Faszination Science Fiction von Dr. Robert Hector
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Faszination Science Fiction

SF und Science, SF und Fiction


Die Macher und Leser der Science Fiction lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Da sind auf der einen Seiten diejenigen, die über das Interesse an Naturwissenschaften und Technik zu diesem Genre gekommen sind, und auf der anderen Seite die eher geisteswissenschaftlich Orientierten, denen eine gelungene Handlung, glaubhafte Charaktere und farbige Darstellungen, also das erzählerische Moment, eher am Herzen liegen. Dem entpricht, genrebezogen, die These von den zwei Kulturen, die C.P. Snow im Jahre 1954 in dem Essay "The two Cultures" aufgestellt hat. Snow argumentiert, daß die Spezialisierung in der modernen Zivilisation und die Entwicklung der Naturwissenschaften zur Bildung zweier Kulturen - der humanistischen und der naturwissenschaftlichen - geführt haben, die einander nicht mehr verstehen. In der Science Fiction ist diese postulierte Kluft zwischen literarischen Intellektuellen und Naturwissenschaftlern ebenfalls zu beobachten, allerdings einigt das gemeinsame Interesse an der Zukunft und an visionären Konzepten die beiden Lager. Im Folgenden werden einige Aspekte der naturwissenschaftlich-technischen Kultur mit engem Bezug zur SF tiefer analysiert; ferner wird aufgezeigt, daß auch die moderne Hochliteratur sicherlich nicht die Auseinandersetzung mit der modernen Zivilisation scheut. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, daß manches, was in der SF als Neuerung angesehen wurde (etwa die "New Wave"-Bewegung der 60er Jahre) in der Hochliteratur im Grunde genommen ein alter Hut war; die SF profitierte vielfach von Einflüssen aus der Allgemeinliteratur.

In jüngster Zeit wird zuweilen befürchtet, daß die SF Gefahr läuft, in der allgemeinen Literatur aufzugehen. Bisher jedenfalls wuchsen jedoch immer wieder junge, kreative Schriftsteller nach, die dem Genre ihren Stempel aufdrückten, und in den Bereichen Film und Fernsehen ist die Eigenständigkeit der SF unübersehbar. Die Vitalität des Genres ist ungebrochen, obwohl es manchmal scheint, daß die Wirklichkeit zunehmend phantastischer erscheint als das, was sich Schreiber in ihren Köpfen vorstellen.


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