe und Flugzeuge spurlos verschwanden.
L.Ron Hubbard, ein SF-Autor des Golden Age, gründete 1950 eine "neue Wissenschaft des Geistes", die er "Dianetics" nannte. Es handelte sich dabei um ein Sammelsurium psychologischer Konzepte. Hubbard behauptete, daß der menschliche Geist nichts vergißt und alles hört, auch wenn die bewußten Areale des Gehirns schlafen oder betäubt sind. Die traumatischen Erfahrungen, die bis zur Geburt und auch die Zeit davor zurückreichen, sind in neuronalen Erinnerungsmustern in Form von geblockten Wegen eingeprägt. Hubbard nannte solche Blöcke Engramme, und sein Konzept war, solche Blöcke oder "Synaptischen Inhibitionen" durch einen Prozeß der Psychotherapie, ("Auditing") zu lockern.
1950 erschien Hubbard`s Artikel in "Astounding", das zur Diskussionsplattform dieser neuen Heilslehre wurde. Viele SF-Fans und auch Autoren wie van Vogt oder Campbell wurden zu Jüngern dieser Bewegung, die sich später zur "Scientology Church" ausweitete und mehrere Millionen Mitglieder zählt. "Scientology" stellt eine zweifelhafte Sekte dar, dessen Mitglieder in Schaltpositionen dieser Gesellschaft drängen.
Bei SF-Anhängern beliebt sind auch Sachbücher berühmter Wissenschaftler, vor allem Physiker und Astronomen. Erfolgreich waren die Titel "The first three Minutes" von Steven Weinberg, ein Buch über die Frühgeschichte des Kosmos, "Cosmos" von Carl Sagan, basierend auf einer Fernsehserie, in der die neueren Erkenntnisse über unser Universum in visuell eindrucksvoller Form dargestellt wurden, "A short History of Time" von Stephen Hawking, ein Abriß über Entstehung, Entwicklung und Ende des Universums, oder "The Emperor`s new Mind" von Roger Penrose, der Versuch einer physikalischen Erklärung des Bewußtseins.
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